Rotes Licht für das Rotlicht

„Auf der rechten Seite sehen Sie Belinda, die gerade eine Pause macht. Sie arbeitet in der Preiskategorie D des horizontalen Gewerbes. Linker Hand betritt gerade eine Delegation europäischer Banker ein Eros-Center!“

So ungefähr kann man sich die Bordellführungen in Frankfurt vorstellen, die bisher von der Stadt vorgenommen wurden und – trotz regem Interesse – eingestellt werden. Tabledance-Schnupperkurse und Besichtigungen des Rotlichtviertels würden Prostitution verharmlosen, so der Aufschrei der Moralisten.

Sex gegen Bezahlung – schon immer ein kontrovers diskutiertes Thema. Was den einen Befriedigung verschafft, soll für andere Verdienst bedeuten. Eigentlich eine Win-Win-Situation – so lange alles freiwillig passiert und zu ordentlichen Konditionen. Leider gibt es jedoch viel zu viele Liebesdienerinnen, die aus einer Not heraus, wegen Angst vor Gewalt, Drogensucht oder auf Grund falscher Versprechungen  den Job der Prostitution durchführen. Deren Situation wird garantiert fortan nicht harmloser, nur weil die Touren durch das Bahnhofsviertel eingestellt werden.

Wieso ein Gewerbe verheimlichen, das tagtägliche unglaubliche Umsätze erzeugt – zumindest teilweise – offiziell angemeldet wurde und Steuern wie auch Sozialabgaben generiert?

Perfekt wäre, wenn die Erträge aus diesen Touren dafür eingesetzt würden, die Bedingungen im Rotlichtgewerbe intensiver zu kontrollieren und die Arbeitsbedingungen der Damen damit zu verbessern. Doch da die KFZ-Steuer schon nicht in den Straßenbau fließt, würden diese Einnahmen garantiert ebenfalls zweckentfremdet.

Es bleibt also dabei: ab diesem Sommer bietet die Stadt Frankfurt einen Event weniger an, der bisher für Nervenkitzel sorgte, auf solch einer Rundtour vielleicht das ein oder andere bekannte Gesicht aus einem Bordell kommen zu sehen.

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ABC: Alexa, Bixby, Cortana und die anderen Assistenten

Bisher führten meine Frau und ich eine klassische Paar-Beziehung: sie hatte das Sagen und ich stand bei Fragen mit Rede und Antwort zur Verfügung.

Seit neustem aber wünscht sich meine Frau eine Dreiecksbeziehung und obwohl sie die andere Dame nicht richtig kennt, spüre ich wie ihre Begehrlichkeit nach dieser wächst.

Bevor nun einige Leser feuchte Augen oder Mundwinkel bekommen: die Dame heißt Alexa – Nachname Echo, ist  von Amazon und – gleich einem ´genie in the bottle´ – in einem Gefäß gefangen.

Vorbei die Zeiten, wo ich meiner Frau sagen kann, wie das Wetter morgen wird. Sie weiß es schon, weil Alexa geplaudert hat. Wir schreiben keine Einkaufslisten mehr, denn die befindet sich schon im Gerät oder bereits als Bestellung beim Versandhandel Amazon.

Ich brauche Alexa auch keine Playliste für mich zusammenstellen lassen, denn sie weiß schon längst, dass meine Frau einen anderen Musikgeschmack hat als ich und lässt daher erst keine Vorschläge von mir zu. Es ist eindeutig: die Frauen halten zusammen.

Irgendwann kommt vielleicht der Zeitpunkt, wo ich Alexa frage: „Haben wir noch Kondome da?“ und ich die Antwort erhalte:

„Das hat mich Günther, der Nachbar, auch schon gefragt. Zu diesem Zeitpunkt waren es noch zwei. Jetzt sind leider keine mehr da!“

Ich reagiere entsetzt, doch Alexa versucht mich zu beruhigen:

„Peter, Du kannst entspannt bleiben!  Günther hat bereits 50 Stück nachbestellt, mit Fruchtaroma Banane. Reicht Euch das, oder soll ich mehr ordern? Bevorzugst Du vielleicht lieber eine klassische Variante, wie Bernd, der Briefträger? “

Das wird dann der Moment sein, wo ich nicht nur Alex einen baldigen Defekt wünsche!

Cool bleiben!

