Herbstgedanken:

Der letzte Sonntag hatte es in sich: es wird wieder früher dunkelgrau – und das nicht nur wegen der Umstellung auf Winterzeit. Der bunte Schilderwald mit Portraits von Volksvertretern, die um die Wette strahlen, wird nach der Wahl in Hessen nun wieder abnehmen, so wie deren Zusagen und das Laub an den Bäumen.

Für alle Menschen, die in der dunklen Jahreszeit unter depressiven Gefühlen leiden, kann ich da einen Tipp abgeben. Nehmt Euch ein Beispiel an den Politikern: selbst wenn deren Parteien häufig an Stimmen verloren haben, so findet sich doch ein Grund, das als nicht als Niederlage zu sehen. In diese Sinne denkt daran: es mag zwar nun mehr Nacht als Tag sein, doch die Gefahr von Sonnenbrand reduziert sich extrem.

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Milliarden-Sorgen

Schon irre, wenn man liest, dass laut Studien der Beratungsgesellschaft PwC sowie der Schweizer Bank UBS, sich das Vermögen der weltweiten Milliardäre innerhalb eines Jahres um 19 Prozent erhöht hat.

Das sind Steigerungs-Prozentsätze von denen die meisten Vermieter träumen und der normale Angestellte diese Phantastereien bereits längst eingestellt hat.

Alles relativiert sich wieder, wenn man die unzufriedenen Anleger der Google-Mutter „Alphabet“ betrachtet. Die hat im letzten Quartal nur 27,3 Milliarden Dollar Umsatz gemacht. Vielleicht tröstet es ja, der um rund 37 Prozent auf 9,19 Milliarden Dollar gestiegene Nettogewinn. Wohlgemerkt: wir reden hier von einem Viertel eines Jahres.

 

Kifft es das?

Der weltumreisende Kiffer hat seit heute im Norden von Amerika ganz neue Möglichkeiten, seinen Körper in Rauschzustand zu versetzen. Denn jetzt kann-a-da auch in Kanada Cannabis legal erwerben.

Und während die konsumierende Klientel erleichtert auf- und ihren Joint einatmet, bricht rege Betriebsamkeit bei den Großkonzernen aus. Denn jetzt heißt es neue Märkte zu erobern: von Getränken mit HTC bis hin zu neuen Zigarettensorten. So mancher Landwirt wird von Raps auf Hanf umstellen und der bisherige Cannabis-Dealer wird sich -durch die freien Kapazitäten- verstärkt auf den Anschlussdrogen-Vertrieb konzentrieren.

Für angstfreie und muskulös gebaute Herren/Damen wird es den neuen Job des Rauschschmeißers geben – genauer gesagt: den Rausch-Rausschmeißer.

Ich weiß nicht was mir persönlich mehr Bammel bereitet, wenn wir auch in Deutschland diesen neuen Markt erschließen: durch überwachende Drohnen genervt zu werden oder durch kaum noch wache (Zu)Gedröhnte?

Ich kann auch ohne Cannabis auf mein kanadisches Kanapee bei einem Canapé und einer Kanne Tee entspannen.

Wahl zwischen Not und Elend

Irgendwie erinnert mich die Wahl in Bayern an Situationen, wo ich auf Geburtstagsfeiern eingeladen wurde und seiten Gastgeber(in) zweifelsohne Qualitäten gab, die jedoch nicht im kulinarischen Bereich lagen.

Wenn man dann vor Speisen, Salaten und Dips steht, die geschmacklich nicht den persönlichen Vorstellungen entsprechen, bleibt notgedrungen nur der Griff zum Brot, um den Hunger zu stillen. Als Gastgeber(in) im Anschluss an die Fete das Fazit zu ziehen, Backwaren seien total angesagt, ist ganz klar die falsche Erkenntnis.

So muss ich schmunzeln, wenn sich jetzt die Wahlsieger in Bayern feiern, die nur deshalb so massive Zuwachse verzeichnen konnten, weil dem Wähler keine andere Wahl blieb.

Ich bin gespannt, wie frei die Freien Wähler bleiben, sollten sie in eine Koalition mit der CSU und es damit um Macht gehen. Ich kann mich erinnern, wie einst in Hessen die Grünen proklamierten, sie würden einem weiteren Terminal am Flughafen Frankfurt keinesfalls zustimmen. Der Wähler wählte und kaum war das Grünzeug mit an der Macht, fing es auch schon an zu welken. Das Terminal befindet sich im Bau.

Und es bleibt niemand für das Volk rechts, wenn sich links Macht & Geld befindet. Umgekehrt ist das identisch.

 

Der Sommer, der einer war!

Das ist eigentlich die Zeit, wo ich gerne auf das letzte halbe Jahr zurückblicke und entweder über den vergangenen Nicht-Sommer meckere oder mich in anderer Form wegen gewisser Wetterkapriolen lustig machen.

Doch dieses Jahr kann ich nur bewundernd schweigen. Wann hatten wir schon die Situation, dass selbst Mitte Oktober noch Marienkäfer unterwegs sind?

Natürlich hat die Trockenheit dazu geführt, dass Obst, Gemüse sowie Getreide teurer geworden sind. Ebenso steigen die Sprit-Preise, weil die Tankschiffe nur noch teilbeladen die Fracht transportieren können. Doch Hand aufs Herz: braucht es dazu eine Trockenheit?

Hatten wir jemals Wetter, wo Bauern oder Energielieferanten uns nicht mit ernster Miene Preiserhöhungen verkündet haben?

ICE – Ich Chille Einfach

Mehr als 27 Jahre ist es nun her, dass der erste ICE am 29.5.91 seinen Betrieb mit einer Sternfahrt aufgenommen hat.

Gefühlte 30 Preiserhöhungen später mag der Einsatz dieser Zuggattungen diverse Reisegeschwindigkeiten erhöht haben, allerdings musste der ICE dazu auch fahren oder über einen herkömmlichen Zug pünktlich erreicht werden. So habe ich in meiner Vergangenheit die ein oder andere Situation bei Dienstreisen erlebt, wo lediglich mein Puls Tempo 200 erreichte, während der Intercity Express – bleiben wir einmal beim Vergleich zwischen Tempo und Puls – den Einsatz eines Defibrillators ratsam machte.

Fast schon komisch klingt da die Ankündigung, dass die Sanierung des ICE-Schienennetzes wohl bis 2023 zu einer Erhöhung der Verspätungen führen wird. Doch im Grunde ist es doch heutzutage egal, ob man am Gleis, auf der Autobahn oder am Gateway eines Flughafens mit Zwangs-Entschleunigung konfrontiert wird.

Ich wünsche allen Fahrgästen gute Nerven und nur moderate Fahrpreiserhöhungen bis 2023!