Dünkel um Dinkel

Dinkel wird gerne als ursprünglich und gesund beworben. Zudem ist dieser viel besser zu verdauen als der in Kritik stehende Weizen.

Jetzt musste ich erfahren, dass es überhaupt kein Ur-Dinkel gibt, sondern das Getreide sogar ein enger Verwandter des Weizens ist und es hier auch noch unzählige genetische Kreuzungen miteinander gibt.

Des Rätsels Lösung, so die Forscher: Teigwaren die mit Dinkel zubereitet werden, benötigen eine längere Zubereitungszeit. Hier kann nicht durch chemische Zusätze die Reifung beschleunigt werden. Dadurch werden beispielsweise Dinkel-Brötchen nicht nur teurer sondern auch bekömmlicher.

Im Grunde ist also nicht der Weizen das Problem, sondern die Art der heutigen, meist industriellen, Zubereitung.

Okay – einem Vorwurf kann sich dieses Getreide nicht entziehen: wäre es heikler, wie der Dinkel, würde es nicht die Möglichkeit geben, Fastfood-Teigwaren zu produzieren!

🤪

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Die Kunst der korrekten Diagnose

Wer zu einem Arzt geht, muss häufig einen Hang zu devotem Denken haben. Manchmal werde ich auch das Gefühl nicht los, dass wegen des Numerus Klausus nicht immer die Menschen Ärzte geworden sind, die es aus tiefster Überzeugung wollen, sondern Die, die es einfach einfach konnten, weil sie einen guten Notenschnitt aufwiesen.

Als Jugendlicher hatte ich beispielsweise heftige Bauchschmerzen. Ich war zweimal beim Arzt und der meinte zweimal: „Das sind Wachstumsschmerzen“

Ich müsste heute über 2 Meter groß sein, wenn diese Diagnose richtig gewesen wäre. Ich gab nach dem zweiten Besuch mich meinem Schicksal hin. Ich ertrug die Schmerzen, und wurde trotzdem nur 1,74 groß. Ein paar Jahre später stellte man fest, dass Magen wie auch 12-Fingerdarm total vernarbt waren. Ich hatte wohl reichlich Magengeschwüre gehabt.

Zurück in die nahe Vergangenheit….

Neulich Blutwerte untersucht. „Ihre Leberwerte sind schlecht. Sind Sie Trinker?“ Diese Frage an einen Menschen, dessen letzter Kasten Limobier zum Teil weggeschüttet werden musste, weil das Produkt schon längere Zeit abgelaufen war.

Ich natürlich trotzdem etwas nervös. Da meinte die nächste Ärztin in der Reha, als ich nach 3 Wochen noch einen Bluttest wollte: „Das war ja nur eine leichte Abweichung. Kein Grund zur Beunruhigung. Testen Sie den Wert nochmal eine Weile nach der Reha!“

Gut, dass wir darüber gesprochen haben!

Nächstes Szenario: während der Reha war ich beim Wandern umgeknickt. Der Fuss musste geröntgt werden. Meinte der behandelnde Arzt im Krankenhaus: „Ihre Gefäße sind verkalkt wie bei einem Greis. Sie müssen unbedingt einen Angiologen nach der Reha aufsuchen!“

Heute der Termin. Mit einer Art Blutdruckmessung an Handgelenk und Fußfesseln wurde geprüft, ob was ankommt und das tat es. Dann noch mit Ultraschall die Hauptschlagadern bis zu den Kniekehlen gecheckt, dann hieß es: „Ablagerungen ja, aber nichts gravierendes!“

„Warum hat man in der Klinik in Bad Frankenhausen etwas anderes diagnostiziert und wieso schmerzen und pochen meine Waden so?“, war meine Frage aber offenbar die Zeit auch abgelaufen.

„Das kann ich Ihnen nicht sagen!“, kam es knapp von der Ärztin zurück.

Kurz vorher hatte ich übrigens die Assistentin gefragt, ob man Verkalkungen auf Röntgenbildern sehen könnte. „Ja, sie müssen dann allerdings ausgeprägt sein.“

Also wohl fühle ich mich jetzt nicht wirklich.

Übrigens: Doet an dem Tresen meinte ich beiläufig, dass man hier wohl auch Herzultraschall durchführt und ich hätte dafür dann keinen Termin bei einem anderen Arzt im September ausmachen müssen.

„Ja, machen wir. Aber das ist eine andere Anwendung und da wir pro Patient im Quartal nur eine Untersuchung durchführen, wäre dann vor Oktober kein Termin möglich.“

Hier habe ich, mehr aus Versehen, doch alles richtig gemacht.

