Rumsuchen nach Ruhm

Neben der Schrecklichkeit eines Amoklaufes an sich, bestürzt mich diese partielle Intelligenz oder ist es genau umgekehrt?

Da ist ein Kerl in der Lage, sich einen Sprengsatz zu bauen und scheitert dann am Eingang zu einem Musikfestival im bayrischen Ansbach. Nicht etwa an den scharfen Waffenkontrollen, sondern weil er versäumt hatte, sich zuvor eine Karte zu kaufen.

Wahn- und Irrsinn liegen scheinbar dicht nebeneinander und so blieb ein wesentlich größeres Blutbad aus.

Oder nehmen wir den 16-jährigen Amokläufer aus München. Noch keine Haare am Sack, wie wir einst zu sagen pflegten, und offenbar nicht fähig, das eigene Leben in den Griff zu bekommen, doch intelligent genug, sich über das sogenannte Darknet eine Waffe zu organisieren. Dass so ein Bub einen Massenmörder namens Anders Breivik verehrt, zeigt meines Erachtens, dass der Umgang mit solchen Tätern eine falsche Wahrnehmung weckt.

Da wird ein gutgekleideter Anders Breivik dem Gericht vorgeführt, der lächelt nur triumphal und posiert provokant. Er erstreitet sich bessere Haftbedingungen, fordert Internetzugang und hat Einträge in Wikipedia in mehreren Sprachen. Dass dann so mancher Bub in der Pubertät das cool findet und nachahmungswürdig, das ist zu erwarten.

Ich bin rechtschaffen, weder in den Medien präsent, noch in Wikipedia zu finden. Den Internet-Zugang teile ich mir mit Junior meiner Frau. Besser gesagt: das, was er mir als Restkapazität zur Verfügung stellt.

Kein Wunder also, dass mich niemand verehrt!

Nun könnte ich ebenfalls die Welt hassen, die mich ignoriert. Doch selbst wenn ich das tun würde: ein solcher Wikipedia-Eintrag zeigt nur, dass ich unfähig war mit meiner Umwelt fertig zu werden. Das ist, wie eine Sonder-Medaille zu erhalten, weil man als Letzter bei einem Wettbewerb angekommen ist.

 

Alltags-Phobien

Es gibt zwei Typen von Menschen, vor denen ich mich besonders fürchte: gewaltbereite Fanatiker und Taxifahrer!

Letzteren scheinen die ethischen Grundvoraussetzungen der Fahrzeugführung völlig fremd zu sein; die da wären:

Rücksicht, vorausschauendes Fahren, der Verkehrssituation angepasstes Agieren.

Sollten Sie gebrauchtes Fahrzeug erwerben wollen, welches zuvor als Taxi im Einsatz, können Sie ziemlich sicher sein, dass Außenbeleuchtung und vor allem die Blinker nahezu neuwertig sind, da sie nur sehr selten zum Einsatz kamen.

Während man in London (das ist die Hauptstadt dieser Insel, die westlich von Europa liegt) für das Führen eines „Black Cab“ eine harte Ausbildung als Taxifahrer hinter sich bringen muss, werde ich das Gefühl nicht los, dass sich Grundvoraussetzungen in Deutschland auf das Bedienen eines Navis und den Gebührenzähler beschränken. Der Besitz eines Führerscheines ist nur optional nötig und wer die MPU erfolgreich gemeistert hat, ist ohnehin überqualifiziert.

Sollten Sie Nachwuchs haben, der im Kindergarten durch ein besonders rüdes Verhalten auffällig wird, so sorgen sie sich nicht um seine berufliche Zukunft: er bringt alles mit, um einst als Taxifahrer erfolgreich sein zu können. Mit etwas Glück tritt er sogar in die Fußstapfen von Schauspieler Jason Statham und wird „The Transporter“.

 

Anmerkung: natürlich ist es nicht fair, alle Taxifahrer über einen Kamm zu scheren und sicher ist, dass es auch solche gibt, die wirklich so fahren, wie es das Lehrbuch vorschreibt. Bei diesen 10 oder 12 Personen hier in Deutschland entschuldige ich mich in aller Form!

 

So schlimm isses nicht!

Die Türkei hat nun den Ausnahmezustand, den es eigentlich schon innehält, seitdem „Er, dessen Namen nicht genannt werden sollte“ seine Macht ausbaut.

Nachfolgend ein paar Tipps für unsere Regierung, wie trotzdem die Partnerschaft sowie die Zahlungen der EU an die Türkei, gegenüber der Bevölkerung legitimiert werden können:

Ein Kindertraum geht dort in Erfüllung: tausende von Lehrern wurden entlassen!

