Gehirnschäden – auch ohne Unfall, wie bei Michael Schumacher

Man kann Michael Schumacher mögen oder nicht – seine Leistungen würdigen oder alles auf die Technik schieben, doch was sind das für kranke Menschen, die bereits jetzt in Facebook Gruppen erstellen, die sich „Michael Schumacher RIP“ (= rest in peace = Ruhe in Frieden) nennen?

Oder unter jener Ski-Unfallmeldung der Tagesschau im Internet, wird sich aktuell darüber ausgelassen, ob dieser Mann ein Steuersünder ist oder nicht.

Ist das wichtig für die (eventuell erforderliche) letzte Ölung?

Im Moment ist diese Person -bei all seinen (Miss-)Erfolgen- ein Mensch der mit dem Leben ringt und hat auch als Prominenter verdient, mit Würde bzw. Pietät behandelt zu werden! 

Wohin entwickeln wir uns als Gesellschaft eigentlich?

Werden wir in ein paar Jahren, als frischgebackene Eltern, neben der Meldung der Geburt eines Kindes, gleich den Nachruf mit einstellen?

Steht dann irgendwann auf meinem Grabstein: „Die Todesmeldung in Facebook brachte ihm 1.753 likes“  ?

Ich sollte mir die Domain WELTUNTERGANG_ MIT_AUSSTERBEN_DES_HOMO_SAPIENS mal gleich anmieten, damit ich eines Tages sagen kann: „Ich war der Erste der sich darauf vorbereitet und sich die Rechte gesichert hat!“

 

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Rezept für eine Un-Heiligen Abend

Man nehme:
Einen Weihnachtsmarkt am letzten Tag und ca. 90 Minuten vor der endgültigen Schließung.

Auf einen heißen roten Glühwein lege man eine überlang gegrillte Feuerwurst im Magen rein und löscht das Ganze mit einem weißen Glühwein ab.

Zugedeckt wird die Mischung dann mit einem Eierpunsch, der schon eine leichte Färbung wie ein Nusslikör hatte und noch einen halben Becher mehr. Ein Geschenk von der Gattin, überreicht mit den Worten: „Der schmeckt merkwürdig – willst du ihn trinken?“

Natürlich will ich das, bin ich doch als Mann nicht zimperlich und noch aus einer Generation, die sich nicht Wegwerfgesellschaft nannte.

Um den merkwürdigen Geschmack allerdings los zu werden, deckelt man das Ganze noch abschließend mit einem Glas kühlem Frischgezapftem ab.

Einige Stunden das Ganze ziehen lassen und dann zieht es von selbst – zumindest seitens Magen und der nunmehr schlaflose Nacht ebenfalls.

Heilig Abend – ein paar Zeit später… mit einem Käsefondue werden die allmählich beginnenden Selbstheilungsprozesse jäh unterbrochen.

Kein Singsang mehr vor dem Weihnachtsbaum – nur noch Stöhnen auf der WC-Schüssel.

Im Radio schallt es verhöhnend „… Weihnachtsduft in jedem Raum….“

In einem Raum ist gewiss kein weihnachtlicher Duft mehr vorzufinden.

Mit einem Gebet schließe ich diesen heiligen Abend vorzeitig im Bett ab:

„Lieber Herrgott – ich bin fromm,
hilf mir, dass ich über’n ersten Feiertag komm!
Gib Magen Kraft und hilf mir unterdessen
Bei Muttern tags drauf Gans zu essen.

Schaff Weihnacht ich zu überleben,
kann ich danach mich übergeben.“

Amen

Beschauliche Vorweihnachtszeit

Wer immer auch genervt meint, dass diese Vorweihnachtszeit stressig sei, dem empfehle ich folgendes:

Gehen Sie wenige Tage vor Heilig Abend zur Post und holen Sie da ein Einschreiben oder dergleichen ab!

Sie werden in einer Warteschlange stehen die sich schon zusammenrollen muss, weil in der Vorhalle einfach kein Platz mehr ist.

Und dann haben Sie mehr als eine halbe Stunde Zeit, sich Ihren weihnachtlichen Gedanken hinzugeben (sofern sie der hinter Ihnen befindliche Kunde nicht stört, der sich permanent über die üblen Zustände in Deutschland beschwert).

Denken Sie an Ihre Lieben – den Sinn des Weihnachtsfestes und rufen Sie dann ein „Gepriesen sei der Herr!“ aus – wenn Sie am Schalter, nach Ihrer Geburtsurkunde gefragt werden und Sie feststellen, dass Sie diese tatsächlich nicht vergessen haben.

