Über boenschi

Ich schreibe gerne - und stelle die (von Menschen gemachte) schräge Welt noch schräger dar. Sollte es den ein oder anderen Leser schmunzeln oder nachdenken lassen, so hat mein Blog sein Ziel erreicht!

Dynamische Statistik

Dass ich kein Freund von Statistiken bin und die Erheber oft mehr Fantasie aufbringen, als ein Science-Fiction-Autor, wissen einige Personen, die meinen Blog kennen.

Ein aktuelles Beispiel:

Die IHK benennt für Berlin in 11/2018 einen Fachkräftemangel von 121.000 Personen.

Die Berliner Arbeitsagentur kommt nur auf etwas mehr als 19.000 Stellen.

Der rbb dagegen hat in seiner Auswertung: ca. 77.000 offene Fachkräftestellen gemeldet.

Was stimmt denn nun?

Es verdeutlicht aber auch, dass für Jeden etwas an Erhebung dabei ist, ganz egal, ob wir uns die Stellensituation schön- oder eher schlechtreden möchten.

So gibt es da die wohlklingende Aussage: „Die Einbindung älterer Menschen auf dem Arbeitsmarkt nimmt zu! Im Jahr 2000 waren Menschen im Alter zwischen 55 und 64 zu rund 37 Prozent erwerbstätig – im Jahre 2017 mehr als 70 Prozent.“

Kein Wunder, wenn man es genau nimmt: vor dem Millennium-Wechsel haben noch viele Arbeitnehmer den vorzeitigen Ruhestand angetreten (mit betrieblichen Unterstützungen), weil sie ohnehin mit 63 die Regelaltersgrenze erreicht haben. Dagegen muss ich aktuell, obwohl ich schon seit über 40 Jahre in den Rententopf einzahle, noch bis 2028 warten – kurz vor meinem 67 Geburtstag ist es dann so weit.

Mal sehen, wie weit man bis dahin noch den Renteintritt gestreckt hat und irgendwann lobt sich die Arbeitsagentur in einer Statistik: „Befanden sich 2018 nur etwa 2 Prozent der über 70 Jährigen in einem Arbeitsverhältnis, sind es nunmehr 80 Prozent!“

 

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Servus Cebit

Deutschland, einst ein strahlendes Land der Innovationen, gehen so langsam die Lichter aus.

Erfindungen, wie beispielweise die 1971 entwickelte Magnetschwebebahn, gibt es seit 2011 nur noch in China und Japan zu bewundern. Wenn hier noch irgendwas entwickelt wird, findet die Vermarktung und Produktion größtenteils im Ausland statt.

Und nun das: Nach mehr als 30 Jahren stellt die Cebit – einst weltgrößte IT-Messe in Hannover – den Betrieb ein! Es ist noch nicht lange her, da war diese Schau ein Pflichtprogramm für IT-Bereiche deutscher Unternehmen und Eintrittskarten wurden häufig zur Kundenbindung bzw. Mitarbeiterbelobigung verteilt. Alles Ausgaben, die heute dem Rotstift zum Opfer fallen.

Es wird wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis auch die IAA in Frankfurt das Zeitliche segnet. Denn auch da haben immer weniger werdende Autohändler immer geringere Kontingente an Karten. Wenn die Internationale Automobil Ausstellung ohnehin nur noch von Gästen aus dem Ausland besucht wird, kann sie auch dahin verlegt werden.

Ich hätte da noch einen Vorschlag zur Rettung der beiden Messen:

Warum nicht Cebit und IAA zusammenlegen?

Da könnten sich die Hersteller von Schummel-Software oder –Hardware gleich mit den Automobilherstellern austauschen. Zusätzlicher Services mit Infoständen der Rechtsanwaltskammern sowie der Justiz wären denkbar.

Suche nach dem G-Punkt

Seit Jahren führen wir Diskussionen über flächendeckendes Internet und ich muss beispielsweise nur wenige Kilometer in den Taunus fahren, um zu erkennen: hier deckt nichts die Fläche! Halte ich mir Smartphones mit Sim-Karten von T-Mobile, Vodafone und O2/ePlus bereit, kann ich die Areale der weißen Flecke halbwegs klein halten, doch sie sind definitiv vorhanden und bequem ist das Ganze nicht.

