Unfreude des Schenkens

Irgendjemand hat einmal die Behauptung aufgestellt, dass Schenken die schenkende Person glücklich macht. In meinem Fall kann man sich diese Behauptung getrost schenken. 

Natürlich bereitet es mir Freude, einem Menschen Freude zu bereiten, wenn da nicht die Qual des Einpackens eines solchen Präsents wäre. Für mich immer eine Phase der Verzweiflung, gepaart mit der Erkenntnis, ein verpackungsunfähiger Mensch zu sein.

Meist ist das gewählte Geschenkpapier zu klein, lässt sich nicht gerade abschneiden, schlecht falten oder macht einem auf irgendeine Art das Leben schwer. Das Klebeband hält nicht oder lässt sich nicht von der Rolle trennen. Bösartig wie eine Schlange wickelt sich der Streifen zusammen und klebt perfekt – leider nur nicht da wo es soll, sondern lediglich an sich selbst. Also mit nur einer Hand ein neues Stück abschneiden, denn mit der Anderen fixiere ich die gefaltete Wulst am Päckchen. Doch nun lässt sich der Anfang des Tesa-Klons nicht mehr finden. 

5 Minuten später halte ich ein Stück Klebestreifen in der Hand. Der verzweifelte Versuch, es einarmig von der Rolle zu bekommen, hat es seine klare Optik verlieren lassen und halten will es auch nicht richtig. Doch ich bin genervt und will nur noch eines: Das Drecksgeschenk endlich eingepackt sehen! Sehr unweihnachtliche Gefühle steigen mittlerweile in mir auf. Schnell klebe ich überkreuz noch einen weiteren Streifen zur Fixierung. Nicht schön aber wirksam.

40 Minuten später… das Geschenk ist verpackt. Schweißtropfen von meiner Stirn haben das Papier etwas unansehnlich werden lassen, doch damit passt es optisch sehr gut zu den Klebestellen.

Wenn ich ehrlich bin: als das Geschenk noch in der Original-Verpackung des Versandhändlers vor mir lag, sah es ansehnlicher aus, als jetzt – nach dem erfolglosen Versuch des Aufhübschens. Eine klare optische Verschlimmbesserung und ich frage mich, ob die Person es überhaupt zu schätzen weiß, welche Arbeit sowie Pein mir dieses Geschenk für sie bereitet hat?

Natürlich hätte ich in die Stadt fahren können, als Berufstätiger Abends oder am Wochenende, um nach einer gefühlten Ewigkeit der Parkplatzsuche in einem Parkverbotsgebiet zu halten und dort einen Strafzettel zu kassieren. Dann die Schieberei durch Fußgängerzonen und Geschäfte. Doch wenn ich anschließend mit einem professionell gepackten Geschenk wieder zu meinem Auto laufe, dann bemerke ich, wie mich unzählige andere Männer neidisch ansehen, weil ich es bereits geschafft habe.

Nein, das ist auch nicht perfekt und an Weihnachten macht es sich immer gut, wenn was selbst gebastelten dabei ist und sei es nur die Verpackung.

Happy xmas packing 

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