Mein zweites Buch, ein Thriller, ist fertig!

Wem mein erstes Buch „Eines Tages…“ und andere Hürden zu albern oder zu sexistisch war, für den habe ich gute Neuigkeiten:

Mein neues Buch Die Body Switching Company ist fertig und bei Amazon als Taschenbuch oder eBook, stilecht und rechtzeitig zu Halloween erhältlich.

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Es handelt sich um einen spannenden Thriller und dieser ist damit völlig anders als das erste Buch von mir. Haupthandlungsorte sind Frankfurt am Main und Wiesbaden, doch auch eine Pizzeria in Hochheim und ein Frisörsalon in Mainz-Kostheim spielen eine Rolle darin. Es ist das ideale Werk gegen Herbstdepressionen, denn während des Lesens werdet Ihr feststellen: Euch geht es verdammt gut, weil Ihr nicht in der Haut von Palma Kurucz oder Paul Sattner steckt!

Wer es lieber lustig von mir mag, dem sei gesagt: Ich habe bereits mit der „etwas anderen“ Fortsetzung des Buches über Kevin Müller begonnen. Dann wird es auch hoffentlich wieder ein Buchcover von der genialen Künstlerin, Kerstin „Maya“ Mattes (Art Maya) geben. Diesmal wurde bewusst ein anderer Stil ausgewählt, weil das Buch auch optisch zeigen sollte, dass es inhaltlich völlig anders ist.

Gerne dürft ihr mir unter mail@hans-peter-boensch.de schreiben, wenn Euch das Buch gefallen hat. Bei genug positivem Feedback würde ich sicherlich einen weiteren Thriller schreiben.

Viel Spaß beim Lesen wünsche ich allen!

(und jetzt erst einmal ein schönes Wochenende)

Ein Par-Ship wird kommen (frei nach Lale Andersen)

Seit Wochen werden wir in unserer Gegend mit Plakatwerbung von Parship penetriert und auch im TV sieht man ständig hochattraktive Menschen, die einem erzählen, dass Single sind und über den genannten Vermittler aktiv wären. Heute nennen die Mitglieder das modern „parshipen“ – wir nannten das einst „baggern“

Wenn sich permanent bei Parship verliebt wird, wieso sind schon seit Wochen immer wieder die gleichen gutaussehenden Damen und Herren zu sehen, die angeblich auf der Suche sind? Sind das doch bezahlte Models oder womöglich Superzicken, die keiner haben will, egal wie sie optisch wirken?

Gleiches gilt für Elitepartner. Da sollen sich Akademiker (also gut situierte, wohlhabende Menschen) oder Singles mit Niveau (also gut aussehende oder wohlhabende Menschen) miteinander  verpaaren. Wäre ich ebenfalls für diesen Vermittler interessant, weil ich meinen Elite-Joghurt mit Löffel essen kann und das ohne zu kleckern?

Auch die stolz verkündete Auswertung vom Parship, dass sich alle 11 Minuten über diese Agentur jemand verliebt, die haut mich persönlich nicht vom Hocker. Das war in meiner Sturm- und Drangzeit ein völlig normaler Wert. Dazu reichte eine Ladung französischer Austauschschülerinnen, die wie ich zu Gast in einem Schullandheim waren.

Anders formuliert:  falls sich wirklich alle paar Minuten jemand verliebt, so nutzt das noch nichts, wenn er/sie mit den Empfindungen alleine bleibt. Mich würde mehr die Statistik interessieren: Wie viele Personen finden sich wirklich über diese Vermittlungsagentur und bleiben zumindest einmal für 6 Monate zusammen? Wo wird aus der Lust zum Knattern wirklich richtige Liebe und entsteht ein echtes Zusammengehörigkeitsgefühl?

Damit könnten die Leute von Parship, Elitepartner, A- B- oder C-Date und wie sie alle sonst noch heißen, wirklich zeigen, was sie drauf haben.

Statistisches Übergewicht

Vor ein paar Tagen habe ich einen interessant Artikel gelesen, aus welchen Materialien der menschliche Körper zusammengesetzt ist.

Wir bestehen zu 60 Prozent aus Wasser.
16 Prozent von uns sind Proteine. Ich vermute mal, dass da die über 3 Kilo Bakterien, Viren und solcher Kram mit eingerechnet ist, was so alles in und auf unserem Körper krabbelt.
10 Prozent unseres Körpers (normale Figur vorausgesetzt) bestünde aus Fett.
Mehr als 25 Prozent unseres Körpers besteht aus Kohlenstoff.
1,2 Prozent sind Kohlenhydrate und 5 Prozent sind lebenswichtige Mineralstoffe.