Haben Sie nicht auch schon so manch einem deutschen Beamten die wildesten Verwünschungen angedacht, wenn die Person mit arroganter Ignoranz bzw. ignoranter Arroganz Ihren Vorgang abschlägig beurteilte oder einfach nur extrem behäbig agierte? In der Türkei hat es tausende von Staatsbediensteten erwischt. Da greifen Sparmaßnahmen durch Stellenabbau, eindeutig rascher als hier in Deutschland.

Mario Gomez verabschiedet sich vom türkischen Verein Besiktas. Auf die Lebensart muss er allerdings nicht völlig verzichten, wenn er bei Herta BSC spielt (rund 200.000 Türken leben in Berlin) oder beim MSV Duisburg anheuert (rund 10 Prozent türkischstämmige Einwohner).

Urlaub in der Türkei wird spannender. Vorbei die Zeit, wo man gelangweilt „all-inclusive“ zwei Wochen an einem Hotelstrand herumlungerte und dafür Magen und Leber auf Hochleistung liefen, um dem übermäßigen Verzehr von Speisen und Getränken Herr zu werden.  Jetzt können auch Knast, Ausweisungen, Reisesperren und bald auch wieder Hinrichtungen die Angebotspalette erweitern.

Natürlich ist die Redefreiheit in diesem osmanischen Staat eingeschränkt. Doch steht es um die westliche Welt um so viel besser, wenn die Bestellung eines Negerkuss zur Entlassung eines Mitarbeiters bei einem Reiseunternehmen führt? (Ist überhaupt Loriot´s Sketch mit dem Kosakenzipfel noch gestattet oder fällt dieser, wie das Zigeunerschnitzel, in die Rubrik „unerlaubt“?) Wenn ich mich in einem türkischen Restaurant in der Türkei, wie auch beim Türken in der Nachbarschaft, einen Negerkuss bestellen würde, bekomme ich diesen zwar nicht – allerdings auch keinen Ärger. Es bleibt also bei einer partiellen Liberalität.

Anmerkung:

Ein Erdogan-Schnitzel bestellt Sie mal besser nicht in der Türkei. Und wenn Sie gefragt werden, was das denn sein sollte, bitte nicht antworten: „In Deutschland nennt man das Gericht *Falsche Hase, mit nichts drauf!* “

Terror in ländlichem Terrain

Ochsenfurt, ein kleines fränkisches Städtchen, bekannt durch die Brauerei „Kauzen-Bräu“, dem Fotomuseum „Knittel“ (ist ein verstorbener Onkel von mir) und in einer Gegend liegend, in der man einst Essig zu Wein panschte und diesen in seltsam geformten Flaschen als sogenannten „Bocksbeutel“ vertrieb.

[Anmerkung: mittlerweile ist aus den Gegenden durchaus ausgewogener Wein zu beziehen!]

Selbst dort sollen mittlerweile IS-Kämpfer Zuflucht gefunden haben!

Sind die nachfolgenden Orte, die letzten Bastillen gegen fanatische Islamisten?

Saustrup
Sauzin
Schweinheim
Schweinfurt
Schweina
Schweindorf
Schweinfurt
Schweinitz
Schweinschied
Wutzingen

Doch offensichtlich geht den Kriegern das Geld aus, wenn statt einem Flugzeugticket nur noch eines mit der Regionalbahn – nicht einmal mehr ICE – gekauft wurde.

Dass die IS überall ihre Hand im Spiel hat, das wussten die Bayern schon lange bevor sich dieser Club religiöser Fanatiker in der Welt herumgesprochen hat.

Denn wie meint immer der Oberbürgermeister von München, wenn das Oktoberfest mit dem traditionellen Bieranstich eröffnet wird:

„Ozapft IS“

Guck mal wer da guckt

Wieder gab es heute einen Unfall mit einem Toten auf der A5 und erneut behinderten filmende Gaffer nicht nur andere Fahrzeuge am Weiterfahren, sondern auch die Helfer bei deren Arbeit.

Passiert nicht genug Schreckliches auf der Welt, dass man nicht noch heiß darauf sein muss, eine möglichst blutrünstige Szene abzulichten?

Ich schlage vor, dass die Entwickler von mobiler Betriebssysteme, wie Android, IOS & Co. sich mit den Herstellern von Smartphones in Verbindung setzen und da eine Gaffer-Funktion einbauen.

Ich stelle mir das so vor:  die Polizei oder Sanitäter markieren mit einer Art Laserpistole ein Objekt oder Areal. Wenn dann jemand die Kamerafunktion seines Handy aktiviert, dann löst der Wellencode nach 3 Sekunden aus dem Cover des Handy eine Art Hand, die dem Sensationsfetischisten eine schallende Ohrfeige verabreicht. Im gleichen  Augenblick löst die Frontkamera aus.

