Wer kann, der hat

„Mama, Papa: ich möchte kein iPhone!“

Es ist noch nicht lange her, da hätten Eltern erleichtert auf solch eine Aussage ihres Nachwuchses reagiert.

In wenigen Wochen kann das allerdings bedeuten, dass sich der geliebte Wonneproppen in seinem Umfeld nicht mehr etablieren kann, ist er nur mit einem billigen Apple-Smartphone für bis zu 1600 Euro ausgestattet. Wenn dann, zur Bildung eines stabilen Selbstbewusstseins beim jungen Menschen, ein neues Huawei Mate X nötig wird, müssen ca. 2300 Euro von elterlichen (Informationstechnik-)Versorgern berappt werden.

Ich kann mir schon die häuslichen Diskussionen vorstellen, wenn Eltern ihre Kinder in den gesellschaftlichen Randbereich drängen wollen, indem sie eben nur ein iPhone oder das neue Samsung Smartphone für rund 2000 Euro zu kaufen beabsichtigen. Argumente, wie: „Wozu brauchst Du 5G-Technik? Die gibt es zum einen noch nicht in Deutschland und dort wo man diese Übertragungstechnik einst nutzen kann, können wir uns sicherlich keine Immobilie leisten!“ werden beim jungen Menschen sicherlich kein Gehör finden.

Langfristig betrachtet, wird die Geburtenrate in Deutschland massiv zurückgehen, denn die moralische Frage wird sein: „Will ich ein Leben in Wohlstand verbringen oder mein Einkommen, der Handy-Ausstattung meiner Nachkommen widmen?“

Anders formuliert: Das Status-Symbol bei jungen Menschen wird in ein paar Jahren ein Huawei „Mate Triple X“ zum Preis eines Kleinwagens sein und bei älteren Menschen, dass sie sich Kinder leisten können.

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Genderneutrale Visionen

In ein paar Jahren werden junge Menschen total erstaunt den Ausführungen der älteren Generation lauschen. Von einer Zeit, wo Kinder geboren wurden und die dreisten Eltern entschieden nicht nur, ob es Alina oder Kevin heißen sollte, sondern auch darüber, ob es ein Mädchen oder ein Bub wird.

In 100 Jahren wird man in Deutschland einen geschlechtsneutralen Übergangsnamen erhalten. Ein Großteil heißt dann vermutlich „Kim“. Diese(r) Mensch*in kann dann, nach Erreichen von der/die Volljährigkeit*in beliebig angepasst werden. Theater und Konzerthallen werden größere Vor- als Veranstaltungsräume haben, damit für jedes Geschlecht zumindest eine Möglichkeit der/die Notdurft-Verrichtung*in gibt.

ER – SIE – ES – ALIEN – GEGENSTAND – STADT – LAND – FLUSS – NAME – TIER – BERUF – PUNKTE – INSEKT – REPTILIE – FISCH – MEERESFRUCHT

Da ist nur eine Auswahl der künftigen Beschilderung von öffentlichen Toiletten, um allen Geschlechtsgruppierungen Gerecht zu werden. Zu diesem Zeitpunkt werden der/die Berliner Flughafen*in und Stuttgart 21 in Betrieb gehen. Nicht etwa, um Flugzeuge starten/landen zu lassen oder Züge zu fahren, sondern die Areale wurden zu öffentlichen Toiletten umgebaut.

Auch Städte wurden bis dahin angepasst:

HannovER*SIE

ER*SIElangen

ER*SIEbach

SIE*ERgen

Schlitz-Schnippel

Mann*FRAUheim

Remscheid*penis

FRAUEN*HERRENwald

um nur eine kleine Auswahl zu nennen.

Der/die/das neuzeitliche Mensch*in wird über uns geschlechtsgefangene Barbaren nur mitleidig schmunzeln können.

Bitterer Nachgeschmack beim Zucker

Wenn meine Mutter mir einst empfahl, auf freiwilliger Basis mein Zimmer aufzuräumen, hat das nie gefruchtet, sofern eine Nichterfüllung keine unangenehmen Konsequenzen mit sich brachte. Bekam ich jedoch den Auftrag, freiwillig meinen Vorrat an Naschsachen aufzubrauchen, so musste darüber nicht lange diskutiert werden. Hier zeigte ich mich umgehend hilfsbereit.