Wir Menschen sind immer wieder erstaunliche Kreaturen.

Ende Juli 2018 soll eine Sonde in der USA starten, welche die Corona der Sonne begutachtet. Dabei soll dieser Satellit Temperaturen von bis zu 1400 Grad überstehen können.

Eine beachtliche Leistung, bedenkt man, dass die Betonplatten auf den Autobahnen (beispielweise die A5 bei Weiterstadt) bereits ab 30 Grad Außentemperatur gerne aus der Form springen können.

Da können wir nur hoffen, dass die Ingenieure der NASA eine andere Planungsqualität aufweisen als deutsche Straßenbauer und nicht bei Sonnenannäherung feststellen: „Verdammt, da draußen wird es ja 2000 und mehr Grad heiß. Damit haben wir nicht gerechnet!“

Doch warten wir es erst einmal ab, ob der Start rechtzeitig stattfindet. Wenn es in Houston heiß ist, platzen vielleicht auch die Zufahrtswege und die Anlieferung der Bauteile wird behindert.

Dann hat Houston ein echtes Problem – so wie wir – auf der A5 und anderen Betonpisten!

Alle Wetter

Als wir vor wenigen Tagen einen kurzen Urlaub in Österreich starten wollten, waren die für diesen Zeitraum gestellten Wetterprognosen miserabel. Für zwei Tage lag die Regenwahrscheinlichkeit bei 70 Prozent und einen Tag sogar bei 90%. Die verkündeten Temperaturvorhersagen auf herbstlich anmutendem Niveau.

Wenn sich die Wetterfrösche derart weit von ihrer Leiter über den Rand des Glases wagen, wo man dort gerne von ´strichweise Regen´ oder ´lokale Schauer´ spricht, um mit möglichst unkonkreten Aussagen Falschaussagen zu vermeiden, dann war mir klar: Die Regenwahrscheinlichkeit lag garantiert bei mehr als 100 Prozent!

Da es kein schlechtes Wetter gibt – nur schlechte Kleidung, habe ich die ´gute´ Kleidung eingepackt.

Ergebnis: 5 Tage durfte ich mich mit Schlechtwetter-Outfit durch strahlenden Sonnenschein quälen und das bei sommerlichen Temperaturen.

Fazit: traue keiner Wetterprognose, die mehr als einen Tag in die Zukunft reicht und es stimmt – es gibt kein gutes oder schlechtes Wetter oder gute bzw. schlechte Bekleidung. Es gibt nur zu kleine Autos, um sich für alle Wetterlagen auf Reisen ordentlich einzudecken!

Eine Geschichte über Gut- und Schlechthaben

Es war einmal…

… eine Zeit, da gab es ein einfaches Verfahren:

Menschen die Geld übrig hatten, gaben es der Bank. Dort war es nicht nur sicherer aufgehoben. Nein, man bekam noch Geld dafür! Der sogenannte Zins war höher als der Wertverlust und damit lohnte es sich doppelt, einer Bank sein Geld zu geben.

Die Bank wiederum hat das nicht aus Nettigkeit getan, sondern die nahm die Kohle und hat sie an Leute verliehen, die Geld brauchten. Natürlich mussten die Schuldner wesentlich mehr für die Leihgabe zahlen und so konnte so eine Bank richtig reich werden.

Das klappte so gut, dass die Banken immer mehr Geld verdienen wollten und immer ärmeren Menschen, aber vor allem auch Unternehmen und ins Ausland das Geld verliehen. Die waren oft so in Geldnot, dass man sehr viel Zinsen zu zahlen bereit waren.

Längst musste eine Bank nicht mehr das Geld besitzen, das sie weiter vergab, denn dann hätte sie irgendwann keines mehr vergeben können und noch mehr Zinsen an die Geber zahlen müssen. Sie lieh es sich selbst von einer zentralen Bank aus und auf dem Papier waren die Banken unheimlich reich.

Leider konnten viele hochverschuldete Kreditnehmer nicht einmal die Kreditzinsen mehr zahlen, geschweige denn die Verbindlichkeiten auflösen. Also mussten die Zinsen gesenkt werden und auch auf Rückzahlungen verzichtet werden, damit niemand sagt: „Ej, Ihr Banken – da habt ihr aber mächtig Bockmist gebaut!“

Blöde nur, wenn man als Kreditinstitut den Punkt erreicht hat, wo man sich Geld zwar zinslos leihen kann, aber beim Weiterverleihen davon ausgehen muss, dass man dieses nicht mehr wieder sieht. Wie soll man da als Bank noch reicher werden, um die Aktionäre nicht panisch werden zu lassen?

