Staatlich gefördertes Brachland

Während wir in deutschen Ballungsgebieten, mit rasantem LTE und flottem DSL überflutet werden, damit die Smartphone-User „Pokemon Go“ ruckelfrei zocken können, sieht es bereits 20 Kilometer entfernt von der hessischen Landeshauptstadt ganz anders aus: Internetverbindung wird Glücksache und nur mit einigen wenigen Providern ist mobiles Telefonieren möglich. Da go´ht mit Pokemon absolut nichts.

Doch stimmt die Bezeichnung „Mobilfunk“ eigentlich noch, wenn ich Netz nur dann habe, sofern ich mich an einer bestimmten Stelle aufhalte und diesen Platz nicht verlasse?

Klar: für die Provider sind die ländlichen Gebiete nicht lukrativ genug, um dort das Netz auszubauen und mal ehrlich: die Gefahr, in der Stadt überfallen zu werden ist größer, wie im tiefen Taunus. Auch im Falle eines Unfalles ist ein hilfsbereiter Wanderer bestimmt eher anzutreffen, als ein helfender Passant auf der Frankfurter Zeil.

Wir können uns also lebhaft vorstellen, wie es werden wird, sollte der Staat seine Absicht durchsetzen und die Wasserversorgung privatisieren. Auf dem Lande werden die Schwengelpumpen boomen und ein Glückspilz ist der, an dessen Behausung sich ein Bach in der Nähe befindet.

Dafür überlegt man, das andere kostbare Nass einer staatlichen Regelung zu unterziehen: den Treibstoff.

Natürlich ist ein solcher Gedankengang verständlich. Bei einem Literpreis Benzin von 1,50 Euro gehen knapp 90 Cent in den Staatsäckel. Nun hatte man sich bereits an die Mehreinnahmen durch Brutto-Preise über 1,70 Euro gewöhnt und schon mit den Einnahmen über 2 Euro spekuliert, da fällt der Preis – das auch noch dauerhaft – und das gefällt den Politikern natürlich nicht.

Erstaunlich lange hat es eigentlich gedauert, bis die ersten Volksvertreter mutig genug waren, Vorschläge zu unterbreiten, dieses reale „Mehr“ im Säckel der Bürger wieder abzuschöpfen.

Von den Mehreinnahmen könnte man Subventionen zum Ausbau des Mobilfunknetzes finanzieren. Es soll in einigen Großstädten immer noch Ecken geben, in denen es nur 50 Mbit/S LTE gibt. Zudem muss die nächste Diätenerhöhung auch irgendwie finanziert werden.

Apropos 50: In 50 Jahren wird es dann von Wiesbaden oder Mainz aus Survival-Touren in den Taunus geben – dem wasserlosen Death Valley von Deutschland. Mobilfunk gibt es dort keinen – doch der ist auch nicht nötig, da niemand mehr in der Einöde lebt.

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Ich bin niemals alleine!

In einem Magazin las ich dieser Tage, dass wir mehr Bakterien in unsere Körper herumschleppen würden, als wir Zellen haben. 90 Prozent davon wären im Darm zuhause. Damit werden mir nun viele Dinge klar:

  1. Nicht ich wälze mich oft nachts unruhig im Bett herum, sondern die Bakterien wuchten meine Körperzellen um.
  2. Wenn mir mal irgendwann mal wieder ein Pups entflieht, dann werde ich mich nicht peinlich berührt dafür entschuldigen, sondern mit mahnender Stimme laut rufen: „Schämt Euch, Ihr Bakterien! Sofort entschuldigt Ihr Euch bei meinem Gegenüber!“
  3. Nach meinem Ableben wird auf meinem Grabstein stehen: „In diesem Massengrab liegen mehrere Billionen Bakterien und ihre Behausung, namens Peter Bönsch, die ist auch hinüber.“

Interessant auch ein anderes Forschungsergebnis: wenn uns eine Karotte ins Klo fällt, können wir diese bedenkenlos herausfischen und verzehren. Sie würde in der Regel weniger Keime aufweisen, als wenn ein gleichartiges Gemüse in einem Kühlschrankfach liegt.