Sorry, Frau Glöckner, doch mit der Lebensmittel-Industrie ist das nicht anders! Wenn die Lebensmittelindustrie wirklich bereit wäre, den Zuckeranteil in ihren Produkten zu reduzieren oder mit einer Art Ampel, den Konsumenten über die ungesunden Inhaltsstoffe zu informieren, könnte sie sich umgehend diese Aktivitäten, werbewirksam, als verpflichtend auferlegen.

So aber wird man mit popelig kleinen Schritten versuchen, massive Einschnitte so lange wie möglich hinauszuzögern. Welches Unternehmen will schon günstige Produktionskosten, lange Haltbarkeit, intensiver Geschmack sowie hohe Verkaufsquoten durch den Wegfall des Billig-Allroundproduktes „Zucker“ in Gefahr bringen?

Was schert den Firmenvorstand die schlechte Zukunftsprognose in Bezug auf die Gesundheit/Lebenserwartung seiner Konsumenten? Es geht in erster Linie darum, die Prognosen für das laufende wie kommende Geschäftsjahr positiv zu halten. Ein paar Jahre fette Boni einstreichen – danach mag kommen was will. Zur Not auch ein*e Gesundheitsminister*in mit Zwangsverordnungen.

Zunächst bleibt man Frei von Willen und das ist doch auch Form von frei-willig, oder?

Made in Irgendwo

Langsam wird es eng für uns Deutsche: da sollen Bauteile und Smartphones des chinesischen Herstellers Huawei nicht genutzt werden, weil man von den Amerikanern erfahren hat, die asiatische Großmacht würde diese Artikel zur Spionage nutzen.

Schaffen wir es dadurch, endlich einmal wirklich flächendeckend, die neue Mobilfunktechnologie namens 5G bis 2020 und darüber, nicht einzusetzen?

Doch wie einst der Russe, droht der Chinese uns auch anderweitig zu erobern. So will man von asiatischer Seite aus die Modekette „Tom Taylor“ übernehmen. Das Hamburger Unternehmen hat zwar noch 2017 ein Rekordergebnis eingefahren, in 2018 jedoch Verluste generiert. Zeit also, dass sich die Führungsspitze noch einmal durch den Verkauf bereichert, statt die Ärmel hochzukrempeln und Wege aus der Krise zu suchen.

Doch was heißt das für mich als Endverbraucher?

Muss ich dann nackt gehen, weil der Chinese womöglich die Textilien manipuliert hat? Gibt es ein Modelabel „Karl Müller“ oder „Werner Schmidt“, dass wirklich noch heimisch produziert und welche Elektronik kann ich kaufen, die nicht von außereuropäischen Menschen hergestellt wurden und damit latent kritisch sind?

Gibt es eine Art europäisches Bio-Siegel, für spionagefreie Produkte?

Rekorde der Jugend

2017 ist die Quote derer, die bei der Führerscheinprüfung durchfallen, auf den Rekordwert von fast 40 Prozent angestiegen!

Man vermutet, dass Stress in Schule, Beruf oder Freizeit, die Ursache dafür wären, vielleicht auch Sprachbarrieren, weil die Prüfungen in nur 12 verschiedenen Sprachen durchgeführt werden können.

Hatten wir diesen Stress einst nicht? War die Zahl derer, die mit 18 Jahren bereits Vollzeit in Ausbildung oder Beruf stand nicht höher als in der Gegenwart? Wir mussten die mit Bleistift eingetragenen Markierungen auf den erhaltenen Fragebögen mit dem Radierer entfernen, um diese erneut auszufüllen. Heute gibt es unzählige digitale Produkte, die beim Lernen sowie Vorbereiten unterstützen. Ich kenne noch Zeiten und Fahrzeuge, wo es bestimmter Tricks bedurfte, wie beispielweise die Nutzung eines Chokes, damit das Auto überhaupt ansprang. Bremskraftverstärker, Servolenkung und andere Assistenten: Fehlanzeige!

Vielleicht irre ich, doch meines Erachtens gibt es ganz andere Gründe für diese Negativ-Entwicklung: Die Jugend von einst brannte darauf, den Führerschein zu erhalten, um sich damit ein wichtiges Stück Freiheit zu erkämpfen! Prüfungswiederholungen waren zudem teuer und der Führerschein wurde nur von einigen Eltern dem Nachwuchs voll finanziert. Heutzutage ist es wohl eher die Ausnahme, dass sich ein Zögling an den immensen Kosten beteiligen muss. Freiheit, das erfährt der junge Mensch der Neuzeit mit einer Mobilfunk-Datenflat bei einem Provider, der weitgehend für eine Netzabdeckung sorgt.

