Von Gier und Unfähigkeit

Es war einmal ein Unternehmen, das wuchs ordentlich, doch irgendwann war es den Bossen zu wenig. Sie entschieden sich an die Börse zu gehen, damit reichlich Kapital der Anleger zur Verfügung stünde.

Immer wieder wurde der Börsengang verschoben, auch weil man sich sicher sein wollte, dass auch genügend Interessenten vorhanden waren und ein ordentlicher Batzen Geld in die Kassen gelangt. Für einen Aktienpreis von weit über 30 Euro ging es dann los.

„Wird ein Fisch durch Futter alleine nicht fett, dann schränke die Bewegung ein!“

So ungefähr muss wohl ein Leitsatz lauten, den Vorstände bei ihrem Studium lernen. Tatsächlich: Personalabbau hilft entscheidend bei dieser Lähmung und führt erst einmal zur Gewichtszunahme.

„Gierigen Anlegern etwas vorzugaukeln, rächt sich!“

Das lernt man leider nicht im Studium, aber bewahrheitet sich immer wieder. Für diese Expertise bedarf es lediglich ein wenig geistiger Bodenhaftung!

Aktuelles Fazit: viele Arbeitsplätze gingen verloren und trotzdem auch ein Drittel des Einstiegswertes der Aktie!

Ein Einzelfall? Nein!

Ein Familienunternehmen wurde durch ein großes amerikanisches Unternehmen gschluckt und verlor dort im Schatten des Konzerns die schillernde Farbe – seine Besonderheit. Also schnell mal nach einem Interessenten umgesehen, dessen Gier blind macht.

Respekt: das hat perfekt funktioniert und für den fast dreifachen Preis des Einkaufs wurde der Laden verkloppt. Kurioses am Rande: Vorstände von Käufer wie Verkäufer feierten sich – die Mitarbeiter ahnten bereits, dass sie den Preis für den Preis zahlen mussten. Denn wo kein Geld mehr ist für neue Pferde, muss das alte Gespann die noch größere Kutsche ziehen und das mit höherem Tempo.

Warum muss man teure Vorstände installieren, wenn es letztendlichimmer wieder gleich verläuft?

Die Einen wollen Profite machen und wenn das nicht permanent klappt oder nicht in geforderter Höhe, dann fängt man an zu sparen. Erst einmal versucht man an der Kutsche zu entfernen, was sich entfernen lässt. Irgendwann tun es auch nur noch zwei Reifen an einer Deichsel und wenn das Gefährt ohnehin leichter wird, dann kann man auch den 4-Spänner zu einem aus zwei Pferden umrüsten. Welche Pferde dabei verloren gehen ist egal. Hauptsache unproblematisch und schnell.

Da nun die Kutsche jeglichen Reiz verloren hat und niemand mehr mit fahren will, gibt es nur noch wenige Optionen: die restlichen Pferde zum Schlachter und die Kutsche zu Brennholz machen. Oder: vielleicht gibt es ja noch irgendwo einen Spinner auf dem Markt, der einfach nur seinen Fuhrpark vergrößern will, egal womit; Hauptsache es sieht nach viel aus!

Dann wird verkauft, notfalls auch ohne Pferde und wieder klopfen sich ein paar Vorstände auf die Schulter, wenn sie auf die eigenen Bankkonten blicken.

Klingt irre – aber genau so läuft es leider ab und der Markt ist voller gieriger Raubfische, die nur eines wirklich können: einem eine Sardine als Koi-Karpfen anzudrehen.

Und selbst wenn so ein Vorstand dann erzählt: „Sorry, wir dachten, da sei mehr drin!“ – dann gibt’s eine Abfindung, für die ein Altenpfleger vermutlich sein Leben lang malochen müsste. Und irgendwo wartet bereits ein neues Unternehmen, mit dem Inserat:

„Stichling sucht Vorstand der uns zum Fake-Goldfisch formt!“

Der Pilz in uns

Seit einiger Zeit bin ich fest davon überzeugt: der Mensch stammt vom Fliegenpilz ab!

Wieso?

Das kann ich schnell erklären.

Zunächst einmal stehen wir etwas pickelig aber knackig im Leben:

Einige Jahre später hat das Leben die ersten Spuren an uns hinterlassen, aber dennoch trotzen wir fest dem Alltag.

Irgendwann kommt eine Zeit, da sind die Pickel weitgehend weg aber wir haben auch reichlich Farbe gelassen. Schön ist anders und unser Ursprung ist kaum noch erkennbar:

Also eindeutiger geht es nicht: vielleicht sind Fliegenpilze nicht unsere Vorfahren, dann aber doch enge Verwandte!

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Wenn Eines eine Reise tut

Habe dieser Tage einen preiswerten Mediaplayer erworben und war einfach Mal neugierig, was dieses Teil denn so erlebt hat, bis es bei mir angekommen ist.

Das Design für die elektronischen Bauteile der ARM-Technologie stammt aus England. Gegen Lizenzgebühren wurden die meisten Elemente jedoch in Taiwan produziert, manche auch in Japan. Die endgültige Zusammenstellung des Players erfolgte dann in Shenzhen, China. Kurzum und kaum noch eines Erstaunens wert: das Gerät ist „Made in Asia“!

