Freiheiten und die, die sie einschränken

Jährlich wählt der Langenscheidt-Verlag ein Jugendwort des Jahres aus. In die Liste der nominierten Begriffe kommen dann 30 Wörter, deren Sinn sich einem Mid- and Above-Ager oftmals entziehen.

Witzig fand ich dieses Jahr der unter anderem vorgeschlagene Begriff „Alpha Kevin“, als Synonym für den Dümmsten von allen. Eigentlich eine geniale Idee, das Leit- oder Alpha-Tier mit dem ungeliebten Namen Kevin zu verbinden. Leider wurde das Wort wieder von der Liste gestrichen, weil wir zwar in Deutschland eine Meinungsfreiheit haben, die aber nur dann gilt, wenn wir damit niemand anderen verletzen.

Oder vereinfacht ausgedrückt: du hast das Recht überall hin zu gehen, so lange niemand etwas dagegen hat!

Verletzen würde es die vielen Kevins, dich sich mit ihrem Namen durch das Leben plagen müssen. Dass das Wort auch ohne Langenscheidt weiter in Umlauf sein wird, sei einmal dahin gestellt.

War der Name Kevin in den 90ern extrem beliebt bei werdenden Eltern, ist es nicht nachvollziehbar, warum dieser Name mit dem miserablen Image auch aktuell noch recht hoch im Vergabe-Ranking steht. Da beginnt doch schon die Verletzung der Würde eines Menschen, noch vor dessen erstem gesprochenen Wort. Im Grunde gibt es also nur einen „Beta Kevin“ von „Alpha Kevins Eltern“. Doch da das schon wieder eine Gruppierung verletzt, käme dieser Wortlaut ebenfalls auf den Index.

Also bleiben so Wortkreationen wie „merkeln“ übrig. Übertragene Bedeutung: nichts tun und alles auf die lange Bank schieben. Auch das kann man als verletzend werten. Doch da es nur eine Person betrifft und nicht tausende von Kevins als potentielle Worterbuch-Kunden und die „gemerkelte“ auch noch Staatsoberhaupt ist, kann man das getrost in der Ausscheidungsliste belassen.

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Geschenkter Gaul

Es ist so weit: Microsoft verteilt Windows 10 unter das Volk. Die Experten loben das neue Betriebssystem. Es soll wieder so gut sein wie einst Windows 7.

Das ist vermutlich auch der Grund, warum man nach dem eher ungeliebten Windows 8 eine ganze Version überspringt, um sich dadurch von dem letzten Produkt besser zu distanzieren.

Noch ehrlicher hätte ich es empfunden, das neue Windows einfach ‚Windows 7 reloaded‘ zu nennen.

Was mich allerdings total irritiert: das Upgrade von Version 8 und sogar von Release 7 ist für ein Jahr kostenfrei möglich. Microsoft verschenkt etwas!?! Das ist so, als würde sich ein Hai als Veganer ausgeben!

Es wird irgendeinen Grund haben. Vielleicht erst mit dem Ziel, alle User auf eine einheitliche Plattform anzuheben. Doch spätestens wenn das erfolgt ist und es keine Ausweichmöglichkeiten mehr gibt, dann wird der Hai wieder Fleisch fressen wollen.

Wir werden sehen, ob dieser geschenkte Gaul, dem man nicht ins Maul schauen sollt, sich nicht eines Tages als trojanisches Pferd entpuppen wird. Dann berichte ich wieder davon.

Doch zunächst einmal wünsche ich ‚happy upgrading‘!

Natürlich verdreckt

Es ist einfach herrlich, zu dieser Jahreszeit morgens mit dem Hund Gassi zu gehen. Bunt erstrahlt der Abfall in den Büschen am Wegesrand, der wohl bei abendlichen Partys produziert wurde. Leere Flaschen Wodka und Jägermeister zeigen, dass diese feiernden Menschen sehr wohl auf ihren Flüssigkeitshaushalt geachtet haben. Weniges, zersplittertes Glas weist darauf hin, dass der Kräuterlikor wie auch das Kartoffel-Destillat in extrem robuste Flaschen abgefüllt wurde. Hier macht sich deutsche wie auch russische Wertarbeit wohltuend bemerkbar.