Und sorry, wenn ich nicht eine der 12 Sprachen beherrsche, um meine Prüfung erfolgreich zu absolvieren, sollte ich erst einmal darin meinen Schwerpunkt setzen, bevor ich Ambitionen habe, durch eine Gegend zu fahren, deren Beschilderung und Straßenverkehrsordnung mir absolut nicht geläufig ist.

Es macht durchaus Sinn, zu verstehen was ich lerne. Wie soll ich auch eines Tages andere Verkehrsteilnehmer beschimpfen, wenn mich diese nicht verstehen.

😉

Verbrauchertipps

Bei Post und Bahn sind Preiserhöhungen beliebt. Letztgenannte Institution verbindet das gerne mit dem Einsatz des Winterfahrplans. Die Post wollte zunächst unseren Frühlingsgefühlen einen Dämpfer verpassen und zum 1. April das Briefporto anheben.

Irgendein cleverer Stratege kam nun auf die Idee: „Warum das Ganze nicht unauffällig in die Zeit der Frauen-Fußball-WM platzieren? Dann kann mal richtig zugelangt werden, ohne dass es der Bevölkerung besonders auffällt, die teils auch noch in anderen Ländern Sommerurlaub verbringt. Dazu dann noch die markige Zusage, dass es in 2019 keine weiteren Erhöhungen mehr geben wird und der schreibende Mob bleibt ruhiggestellt!“

Hier nun meine Spartipps:

Freunde und Verwandte, die im zweiten Halbjahr Geburtstag haben, selektieren. Bei den Personen, die postalische Glückwünsche erwarten, den Sinn der Beziehungsfortführung hinterfragen. Lässt sich der Kontaktabbruch nicht ohne Weiteres bewerkstelligen, dann einfach verfrüht gratulieren.

Weihnachtspostkarten unterfrankieren oder gleich ohne Briefmarke verschicken. Selbst schuld, wer kein Whatsapp nutzt und in der feuchtkalten Jahreszeit löst sich eben auch die ein oder andere Briefmarke von selbst ab. Hier muss erst einmal bewiesen werden, dass bewusst gespart wurde. Sollte es zu Diskussionen kommen, dann den Konflikt eskalieren lassen. Das hilft, in 2020 den Geburtstagskartenversand einzustellen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. (siehe auch Tipp Nummer 1)

Prüfen Sie, was immer auch an Briefverkehr des zweiten Halbjahres in die günstigere erste Jahreshälfte vorgezogen werden kann.

Künftige freundschaftliche Kontakte nur noch dann entstehen lassen, wenn diese telefonisch oder digital aufrecht gehalten werden können.

Wenn Sie sich an diese Ratschläge halten, können Sie den nächsten Portoerhöhungen mit absoluter Gelassenheit begegnen.

Keine Liebe auf den zweiten Blick

Hurra, Wetzlar schafft die Straßenbeiträge ab, mit denen bisher Bürger an Bau oder der Sanierung von Straßen beteiligt wurden!

Diese Schlagzeile klingt erst einmal richtig toll und mega-nett.

Kleinen Haken gibt es, denn dafür wird die Grundsteuer um mehr als 30% von 590 auf 780 Punkte erhöht.

Was ändert sich also wirklich für den Grundbesitzer?

War es vorher ärgerlich, dass der Eigentümer für den Erhalt der Straßen zur Kasse gebeten wurde, so zahlt er nun indirekt doch. Die Frage ist nur: setzt die Stadt die Mehreinnahmen dann auch tatsächlich zweckgebunden ein? Denn was wäre noch unangenehmer als die direkte Beteiligung an Sanierungskosten? Die reale Zahlung für fiktive Reparaturmaßnahmen!

Dann kann man betroffene Personen beglückwünschen, wenn die Immobilie nicht selbst genutzt wird und sich die erhöhten Auslagen auf Mieter umlegen lassen.

Der Fisch mag immer am Kopf zuerst stinken. In der Welt der Kosten, stinkt es immer der Person am Ende unserer Wohlstandskette.

😉