Wie es von dort in einem einen Ort in Rumänien landete, ist mir nicht bekannt. Dürfte aber via LKW. dann Schiff und erneut Lastkraftwagen erfolgt sein. Dort jedenfalls lagerte der Player bis ich ihn erwarb, weil er hier bei einem Händler am preiswertesten war.

Zunächst traf der Player am frühen Vormittag des 8.10. in Bucharest ein, der Hauptstadt Rumäniens. Gegen 20 Uhr ging es dann nach Brescia in Italien. Ich denke Mal, mit einem Flugzeug, denn bereits um 22:30 Uhr war das Päckchen unterwegs nach Leipzig und traf dort, nach nur 2 Stunden um 0:30 Uhr am 9.10. ein. So schnell ist kein LKW durch die Alpen unterwegs. Um 5 Uhr ging es mit einem anderen Frachtflugzeug nach Frankfurt um bereits 6:30 Uhr als im Logistik-Zentrum angenommen vermerkt zu sein. 4 Stunden später, knapp 2 Tage nach meinem Kauf, wurde der Player an meiner Haustür abgeliefert.

Offen gestanden hat mich diese Erkenntnis beschämt, denn mit dieser vermeintlich kleinen Kauf-Aktion habe ich, ökologisch betrachtet, natürlich irren Raubbau betrieben! Erstaunlich jedoch, wie viele Menschen, durch die Entwicklung, die Produktion, Verpackungsmaterialien sowie dem Transport eine Beschäftigung und damit Verdienst hatten.

Jetzt war das allerdings nur ein kleines Gerät. Schon Wahnsinn, was wir Menschen, für unseren Wohlstand und meist nur zum reinen Vergnügen, mit unsere Umwelt anstellen!

Im Schnitt ist alles Super

Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht: Statistiken sind meines Erachtens meist für die Tonne und beschönigen nur einen Zustand!

So werden in Deutschland einige Wenige immer reicher und damit fällt im Durchschnitt nicht auf, dass dafür immer mehr Menschen wesentlich ärmer werden.

In Zahlen:

10 Prozent der Reichsten besitzen über 50 Prozent des Kapitals in Deutschland. Aber über die Hälfte aller Einwohner nur etwas mehr als 10 Prozent.

Noch interessanter wird es, dass in Bälde schon jede 5te Person in Deutschland unter der Armutsgrenze liegt. Dabei sind die Meisten aus dieser Rubrik sogar berufstätig!

Was nützt Dir ein Stundenlohn von 9,50 Euro – wenn eine 2-Zimmer-Wohnung im Rhein-Main-Gebiet schon in vielen Orten kaum mehr unter 1000 Euro Kaltmiete zu haben ist? Da reicht eine 40-Stunden-Woche gerade noch, um die Umlagen zu decken. Essen und Sonstiges? Fehlanzeige!

Noch ein Beispiel gefällig für Statistiken und ihre zweifelhafte Aussagekraft?

Wir alle müssen die sogenannte EEG-Umlage bezahlen. Je billiger der Strom auf dem Markt wird, umso höher fällt diese aus, denn es steht die Zusage an die Öko-Strom-Produzenten, deren Strompreis so hoch staatlich zu subventionieren, dass diese keine Verluste einfahren.

5 Prozent der stromintensiven Unternehmen sind von der Umlage befreit. Klingt erst einmal nicht viel. Zusamen aber benötigen diese Firmen ca. 50 Prozent des Energiebedarfs aller deutschen Haushalte. Also zahlen 95 Prozent der Gering-Verbraucher die 50 Prozent Einnahmen-Ausfall durch die Stark-Verbraucher mit. Das reduziert dort natürlich die Kosten und erhöht im Gegenzug die Einnahmen der Vorstände.

Habe ich schon erwähnt, was ich von Statistiken halte?

Ende der Blütezeit

Wir haben gestern einen Tagesausflug in die Tschechische Republik unternommen. Es war schon ein arg beklemmendes Erlebnis, zu sehen, wie einst offenbar schöne Orte, dem Verfall ausgesetzt sind. Überall leerstehende Gebäude, die langsam zu Ruinen werden. Eben noch durchgehend guten Mobilfunk und sogar LTE in weniger bebauten Gebieten und plötzlich reicht es gerade noch zur reinen Telefonie und das mitten in einem Ort, der einst von Touristen stark frequentiert war.

Ich war arg betroffen, dass es zwar keine Grenzkontrollen mehr gibt, aber die Kluft zwischen Wohlstand und Zerfall ihre eigenen Grenzlinien zieht.

Ach so… bevor wir uns da vielleicht falsch verstehen: ich spreche von meiner Rückkehr aus der Tschechei in den bayrischen Wald. Bis auf wenige touristische Hochburgen, wie Bodenmais, sieht es in anderen einstigen deutschen Urlaubszielen richtig Elend aus. Kein Wunder, kann doch der Deutsche für 450 Euro inklusive Flug und Vollpension für eine Woche auf Mallorca verbringen. Was will er da in Zwiesel oder Bayerisch Eisenstein?

Und bevor dort Jemand mobil im Internet surfen kann, wird man im Frankfurter Raum bereits mit G6 surfen oder vielleicht sogar vom Flughafen Berlin/Brandenburg fliegen können.