Und weil es so schön ist und Sie gerade am Lesen sind, noch eine Story zum Abschluss:

Anfang des Jahres hatte man beim Urologen eine Zyste am linken Samenstrang festgestellt.

„Wir warten erst einmal ob sie größer wird. Kommen Sie in drei Monaten nochmals zur Untersuchung.“

Das tat ich dann auch drei Monate später.

„Die Zyste ist größer geworden, aber OP noch nicht zwingend. Warten wir bis nach Ihrer Reha ab.“

Heute kam ich folgsam zu einer erneuten Untersuchung und teilte dem Arzt mit, dass ein leichter Schmerz auf der linken Seite generell wäre und der Druckschmerz noch stärker.

Raten Sie mal was der Urlologe nach der Untersuchung meinte? Sie liegen richtig wenn Sie folgendes getippt haben:

„Herr Bönsch, die Zyste ist zwar wieder ein Stück größer geworden, aber zu klein für eine OP. Warten wir einmal bis zum November ab und schauen dann nochmal nach.

Da wird dieses nervige Etwas vermutlich nochmals gewachsen sein, aber in der Vorweihnachtszeit ist so eine OP auch nicht schicklich.

Ich bin kein Freund von vorschnellen Eingriffen, aber wenn etwas wächst, und wenn auch langsam, und schmerzt, Tendenz steigend, dann fühle ich mich nicht wirklich wohl dabei, viermal im Jahr ein Wartezimmer mit mir zu belegen.

Dabei gibt es zudem den berühmten Spruch, gerade auf den Unterleib des Mannes bezogen: Auf die Größe kommt es nicht an!

🤣

Selters ist auch nur Wasser

Gleich vorweg der Hinweis: es werden in diesem Beitrag einige Produkte und deren Markennamen genannt. Da ich von keinem der Hersteller oder den dahinterstehenden Konzern finanzielle Unterstützung erhalte, ist das nicht als Werbung anzusehen sondern ergibt sich einfach aus dem Kontext der Geschichte, die ich berichten werde.

Letztes Wochenende war ich mit meiner Frau in Selters an der Lahn. Also dort, wo das bekannte Mineralwasser herkommt (wie auch diverse andere Wässerchen, aus umliegenden Quellen).

Das erinnerte mich an ein Erlebnis aus meiner Jugend.

Da meine Eltern sparsam waren, gab es einst bei uns nur Glasflaschenware, die wir in einem Supermarkt in der Nähe kauften. Die Zutaten darin: Wasser und Kohlensäure, vielleicht auch noch Spuren von irgendwelchen Minrralien. Das aber war dann rein zufällig.

Wie gerne fuhr ich mit der Familie zur Verwandtschaft, bestand dort doch die Chance „Wasser mit Geschmack“ zu bekommen. Das war dann meist Sprudel mit Orangen- oder Zitronengeschmack. Bluna oder Fanta, ein kulinarischer Höhepunkt, gab es nur in Gaststätten.

So fragte mich eines Tages mein Großvater: „Bub, was magst Du denn trinken?“

Ich antwortete höflich mit der Gegenfrage: „Was hast Du denn da, Opa?“

„Einiges!“, meinte er und fügte bei: „Magst Du ein Selters?“

Das klang gut. Ich sagte ja und staunte nicht schlecht, als kurz darauf ein Glas mit schnödem Mineralwasser vor mir stand. Opa bemerkte wohl meinen enttäuschten Blick und meinte mit wohlwollendem Unterton: „Das ist sogar echtes Selterswasser!“

So lernte ich, das Selters ein Wasser war und kurz darauf auch den Umstand, dass man in meinem familiären Umfeld bald jede Form von Sprudelwasser den Titel „Selters“ gab. So, wie die Frage nach einem Papiertaschentuch lautete: „Hast Du Mal ein Tempo für mich?“

Einmal jedoch lernte ich ein Selters mit Geschmack kennen. Diese war allerdings nicht fruchtig, sondern eklig bitter. Lag wohl daran, dass man dieses Aroma mit einer Tablette selbst machen konnte. Es nannte sich Alka-Selters und war gegen Kopfschmerzen. Es sollte wieder eine Weile vergehen, bis ich meinen Irrtum bemerkte. Das Zeug hieß Alka-Seltzer.

So befand ich mich also letztes Wochenende in dem Ort, an dem Kindheitserinnerungen verknüpft waren. Diesmal sollten bessere Erinnerungen folgen. Statt nämlich Wasser auf einem Fest in Weinheim, tranken wir reichlich Wein in Selters und trotz des hohen Konsums benötigen wir am nächsten Tag kein Alka-Dingsbums oder eine andere Kopfschmerztablette.