Anschließend können Sie völlig entspannt das Post-Office verlassen und freuen Sie sich bei einem Blick auf die vielen Wartenden: das sind alles Menschen, die diesen Moment der Ruhe noch genießen dürfen.

🙂

Von Minister sowie Ministerinnen und ihre Posten bzw. Postinnnen

Viele Menschen reiben sich verwundert die Augen bei der Zeitungsmeldung: Frau van der Leyen soll vom Familien-Ministerium in das der Verteidigung wechseln und sie stellen sich die Frage: “Wie geht das?”

Dabei ist das eine simple und vor allem logische Weiterentwicklung, die nur nicht auffällt, weil Frau van der Leyen ein Ministerium beim Einstieg übersprungen hat:

Zum Zeitpunkt der Zeugung Ihrer Kinder hätte sie nämlich mit dem Verkehrsministerium beginnen sollen – dann erst zur Familienministerin konvertertieren sollten und nun -da die Kinder heranwachsen- ist die logische Weiterentwicklung das Amt der Verteidigung.

Wie daheim muss Frau van der Leyen eben sehen, dass man die Truppe bei Laune und Konflikte gering hält.  😉

Mal ernsthaft: ein Bäcker lässt sich nicht ohne Umschulungsmaßnahmen zu einem KFZ-Mechaniker umswitchen (gilt natürlich auch umgekehrt), weil dieser etwas produziert und dazu spezielles Fachwissen erforderlich ist.

Ein(e) Minister(in) ist dagegen eine Führungskraft und hat lediglich dafür zu sorgen, dass das Team ordentlich arbeitet. Ob das nun Brötchen sind, Drohnen oder ob es um Verhütungsmittel geht, ist dabei nebensächlich.

Deswegen kann Frau von der Leyen nun unproblematisch wechseln und wenn dann eine Person Ihres Vertrauens sagt: „Die Petition für den Einsatz weiterer Soldaten im Kosovo können Sie bedenkenlos unterzeichnen!“ dann tut sie das mit dem gleichen Risiko wie noch vor wenigen Wochen bei Vorlage einer Unterlage, wie:  „Flächendeckende Kondomautomaten-Aufstellung in Kindertagesstätten“.

Nun kann der Eine oder Andere sich die ketzerische Frage stellen:

„Und dafür kassieren die so viel Geld?“

Ja das tun sie – und das liegt einfach daran, dass der produzierende Mitarbeiter nicht das Gehaltsniveau festlegt sondern eben eine weitere Führungskraft.

Ich habe einen Vorstand erlebt, der mehrere Millionen Franken Abfindung bekam, als er eine Firma verließ, die er von einem Triple-A-Unternehmen zu einem finanziell arg angeschlagenen Übernahme-Kandidaten durch Falsch-Entscheidung ruinierte.

Würde ich meinem Unternehmen nur ein Bruchteil davon an Verlust bringen – wäre ich ebenfalls ohne Job – allerdings müsste ich mich damit abfinden, dass man mich nicht abfindet.

Da ist der Ressort-Wechsel der Frau von der Leyen von Familie zur Truppe doch wirklich die kleinste Form von Wahnsinn!

Das Zuviel-Informationszeitalter

Was waren dass noch Zeiten: da fuhr man in den Urlaub – kam entspannt nach Hause und dort lagen dann Rechnungen – unangenehme Nachrichten und all das, was einen schnell wieder in den Alltag zurück holt. 

Doch wenigstens vorher, die Urlaubszeit hat man genossen: einfach abgeschaltet! 

Heutzutage wird man angechattet und mit Problemen wie Trennungen, alten Konflikten und so weiter konfrontiert, die einem dann just-in-time die Urlaubslaune versauen.

So auch der aktuell online abgerufene Steuer-Bescheid. Sollte der zu erwartende Rückerstattungsbetrag einem das üppige Urlaubsleben moralisch etwas leichter machen, mutiert es genau zum Gegenteil bei der Erkenntnis: es werden einige hundert Euro weniger sein als erwartet.

Da fällt das geplante leckere Essen im Edelrestaurant weg und obwohl bis zum Ende des gebuchten Urlaubs die Sonne strahlen soll, wird ein Tag früher abgereist (wegen Dunkelheit im Geldbeutel).

Und ich kann mich freuen, die gewonnene Zeit in heimischen Gefilden damit zu verbringen, den Bescheid auf Richtigkeit zu prüfen und vielleicht durch einen Einspruch das anstehende Weihnachtsfest doch noch zu einem Fest der Freude und vor allem Hoffnung zu machen.

