Über boenschi

Ich schreibe gerne - und stelle die (von Menschen gemachte) schräge Welt noch schräger dar. Sollte es den ein oder anderen Leser schmunzeln oder nachdenken lassen, so hat mein Blog sein Ziel erreicht!

Wenn Eines eine Reise tut

Habe dieser Tage einen preiswerten Mediaplayer erworben und war einfach Mal neugierig, was dieses Teil denn so erlebt hat, bis es bei mir angekommen ist.

Das Design für die elektronischen Bauteile der ARM-Technologie stammt aus England. Gegen Lizenzgebühren wurden die meisten Elemente jedoch in Taiwan produziert, manche auch in Japan. Die endgültige Zusammenstellung des Players erfolgte dann in Shenzhen, China. Kurzum und kaum noch eines Erstaunens wert: das Gerät ist „Made in Asia“!

Wie es von dort in einem einen Ort in Rumänien landete, ist mir nicht bekannt. Dürfte aber via LKW. dann Schiff und erneut Lastkraftwagen erfolgt sein. Dort jedenfalls lagerte der Player bis ich ihn erwarb, weil er hier bei einem Händler am preiswertesten war.

Zunächst traf der Player am frühen Vormittag des 8.10. in Bucharest ein, der Hauptstadt Rumäniens. Gegen 20 Uhr ging es dann nach Brescia in Italien. Ich denke Mal, mit einem Flugzeug, denn bereits um 22:30 Uhr war das Päckchen unterwegs nach Leipzig und traf dort, nach nur 2 Stunden um 0:30 Uhr am 9.10. ein. So schnell ist kein LKW durch die Alpen unterwegs. Um 5 Uhr ging es mit einem anderen Frachtflugzeug nach Frankfurt um bereits 6:30 Uhr als im Logistik-Zentrum angenommen vermerkt zu sein. 4 Stunden später, knapp 2 Tage nach meinem Kauf, wurde der Player an meiner Haustür abgeliefert.

Offen gestanden hat mich diese Erkenntnis beschämt, denn mit dieser vermeintlich kleinen Kauf-Aktion habe ich, ökologisch betrachtet, natürlich irren Raubbau betrieben! Erstaunlich jedoch, wie viele Menschen, durch die Entwicklung, die Produktion, Verpackungsmaterialien sowie dem Transport eine Beschäftigung und damit Verdienst hatten.

Jetzt war das allerdings nur ein kleines Gerät. Schon Wahnsinn, was wir Menschen, für unseren Wohlstand und meist nur zum reinen Vergnügen, mit unsere Umwelt anstellen!

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Im Schnitt ist alles Super

Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht: Statistiken sind meines Erachtens meist für die Tonne und beschönigen nur einen Zustand!

So werden in Deutschland einige Wenige immer reicher und damit fällt im Durchschnitt nicht auf, dass dafür immer mehr Menschen wesentlich ärmer werden.

In Zahlen:

10 Prozent der Reichsten besitzen über 50 Prozent des Kapitals in Deutschland. Aber über die Hälfte aller Einwohner nur etwas mehr als 10 Prozent.

Noch interessanter wird es, dass in Bälde schon jede 5te Person in Deutschland unter der Armutsgrenze liegt. Dabei sind die Meisten aus dieser Rubrik sogar berufstätig!

Was nützt Dir ein Stundenlohn von 9,50 Euro – wenn eine 2-Zimmer-Wohnung im Rhein-Main-Gebiet schon in vielen Orten kaum mehr unter 1000 Euro Kaltmiete zu haben ist? Da reicht eine 40-Stunden-Woche gerade noch, um die Umlagen zu decken. Essen und Sonstiges? Fehlanzeige!

Noch ein Beispiel gefällig für Statistiken und ihre zweifelhafte Aussagekraft?

Wir alle müssen die sogenannte EEG-Umlage bezahlen. Je billiger der Strom auf dem Markt wird, umso höher fällt diese aus, denn es steht die Zusage an die Öko-Strom-Produzenten, deren Strompreis so hoch staatlich zu subventionieren, dass diese keine Verluste einfahren.

5 Prozent der stromintensiven Unternehmen sind von der Umlage befreit. Klingt erst einmal nicht viel. Zusamen aber benötigen diese Firmen ca. 50 Prozent des Energiebedarfs aller deutschen Haushalte. Also zahlen 95 Prozent der Gering-Verbraucher die 50 Prozent Einnahmen-Ausfall durch die Stark-Verbraucher mit. Das reduziert dort natürlich die Kosten und erhöht im Gegenzug die Einnahmen der Vorstände.

Habe ich schon erwähnt, was ich von Statistiken halte?

