Wer Verstand hat wird Vorstand

Vorstand zu sein ist eine richtig feine Sache!

Man verdient ordentlich Kohle und kriegt kräftige Sonder-Boni-Zahlungen, wenn der Laden Gewinne einfährt.

Sind die Einnahmen nicht hoch genug, dann stimmt man windigen Aktionen zu und wenn die auffliegen, dann hat man davon nichts gewusst.

Werden die Schummeleien entdeckt, dann versucht man erst Sündenböcke zu finden und wenn die nicht ausreichen, dann ist Lässigkeit gefragt.

Man verlässt das Unternehmen, in dem man sich kräftig entschädigen lässt und ist alle lästigen Arbeiten los.

Läuft es mit der Firma nicht gut genug und es helfen keine Tricksereien, kassiert man eine Abfindung, die so üppig ausfällt, dass man diese rasch und gut findet.

Was immer auch passiert: es fällt sich keinesfalls nach unten!

Werbeanzeigen

Ab in den Wahnsinn

Ich freue mich „wie Bolle“ auf den Frühsommer und ich gehe davon aus, dass auch Sie das ebenfalls tun.

Doch nicht etwas nur wegen dem (hoffentlich) schönen Wetter. Mir geht es auch sehr um die Werbung.

Wurde mein Hirn seit Oktober 2015 bis Heilig Abend mit Weihnachtswerbung weichgeklopft, geht es nun seit Wochen schon unvermindert weiter, mit Angeboten der Reisebüros und vor allem der Urlaubsagenturen.

Ob nun der smarte Herr von Trivago, der einem täglich mit seinem Akzent von den Vorteilen berichtet, sich die Schnäppchen nicht selbst raussuchen zu müssen, über das Geschenk eines Koffers, wenn es „Ab in den Urlaub“ mit dem Michael Ballack geht oder zumindest mit der gleichnamigen Agentur mit der der Ex-Nationalspieler einen Werbevertrag abgeschlossen hat, bis hin zu überdimensional großen sowie dicken Ballwerfern, Heckenschneidern und deren bewundernden Frauen von Check24.

Wir sparen uns offenbar reich, wenn wir unseren Urlaub mit diesen Firmen buchen.

Mich nervt alles gewaltig! Mag sein, dass da ein wenig Neid schuld daran ist, weil weder Urlaubs- noch Geldmenge bei mir ausreichend sind, um all diese Wahnsinnsangebote nutzen zu können. Doch müsste nicht langsam jeder interessierte Konsument die Schnäppchen entdeckt und beim Anbieter seiner Wahl gebucht haben?

In ein paar Tagen verdrängt dann die permanente Ostergeschenke-Werbung diese Klientel, dann kommen die Leute dran, die uns gute Bikinifiguren andrehen wollen oder eben gute Badekleidung für die Figur und dann…. dann ist endlich Frühsommer… bis zum Herbst und der damit beginnenden Werbevorweihnachtszeit wird es dann etwas smarter bei Funk und Fernsehen.

Herrlich!!

Zuviel Zug bekommen

Schon komisch, irgendwie: Wenn zwei Busse ineinander fahren, dann ist das Thema rasch bei den Medien durch. Stürzt ein Flieger ab, dann sagen wir bei aktuell 11 Toten und mehr als 80 teils Schwerverletzten: „Ist ja nochmal glimpflich gelaufen!“

Rasen jedoch zwei Züge zusammen, wird dieses sicherlich tragische Unglück bis ins kleinste Detail in den Medien zerpflückt. Man gewinnt den Eindruck, dass die Journalisten dankbar sind, endlich mal wieder andere Experten einladen zu können, als immer nur die zu dem Thema „Flüchtlinge“.

Die Frage aller Fragen dabei:  „Wem kann man die Schuld für diesen Crash in die Schuhe schieben!“

Psychologen reiben sich schon erfreut die Hände, munkeln doch die Ersten, dass das vielleicht wieder so ein Selbstmord-Attentat wie mit dem Flieger von der Lufthansa-Tochter GermanWings  ist. Würde sich dieses Szenario bewahrheiten, dann ist den Geistesexperten wieder Sendezeit sicher und fortan würden sich vermutlich auch die Lokführer regelmäßiger psychologischer Untersuchungen ausgesetzt sehen.

