(Alb)Traumberuf Politiker

Ich war immer der Ansicht, dass das Leben als Abgeordneter eine feine Sache ist. Verdienst gute Kohle und musst Dich um nichts kümmern. Denn wenn was zur Wahl steht, dann sagt dir schon die Parteispitze, was Du du zu wählen hast.

Gerade auch in einer Koalition ist das eine prima Sache: klappt was gut, dann kann man sich auf die eigene Schulter klopfen, klappt was nicht, dann haben die Anderen es verbockt.

Aber auch Opposition ist toll: einfach gegen alles sein, was die regierende(n) Parti(en) will bzw. wollen!

Aktuelle Ausnahme in diesem paradiesischen Zustand: die SPD!

Die hat vor der Wahl klar Kante gezeigt – nach der Wahl zunächst auch –  und beweist nun: Kanten können auch rund sein, wenn man dazu gewillt ist.

Und egal wie die Entscheidung ausgeht: rundlicher Koalitionspartner oder doch eckige Opposition – verbale Haue gibt es auf jeden Fall. Entweder von denen die rufen: „Verweigerer!“ oder denen die schimpfen: „Wortbrecher!“

Und dann gibt es so Argumente, wie: „Wir haben vom Wähler einen Auftrag bekommen!“

Wir Wähler haben gewählt, um Parteien entweder zum Sieg zu führen oder um es dem Sieger das Regieren nicht zu leicht zu machen! Dass man sich nach dem Votum eine Mehrheit bastelt, wie man sie braucht, das ist bekannt doch von den wenigsten gewollt!

Das wäre so, als würde Ferrari mit RedBull die Punkte zusammenwerfen, um zu behaupten: „Wir sind Konstruktionsweltmeister, nicht Mercedes!“

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In traurigem Gedenken

Heute widme ich den Eintrag meines Blogs nicht den Lesern, sondern der Mutter meines besten Freundes.

Warum?

Weil ich keinen anderen Menschen kenne, der so viele Schicksalsschläge und gesundheitliche Probleme derart tapfer ertragen hat. In meiner Wahrnehmung verlor Sie nie die positive Einstellung zum Leben, gestern allerdings den Kampf um dieses.

So wie das Internet angeblich nichts vergisst (und damit hoffentlich auch diesen Eintrag nicht), werde auch ich Dich nicht vergessen, liebe Ulla!

Und sollte es ein Leben nach dem Leben geben, dann wirst Du sicherlich ganz oben auf der Liste der Personen stehen, die für ein angenehmes Dasein vorgesehen sind.

Danke, für alle Momente, die wir miteinander geredet, gelacht und manchmal auch diskutiert haben!

Männer im täglichen Einsatz

Wenn die Jahreszeit gekommen ist, wo es nur noch räumlich aber nicht klimatisch einen Unterschied zwischen ´in einem Kühlschrank´ und ´vor einer Wohnungstür´ gibt, dann ist der Moment gekommen, wo ich unseren Kühlschrank abtaue.

Die Getränke und Nahrungsmittel kommen ins Freie, während ich mich an die harte Männerarbeit mache. Natürlich gibt es Ratschläge, wie: eine Schüssel mit heißem Wasser in das Gerät stellen oder einfach nur mit viel Geduld abwarten. Doch alles das führt zu dem gleichen Ergebnis – einer riesigen Sauerei!

Also bewaffne ich mit mich stets Hammer und Schraubenzieher als Meiselersatz, um die eisigen Verkrustungen abzuschlagen. Das hat so was männliches und ursprüngliches! 1000mal besser, als hinterher mit dem Schrubber alles trockenlegen zu müssen.

Diesmal war die Eisschicht besonders dick und daher meine Anstrengungen besonders hoch, bevor ich stolz meiner Frau verkünden konnte:

„Schatz, der Kühlschrank ist enteist – und er wird auch nie wieder vereisen!“

Ich war ein wenig abrutscht mit meine Werkzeug und hatte in FCKW-Dämpfen geduscht. Doch statt sich um meine Gesundheit Sorgen zu machen oder sich über die Anschaffung eines neuen Kühlschranks zu freuen, erntete ich nur ein verständnisloses Kopfschütteln.

„Das macht man doch auch nicht mit Werkzeugen!“, musste ich mir anhören.

Kein: „Wie schön, dass der Raum nicht unter Wasser steht!“ oder „Geht es Dir gut, Liebling?“

Mann hat es nicht leicht!

😉

Geld statt Rasen sprengen

Angeblich sind die Kreditinstitute bestrebt, die generelle bargeldlose Zahlung in Deutschland zu etablieren.