Ich persönlich werde sicherlich kaum in die Situation kommen, dass ich vor einer Toilettenschüssel stehe und mir eine Möhre aus der Hand gleitet. Doch wenn es passieren sollte, dann gehe ich lieber an den Kühlschrank und hole mir dort eine Neue. Letztendlich kommt es auf ein paar Bakterien mehr oder weniger in meinem  Körper nun auch nicht mehr an.

Die Rache der Flora

Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass sich Pflanzen gegenseitig warnen können und auch auf recht rudimentäre Art und Weise Emotionen zeigen.

Seit dem letzten Sonntag ist mir klar geworden: Diese Biester können noch viel mehr!

Als echter Kerl, soll man(n) eigentlich einen Baum pflanzen. Dazu hat es bei mir nicht gereicht, doch stolz betrachtete ich mein Werk, wie ich eine viel zu Hohe Tanne in rund 5 Meter luftiger Höhe, und nur mit einer Handkreissäge bewaffnet, gekappt hatte.

Als ich dem gestutzten Etwas eine optisch ansehnlichere Form zukommen lassen wollte, indem ich die viel zu langen Zweige mit einer Astschere diese abzwackte, da kam der Moment der Abrechnung: die Tanne schlug zurück und mir einen Zweig ins Auge.

Diverse Ärzte und gut 100 Kilometer Fahrstrecke später, war mein lädiertes Auge endlich versorgt. Zeitlicher Gesamtaufwand für diese Aktion (ohne Baumschneidearbeiten): mehr als 4 Stunden!

An Weihnachten werde ich vorsorglich zu einem Laubbaum greifen und diesen schmücken. Beim Singen der Weihnachtslieder werde ich für die Kinder den Text eines Stückes mahnend abändern:

„Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum –  wie spitz sind deine Nadeln!“

Großes Erschnecken

„Wenn Du nicht aufpasst,  werden Dich eines Tages die Schnecken zu Fall bringen!“, orakelte einst einer meiner Freunde.

Ich ging damals davon aus, dass er das häufige sowie kostspielige Scheitern meiner Beziehungen meinte. Doch seit heute ist mir der wahre Sinn seiner Worte klargeworden.

Auf dem Weg vom Firmenparkplatz zum Gebäude beschleunigte ich meinen Gang, weil es zu Nieseln begann. Vielleicht nicht so elegant wie ein asiatischer Zirkusartist, doch mit einer beachtlichen Gelenkigkeit konnte ich es verhindern, zu stürzen.

Eine dieser in Massen auftretenden, bräunlich-orangenfarbenen und zugleich glitschigen Biester, die sich „Spanische Nacktschnecke“ nennen, hätte mich beinahe zu Fall gebracht.

Einige Gedanken haben nun Besitz von mir ergriffen:

Wieso „tritt“ diese Schneckenart bei Feuchtigkeit vermehrt auf, wo sie doch keine Beine hat?

Wenn es die gleichen Wetter-Experten sind, die uns einen schönen Spätherbst prognostizieren, welche uns vor einigen Wochen einen tollen August versprachen, dann laufe ich nur noch im Schneckentempo. Also sehr vorsichtig, wegen diesen Glibberviechern!

Wo haben die Nacktschnecken ihr Nackt, wenn die Nussschnecken die Nüsse inwendig tragen?

Eines jedoch steht völlig außer Frage:

Mein Freund hatte einst die Wahrheit prophezeit – er ist ein Seher mit magischen Fähigkeiten!

Pokemon autsch

Den gesundheitlich positiven Effekt von „Pokemon go“ wage ich seit gestern zu bezweifeln. Zumindest sollte man die Aufforderung zu laufen etwas einschränken:

„Pokemon, go, but be careful within“

Oder wie die hessische Edition lauten könnte: „Pokemon-  gugg bevor du losdappst!“

Gestern lief eine junge Dame am Straßenrand und blickte vertieft auf ihr Handydisplay.