Herrlich auch diese frische Morgenluft, welche an manchen Stellen durch ein herb-würziges Aroma ihre überraschende Abwechslung findet, weil die anliegenden Schrebergarten-Besitzer ihre Chemie-Toiletten im gegenüberliegenden Wäldchen entleert haben. Wahre Naturliebhaber und Puristen erleichtern sich gleich direkt dort vor Ort.

Was wollen uns die Anrainer damit sagen? „Verpisst euch!“ oder „Wir sind nicht für jeden Scheiss zu haben!“?

Wie wohltuend empfindet man dann als Spaziergänger den Geruch der Luft, wenn sie irgendwann wieder aufhört zu riechen, da man weit genug von der Gartensiedlung entfernt ist und endlich wieder durch zubetonierte Gebiete läuft.

All das lässt mich beim Gassigehen jubelnd erkennen: „Heissa, es ist Sommer hier in Hochheim!“

Never touch a sleeping system

Ich bin frustriert: bisher hieß es, dass ältere Menschen weniger Schlaf benötigen. Da ich ständig müde bin, dachte ich im Umkehrschluss, ein biologischer Jüngling zu sein.

Nun allerdings musste ich erfahren, dass dieser Wissensstand überholt ist. Senioren benötigen auch ihren Schlaf, allerdings verstärkt auch tagsüber, in Form eines Mittagsschlafes, um die verlorene Energie zu ersetzen.

Na klasse! Jetzt habe ich die Wahl, mich ohne mein „Mittags-Bubu“ durch den Tag zu quälen. Oder ich stehe dazu, dass mein Powernapping in der Mittagszeit, meinem fortgeschrittenen Alter geschuldet ist.

So oder so: ein Stück Lebensqualität geht mir nun verloren!

Es ist einfach nicht gut, zu viel zu wissen.

Kepler-452b und seine Möglichkeien

Sagt Ihnen Kepler-452b was? Nein, es handelt sich dabei nicht um einen Kirsch-Äppler, der mit garantierten 42,5 Prozent Fruchtgehalt gekeltert wurde. Und für die Leser, die nicht einmal wissen, was ein Äppler ist: so wird der Apfelwein umgangssprachlich gemeint. Wenn es auch noch solche Besucher meines Blogs gibt, die nicht einmal wissen was Apfelwein ist, so kläre ich auch hier noch auf: das ist ein Wein, der mit Äpfeln statt mit Trauben hergestellt wird und den man im Rhein-Main-Gebiet gerne zu Rippchen mit Kraut trinkt, was dann zusammen die Verdauung extrem beschleunigt.

Prima, dass uns das wieder auf das Kernthema zurückführt. Genau so eine Art Apfelweinbeschleuniger wäre für unsere Raktentriebwerke erforderlich, denn Experten sind sich ziemlich sicher, dass der Planet Kepler-452b der erdähnlichste im Umkreis ist und wenn schon nicht durch Leben bewohnt, theoretisch durch uns Erdlinge seine Natur zerstört bekommen könnte.

Leider ist die Bezeichnung „im Umkreis“ recht großzügig formuliert. Es sind rund 1400 Lichtjahre, die dieser mögliche Zwilling unserer Erde entfernt ist. Selbst mit einem Raumschiff, das die Lichtgeschwindigkeit erreicht, wäre das nur mit einem Mehr-Generationen-Kreuzer zu erreichen. Wer aber hat schon Lust, sich in solch eine Blechbüchse zu setzen und zu wissen, dass höchstens der Ur-Ur-Ur-Ur-und-so-weiter-Enkel da überhaupt ankommt und das auch nur, wenn ein permanenter Kinderwunsch bestehen bleibt? Insofern scheidet eine deutsche Besatzung schon nahezu aus.