Da Sie fleißig mitgerechnet haben, kommen Sie auf eine Gesamtsumme von rund 120 Prozent Körpermasse.

Das erklärt, warum wir ständig mit dem Übergewicht kämpfen.

Am Fett kann es sowieso  nicht liegen, weil es nur ein Bruchteil der gesamten Masse ausmacht. Folglich haben wir zu viel Wasser und Kohlenstoff im Körper.

Wenn sich wieder jemand über Ihre Figur muckiert, dann bleiben sie entspannt: der/die ist nur neidisch, dass Sie so viel Kohle haben!

Dicke Luft wegen schlechter Luft

Wer meinen Blog kennt wird damit gerechnet haben, dass ich heute  die Zeitumstellung durch den Kakao ziehe. Habe ich schon oft genug gemacht und wer bis heute noch nicht wusste, ob er die Uhr nach vorne oder nach hinten zu stellen hatte, der wird es zwischenzeitlich bemerkt haben, denn er/sie war eine Stunde zu früh bei der Arbeitsstelle. Hier empfehle ich ohnehin den Erwerb einer Funkuhr.

Mein Blick richtet sich in die nahe Zukunft, wenn man bei VW merkt oder zugibt, dass mit einer Softwareaktualisierung alleine das Abgasproblem nicht zu beheben geht. Denn wenn das so leicht ginge, hätte man nicht schummeln müssen. Ich hätte doch einst auch nicht gelogen und behauptet: „Ich habe meine Hausaufgaben gemacht!“, wenn das Argument: “ Hausaufgaben rauben nur Freizeit!“ von meinen Eltern akzeptiert worden wäre.

Klar, wenn man einen Motor so manipuliert, dass er nicht mehr anspringt, dann hat der Fahrzeughersteller Bestwerte erreicht. Doch ob die Besitzer eines VW mit Dieselantrieb bereit sind, dieses leichte Handikap, der Umwelt zuliebe, einzugehen, dass bezweifle ich.

Doch das Thema wird ein Problem für uns alle werden, wenn wir um den Einsatz der Polizei bitten und es am Telefon heißt: „Wir setzen sie auf die Liste und sobald morgen einer unserer Benziner frei wird, dann kommt die Streife vorbei. Unsere Dieselfahrzeuge sind derzeit bei VW zur Reparatur!“

Oder stellen Sie sich die vielen mobilen Blitzer vor, wenn den Transportfahrzeugen die Fahrerlaubnis entzogen werden, dann sind es fortan stationäre Anlagen.

Sie denken ich übertreibe?

In Hessen sind fast 500 VW Dieselfahrzeuge betroffen. In NRW wohl mehr als 2000. Wir werden uns bald wehmütig „Alarm für Cobra 11“ ansehen müssen, um Verfolgungsjagden zu sehen, denn für den realen Einsatz fehlen bald die Autos. Doch vielleicht bietet Opel demnächst einen Motor-Austauschsatz an.

Meine Mutter sagte früher oft zu mir: „Sohn, Lügen haben kurze Beine!“

Realistisch in die Gegenwart adaptiert heißt es nun: „Kind, Lügen haben nur Motoren Software!“

Stell dich nicht so um, Liebling!

Am Wochenende wird wohl zum letzten Mal in diesem Jahr die Möglichkeit bestehen, bei moderaten Temperaturen zu grillen. Grund genug, das Sommer-Gadget erneut anzuwerfen.

Ich liebe es, auf dem Holzkohlegrill ein Stück fettigen marinierten Schweinebauch so lange bruzzeln zu lassen, bis dieser steinhart ist und sich farblich von der unverbrannten Kohle kaum unterscheidet. Dazu noch eine ordentliche Portion Barbecue-Sauce und ich fühle mich im kulinarischen Himmel.

„Das ist doch vollkommen ungesund!“, höre ich häufig den vorwurfsvollen Einwand meiner Frau. Doch sie beißt sich da an mir argumentativ die Zähne aus, wie ich dann am Grillfleisch, welches ´extremly well done´ ist.

Ich grille doch nicht der Gesundheit wegen! Für das Thema ist mein Hausarzt zuständig.

Wenn es nach meiner Frau ginge, würden wir vermutlich nach Art der asiatischen Garküchen grillen. Ungewürzte Gemüse dünsteten bei Temperaturen auf den Elektroherd, die es gerade so vor dem Erfrieren schützen. Doch noch darf ich in der ursprünglichen Form mit Kohle grillen. Also zeige ich mich ebenfalls tolerant, wenn ein blasses Stück Hähnchenbrust oder Pute neben meinem dunkel marinierten Bauchlappen liegt und hinterher zart, jedoch bestimmt nicht saftiger, auf dem Teller der Holden landet. Auch diese Gemüsebrocken, die immer enorm viel Platz auf dem Grillrost einnehmen, akzeptiere ich ohne Einwand.

