Alles im Wandel

Als junger Bub erzählte man mir vom Christkind und dem Nikolaus. Ich glaubte fest daran, bis ich eines Tages unseren Nachbarn erwischte, wie er aus dem Kostüm schlüpfte.

Ich wusste, dass Störche die Kinder bringen und war erstaunt, wie selten man diese Vogelgattung sah, im Verhältnis zu den vielen Neugeborenen. Auch hier wurde ich behutsam, über Biene und Blüte an den wahren Prozess der Kindeszeugung herangeführt.

Dann war ich volljährig und dachte, dass all die gelernten Dinge nun endgültig und damit fix seien. Ich wusste zwischenzeitlich auch, dass Eltern alles andere als unfehlbar sind.

Doch es ging weiter damit. Um nur ein Beispiel zu nennen: Pluto, einen Stern den ich besonders liebte, weil er wie der Zeichentrick-Hund neben Goofy hieß, dem wurde der Titel Planet aberkannt. Das war eine Frühform der Ausgrenzung, weil er eben kleiner und damit anders als die anderen Planeten war.

Gerade erlebe ich wieder so einen Moment, wo altes Wissen seinen Wert zu verlieren scheint. So dachte ich bisher, dass Schreiben, Lesen, Kreuzworträtsel lösen und Sudoku spielen das Hirn fit hält. Mein Blog sozusagen meiner eigenen und auch Ihrer geistigen Wellness dient. Doch nun schocken mich schottische Wissenschaftler mit ihren Erkenntnissen.

Es ist völlig egal ob wir uns im reiferen Alter geistig besonders anstrengen! Der Verlust der Merkfähigkeit sinkt nahezu gleich schnell, wie auch die Menge, die wie vergessen. Einen einzigen Vorteil habe die Menschen, die schon immer etwas mehr gelernt haben und wissen: es dauert etwas länger bis der Kopf leer ist, weil einfach mehr drin ist.

Um es einmal trivialer darzustellen: aus einer 3-Liter-Gießkanne fließt die gleiche Menge Wasser raus wie aus einer mit 10 Litern. Nachfüllen geht bei beiden nicht und nachschütten funktioniert wohl auch nicht, will man den Wissenschaftlern Glauben schenken.

Also freue ich mich, so lange ich Sie noch mit solchen Blogeinträgen „benetzen“ kann und Glückwunsch: obwohl mein Humor manchmal schon recht trocken wirkt, sind Sie noch geistig feucht genug, ihn als solches anzunehmen. Lassen Sie uns also die Zeit genießen, die wir noch in geistig hellem Zustand verbringen können. Lesen Sie meine Texte nicht zum Gehirn-Jogging, sondern einfach weil es Spaß macht.

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2 Gedanken zu „Alles im Wandel

  1. Echt jetzt, sowas haben Wissenschaftler herausgefunden? Wie bringe ich jetzt meiner Mutter bei, dass sie aufhören kann, Kreuzworträtsel zu lösen und vor allem meinen Vater nicht mehr dazu nötigen braucht? 🤔

    • Also ich habe echt kein Blods6 geschrieben. Aber wenn Deine Eltern früh genug mit dem Gehirn-Jogging angefangen haben, wird es eine Weile dauern bis die Speicher leer sind. Außerdem bauen Hirne (genetisch bedingt) unterschiedlich schnell ab. Schlimm allerdings wäre, fürs Selbstwertgefühl, wenn man irgendwann merkr, dass bei den Eltern immer noch mehr Licht im Kopf brennt, als bei einm selbst. 😉

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