Unterstützt werden solche Thesen durch die Aussage: „die Gleisanlagen sind erst kurz davor gewartet worden!“

Genau das stärkt meinen Verdacht eines technischen Versagens durch ein menschliches!

Während des letzten Winterurlaubs (meine Frau und ich, als die einzigen Gäste in der Vorsaison) war eines Abends der Heizkörper im Badezimmer nur noch lauwarm. Als ich die Vermieterin am nächsten Tag darauf ansprach, meinte diese: „Das ist ja merkwürdig! Gestern Nachmittag hatten wir den Heizungsmonteur zu Wartungsarbeiten da. Ich werde ihn gleich nochmals herbei zitieren!“

Beim zweiten Einsatz fiel dann die Heizungsanlage komplett aus. Erst nach zwei Tagen und beim dritten Besuch des Technikers, befand sich die Heizungsanlage wieder in einem funktionsfähigen Zustand wie vor den Wartungsarbeiten.

Das Problem war also weniger die Technik, als der Techniker.

Was immer sich dann auch als Ursache herausstellen wird, so kann ich beruhigen:  Die Situation, sich bei der Bahn sich über das Warten zu ärgern ist um ein vielfaches größer, als über die Wartung (egal, ob Technik oder Personal)!

 

Politischer Obstler

Eigentlich wollte ich weg vom Thema „Flüchtlingskrise“ – weil das schon genug in den Medien offeriert wird. Doch ein Thema hier liegt mir einfach zu sehr auf der Seele. Außerdem ist Aschermittwoch und da ist die närrische Zeit nicht vorbei, jedoch die der Narren.

Viele Menschen atmen erleichtert auf, weil die Politiker vorhaben, die Ausweisungsregeln für kriminelle Flüchtlinge zu verschärfen. Bisher ist es so, dass die Straftaten in der Summe für mindestens ein Jahr Haft – ohne Bewährung – reichen muss. Erst dann kann eine Ausweisung (gemäß §54 des Aufenthaltsgesetzes) durchgeführt werden.

Klingt also zunächst prima, wenn man ausländische Kriminelle schon bei kleineren Delikten „nach Hause“ schicken will. Doch in der Realität ist das so, als würde man Kindern in der Schule das Fach Schwimmunterricht anbieten, aber die Bäder dafür fehlen.

Laut einem Bericht des Stern sollen im Jahr 2015 fünftausendfünfhundert Personen (in Zahlen: 5.500) offiziell ausgewiesen worden sein, doch nur bei 53 Kandidaten hat das wirklich geklappt. Der Rest ist untergetaucht und nach dem Schwund zu suchen, dazu fehlt einfach das Personal.

Fehlt Ihnen nicht die Fantasie, können Sie recht einfach hochrechnen:

Verzehnfacht sich beispielsweise die Zahl der „Ausweisungsberechtigten“, ist dann mit 530 erfolgreichen „Rücksendungen“ zu rechnen und mit mehr als 54.000 Untergetauchten.

Da soll noch jemand behaupten, Deutschland sei kein Tauchparadies und wir Deutschen würden uns zu ungesund ernähren: Wir werden doch tagtäglich mit Obst versehen, in Form von Veräppelung!

Eltern to go

Absolut im Trend bei frischgebackenen Eltern in USA und Japan: die Computer-Wiege!

Das Säugling (ich weiß nicht, wie man das gender-neutral schreibt) liegt in einer Art Auto-Kindersitz, der mit Elektronik vom Feinsten ausgestattet wurde. Sensoren erfassen, wenn der Nachwuchs bzw. die Nachwuchsin unruhig wird und Elektromotoren setzen dann den Schemel in Schwingungen. Dazu ertönt auf Wunsch auch ein beruhigendes Geräusch aus einem integrierten Lautsprecher. Hier ist derzeit zwischen drei Sounds wählbar und das sowie Art und Geschwindigkeit der Rappelkiste lässt sich über eine Handy-App einstellen.

Dann noch eine Web-Cam installiert, einen Fütter-Roboter angeschafft, den es ebenfalls zu kaufen gibt und dazu noch diese modernen Windeln, die länger trocken bleiben, als was ein Baby so am Tag an Notdurft verrichten kann. Schon können die Eltern wieder unbesorgt ihrem Ganztagsjob nachgehen.

Sie finden das gruselig?