Allerdings dann kommt der Moment, der die schöne Grillatmosphäre mit einem Schlag zerstört:

„Magst Du mal mein Gemüse kosten?“

Mit dieser Frage wird der Anfang vom Ende eingeleitet, denn natürlich will ich nicht und mir weder meinen lecker rauchigen Geschmack im Gaumen zerstören noch die Ladekapazitäten in meinem Magen mit unnötigem Ballast verringern. Deshalb spricht man auch im Allgemeinen von der ballaststoffreichen Kost.

„Nein, danke!“

„Warum denn nicht? Schmeckt lecker!“

„Weil ich nicht mag!“

Ich erspare Ihnen den kompletten Wortlaut der nun beginnenden Diskussion, die letztendlich in einem handfesten Streit endet und ich als ignoranter Verweigerer deklassiert werde, der sich nicht darum schert, dass seine Frau sich Gedanken um seine Gesundheit macht.

An dieser Stelle nehme ich mir dann fest vor, nie wieder den Grill anzuwerfen.

Frühling 2016: auf dem Holzkohlegrill verbruzzelt ein schönes Stück dunkelbraunes Bauchfleisch und meine Frau beginnt gerade von ihrem angegrillten Gemüse zu essen.

„Hmmhh…. Ist das das lecker!  Magst du mal probieren?“….

Es wird so kommen – da bin ich mir ganz sicher!

Moderne Fahrzeuge

Ist die Autowerbung heutzutage nicht kurios?

Da kriegen wir suggeriert, dass wir für einen läppischen monatlichen Betrag ein neues Auto nutzen können und für den Gebrauchten gibt es obendrein noch so viel Geld, dass davon ein Urlaub auf den Malediven drin ist oder eine neue Anbauküche.

Richtig interessant ist, wie die Neufahrzeuge beworben werden:

Da geht es nicht mehr um Sicherheit und Ökonomie, sondern darum, dass mir eine Frauenstimme meinen Nachrichten-Eingang vorliest und meine Mutter – wenn ich sie denn in dem neuen Wagen mitnehmen würde – lautstark antwortet, ich wäre ausgeruht genug für sexuelle Aktivitäten.

Die Durchblutung fördernd sind dann auch Massagesitze, wobei ich persönlich befürchte: wenn das Auto zum Wellnesstempel mutiert, mit Massage, Dampfbad und Spa-Anwendungen, dann wird noch mehr auf den Straßen dahin-geschlummert.

Mal ein fiktives krasses Beispiel:

„Dieter, du fährst in falscher Richtung auf die Autobahn auf!“

„Dann sollen die anderen wenden, Doris! Ich kann momentan nicht, denn ich habe gerade Fango.“

Oder das neue Feature, das  in der Mittelklasse beworben wird: WLAN

Klar, damit habe ich die Chance, dass der Nachwuchs auch mal eine Fahrt im Auto mitmacht, die nicht nur die 400 Meter bis zur Schule führt. Da kann man dann nach Österreich fahren, die Kids dabei ununterbrochen surfen und als Eltern müssen wir uns keine Gedanken um Roaming-Gebühren und Verbindungsqualität machen (obwohl unsere Nachbarn ohnehin eine bessere Mobilfunkabdeckung haben, als wir in Deutschland).

Auch das Buchen einer Pension ohne Internetanschluss bleibt folgenlos und der Nachwuchs einfach im neuen Fahrzeug sitzen. Wenn unsere Wonneproppen Berge sehen wollen, dann können sie das problemlos über Google Maps. Das Essen kann gebracht werden und dank der ausklappbaren Gaming-Tables (die nun als Esstisch missbraucht werden) ist auf angenehme Weise für das leibliche Wohl gesorgt.

Wenn es dann nach dem Urlaub heißt: „Und wo warst du in den Ferien?“ folgt die Antwort: „Moment, muss ich mal google fragen!“

Ferienzeiten

In Hessen haben die Herbstferien begonnen und wir mit dem Wetter Glück: es ist tatsächlich sehr herbstlich eingestellt und nicht spätsommerlich, was letztendlich noch den Eindruck verstärken würde, dass doch die hessischen Kids eben erst aus den Sommerferien gekommen sind.