Das „Watschen-Selfie“ wird zum einen automatisch beim persönlichen Facebook-Account und anderen auffindbaren Foren gepostet und gleichzeitig geht eine weitere Kopie – mit den Adreß-Daten an die regionale Polizeidienststelle, um einen Bußgeldbescheid erstellen zu können.

Natürlich besteht dann die Gefahr, dass Gaffer die Gaffer beim Gaffen beobachten, um selbst skurrile Snapshots zu veröffentlichen.

Für bessere Vorschläge bin ich dankbar!

60 Jahre Probleme mit dem Kreuz

Letzter Sonntag, der 10.7., war für mich ein besonderer Tag, weil ich da meinen Geburtstag hatte.

Am gleichen Tag – nur einst 5 Jahre früher – feierte das erste Autobahnkreuz in Kleeblattform die Eröffnung: das Frankfurter Kreuz!

So wie ich anfänglich nicht laufen konnte, lief es auch beim neuen Kreuz nach 1956 recht langsam.

Alle 10 Sekunden fuhr im Schnitt ein Auto über diese Verbindung!!!

Heute würde ich mich freuen, wenn ich im Berufsverkehr nur 10 Sekunden bräuchte, um über die A5 zu kommen.

Warum ich an dieser Autobahnkreuzung immer so viel Verspätung einfahre, das habe ich nun auch in Erfahrung bringen können:  dieses Drehkreuz wurde von Gewinnen der Deutschen Bahn finanziert.

Viele Jahre nach dem Bau, kann man sogar auf den Beschilderungen die Verspätungen ablesen. Es ist eben auch eine Autobahn und keine Autostraße.

Vorwärts in die Vergangenheit

Nachmittags gehen wir immer spazieren, weil der Hund raus muss. Gestern jedoch war alles anders und weder der Hund und erst recht nicht ich, erhielten die übliche Beachtung.

Hochkonzentriert blickte die Gattin permanent auf ihr Handy und ich vermutete, dass sich wieder irgendeine neue Fitness-App gerade nicht mit dem Armband kalibrieren ließ.

„Probleme mit dem Handy oder Tracker?“, stellte ich irgendwann einmal die Frage, als die Holde genervt aufblickte.

„Ich finde kaum ein Pokemon!“, kam es passend zum Gesichtsausdruck zurück.

Pokemon? Waren das das nicht Taubsi, Blindsi und andere komische Zeichentrickfiguren mit teilweise unaussprechlichen Namen, mit denen einst unsere Kinder permanent die elterlichen Nerven strapazierten?

Ich ließ mich aufklären.

Es handelt sich um das neue Hype-Spiel „Pokemon go“ – und klar musste es zum Hype werden, weil man die offizielle Einführung in viele Länder erst verspätet vorgenommen hat. Das weckt bei den Einen das „Ich-habe-was-was-Du-nicht-hast!“-Gefühl nach dem Kauf und ist ungemein befriedigend und bei den Anderen entsteht ein „Das-will-ich-aber-auch-haben!“-Bedürfnis.

Die nächsten Tage werden also unser Hund und ich mehr oder weniger alleine durch die Felder streifen, während meine Frau mit dem Smartphone auf Pokemon-Jagd geht.

Und was kommt dann?

Bonanza reborn   ?

Hoss und Ben Cartwright schießen sich virtuell durch Prairie (und ich mich damit durch den Supermarkt oder im Stau durch die Fahrzeugkolonnen)?

Ich bin gespannt auf den nächsten Hype!

Irren ist Expertise

Selbst Experten hatten Portugal nicht als EM-Gewinner auf dem Schirm. Erst recht nicht nach den mageren Vorrunden-Ergebnissen der portugiesischen Fußballer.

Das Pro-Vortum zum Brexit hatten ebenfalls Fachleute für unwahrscheinlich gehalten. Damit wird sich allerdings auch das Wirtschaftswachstum entscheidend verändern, das uns im letzten Herbst von den Weisen vorausgesagt wurde. Wie übrigens auch von Wetter-Päpsten ein strenger Winter, nach dem frühzeitigen Schneefall im Oktober 2015.

Ich kann mit diesen Experten, die sich teilweise auch noch fette Honorare gönnen, nur wenig anfangen, wenn deren Aussagen so sinnvoll sind, wie die Antwort:

„Ja!“

Auf die Frage, ob es nächste Woche regnen oder trocken bleiben wird!

Die einzig wirkliche Expertin, das war meine Oma, denn die gab mir immer den faszinierend korrekten Rat:

„Erstens kommt es anders – als zweitens man es denkt!“

Gestern durften wir sie wieder bewundern: die Triumphpose eines Cristiano Ronaldo, die mich immer an eine Person erinnert, die gerade einen feuchten Pups in die Unterwäsche gesetzt hat. Jetzt nur nicht Spuren in das Höschen setzen.