Daher finde ich den Ansatz gut, so wie in Frankreich längst üblich, bei der Vergabe von neuen 5G-Frequenzen nicht den höchsten Preis erzielen zu wollen. Es gilt die Provider in die Pflicht zu nehmen, dass flächendeckend, flächendeckend bedeutet. Wenn ich mir einen Eimer kaufe möchte ich auch nicht, dass er nur fast dicht ist.

Insofern lässt es mich kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen, dass es Politiker gibt, die den Druck auf die Provider bei der Vergabe der 5G-Lizenzen schon wieder senken wollen. Das sind die Volksvertreter, die sich selbst nicht in den Gegenden aufhalten, wo Anwohner sich schon über eine 2000er-DSL-Verbindung freuen würde.

Natürlich sind 5G-Geschwindigkeiten derzeit so wichtig, wie DSL Mitte der 90er. Doch wenn wir in ein paar Jahren mit unseren autonom gesteuerten E-Fahrzeugen durch die Gegend fahren, müssen wir befürchten, dass es (bleiben wir bei unserem Beispiel) im Taunus nur noch zu Fuß weitergeht.

Fatal, wenn uns profilierungsbedürftige Politiker der Chance berauben, auch dort Service zu bieten, wo der finanzielle Einsatz sich nicht rechnet.

Auf der anderen Seite: wieso sollen denn die Menschen Internet haben, die ohnehin bald keiner mehr besuchen kann, weil die Mobilität mit der Funkverbindung endet? Selbst schuld, wer da lebt wo selbst ein Eremit sich einsam fühlt.

 

 

Neue Spritpreiserhöhung in Sicht:

Warum diese Aussage in der Überschrift?

In Mainschleuse bei Offenbach blockiert ein havariertes Schiff den Transport von Waren und Brennstoffen. Das wird die Versorgungsengpässe dramatisch erhöhen und die Mineralöl-Preise explodieren lassen.

Wir haben alle in diesen Tagen gelernt: der Spritpreis ist nicht nur vom Rohölpreis und den Zockereien an den Börsen abhängig, sondern extrem abhängig sind wir Endverbraucher davon, wie stark die Beladung der Tankschiffe sein kann. So ist der Preis für E10-Kraftstoff seit März 2018 (und Beginn der Trockenheit) um gut 20 Cent gestiegen. Der Rohölpreis für ein Barrel, nach einer temporären Erhöhung, liegt mittlerweile wieder ca. 2 Euro unter dem durchschnittlichen Märzpreis.

Ergo: die aktuelle Dürre ist schuld, dass wir aktuell so viel an den Tankstellen berappen müssen!

Ich werde jetzt einmal nachrechnen, in welchem Umfang sich das Niedrigwasser tatsächlich auf den Liter Rohöl preislich auswirkt:

1 Barrel Rohöl wiegt ca. 0,137 Tonnen und kostet aktuell ungefähr 55,66 Euro an den Börsen ab Rotterdam.

Ein normales Tankschiff lädt rund 2200 Tonnen Rohöl = 16000 Barrel = knapp 891.000 Euro. Bis beispielweise nach Basel entstehen ca. 500.000 Euro Frachtkosten. Damit kommen wir auf einen Barrel-Preis von knapp 87 Euro.

Können nur noch 30% wegen Niedrigwasser beladen werden – steigt der Barrelpreis (bei unverändert hohen Transportkosten) auf 92,60 an.

Ein Liter Rohöl generiert daher „normalen“ Frachtkosten von: 0,55 Cent

Ein Liter Rohöl kostet bei auf 30% reduzierter Niedrigwasser-Fracht: 0,58 Cent

Das bedeutet konkret: aktuell dürfte der Spritpreis für einen Liter Benzin maximal 4 Cent über dem Märzpreis liegen und würde damit den Reedereien keinerlei Verluste zuführen. Das Wetter in diesem Jahr trägt also nur einen geringen Anteil an dem mächtigen Preisanstieg. Es liefert nur ein gutes Schein-Argument, um sich am Endverbraucher bereichern zu können.

Blackout

Eigentlich wäre jetzt die Zeit, wo man sich erschöpft vom Halloween-Konsum zurücklehnt und mental auf die anstehenden Weihnachtseinkäufe vorbereitet. Stattdessen wird dem ein oder anderen Mensch schwarz vor Augen.

Was einst an einem Freitag in Amerika mit einem Black-Friday begann, streckt das Gewerbe mittlerweile auf ganze Wochen aus. Es ist nur noch der Frage der Zeit, bis wir nicht nur einen schwarzen Freitag, schwarze Wochen sondern einen Black-Month bekommen. Rein von der minimalen Sonnenscheindauer bietet sich das Ganze an, womöglich sogar auf ein dunkles Quartal auszudehnen, wo wir vor lauter vermeintlichen Schnäppchen kaum noch zum Schnappen (von Luft) kommen.