Ich rate übrigens davon ab, noch in ein paar Jahren ein Mineralwasser aus der Selters-Gegend zu kaufen. Ist mir echt peinlich, aber als ich mit dem Hund eine größere Tour unternommen habe, musste ich dringend Pipi machen und das tat ich dann auch ins Gebüsch. Leider waren meine Recherchen erfolglos, wie lange es braucht, bis mein persönliches „Mineralwasser“ durch das Gestein in der Tiefe angelangt ist, wo abgepumpt und anschließend abgefüllt wird. Bis dahin dürfte es allerdings weitgehend gereinigt sein.

Aber einfach vorsorglich, um ihnen geschmacklichen Frust vorzuenthalten, so wie ich ihn einst bei meinem Opa hatte: Trinken Sie bitte ab dem Jahr 2025 kein Wasser mehr aus den Selters-Quellen. 👻

Wunder der Natur

Ich hatte schon immer wieder Mal von dem Gerücht gehört, dass sich manche Likörsorten auf natürliche Weise herstellen lassen und nicht nur durch herkömmliche Destillation bzw. Brennerei.

Hier nun der Beweis und ein klares Indiz für die Klimaerwärmung, dass mittlerweile auch im Süden Europas heimische Kräuterschnapse in unseren Breitengraden wachsen können. Habe nämlich durch Zufall den seltenen Strauch mit italienischen Wurzeln entdeckt: den ficus ramazzoti

Senioren-Triatlon

Es gibt bekanntlich die weit verbreitete Meinung, dass reifere Menschen in eine Lethargie aus Langweile verfallen. Wiederum andere Personen in weniger fortgeschrittenem Alter amüsieren sich darüber, dass gerade Rentner wenig Zeit haben. Klar, dieser Personenkreis hat nicht mehr die Möglichkeit, Mal einfach einen Tag Urlaub zu nehmen oder Zeitguthaben für einen Gleittag zu nutzen.

Alles Quatsch, denn ein Senior bzw. eine Seniorin kennt keinen Leerlauf, denn man ist sportlich unterwegs.

So nehme ich beispielsweise am Montag bei einem Triathlon teil:

Vormittag geht’s nach Mainz zu einem Date mit einem Sozialberater. Mittags dann zwei Stunden lang Untersuchungen bei einem Gefäß-Spezialisten in Rüsselsheim. Um 17 Uhr erwartet mich dann in Hochheim der Urologe und der wird mir, nach dem nunmehr dritten Check in diesem Jahr, wohl eine OP empfehlen.

Einzig einen gravierenden Unterschied gibt es zu einer regulär tätigen Person: ich werde um meine Aktivitäten beneidet, denn Termine sind Mangelware. Ich überlege schon, ob ich einen Termin für ein Hirn-MRT zu vereinbaren. Im Moment geht es mir (mal das Gedankliche ausgeklammert) rechr gut unter der Schädeldecke, doch wer weiß: vielleicht bin ich nächstes Jahr froh, ihn zu haben. Wenn nicht, kann ich diesen über eBay versteigern.

Da fällt mir ein: die nächste vorsorgliche Darmspiegelung steht an. Hier muss ich unbedingt einen Termin vereinbaren. Ist zwar erst im Sommer 2021 fällig, aber nicht, dass die Praxis jetzt schon ausgebucht ist.

👻

NachdenklICHes – Finales Kapitel

Hier kommt es nun – viel später als angekündigt – das Zusatzkapitel zu meinen vorangegangenen drei Parts.

Es gibt immer wieder das Phänomen, dass manche Menschen mehr Päckchen in ihrem Leben zu tragen haben als Andere. Einige davon müssten mit Nachname Hermes heißen (ginge auch jeder andere Paketdienst, doch beispielsweise Hans Hermes klingt realistischer als Dieter DHL). Und doch sind manchmal gerade diese Menschen mit einer phänomenalen Unverdrossenheit bzw. Optimismus ausgestartet, die/den ich bewundere.

Die Mutter meines besten Freundes aus Schulzeiten, die war so ein Mensch. Recht früh verlor sie ihre erste Tochter. Diese war kaum mehr als 20 Jahre alt, als sie sich das Leben nahm. Das zweite Mädchen erkrankte an MS. Der körperliche Zerfall zog sich über mehr als 20 Jahre hin. Die Letzten dann nur noch im Bett liegend und als einziges Kommunikationsmittel blieb: blinzeln mit den Augen.

Was gibt es schlimmeres für eine Mutter, wie ihre Kinder so leiden und sterben zu sehen. Dazu noch Scheidung vom langjährigen Ehemann und der verbliebene Sohn hat auch seine gesundheitlichen und nicht gerade fürs Leben ungefährlichen Probleme.