Dabei liegen wir Älteren mit solch einem Eindruck gar nicht so falsch: die hessische Langzeit-Freizeit für Jugendliche & Pädagogen (die sich natürlich die sechs Wochen auf die kommenden 1-1/2 Monate vorbereiteten)  sind tatsächlich erst vor 6 Wochen zu Ende gegangen und da üblicherweise die erste Woche nach der Freizeit zunächst einmal locker beginnt und die letzte Woche vor den (Herbst-)Ferien dann meist auch schon das Gas wieder herausgenommen wird, bleiben maximal 25 echte Schultage übrig.

Auf der anderen Seite können die hessischen 14-tägigen Herbstferien auch nicht viel später angesetzt werden, weil ja in etwas mehr als 7 Wochen dann auch schon wieder die Weihnachtsferien sind. Also auch nur rund 30 echte Schultage dazwischen liegen.

Nicht, dass noch einige Eltern auf die Idee kommen, die Zeit zwischen Herbst- und Weihnachtsferien als Brückentage zu gestalten und die Kinder komplett aus dem Unterricht herausnehmen.

SOS = Schlank ohne Stress?

Wenn eine Frau sich kritisch vor dem Spiegel beäugt und dann verärgert verkündet: „Das geht so nicht weiter – ich muss abnehmen!“, dann hast du als Mann nur wenige Reaktionsmöglichkeiten.

Variante 1: „Wieso Schatz? Du siehst doch prima aus!“

Variante 2: „Wieso Schatz? Du siehst doch prima aus!“

Variante 3: „Wieso Schatz? Du siehst doch prima aus!“

Für den Laien unterscheiden sich die Antworten nicht, doch ich will die Feinheiten erklären:

Version 1 ist wirklich so gemeint, dagegen Antwort 2 erlogen, weil man sich den Ärger ersparen will, welcher mit der Gegenfrage „So, in deinen Augen bin ich also zu dick?“ beginnt.

Variante 3 nenne ich auch die Bequemlichkeit-Antwort. Man(n) hat nichts gegen das Abnehmen, es stören ihn auch nicht die paar Pfunde mehr seiner Partnerin. Doch der Gedanke an die anstehende Diät schafft Angst, denn diese Aktion kostet mindestens eine Menge Nerven.

Wer nun meint, dass die Person fein raus ist, bei der Antwort 1 Gültigkeit hat, den muss ich enttäuschen. Dieser Mann wird dann meist mit entrüstetem Kopfschütteln und Sätzen wie: „Du hast doch keine Ahnung!“, oder „Es geht doch darum, ob ich mich wohlfühle!“ barsch abgefertigt.

Die eigentliche Diät verläuft danach mehr oder weniger erfolgreich und ist mehr oder weniger anstrengend für die Partnerschaft. Meist nimmt das Verständnis füreinander mehr ab, wie das Gewicht.

Ich bin ehrlich: ein gewisses Entsetzen befiel mich, als da plötzlich ein neues Buch auf unserem Tisch lag, mit dem Titel: SOS – Schlank ohne Sport.

Noch größer wurde dieses Gefühl, als ein paar Tage später meine Frau einkaufen ging und sie mir erzählte, wie dieses System des Abnehmen funktionieren soll, obwohl wir reichliche Mengen an Fleisch, Obst und Gemüse eingekauft hatten. Das war so, als würde ich mir 5 Kästen Bier besorgen, um mir damit das Trinken abzugewöhnen.

Eine Woche später, ein Fazit:

Meine Frau hatte prima Laune während der Nahrungsumstellung (es sei keine Diät, wie sie mich informierte) und hat dabei auch abgenommen. Vielleicht weniger als SIE erwartet hatte, doch mehr als ICH, denn ich war einer jener Variante-1-Antworter. Meine Holde wird nach der ersten Woche auch nicht aufhören, sondern macht weiter.

Da ich faul bin, ist diese Form des Abnehmens keine Option für mich. Wenn mein Gewicht leicht über den üblichen Wert liegt, dann futtere ich einfach einmal zwei Tage fast nichts und ich bin wieder da, wo ich sein will. Sehr zum Ärger meiner Frau, die das nicht so locker vermag. Ich liebe das ungesunde Essen und würde mich ärgern, wenn ich eines Tages überfahren werde und mir zuvor das viel zu kurze Leben mit Speisen verdorben habe, die mir nicht zusagen, jedoch eigentlich lebensverlängernd sein sollten.

Ich kann allen Frauen und damit deren Männern dieses Buch von Katharina Bachmann und die damit verbundene Art der Diät… sorry: Nahrungsumstellung… empfehlen, wenn der Wunsch nach weniger Gewicht mehr geworden ist oder die eine gesündere Denke haben, wie ich sie besitze!

