Bio-Tod der Zukunft

Es wird gerade die Debatte geführt, dass wir Menschen dem Staat (für Rente und die Gesundheitskassen) zu alt werden.

Doch als ob das nicht schon ärgerlich genug wäre, dass wir Alten im Weg sind: Sterben ist ebenfalls keine Alternative, denn auch dafür ist kaum noch Platz!

Weil gerade in Ballungszentren die Friedhöfe aus allen Nähten platzen, werden jetzt neue Bestattungsverfahren entwickelt, gegen die selbst Urnengräber in Wänden, die den optischen Charme von Briefkastenanlagen in Hochhäusern versprühen, noch das Prädikat „üppig“ verdienen.

Zwei Beispiele will ich nun anbringen und wenn sich die im Netz herumsprechen sollten, werde ich bald viele „Follower“ von der Mafia für meinen Blog haben. Wohlgemerkt: die genannten Verfahren gibt es wirklich und sind kein schräges Fantasieprodukt von mir.

Die chemische Bestattung:

In einer Edelstahltrommel, unter Hitzeeinwirkung sowie Druck, wird der Leichnam in eine Kalilauge gelegt. Nach ca. 3 Stunden hat sich der Körper verflüssigt. Die pulvrigen Knochenreste passen in eine kleine Kapsel. Nicht lösliche Körperteile, wie künstliche Hüften und Implantate werden sortiert und weitgehend der Wiederaufbereitung unterzogen.

Die nachhaltige Bestattung:

In einem dreistöckigen Gebäude in Seattle (USA) sollen beim „Urban Death Projekt“ die Leichen kompostiert werden. Richtig gelesen: auf eine Schicht Holzspäne legt man eine tote Person – dann wieder eine Schicht Späne – dann wieder eine Leiche. Das wird sozusagen eine nekrophile Lasagne. 60 Grad Wärme – Luft und Kohlendioxid sollten dann den Menschen langsam verrotten lassen. In einem Sieb werden die nicht abbaubaren Teile aufgefangen – der Rest rutscht durch und irgendwann können sich die Angehörigen dann den Onkel Herbert abholen und als Biodünger um die Tomatenstöcke streuen. Endlich ist der ´mal zu was nutze, der alte Taugenichts! Hatte ohnehin immer nur Mist im Kopf.

Angeblich hat das Ganze in Testläufen schon gut funktioniert. Ich kann mir das nicht vorstellen, wie der Verwesungsprozess so schnell funktionieren soll, was mit den Faulgasen passiert und womit garantiert ist, dass der Haufen Biodünger in meinem Eimer tatsächlich vom „meinem“ Toten stammt?

Ich bin ohnehin schon als Organspender eingetragen und ich muss offen gestehen:  lieber lebe ich in Teile gestückelt in diversen Leibern weiter, als die Kartoffelerträge meiner Familie zu verbessern.

Es wird schon schwer mit Würde alt werden zu können und nicht in einem Heim oder einer Klinik dahin zu vegetieren – doch wenigstens den Tod möchte ich etwas stilvoller erwarten dürfen.

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Die gebende und die nehmende Hand des Staates

Dieser Tage erreichte uns die Meldung, dass man ab Juli 2016 in Ostdeutschland die Renten um 5,95 Prozent und im Westen um 4,25 Prozent erhöhen wird.

Whow!!!

Das sind finanzielle Anpassungen in prozentualen Größenordnungen, die wir sonst nur bei Politikern oder in Vorstandsetagen erleben!!!

Doch wer sich an die Zeit des Prozentrechnens in der Schule erinnert, der weiß, dass es da eine einfache Formel gibt:

Viel Prozent von fast Nichts sind extrem wenig!

Die Durchschnittsrente liegt schon jetzt bei nur etwas über tausend  Euro im Monat. Da sind das ungefähr 50 Euro on top nach der Erhöhung. Ich verwette meinen ohnehin recht kleinen Hintern darauf, dass diese grandiose Anhebung an anderer Stelle wieder aufgezehrt wird: beispielsweise durch die Einkommensteuer, die den ein oder anderen Senioren in eine neue Progressions-Staffelung bringt.

Wer denkt, dass so eine Steuererklärung sich einfach gestaltet, der kennt unseren Staat noch nicht richtig. Da kommt es darauf an, wie viel Du Rente bekommst, seit wann, ob du schon alleine dein Leben fristest oder nicht, ob Du Günther heißt oder Bruno, brav Deine Medikamente nimmst und und und…

Doch nicht nur das:

Da wir ja alle viel länger leben werden (nimmt man mal Musiker aus der Statistik raus) stellt man nun die Überlegung an, auch viel später mit der Rentenzahlung zu starten.