Blöde auch: die Geschenke für die Kinder sind schon gekauft – und an den eigenen können wir nicht sparen, da wir uns dieses Jahr nichts gegenseitig schenken. 

Doch wann immer wir wieder einen Urlaub planen: ich werde anbieten, die Handys über ebay zu verticken.

Finanziell wird es nicht viel bringen – jedoch einen wesentlich entspannteren Urlaub.

😉

deutschsprachiger Raum?

Da ich seit meiner Kindheit recht häufig nach Österreich fahre und besagte Epoche schon einige Jahrzehnte zurück liegt, sollte man meinen, ich könnte die Einheimischen mit den Jahren immer besser verstehen. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.

Höre ich zwei Österreicher zu die sich in ihrer Mundart unterhalten, verstehe ich mittlerweile weniger, als wenn ich zwei Holländern bei einem Gespräch belausche.

Hier noch von deutschsprachigem Raum zu sprechen, ist in Austria wohl eine Fehleinschätzung.

Ich stelle mir den Österreicher Adolf Hitler vor, wenn er 80 Jahre später versucht hätte, mit uns Deutschen sein Imperium zu gründen…. Es wäre schon im Ansatz gescheitert, da niemand ihn und seine Propaganda verstanden hätte. Vermutlich hätte er heute mit Spielen wie Battlefield 4 seine wilden Fantasien ausleben müssen und können.

Manchmal ist eben die frühe Geburt keine Gnade!

Gespannt bin ich, wie es in 20 Jahren aussieht: muss ich dann in Mallorca Urlaub machen, weil mich die Leute dort besser verstehen und ich sie? Bedarf es dann vielleicht einer VHS-Seminarteilnahme: „Österreichisch für den Touristen“ in dem dann so Formulierungs-Standards, wie „Ich hätte gern ein Bier?“ oder „Was gibt es denn zu Essen?“ beigebracht werden?

Aber vielleicht gibt es dann auch ein Simultan-Übersetzungsprogramm – dass dann auch nicht mehr „Deutsch-Österreich“ übersetzt – sondern „NewGerman-Austria“. Denn wenn ich unserem Junior beim Chatten über die Schulter blicke, verstehe ich von dem geschriebenen noch weniger, als von dem was sich unsere Nachbarn aus Austria mitzuteilen haben.

Fleisch mit Augen

„Mein Mann hat Forelle gegessen!“, postete meine Frau vorgestern verzückt in Facebook, als sei das ein Weltwunder.

In der Tat ist zwar der Verzehr des letzten Fisches (mal von denen in Stäbchenform abgesehen) schon so viele Jahre her, dass diese Zahl nicht mehr einstellig dargestellt werden kann, doch so erstaunlich ist das auch nicht.

Es ist nämlich nicht so, dass Fisch mir nicht schmecken würde sondern ich habe grundsätzlich ein Problem damit, wenn ich dem Produkt auf meinem Essteller noch seine tierische Herkunft entnehmen kann. 

Als man mir die in Facebook bejubelte Forelle an den Tisch brachte, war es auch schon wieder um meinen Appetit geschehen und beim Blick auf diese traurig glasigen Fischaugen bereute ich meine Wahl zutiefst. Das geöffnete Maul des Fisches schien noch den vorwurfsvollen Ruf auf den Lippen zu haben: „Warum gerade ich?“

Und ich stellte die Gegenfrage: „Hätte ein Schnitzel es nicht auch getan?“

Ich versuche den Kopf des Fische zu ignorieren (wie auch den meinen) und je weiter der Verzehr vorrückte und so langsam der Fisch seine ursprüngliche Gestalt verlor, desto besser schmeckte er.

So bin ich also: versuche mir etwas von einem Spanferkel anzubieten und ich esse es nicht, wenn ich dabei den Spieß sehe, auf dem es gedreht wird. Zeige mir kein Bild von Kälbchen, wenn ich gerade ein Steak verzehre… und ich bin schlagartig satt, doch wenn ich dabei bin ein Tartar zu essen… hmmmh… wie lecker.

Wenigstens kaufe ich keine Billigware und hoffe so, dass meine Boulette glücklich gelebt hat, bevor sie auf meinem Teller landete.

Und eine gute Nachricht habe ich an alle Forellen:  ich bin für die nächsten Jahre wieder bedient und werde mich wieder den Stäbchen zuwenden!!

Nicht, weil ihr nicht lecker schmeckt: ich sehe auch eben an, dass ihr nicht erfreut seid, meiner Sättigung zu dienen!

🙂