Als ob das alles nicht an Schicksal gereicht hätte, musste U. auch noch, über Jahrzehnte hinweg, mehrmals die Woche von Taunusstein nach Wiesbaden in die Klinik, zur Dialyse. Grund dafür: kaputte Nieren und zu alt für ein Spenderorgan. Unkaputtbar und bewundernswert optimistisch ging Sie jedoch durch ihr Leben.

Sie lernte einen Mann kennen, zog mit ihm zusammen und heiratete erneut. Noch in den Flitterwochen fing er an zu husten. Als die vermeintliche Erkältung nicht besser wurde, konsultierte Er einen Arzt und war wenige Monate später tot. Lungenkrebs die Ursache dafür!

Das wäre dann nun wohl der Zeitpunkt gewesen, wo viele andere Menschen gesagt hätten: „Es reicht – ich mache jetzt Schluss mit diesem elenden Leben, als lebendes Elend!“

Doch auch jetzt noch war U. eine Kämpfernatur und so positiv eingestellt, dass sie erneut einen Partner fand und mit diesem einige Jahre verbrachte, bevor Sie dann ihren zwei Mädchen ins Jenseits folgte. Trotz all dieser Schicksalsschläge blieb U. tapfer und optimistisch genug, ihrem Leben eine Chance zu geben, es trotz der eingeschränkten Möglichkeiten lebenswert zu gestalten und sich immer wieder ihr kleines Glück zu gönnen. Dafür hat besitzt sie, so lange ich lebe, meine Bewunderung und das, obwohl ich einst in ihre jüngere Tochter verliebt war und sie meinte: „Du bist der beste Freund für meinen Sohn und ich mag Dich. Aber Du bist nicht der beste Freund für meine Tochter. Das mag ich gar nicht!“ Dies war wohl dem Umstand geschuldet, dass ich mich damals noch in einer Evaluierungsphase befand und die weiblichen Testpersonen doch recht häufig wechselte. 😉

Selbst wenn das Leben wie eine abgetrocknete Zitrone zu sein scheint, holen da manche Menschen noch verdammt viel Saft raus, statt sie einfach wegwerfen.

„Ihr Alle, die Ihr kämpfen und leiden müsst: ich bewundere Euch!“

Premium Blog-Eintrag

Es wird häufig diskutiert, dass wir in der westlichen Welt einem Werteverfall unterliegen. Eines ist zweifelsfrei: in Beschreibungen diverser Produkte trifft es absolut zu!

Von einem sogenannten Premium-Fahrzeug wissen wir, dass meist nur der Anschaffungspreis und die Gagen der Vorstände sowie die Schummelsoftware diese Bezeichnung verdient.

Auch ein Premium Schwarzwälder Schinken hat häufig die genannte Region nur durch ein paar Tage der Räucherung erfahren. Das Tier stammt von irgendwo aus Europa, wurde getötet in einer Großschlachterei und dann ging ein Teil davon auf Reisen in den Südwesten Deutschlands. Den hohen Preis, den der Verbraucher nach der Veredlung zahlt, ist wohl hauptsächlich dem Kilometergeld geschuldet. Es wird zudem nur noch eine Frage der Zeit sein, bis es seitens der gesetzlichen Bestimmungen völlig ausreichend ist, dass eine Führungskraft aus dem Schlachtbetrieb eine Zweitwohnung im Schwarzwald unterhält. Dann ist die Bezeichnung „Premium-Qualität aus dem Schwarzwald“ rechtlich nicht anfechtbar.

Eine weitere Dimension von Premium habe ich dieser Tage erlebt. Da wandere ich den „Premium Wanderweg Wispersteig“ ein Stück entlang. In der Tat gab es Abschnitte mir schöner Aussicht und von daher kann man das besprochene Prädikat so stehen lassen. Aber dann gab es auch solch einen Bereich:

Das sah eher nach Renaturierung aus!

So naturbelassen sollte kein Wanderweg sein, besonders dann nicht, wenn man ihn mit der Bezeichnung Premium bewirbt. Aber vielleicht sollte ich lieber keine Forderungen stellen. Sonst kommt noch jemand auf die Premium-Idee, Maut auf Wanderwegen einzuführen.

Und bevor nun die Zweifler überlegen, ob ich vielleicht vom rechten Weg abgekommen bin? Nein, es gab kurz vorher ein Schild und kurz darauf wieder. Ich war eindeutig korrekt unterwegs und die hohen Brennesseln haben (Dank kurzer Hose) meine Beine so richtig in Premium-Qualität brennen lassen. 🥴