Kinder vs. Vorstände

Wenn meine Schwester oder ich einst etwas angestellt hatten, gab natürlich keiner von uns beiden zu, etwas angestellt zu haben. Das führte allerdings dazu, dass wir Kinder stets beide von den Eltern bestraft wurden.

Nicht gerade clever von uns und besonders bitter für die jeweils unschuldige Person. Doch wir lebten in einer wahren Solidargemeinschaft. Geteiltes Leid war nicht halbes Leid – jedoch ein gemeinsames.

Hätte man uns Kinder damals in eine Art Vorstandsfunktion erhoben, mit einem Taschengeld in astronomischer Höhe, wären wir zu einer vierstufigen Handlungsweise gezwungen gewesen:

  1. Stufe: Die Verurteilung des Tatgeschehens
  2. Stufe: Der Erklärung, nichts von den üblen Vorgängen gewusst zu haben
  3. Stufe: Die Bereitschaft verkünden, alles für eine lückenlose Aufklärung zu unternehmen
  4. Stufe: Hinrichtung des Hamsters, Wellensittich, Katze, Hund oder des Nachbarjungen – was/wer immer sich auch anbietet, zur Schaffung einer besseren Stimmungslage geopfert zu werden.

Doch weil wir im Kleinkindalter noch kein BWL studiert hatten und keinen Vorstandsposten in unserer familiären Gemeinschaft innehielten, mussten wir für alles selbst geradestehen, was wir anstellten. Nicht einmal eine Bonuszahlung haben wir erhalten.

Da soll noch einer sagen, dass die Kindheit eine schöne Zeit sei!

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s