Das wird dann Alters-Lotto:  Schaff ich es bis dahin, durch die täglichen Gefahren lebend durchzukommen? – Gewinnchance: 1 zu 300.000 – Rentenlotto kann süchtig machen!

Ich soll dann bis 70 Jahren oder eines Tages auch noch länger, einen Beruf ausüben, in dem mich keiner mehr will oder wenn (so wie ich es bereits jetzt schon erlebe) zu solchen Dumping-Löhnen, dass mein Rentenanspruch derart sinkt, dass selbst eine zweistellige Erhöhung nur zu einer einstelligen Anhebung meines Netto-Bezuges führen.

Was will denn beispielsweise ein 65-jähriger Bauarbeiter noch auf einer Baustelle reißen?

Umschulen, wie es ein Wirtschaftsexperte dieser Tage vorschlug?

Klar – der wird dann IT´ler und versucht den Platz zu ergattern, an den ich mich schon klammere, weil es genug junge Leute gibt, die diesen auch gerne ausüben würden.

Wenn beispielweise ein junger und gut ausgebildeter Informatiker aus Indien meinen Job für 700 Euro im Monat remote durchführen will, weil die Lebenshaltungskosten in seiner Heimat das wirtschaftlich tragbar machen, dann wird natürlich jeder Arbeitgeber rufen: „Nein – wir haben hier den 66 Jahre alten Herrn Bönsch – bei dem fängt doch das Leben gerade erst an – und den lassen wir hier für 2000 Euro arbeiten, damit er später auch mal 700 Euro Rente bekommen kann!“

Dann ist es schon wahrscheinlicher, dass mir ein Wirtschaftsexperte empfiehlt,  aus dem Ausland heraus zu arbeiten. Wenn Google demnächst weltweites kostenfreies WLAN anbieten wird, dann kann ich durchaus von Syrien aus meinen Job tun. Dort sollen derzeit Immobilien zwar nicht im besten Schuss sein, selbst wenn sie nicht im Schussfeld liegen, doch recht preiswert.

Na also: mit etwas gutem Willen geht doch alles!

 

Saisonale Produkte

Als ich vor wenigen Wochen durch einen Getränkemarkt lief, sah ich in einem Regal diverse Flaschen stehen, von Punsch über Grog bis Glühwein.

„Die könnt Ihr wohl selbst trinken, bei dem geringen Nachlass!“, dachte ich hämisch.

Zwischenzeitlich weiß ich, dass dieser Gedanke voreilig war und wenn derzeit etwas ins Rabatt-Regal gehört, dann sind es Maibowle und Co.

Was nutzt es, im Frühjahr leichte Klamotten verkaufen zu wollen, wenn es den Kunden nach warmer Wäsche sehnen lässt oder im Dezember Winterkleidung, bei Temperaturen, die wir gerne im April hätten?

Doch nicht nur die Märkte haben strategische Probleme:

Soll ich wirklich am Freitag meine Sommerreifen aufziehen lassen oder warte ich mit der Umrüstung noch bis September?

Lohnt es sich, die Sommerwäsche aus den Schränken im Keller auszutauschen oder erwerbe ich einfach im August ein paar extrem rabattierte T-Shirts, die mich dann durch die milden nächsten Monate bringen?

Sollten wir nicht unsere Jahreszeiten generell modifizieren?

Ich stelle mir drei Jahreszeiten statt vier vor und die nennen wir:

Frühherbst – Zentralherbst – Spätherbst

Die drei Jahreszeiten

Wenn ich in meiner Jugend ein älteres Pärchen turtelnd spazieren gehen sah, dann dachte ich mir:

„Wenn ich mal alt bin, möchte ich auch so einen zweiten Frühling erleben!“

Nun bin ich in dem Alter, wo ich für die Rentenversicherungsanstalt viel zu jung und für die Arbeitgeber viel zu alt bin, doch wenn ich mir das Wetter da draußen ansehe, dann kann ich gut und gerne auf diese Jahreszeit und auch einen zweiten Frühling verzichten.

Da fühle ich mich in meinem zeitweilig stürmischen aber milden Herbst des Lebens doch wesentlich wohler.