Es gibt allerdings auch eine Schattenseite und die will ich nicht unerwähnt lassen, liebe Herren!

Meine Frau will nun auch den Gatten dazu bringen, seine Ernährung umzustellen. Das macht mich nicht nur panisch, es lässt mich auch die bisher positive Meinung über das Buch SOS – Schlank ohne Sport überdenken. Vielleicht sollte ich es einmal selbst lesen und wenn nicht auf diese gefährlichen Nebenwirkungen hingewiesen wird, lässt sich da womöglich gerichtlich eine Rückholaktion starten. Zumindest ist das ein Druckmittel, dass mir meine Frau nicht länger mit der Idee kommt, mich mit in das neue Boot zu holen. Ich will überhaupt nicht aufs Wasser und soll sie doch ihren Spaß dort alleine haben.

😉

Ein Sommermärchen ohne Happy End?

Robin Hood hat einst die Reichen beraubt und es den Armen gegeben. Der moderne Robin vor dem man auf der Hood sein sollte, macht das genau anders herum.

Heute habe ich allerdingsein echtes Problem, denn eigentlich zeige ich mich in meinem Blog immer wieder als ´Sheriff von Nottingham´, wenn irgendwo Leute unverhältnismäßig hoch abkassieren, sich bereichern oder bereichern lassen. Doch nun das: die WM 2006 in Deutschland soll erkauft worden sein!

Natürlich ist der Tatbestand kriminell. Doch im Nachherein bin ich froh darüber, dass wir damals mit 12 zu 11 Stimmen die WM erhalten haben und das Sommermärchen 2006 erleben durften. Wenngleich mit dem kleinen Makel, kein Weltmeister geworden zu sein. Auch Petrus und Co. müssen das so gesehen haben, denn sonst wären wir sicherlich mit schlechtem Wetter bestraft worden.

Sollen wir also den Kaiser Franz (Beckenbauer) und den Wolfgang Niersbach verdammen oder sie beide herzlich umarmen und sagen:

„Vielen Dank, dass ihr damals so hochpreisig beschissen habt!“

?

Ich weiß es nicht!

Es ist echt anstrengend moralisch integer zu sein!

Yes we can (stop it)

In meiner Jugend gab es zwei interessante und nahezu identische Phänomene:

Niemand kaufte die Bildzeitung und wenn doch, dann nur wegen dem Sportteil.

Dem Playboy ging es genauso, denn auch er wurde im Grunde nie erworben und wenn jemand ihn besaß, dann nur um die witzigen Berichte zu lesen.

Ich habe mir das Männermagazin ebenfalls nicht gekauft, weil ich mein knappes Geld einfach anderweitig benötigt habe. Doch wenn sich mir die Möglichkeit bot, dann blätterte ich das Heft durch. Da bin ich ehrlich: mir ging es um die nackten Frauen und ob die Berichte lustig waren vermag ich nicht zu beurteilen. Ich habe sie nicht gelesen, weil mein Schwerpunkt eindeutig anders lag (und im Zeitschriftenhandel blieb einem auch nicht die Zeit dazu).

Als ich dann mit knapp 18 Jahren nach Amerika flog, habe ich mir die US-Ausgabe des Magazins ansehen können und war extrem überrascht. Während in Deutschland bei einem Bunny die Schamhaare (so lange ist das her) im Schritt so langsam in einer dunklen Fläche endeten, waren in Amerika die anatomischen Gegebenheiten der jungen Frauen deutlich zu sehen.

Daher ist die aktuelle Ankündigung des amerikanischen Playboy in gewisser Form eine Sensation:

Ab Frühling 2016 werden die Damen nicht mehr nackt, sondern leicht bekleidet dargestellt. Die Fantasie, die man in Deutschland jahrelang benötigte, wird damit beim US-Bürger nun auf einen Schlag und noch viel intensiver gefordert. Wer sich dann noch den Playboy kauft, muss niemandem mehr erklären: „Ich do it only for reading the funny stories!“ – er do´ht es nur noch deswegen!

Und in einem halben Jahr werden dann mehr Amerikaner bei uns in den Zeitschriftenläden stehen und den deutschen Playboy mit einem Seufzer der Erinnerung ansehen. Hier fehlen mittlerweile die Möglichkeiten der Schamhaarverdichtung und so ist auf dem ein oder anderen Bild doch so schemenhaft etwas zu erkennen, was entfernt an die Oberfläche eines Brötchens erinnert (und vielleicht auch mit Fotoshop einmontiert wurde).

In Deutschland würde sich am Playboy nichts ändern – so zumindest das (im wahrsten Sinne des Wortes) Lippenbekenntnis.