  1. Personalkosten senken, durch Filialschließungen!

Doch wenn das das nicht reicht?

  1. Zinsen für Sparer senken – deren Geld man ohnehin nicht mehr benötigt!

Wenn das immer noch nicht reicht?

  1. Gebühren erheben, für diverse Services wie Geldabheben!

Und wenn das immer noch nicht reicht, um die Bilanzen zum Ende des Geschäftsjahres aufzuhübschen, dann wird die nächste Stufe des modernen Zahlungsverkehrs gezündet:

Wer sein Geld zu Bank bringt, statt es in die Wirtschaft zu investieren, wird mit einem Strafzins versehen!

Sie meinen ich spinne?

Dann informieren Sie sich einmal im Netz – genau in diese neue Phase treten wir gerade ein!

Demnächst werden wir unser Geld wieder im Sparstrumpf unter der Matratze aufbewahren, weil es da länger seinen Wert behält.

Doch auch das hilft Ihnen nur vorübergehend weiter.

Wenn die EZB Prämien auslobt, damit sich Banken dort Geld leihen, welches diese dann verteilen, wie Wasser, das in den Wüstensand geschüttet wird. Dann kommen wir an den Punkt, wo Schulden nichts mehr Wert sind – unser Geld jedoch auch nicht!

Auf alle Bälle!

Wer sich die Frage gestellt hat, ob man mit einem Fußball Golf spielen kann, der hat das vermutlich aus Spaß getan.

Die Frage umgekehrt formuliert, bekommt da eine andere Ernsthaftigkeit:

Kann man im Golf denn noch Fußball spielen?

Doch ich bin mir ziemlich sicher: So lange Geld schwerer wiegt als Moral, wird die WM in Katar ausgetragen werden!

Katar-Stimmung werden dann nicht die zechenden Gäste erleben, sondern das Volk, wenn anschließend das helle Licht der Showbühne abgeschaltet wird und wieder Dunkelheit herrscht.

Vollzeit nüchtern betrachtet

Vor ein paar Tagen las ich die Überschrift: Immer weniger Arbeiten voll!

„Prima Entwicklung!“, dachte ich. „Alkohol am Arbeitsplatz taugt einfach nicht!“

Beim Weiterlesen erkannte ich meinen Irrtum. Es ging darum, dass immer weniger Menschen in Deutschland Vollzeit arbeiten. Auch das fand ich nicht schlimm, sieht man doch beim Fußball, dass das Arbeiten in zwei Halbzeiten die Woche, enorm viel Verdienst einbringen kann.

Doch da lag ich ebenfalls falsch: es ging nicht um Spielen für viel Geld, sondern um Arbeiten für ziemlich wenig!

Das gehört nämlich zu den staatliche angeordneten Fake-News, die wir unterbreitet bekommen; dass nämlich in unserer Heimat so viel Leute einen Job haben, wie nie zuvor. Das klingt erst einmal richtig stark nach Wachstum und das tut es auch – allerdings an völlig anderer Stelle:

Von rund 36 Millionen Kernerwerbsbeschäftigten im Jahre 2016, waren knapp 8 Millionen Mini-Jobber.

Ein Zuwachs von fast 38 Prozent in nur 3 Jahren. Ich bin nicht gut in Kopfrechnen, doch das bedeutet: jeder 5te Berufstätige gehörte zu dieser Klientel. (Ich gehe übrigens davon aus, dass sich bei Mini-Jobber nicht um einen berufstätige Person handelt, die mit dem gleichnamigen Fahrzeug aus der BMW-Gruppe zur Arbeit fährt)

Kurzum: wir haben in Deutschland wenig Arbeitslose, weil sich viele Menschen wenig Arbeit teilen!

Für die Alkoholliebhaber unter den Arbeitern sicherlich keine schlechten News: können die doch früher wieder privat ihr Stöffchen konsumieren!

Daher wird auch eine solche Studie im Umkehrschluss ihre Richtigkeit haben, mit der Kernerkenntnis:

Immer weniger Arbeiten voll!