Ich kann diesen Wunsch verstehen, macht sich doch eine besondere Form des Geldabhebens breit:

Die kartenlose Ausgabe, in Form von Sprengung der Bankautomaten.

Die Chance wird immer größer, dass man als konventioneller Bargeldbezieher vor einem Haufen Schutt steht und dort sich ein Schild befindet:

Automat vorübergehend außer Betrieb

 

Das Wippenprinzip

Was waren das für Zeiten, als man sich Abends nur zwischen drei Dingen entscheiden musste:

Sehe ich eine langweilige Doku im Ersten, eine kaum interessantere Show im Zweiten oder lasse ich die Glotze aus.

In der Gegenwart empfängt man unzählige Kanäle auf dem flachen LED-Fernseher und als ob das nicht genug wäre, kann man heutzutage auch noch Sparten im Abo erwerben (beispielsweise Sky), HD-Zusatzprogramme, das alles über Kabel, Satellit oder DVB-T2 und wem das alles noch nicht reicht, der streamt sich Filme nach Wahl von Netflix, Amazon & Co. über das Internet.

Nun will auch noch Disney mit einsteigen, damit das Ganze noch unübersichtlicher wird.

Wenn jedoch nicht eine Funktion eingeführt wird, dass man während des Kinobesuchs (beispielweise bei langweiligen Liebesszenen oder in den Phasen der Werbung vor einem Movie), sich parallel dazu einen Actionfilm streamen kann, wird es dazu führen, dass Lieferheld Popcorn nach Hause liefert und nach dem Sterben der kleinen Kinos auch die großen Center an der Reihe sind.

Warum will Disney denn in die Streaming-Branche?

Weil diese Wachstum verspricht!

Was aber passiert mit der konventionellen Filmfertigung, wenn da die Zahlen bergab gehen?

Sie wird eingestellt, so wie die Telefonzellen der Telekom.

In ca. 25 Jahren werden dann ein paar ganz hippe Leute es cool & retro zugleich finden, Filme wieder auf einer riesigen Leinwand anzusehen. Kleine Filmgesellschaften werden gegründet, die plötzlich ein enormes Wachstum erfahren. Vielleicht der Zeitpunkt, wo Disney 2042 auf diesen neuen (alten) Zug aufspringt, weil die Streamingsparte nicht mehr wächst.

Angenehmer Nebenerffekt: wegen chronischem Bewegungsmangel beteiligen sich die Krankenkassen an den Kosten der Kinotickets.

Klauen, mehr als die Raben!

Traurig genug, dass es nicht reicht, wenn man Beschilderung an einen Parkplatz befestigt, dass man für dessen Nutzung Miete zahlt.

Meist finde ich die „Besetzer“ in dem gegenüberliegenden Ristaurante, welche dann, mit einem genervten Augenrollen und stets sehr unwillig, den Wagen umstellen. Ich bin aber auch ein Kleinkariertes A…loch!

Doch es geht noch weiter….

Da stelle ich eine Pylone auf, um noch deutlicher darauf hinzuweisen: Dieser Platz steht nicht zum freien Parken zur Verfügung!

Und was passiert? Dieser rot-weiße Kegel wurde keine 24 Stunden später geklaut!

Hätte ich noch ein Schild aufstellen sollen, mit der Aufschrift: „Bitte nicht die Pylone unrechtmäßig entwenden, weil diese vor unrechtmäßigem Parken schützen soll!“?

Mit was hätte ich den Schutz dieses Schutzes vorgenommen? Mit einem Schloss, dass man dann womöglich geknackt hätte?

Soll ich jetzt auf Rachefeldzug gehen und den nächstgelegenen Pylonenbesitzer um sein Eigentum berauben? Sollte ich ein größeres Kontingent dieser Warnteile erwerben, in der Hoffnung, dass irgendwann der Bedarf gesättigt ist und niemand mehr Interesse daran zeigt? Wie wäre es mit einer weiteren Hinweistafel: „Achtung, nur 50 Meter weiter steht eine Pylone, die ist in einem noch viel besseren Zustand als diese hier!“?

Oder gehe ich vor, wie manche Länder beim Hanf: Legalisiere ich die Fremdnutzung des von mir gemieteten Parkplatzes? Ich habe zwar dann keinen Stellplatz mehr, spare mir jedoch zumindest die Kosten für Hinweistafeln und Pylonen.

Nein: am besten ist, dass ich mein Auto einfach nicht mehr benutze. So lange es parkt, nutze ich die Miete im höchstmöglichen Rahmen aus. Und wenn ich die Kiste nicht bewege, fällt mir auch nicht auf, dass irgendjemand in meinen Lack „Fack yuh – Kapitalissd!“ gekratzt hat.