Ende der Blütezeit

Wir haben gestern einen Tagesausflug in die Tschechische Republik unternommen. Es war schon ein arg beklemmendes Erlebnis, zu sehen, wie einst offenbar schöne Orte, dem Verfall ausgesetzt sind. Überall leerstehende Gebäude, die langsam zu Ruinen werden. Eben noch durchgehend guten Mobilfunk und sogar LTE in weniger bebauten Gebieten und plötzlich reicht es gerade noch zur reinen Telefonie und das mitten in einem Ort, der einst von Touristen stark frequentiert war.

Ich war arg betroffen, dass es zwar keine Grenzkontrollen mehr gibt, aber die Kluft zwischen Wohlstand und Zerfall ihre eigenen Grenzlinien zieht.

Ach so… bevor wir uns da vielleicht falsch verstehen: ich spreche von meiner Rückkehr aus der Tschechei in den bayrischen Wald. Bis auf wenige touristische Hochburgen, wie Bodenmais, sieht es in anderen einstigen deutschen Urlaubszielen richtig Elend aus. Kein Wunder, kann doch der Deutsche für 450 Euro inklusive Flug und Vollpension für eine Woche auf Mallorca verbringen. Was will er da in Zwiesel oder Bayerisch Eisenstein?

Und bevor dort Jemand mobil im Internet surfen kann, wird man im Frankfurter Raum bereits mit G6 surfen oder vielleicht sogar vom Flughafen Berlin/Brandenburg fliegen können.

Bär oder nicht Beere, das ist die Frage

Wenn wir einen Bärenhunger haben, aber Fleisch entbehren müssen, greifen wir zur Not auch auf Beeren zurück. Die Schwangere gebärt Kinder, obwohl dann eigentlich gekindert und nicht gebärt heißen müsste. Das entbehrt jeder Logik, wie auch Berlin eigentlich Bärlin heißen müsste.

Warum das kleine Bärtierchen so genannt wid, obwohl es weder von Größe noch von der Optik einem Braun- oder Eisbär gleicht, kann ich nicht nachvollziehen. Es ist zwar sehr klein, kann aber dafür in Hitze, Kälte und Radioaktivität überleben, wo es den klassischen Bären schon lange zerlegt hat.

Wir bergen Menschen in Not, auch in den Bergen. Im Puppentheater findet man den Kasper – aber nicht nur dort. Auch so sind manche Menschen gerne albern, nicht nur in Bern. Tante Bärbel ist es dafür nicht!

Es gibt also viele Begriffe, die nach Bär klingen, aber wenig mit Meister Petz zu tun haben. Doch jetzt kommt es dicke: auch bei den Beeren ist nicht alles Beer was glänzt!

Hätten Sie gewusst, dass der Kürbis zu der Gattung der Beeren gehört? Bananen, Orangen oder Datteln sind ebenfalls Beeren.

Dafür ist die Erdbeere keine solche und auch die Himbeere nicht. Erstere ist eine sogenannte Sammelnuss. Wer also Erdeeren verzehrt isst tatsächlich Nüsse. Die Cashewnüsse sind dagegen keine. Him- und Brombeere gehören, wie die Cashew zu den Steinfrüchten – Erstgenannte in die Kategorie Sammelsteinfrucht. Rhabarber wiederum gehört nicht zu den Beeren, Nüssen oder dergleichen. Sie wussten es bestimmt: so ein Rhabarberkuchen wird mit einem Knöterich-Gewächs belegt.

Also wenn Sie jetzt befürchten, dass Sie zu wenig Beeren verzehren (mal von der Beerenauslese am Weinstand abgesehen), so kann ich Sie beruhigen:

Essen Sie Paprika, Tomaten oder Auberginen und schon verzehren Sie wiederum Beeren. Selbst die Gurke ist eine Beere.

Noch Fragen an ich, den Stre-bär?

🤪🤯🤓

Katzenjammer

Meine Frau ist für ein paar Tage verreist und natürlich hatte ich mir eine, zugegeben sehr maskuline, Liste der Dinge angefertigt, die ich in dieser Zeit tun wollte.

Nahrungsaufnahme: nur so weit nötig, was vorhanden ist und schnell zuzubereiten geht.

Flüssigkeiten: ausgiebig von den Getränken, die sonst nur ein Augenrollen bei der Partnerin erzeugen oder mich zwingen, mit ihr zu teilen.

Bewegung: noch ausgiebiger, mit dem Hund.

Ausruhen: am ausgiebigsten, mit dem Hund.

Filme ansehen: ultra mega pearl ausgiebig, mit dem Hund.

Wo?

Das alles auf dem Campingplatz und natürlich: mit Hund.

Doch das Event-Paket ist für die Katz geplant, weil ausgerechnet in dieser Woche ein Termin den anderen ablöst.

Nix da, mit exessiv Chillen in freier Natur!