Würde die erste Crew aus zu alten Personen bestehen, die noch mit Büchern die Langweile überbrücken könnten, ist das ein zusätzlich kritischer Faktor für die Fortpflanzung an Bord. Junge Menschen wird man allerdings erst dann für diese Expedition begeistern können, wenn die Mobilfunkanbieter auf dem Weg zu Kepler-452b ein stabiles Netz anbieten und auf jeden Fall muss sich auf dem Raumschiff ein Werk von Apple befinden, damit eine Ausstattung mit den neuesten Ipads, Iphones und Iwatches gewährleistet ist. Wer hat schon Lust, technisch der Erde hinterher zu hinken?

Da sind wir auch schon beim Problem der Finanzierung: es gibt einige TV-Sendungen, die scheinbar unverwüstlich sind und länger ausgestrahlt werden, als man es je für möglich hielt. Doch ein paar tausend Jahre aus dem Raumschiff zu drehen. Sozusagen ein „Langzeit-Big-Brother“ senden, das wird sich nicht rechnen und erst recht nicht, wenn in ein paar Jahren die Funkstrahlen so lange brauchen, dass, sobald wir die Schiffsärztin als junge Frau beim Duschen beobachten können, diese mittlerweile auf dem Raumschiff in den Ruhestand getreten ist.

Selbst die öffentlich rechtlichen Anstalten werden diese Sendung für zu langweilig halten.

Kepler-452b wird also vorerst der Besuch von uns Humanoiden erspart bleiben.

Realistischer wird es sein, dass ich in naher Zukunft einen K-Äppler trinken werde. Einen Apfelwein basierend auf Apfelaroma und anderen naturidentischen Stoffen – dem Kunst-Äppler, der außerirdisch schlecht schmeckt.

Neue Geschäftsideen

Die derzeitige Trockenheit über Europa wirkt sich auch auf die deutschen Flüsse aus.

Beispielweise die Elbe: sie hat in einigen Regionen nur noch eine Tiefe von 75 Zentimetern und damit ist Feierabend für die Binnenschifffahrt.

Doch statt zu hadern, sollten die derzeit arbeitslosen Kapitäne sowie Matrosen die neuen Möglichkeiten erkennen, die sich aus dieser Krise ergeben!

* Wattwanderungen in der Elbe oder eine begleitete Durchquerung der solchen, bieten sich an.

* Nicht brot- sondern bootlose Schatzsuche in den diversen Flußbetten.

* Therapeutische Schlauchbootfahrten für Aqua-Phobiker, deren einzige Angst nun nur noch die sein muss, sich bei einem eventuellen Sturz am Grund des Flusses zu verletzen.

* Oder Herstellung und Vertrieb von Verbotsschildern mit der Aufschrift: „Nicht seitlich in den Fluß springen. Vorsicht: Aufschlaggefahr!

Pop & Go

Waren die bisherigen Abhörskandale und Hacks von irgendwelchen Firmen schon heftig, so wird es jetzt für einige Menschen so richtig knackig:

Unbekannte haben ein amerikanisches, jedoch international agierendes Seitensprung-Portal geknackt und drohen nun, die aktiven Nutzer von „Ashley Madison“ Preis zu geben.

Für Leser, die sich darunter nichts vorstellen können:

In solchen Foren melden sich weibliche wie männliche Personen an, denen der Sex daheim nicht ausreicht oder einfach zu langweilig ist, die aber trotzdem nicht das Geld für einen gewerblichen Support bezahlen wollen. Sozusagen swingen ohne eigenen Partner.

Das Gute daran, wenn beide Seiten ihre Partner betrügen: Beide halten dicht!

Das Pop&Go-Forum war es offensichtlich nicht und nun arbeitet sicherlich bei einigen „Aktiven“ der Puls im 200er Bereich.

Was lernen wir daraus?

Von den drei Sportarten:

* Hochsprung

* Weitsprung

* Seitensprung

ist eindeutig die letztgenannte am gefährlichsten.