Okay, schon kurz nach der Geburt derartigem Elektrosmog ausgesetzt zu werden, das mag vielleicht ungesund sein, doch gegen eventuelle Langweile gibt es auch eine Lösung:

Die Computer-Wiege besitzt eine Ipad-Halterung. Hier kann das junge Kind schon frühzeitig auf eine bewegungsarme Zukunft mit spartanischem Interessen-Spektrum fokussiert werden.

Für die Übergangsphase – von der Computer-Wiege zum Computer-Stuhl – gibt es übrigens auch ein passendes Gadget:

Ein Pipi- & Kacka-Töpfchen kommt auf den Markt, das ebenfalls mit einem Ipad-Halter versehen ist.

Der/die Kleine soll doch die Verrichtung der Notdurft nicht als was Schlechtes betrachten – als eine Zeit, in der es von seinem elektronischen Entertainment getrennt wird.

*augenroll*

Wird sicherlich auch in den Büros eines Tages eine interessante WC-Einrichtung sein, für erwachsene Berufstätige, um deren Ausfallzeiten am Arbeitsplatz zu minimieren.

Die Liebe ist ein seltsames Spielzeug

Es ist noch nicht lange her, das war der Erwerb von Artikeln wie Vibratoren nur in schummrigen Läden, in noch schummrigeren Bahnhofsvierteln, zu erwerben oder man ließ sich das erotische Material von Orion oder Beate Uhse zusenden und jeder Postbote wusste:  ein neutrales Paket mit Frankierung aus Flensburg – das waren keine Punkte – das waren Sexartikel.

Mittlerweile haben sich die Zeiten total geändert. In der Fernsehwerbung wird immer häufiger für sogenannte „Lovetoys“ geworben, deren Form mir oftmals genauso rätselhaft erscheint, wie ihre Einsatzmöglichkeiten.

Auch die Namen der Vertriebsfirmen haben sich geändert. Da werden Dinge die einen heiß machen sollen, von einer Firma verkauft, die sich „Eis“ nennt. Das muss man nicht verstehen. Die Produkte selbst sind fast alle in Asien hergestellt und sollte dort Kinderarbeit vorzufinden sein, dann stellen die Kleinen hoffentlich die Dildos her, die wie Delphine aussehen und wundern sich lediglich, warum die Tiere mehr wie eine Hummel brummen, statt wie Flipper tönen.

Wenn die Entwicklung auf diesem Gebiet so rasant weitergeht, wird es beim Sex eines Tages genau sei wie mit den Waschmaschinen. Man stellt sich dann die Frage:

„Wie haben die Menschen das früher, alle ohne solch ein Gerät geschafft?“

Tage des Passwortes

Gestern hatten wir den „Tag des Passwortes“, der uns daran erinnern soll, dass wir häufiger unsere Passworte wechseln und sorgfältiger damit umgehen.

In einer Zeit, wo wir uns keine Geburtsdaten, Termine sowie Telefonnummern mehr merken müssen, weil wir diese Daten komplett dem Smartphone anvertrauen, müssen wir uns die unterschiedlichsten Pins, eine 22-stellige IBAN-Nummer und unzählige Passworte merken, die immer wieder gewechselt werden und möglichst kryptischen Aufbau haben sollen.

Beispiel: B6gmFui8da3Pn4Pw

Damit wir uns dieses Passwort merken können, bauen wir uns eine sogenannte Eselsbrücke dazu:

Beim Sex geben meine Frau und ich Acht, damit aus drei Personen nicht 4 Personen werden.

Gut, das ist immer noch ein recht einfaches Kennwort, doch für den ersten Augenblick sicherlich besser als 123456 oder Schatz65 (die Gattin) oder Alien98 (der Sohn).

Natürlich können Sie auch Ihre Passworte alle in Programme wie „Passwort-Keeper“ einlagern, doch eines ist auch klar: ist das Programm geknackt, liegen alle Kennwörter wie die Speisen auf einem Buffet offen. Auch hier gilt: Traue keinem Programm, das Du nicht selbst geschrieben hast!

Was machen wir eigentlich in 20 Jahren, wenn die Computer so schnell geworden sind, dass selbst 50-stellige Kennwörter innerhalb weniger Minuten zu knacken sind?  Müssen wir dann Blut- oder Gewebeproben abgeben und unser Erbgut ist der Zugangsschlüssel? Dürfen wir dann nicht mehr Blutspenden gehen, weil sich sonst Hacker illegale Zutritte beschaffen könnten?

Ich bin gespannt, was da noch kommen wird!