In der Jugend dachte ich, das Schicksal sei nicht fair mit mir.

Jetzt, im Alter, ist mir klar: damals war es das schon, nur jetzt nicht mehr!

🤪

Zeit ist relativ

Gleich vorweg muss ich alle die Leser enttäuschen, die jetzt eine Dissertation a la Einstein erwarten.

Ich erinnere mich lediglich an zwei Geschehnisse, die mich (zumindest in gewisser Weise) amüsiert aber auch irritiert haben.

Vor einigen Jahren blickte ein junger Kollege vor mir auf das Display des Zeiterfassungs-Terminal unseres Arbeitgebers. Freudig rief er aus:

„Ich habe schon 24 Minuten Überstunden gemacht!“

Belustigt hatte mich weniger diese irre Menge an Zeitguthaben, sondern die Tatssache, dass für mich eine Stunde immer noch aus 60 Minuten besteht. Also waren es 24 Überminuten oder knapp eine halbe Überstunde.

Gestern fiel mir wieder dieses Erlebnis ein, denn ich befand mich in einer Art Zeitschleife. Bei dem Versuch eine Person mit therapeutischer Ausbildung zu erreichen, um nach einem eventuell freien Platz zu fragen, war ich mehrmals mit einer elektronischen Ansage verbunden, die dann folgende Informationen bekannt gab (natürlich in unterschiedlichen zeitlichen Varianten):

„Unsere Sprechstunden sind Montags und Donnerstags, zwischen 11:30 und 12:00 Uhr.“

Wenn man diese Aussage genau nimmt, und das tue ich, handelt es sich nicht um eine Sprechstunde sondern um ein paar wenige Sprechminuten.

Abgesehen davon musste ich mir alle Gesprächszeiten notieren und wie gut, dass es auf dem Handy den Kalender mit Alarm-Funktion gibt. Ohne diese elektronische Hilfe wäre ich gezwungen, jeden Tag die Liste zu checken, ob Jemand Sprechminuten hat und wenn ja wann?

Irgendwie erinnerte mich das Ganze auch an diese Votings im TV. Da kann man, gegen Gebühr, für irgendwas abstimmen und wenn man im richtigen Moment anruft, kommt man eine Runde weiter und hat dann die Chance auf einen Gewinn.

Ich hatte gestern weniger Glück. Einmal kam ich durch. War total überrascht, dass es sich um eine echte Person und keine Absage handelte. Dachte zunächst, ich hättee mich verwählt. Die Info, dass es für die nächsten Monate keine freien Plätze mehr gäbe, ich aber auf die Warteliste für die Warteliste kommen könne, die verdeutlichte dann: ich war richtig und auch nicht bei „Verstehen Sie Spaß?“

Zahlreiche Urlaubsüberraschungen

Zurück aus dem kurzen Urlaub, gibt es doch zwei überraschende Erkenntnisse für mich.

Punkt 1: Dass ich im heimischen Rudel nicht wirklich das Alphatier bin, das habe ich schon seit langem geahnt. Doch in den letzten Tagen ist mir klar geworden, dass ich mittlerweile ganz unten angelangt bin.

So war es noch vor einem Jahr üblich, dass der Hund an Urlaubsorten außerhalb vom Schlafzimmer lag und ich konnte Nachts nach Belieben das Fenster aufmachen, so weit es meiner Frau eben genehm war.

Mittlerweile darf unser Haustier bei auswärtigen Aufenthalten im gleichen Zimmer wie wir übernachten. Das Fenster blieb weitgehend geschlossen, damit der Hund nicht friert. Dass ich dabei schwitzen musste: ein ignorierbares Einzelschicksal! 🤪🥴

Ebenfalls interessant und damit Punkt 2: Vor Jahren habe ich unserem Haustier antrainiert, dass es ein Leckerli gibt, wenn wir durch irgendwelche Gatter auf dem Weg durchgehen müssen. Klingt vielleicht schräg, aber ich wusste so: während ich damit beschäftigt bin das Gatter zu öffnen, durchzugehen und wieder zu schließen, würde der Hund nicht abhauen sondern artig darauf warten, dass es eine Belohnung gibt. Das hat in der Tat auch sehr gut funktioniert.

Jetzt waren wir schon lange nicht mehr in Urlaub oder zumindest nicht auf Wegen, die mit Gattern für die Viehhaltung versehen sind. Wir gehen als durch so ein massives Holztor durch und ich wundere mich, dass unser Hund sich hingesetzt hatte und auf etwas wartete. Es dauerte eine Weile bis bei mir der Groschen fiel und ich mich an das erinnerte, was ich meinem Hund einst gelernt hatte. Also irgendwie beachtlich, vielleicht auch schon bedenklich für mich, dass sich so ein Tier das besser gemerkt hat wie meinereiner.

🤭🙉