„Hat bestimmt eine Nachricht von ihrer ersten großen Liebe erhalten!“, dachte ich schmunzelnd – doch im gleichen Augenblick wich die Entzückung einer Zuckung. Drehte sich das Mädel doch Richtung Straße und bemerkte im letzten Moment, dass ich ein Auto und kein schwarzes Pokemon steuerte.

Natürlich stoße ich mit meiner Kritik bei vielen Eltern auf Unverständnis. Die jubeln, so wie einst im Kleinkindalter des Zöglings, als dieser die ersten wackeligen Schritte zur Fortbewegung unternahm. Nun – rund 1-1/2 Jahrzehnte später – das stellen sie fest: Lars-Torben hat das Gehen nicht verlernt; er kann dank Pokemon go wieder laufen!

Eigentlich beschämend, dass es einiger Zeichentrickfiguren bedarf, um vorübergehend den ungesunden Bewegungsmangel einzustellen, statt dies seiner eigenen Gesundheit oder der des Kindes generell schuldig zu sein.

Deswegen dieses Smartphone-Spiel als Fitness-App zu glorifizieren, halte ich für sehr bedenklich.

Dann müsste wir auch Korn & Bier als Fitnessgetränke deklarieren, da es doch eine Vielzahl an  Trinker geben wird, die nur dieses Stoffes wegen, die nächste Kneipe oder einen Kiosk aufsuchen.

Wer nun gefährlicher lebt – der heimtorkelnde Trinker – oder der die Umwelt vergessende Pokemon-Zocker – das lässt sich derzeit sicherlich noch recht schwer auswerten.

Einfach weil ich stolz darauf bin…

… gibt es hier noch den Link auf meine Autoren-Homepage.

Dort liegt ein toller Pressebericht über meine erste Lesung beim Bacchus Speicher in Mainz-Kostheim ab.

http://hans-peter-boensch.de/presse-medien/

Ab morgen dann folgen wieder meine Gedanken und Statements zum normalen Wahnsinn des Lebens!

Wie sagte schon Paulchen Panther:

„Heute ist nicht alle Tage – ich komm´ wieder – keine Frage!“

Kevin – Bacchus und der Oscar

Es handelte sich zwar nicht um eine Oscar-Verleihung, trotzdem ist es an der Zeit für eine Danksagung:

Ich bedanke mich bei Antonie Pietsch vom Bacchus Speicher, Mainz-Kostheim, die mir eine Buchlesung ermöglich hat. Bei meiner Frau, die mir zwar durch ihre Aufregung die meinige nicht mildern konnte, doch mich zur Not getröstet hätte. Ich danke den Freunden, die anwesend waren obwohl sie größtenteils schon meine Bücher erwerben „durften“. Mein besonderer Dank gilt allerdings den vielen fremden Zuhörern, die sich mit mir eine Gemeinsamkeit am gestrigen Nachmittag teilten: sie waren bereit, sich auf etwas Neues einzulassen!

Herrlich auch, dass Ihr alle so positiv meinen Auftritt angenommen habt. Es war mir Freude und Ehre zugleich!

Weiterhin bedanken möchte ich mich bei Petrus, der uns gestern mit einem traumhaft schönen Sommertag beschenkte. Gerade in diesem Jahr schon eher eine Ausnahmephänomen und ich vermute einmal stark, dass er ein Herz für alte Jungautoren hat. Ein Dank geht auch an die Vertreter der örtlichen Presse, die anwesend waren. Wenn jetzt noch die Berichterstattung gut wird, dann mit einem merci-vielmals on top.

Abschließend bedanke ich mich bei all den Personen, die mich mental und inhaltlich beim Schreiben meines Buches inspiriert haben.

Ich gebe übrigens offen zu: ich musste gestern meinen inneren Schweinehund überwinden, um mich dieser neuen und extrem aufregenden Erfahrung zu stellen. Er blieb friedlich und wurde nachträglich sogar mein bester Freund. Ich gebe ihm nun den Namen „Oscar“ – und so gesehen war es dann doch eine Oscar-Verleihung, für mich – am gestrigen Nachmittag im Bacchus Speicher, Mainz-Kostheim.