Ich sehe auch schon die Zeit kommen, wo man einen Terrorist festnimmt und bei der Frage, wie er so kalt und unfreundlich sein kann, antwortet der Psychologe erklärend:

„Er steht unter Frühlingsgefühlen!“

Prince – formerly known as alive

Ok, als Facebook-Nutzer und in den Medien werden Sie nun ohnehin auf vielfältige Weise auf den Tod des Musikers „Prince“  alias „The Artist formerly known as prince“ oder auch „Symbol“ hingewiesen worden sein und nun tue es auch ich.

Hier muss ich für hessische Leser, die nicht der englischen Sprache mächtig sind, kurz erwähnen, dass es sich nicht um einen Schreibfehler handelt und bei „Symbol“ der „Simbel“ gemeint ist – was (dies nun für den Nichthessen) als eine umgangssprachliche Bezeichnung für „Idiot“ steht!

Als gestern Abend die Nachricht erschien:  Prince ist tot!da war ich zunächst verärgert:

„Welcher Prinz denn? Doch nicht etwa der Musiker,  der doch eigentlich nicht mehr Prince heißt oder nun doch wieder? – Nein, das kann nicht sein, der ist doch viel zu jung zum Sterben!“

In der Tat bin ich der Ansicht, dass in der letzten Zeit genug musikalische Größen gestorben sind und während die Politiker darüber diskutieren, ob man nicht (als Dankeschön für die Rentenerhöhung) das Altersruhegeld erst mit 70 aushändigt, weil doch die Menschen immer länger leben würden, hat man im Bereich der Künstler das Gefühl, dass das junge Sterben immer häufiger der Fall ist. Womöglich war es der erste Schritt zu einem langen Leben den ich getan habe, als ich vor ein paar Jahren meine musikalische Laufbahn (besser gesagt: das musikalische Trampelpfädchen) eingestellt habe.

Natürlich mag das erreichte Alter von 57 Jahren recht nett sein, wenn man die Lebenserwartung in manchen anderen Ländern betrachtet oder ein paar Jahrhunderte zurückblickt. Doch, selbst ein Bestager, finde ich, dass es genug ist, mit der Sterberei unter 80 Jahren!!

Prince, Bowie, Cicero – um nur ein paar zu nennen, wer soll die ersetzen?

Bushido etwa?

Es beginnt musikalisch dunkel um mich zu werden….

Wer hat´s erfunden?

Die Älteren unter uns erinnern sich bestimt: da gab es einst die Japaner, die von uns Deutschen die Systeme wie Videorekorder oder Kameras abkupferten und nach einiger Zeit günstiger auf den Markt warfen und damit unsere Unternehmen aus den Rennen schmissen.

Wieder einmal scheint genau so ein Fall einzutreten.

Hatten unsere deutschen Autohersteller wie der VW-Konzern und vermutlich auch Mercedes und Opel die Markthoheit über Abgasmessungsfälschungssoftware, soll nun auch der japanische Autobauer Mitsubishi solch ein Produkt einsetzen.

Natürlich erst einmal klein angefangen, bei ein paar hunderttausend Kleinwagen.

Doch es würde nicht der japanischen Mentalität entsprechen, wenn die Herren Asiaten nicht schon in wenigen Monaten eine noch bessere und vor allem preisgünstige Schummelsoftware erstellen, mit der jeder Hersteller seinen Schadstoffausstoss ohne hohe Kosten manipulieren lassen kann.

Womöglich wird es dann auf dem Iphone 7 das Feature geben, dass der Kunde selbst seine Wunschwerte einstellen kann. Bin ich ein Sparbrötchen, der mit extrem niedrigen Werten extrem hoch Steuern sparen möchte, oder möchte ich der Welt zeigen: „Ich kann mir fette Abgase leisten!“

Und wieder wird die Innovation dem Kommerz zum Opfer fallen!

😉

Elektronische Lebenshilfe

Wer heute derbe oder diffamierende Sprüche in den Foren wie Facebook, Twitter oder Instagram postet, muss nicht mehr befürchten, dass diese Entgleisungen ihn über Jahrzehnte begleiten. Hier gibt es die App clear

(http://heyclear.com)

Die bisher nur englischsprachige Site durchsucht alle Accounts nach Worten wie gay porn und dergleichen ab und löscht die verbalen Verfehlungen.

Wieso ein kostenfreies Programm wie clear seinen Markt hat, obwohl man denken sollte, dass ein derartiges Produkt nicht nötig ist, wenn man clear genug im Schädel ist?

Bei uns gab es einst noch ein ähnliches Programm. Es nannte sich: Erziehung !