Anfang des folgenden Jahres dann die „Sad-Weeks“ des Einzelhandels, weil die Shoppoholics so viel schwarz gekauft haben, dass das Weihnachtsgeschäft eingebrochen ist – sofern man das überhaupt noch trennen kann. Aber vielleicht hilft dann ja ein White-Saturday im Januar als Alternative weiter? Wir werden sehen was die Amerikaner einführen, because: yes, they can!

Die Bio-Bundesbahn

Das nenne ich mal Nachhaltigkeit!

Die Deutsche Bahn rangiert ICEs auf Hauptstrecken aus und setzt fortan diese auf alten IC-Strecken ein (hier: zwischen Kassel und Bensheim). Da Industrie und Gewerbe gerne die echten oder fiktiven Mehrkosten auf die Konsumenten umschlägt, macht das natürlich auch die Bahn.

Für einen Pendler aus Stadtallendorf beispielweise bedeutet das:

Bisher:

Die RMV Jahreskarte 2702,80 Euro

Das IC-Zuschlagticket kostet im Jahr 373,90 Euro –  insgesamt 3076,70 Euro

Neu:

ICE Ticket ab Dezember 3154,- Euro

zzgl. Zuschlag Stadtverkehr Frankfurt 480,20 Euro – insgesamt mehr als 3600 Euro.

Doch was bekommt der Pendler für den Mehrpreis von ca. 550 Euro?

Zeitlich wird es keinen Gewinn bringen, aber WLAN und ein Bistro sind im Zug. Er muss sich auch an die Strecke halten und darf nicht mehr einfach mal so durch die Gegend in den Tarifzonen fahren.

Natürlich kann Herr X aus Stadtallendorf enorm sparen und den Preisaufschlag minimieren, wenn er die Bereitschaft zur Maximierung seiner Fahrtzeit akzeptiert. Ungefähr 2 Stunden, für die einfache Strecke vom hohen Norden bis in die Frankfurter Innenstadt ist doch nicht so schlecht, oder? Nahezu die gleiche Zeit muss auch ein Pendler aus Zellhausen (bei Seligenstadt) bis zum Opernplatz in Frankfurt einplanen.

Zeit ist eben relativ und die Kosten für den Weg von sowie zu der Arbeit auch!

Nachhaltigkeit gibt es eben nicht umsonst!  😉

Die aktuelle Lage

Es gibt Zeiten, da tue ich mir gewaltig schwer, humorvoll überzeichnet über den alltäglichen Wahnsinn zu schreiben. Das reizen die politischen Lager schon selbst bis zur Grenzwertigkeit aus.

Und die Lage sonst?

Die Spritpreise sind gestiegen, wegen der Trockenheit, weil die Schiffe nur noch mit geringerer Beladung uns das Öl liefern können. Nun werden weitere Preissteigerungen prognostiziert, wegen der US-Sanktionen gegen den Iran. Nur noch eine Frage von Tagen, bis der Gaspreis nachzieht, falls er es nicht bereits schon hat.

Wenn sich jetzt alle auf Elektro-Autos stürzen, hilft es zwar, dass die Telekom Ladestationen an ihren Verteilerkästen anbieten wird, doch wir wissen, dass das die Tarife teurer als bei anderen Anbietern ausfallen werden. Dürfen Vodafone- sowie O2-Kunden dann überhaupt auch dort laden? Hat das zudem Einfluss auf meine Internetgeschwindigkeit?

Der Wirtschaft geht es auch nicht mehr so rosig. Apple ist aktuell kein 1-Billion-US-Dollar-Unternehmen mehr, weil die Gewinne im letzten Quartal zwar gewachsen sind, aber die Zahl der Verkäufe sanken. Die Unternehmen sind verunsichert: wen sollen sie über Lobbyisten für viel Geld beeinflussen, wo nicht klar ist, wer bald die Regierung stellt?

Unter diesen Umständen ist es wirklich schwer, humorvolle Satire mit Pietät durchzuführen.

Doch es gibt auch etwas Fröhliches zu vermelden:

Die Bahn erhöht die Fahrpreise – aber das hatte sie ohnehin vor, auch ohne Dürre und Iran-Embargo.