Auf jeden Fall würde es sich anbieten, dass er noch Werbung für Artikel gegen Blasenschwäche oder Durchfall macht.

Es gibt wenig Spitzensportler bei denen die Meinungen so arg auseinandergehen, wie bei der portugisischen Rasenprinzessin. Zwar rollen durchweg alle die Augen, wenn von ihm gesprochen wird, doch während es die meist weiblichen Fans aus wollüstig ambitionierter Freude tun, passiert es bei den Gegnern meist mit genervtem Hintergrund.

Am Sonntag werden wir ihn wieder betrachten können – gegen Deutschland oder gegen Frankreich und wer immer auch der Gegner sein wird: seine „Zulieferer“ (in anderen Mannschaften auch „Mitspieler“ genannt) werden hoffentlich so viel zu tun haben, dass für selbstgefälliges Posing kein Grund vorhanden ist. Obwohl sein Gemecker bei Faul oder misslungenem Zuspiel auch kaum schöner anzusehen sind.

Danach ist erst einmal Pause und dann Bundesliga – da darf ich mich wieder über die Bayern ärgern und mit der Eintracht bangen. Die kämpft zwar permanent um den Klassenerhalt, doch ein Gutes hat das Ganze:  Die Chance, dass sich die Frankfurter den Ronaldo einkaufen, ist eher gering. Für mehr als ihn würde das Budget nicht reichen und mit nur einem Spieler auf dem Platz, bietet das selbst bei einem Cristiano Ronaldo zu viel Raum für Kontermöglichkeiten und auf wen soll er schimpfen, wenn das Zuspiel gleich Null auf ihn ist.

Abenteuer Inlandsurlaub

Nicht nur für Wintercamper, die sich an ein Sommercamping wagen wollen, dürfte der nachfolgende Erlebnisbericht interessant sein.

Eine Woche Urlaub im Wispertal stand für uns an. Ein Ort, an dem man mit Ameisen und anderen Insekten enger zusammen lebt, als mit anderen Campern.

Meine klimatischen Überlegungen waren simpel: nach so vielen Wochen der Außenbedingungen aus der Kategorie „Mistwetter“, musste sich doch die Übellaunigkeit von Petrus  gelegt haben oder zumindest die Regenwolken alle ausgewrungen sein.

Mit diesem Optimismus beseelt, packte ich eine Gartendusche ein und erwarb eine Wasserpumpe. Auch Sonnencreme sowie reichlich leichte Sommerbekleidung befand sich in unserem Gepäck, um damit den Sommer herbeizuschwören.

Vermutlich hatte Letztgenannter auch Urlaub. Ich gehe sogar davon aus, dass er sich ein Sabbatical genommen hat, so lange wie jene Jahreszeit schon mit Abwesenheit glänzt. Die Gartendusche kam jedenfalls nicht zum Einsatz und die Wasserpumpe hätte eher zur Zuführung zum naheliegenden Bach genutzt werden können, als umgekehrt. Wenn selbst Regenwürmer trockenere Gefilde aufsuchen und Schnecken ihr Haus zu einem Hausboot umfunktionieren, dann kann man getrost von einem nassen Wetter reden.

Dennoch kamen die sportlichen Aktivitäten nicht zu kurz, denn dieser „Langzeit-April“ zog alle Register seiner sadistischen Möglichkeiten.

Kaum schien sich das Wetter etwas zu bessern und es wurde Gassi gegangen, weil draußen ein Haufen Regen für Hund sowie Halter immer noch besser sind, als ein Haufen des Hundes drinnen – da kam es prompt zu einem Wolkenbruch. Nach der Rückkehr brachen dann erneut die Wolken auf, doch diesmal bescherten sie strahlenden Sonnenschein. Also aus den nassen Klamotten raus, zum Trocknen gehängt, sommerlich bekleidet, Liegestuhl aufgeklappt, Getränk zubereitet und auf den Beistelltisch gestellt, um alles wieder rasch wegzuräumen, weil der nächste Regenguss anstand.

Experimente haben bewiesen: die beste Chance auf Nichtregen war dann gegeben, wenn man im Innenraum auf den nächsten Regenschauer wartete und deshalb nichts unternahm.

Fazit nach dieser Woche: Petrus kann uns nicht leiden – und das beruht zwischenzeitlich auf Gegenseitigkeit.

Wo wir unseren nächsten Urlaub verbringen werden?

Natürlich wieder beim Camping im Wispertal!

Im Ausland bei Dauersonnenschein am Strand zu liegen, das wäre einfach viel zu langweilig!