Neue Spezies

Gerade in diesen Tagen ist das Artensterben wieder großes Thema. Doch wir Menschen vernichten nicht nur Lebensformen, wir erschaffen auch neue Spezien.

Beispielsweise den Handy-Walker, der es immer wieder schafft, von A nach B zu gehen, ohne zu wissen, wie er/sie das genau vollbracht hat.

Oder den e-Biker: Eine neuere Gattung, die auf Rad- und anderen Wegen zu finden ist. Waren diese -meist älteren- Menschen vorher körperlich nicht in der Lage, sich mit einem Fahrrad fortzubewegen, sind sie nun gefährlich schnell damit unterwegs. Jetzt entwickelt die Industrie noch einen Umkipp-Assistenten (kein Witz). Der soll auch besonders unsicheren Radlern die Möglichkeit geben, mit einem e-Bike die Gegend unsicher zu machen. Es wird also wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis ein im e-Bike integrierter Hebekran auch die letzte Nutzungshürde beseitigt. Der konventionelle Rollator als Zweirad-Edition!

Kommen wir nun zu einer weiteren neuen Gattung, die in Deutschland bald offiziell auf den Straßen, Wegen und in den Kliniken Einzug halten wird: den e-Roller-Nutzer.

Klar, dass sich die Industrie auch die jüngeren Generationen mit neuen Fahrzeugen holen will, denen ein e-Bike uncool ist und darin einen Senioren-Transporter sehen. Zielgruppe sind demnach junge Stadtbewohner, die weder Fahrrad noch Auto nutzen wollen/können, denen Laufen zu weit bzw. anstrengend ist und die öffentlichen Verkehrsmittel zu langsam sind. Wie cool ist das denn, wenn man sich die letzten 300 Meter von der S-Bahnstation bis zum Arbeitsplatz mit dem e-Roller durch Autostaus fortbewegt? Wenn ein Radweg tatsächlich vorhanden sein sollte, wird der nicht genutzt, denn wer will sich schon von Rentern auf e-Bikes überholen lassen? Bietet doch die kompakte Bauweise ungeahnte Möglichkeiten, sich einen Kick auf dem Asphalt zu holen, den so mancher Autofahrer nun auch zu spüren bekommt, muss er nun zusätzlich zu den wilden Radlern mit noch wilderen Roller-Maniacs rechnen. Ebenso werden Schüler es begrüßen, statt in Mutters SUV, nun selbständig zur Schule zu rollen. Anleitungen zum Überwinden der 20-km/h-Begrenzung werden sicherlich, zeitgleich mit der Einführung der Roller, in den Internet-Foren zu finden sein.

Sie merken es, liebe Leserin und Leser, es entwickeln sich durchaus auch wieder völlig neue Gattungen in der industriellen Welt. Wie gut deren Überlebenschancen sind, wird sich in der Zukunft zeigen. Das Fehlen einer Helmpflicht ist zumindest schon einmal ein erster Schritt, die Zahl der Toten gegenüber der, der Schwerverletzten, zu erhöhen. Mit schweren Hirnschäden ist weniger zu rechnen, denn wer sich mit dem elektrischen Roller auf den Straßen der Innenstädte bewegt, hat eindeutig keines bzw. sehr wenig davon.

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