Unnatürliche Natur

Laut Aussagen der Wissenschaft, gibt es nichts in der Natur, was nicht seinen Sinn oder Zweck hat.

Ob das für durchweg für uns Menschen gilt, wage ich zu bezweifeln. Aber in einem bin ich mir sicher:

Zecken und Bremsen gehören zu den Lebewesen, denen ich jegliche Form von positiver Daseinsberechtigung abspreche! Sollten diese Insekten einmal dem Artensterben zum Opfer fallen, so werde ich bei offizieller Verkündung eine Flasche Sekt aufmachen.

Das mag zwar hart klingen, doch bisher haben sich diese Biester weder nett zu mir noch zu anderen Personen verhalten. Also warum gnädig sein?

„Ab heute wird zurückgebissen!“

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Ein Gehen und Bleiben

Der Mai ist gegangen, aber wenn die Bäume wirklich schlagen könnten, dann wohl Petrus wegen des Wetters. Doch mit dem Wonnemonat, gingen auch die viel zu niedrigen Temperaturen.

Auf der Insel ist Theresa May gegangen (worden). Das war schon ein Warzen-Phänomen: da probiert man alles aus, um dieses Gebilde zu entfernen und dann, gerade als man sich damit arrangiert hat, dass man die Warze nicht mehr los wird, verschwindet sie von alleine. Ob mit May im Mai, das Thema „geregelter Brexit“ ebenfalls verloren wurde, wird sich zeigen. Mal sehen, wann?

Ebenfalls fort ist Kanzler Sebastian Kurz aus Österreich und die Parteivorsitzende der SPD, Andrea Nahles. Ob mit dem Abgang der Letztgenannten auch die viel zu niedrigen Umfragewerte gehen, wird sich zeigen. Das ist ein Paradoxon: Mal sehen was kommt, wenn eine(r) geht!

Wie schön, dass wir uns da auf zwei alte Bauernregeln verlassen können:

Zeigt im Juni Trump sein Gesicht,

geht er selbst im Juli nicht!

Geh’s bei der FIFA um viel Geld,

Infantino selbst im Amt es hält!

Darwin irrte

Laut Darwin stammt der Mensch vom Affen ab. Wüsste diese Spezies davon, würde sie beschämt abwinken, denn so affig wie sich beispielsweise die Politiker in England benehmen, dazu ist der oranigste Utan nicht in der Lage und auch der Schimpanse sieht sich in uns nicht.

Habe gerade einen Bericht über Quallen gelesen und seitdem bin ich mir sicher: Politiker sind ein Ableger dieser Nesseltiere!

Denn Quallen besitzen kein Hirn, ihnen fehlt ein Rückgrat und sie vermehren sich völlig asexuell.

Sorry Darwin – aber diese Argumente belegen eindeutig: Sie irrten sich!

Made in Austria

Also ich bewundere immer wieder die Österreicher, die vielleicht nicht immer das tun was ich befürworte, aber dies stets mit einer erstaunlichen Konsequenz.

So wird der Kanzler Kurz wohl nicht mehr lang im Amt sein, doch er hat im Korruptionsskandal gleich durchgegriffen. Eine Entlassung sowie Neuwahlen angeordnet. Die oppositionellen Minister sind ebenso erfrischend straight abgetreten.

Stellen Sie sich mal unsere Regierung in solch einem Szenario vor. Ich bin mir ziemlich sicher, dass schon nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit ähnlich korrupte Politiker(innen) existieren. Doch was würde passieren, wenn so ein Fall an die Öffentlichkeit gerät?

Erst einmal würden sich alle Minister aus der Koalition hinter die beschuldigte Person stellen. Das Ganze klar als eine Posse der Opposition bewerten. Erst wenn sich diese Positionierung negativ für die eigene Gunst beim Volke auswirkt, käme es zu einer Meinungsänderung.

Parallel dazu würde man eine Kommission einrichten, die den Vorgang prüft. Sollten diese Experten nicht in der Lage sein, den Vorgang so hinzustellen, dass man die Richtigkeit bezweifeln kann, würde vermutlich irgendwo ein weniger wichtiger Politiker geopfert und auf dessen freigewordene Stelle die korrupte Person in Amt gesetzt.

Ist die öffentliche Aufmerksamkeit auch nach der verstrichenen Zeit von mehreren Monaten noch hoch, wird komplizierter agiert. Der Politiker wechselt zunächst in die Wirtschaft und übernimmt eine beratende Funktion für die Regierung. Was ist denn in der Rolle als Lobbyist effizienter, als eine Person, die eine gewisse moralische Flexibilität besitzt?

Hat das Volk erst einmal die Verfehlungen vergessen, steht einer erneuten Karriere in der Politik nichts mehr im Wege.

Die deutsche Regierung handelt eben nach dem Pippi-Langstrumpf-Prinzip: „…ich mache mir die Welt, widdewiddewitt sie mir gefällt!“

Da liebe ich eindeutig mehr das Schwarzenegger-Verfahren: „Hasta la vista, Baby!“

Neue Spezies

Gerade in diesen Tagen ist das Artensterben wieder großes Thema. Doch wir Menschen vernichten nicht nur Lebensformen, wir erschaffen auch neue Spezien.

Beispielsweise den Handy-Walker, der es immer wieder schafft, von A nach B zu gehen, ohne zu wissen, wie er/sie das genau vollbracht hat.

Oder den e-Biker: Eine neuere Gattung, die auf Rad- und anderen Wegen zu finden ist. Waren diese -meist älteren- Menschen vorher körperlich nicht in der Lage, sich mit einem Fahrrad fortzubewegen, sind sie nun gefährlich schnell damit unterwegs. Jetzt entwickelt die Industrie noch einen Umkipp-Assistenten (kein Witz). Der soll auch besonders unsicheren Radlern die Möglichkeit geben, mit einem e-Bike die Gegend unsicher zu machen. Es wird also wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis ein im e-Bike integrierter Hebekran auch die letzte Nutzungshürde beseitigt. Der konventionelle Rollator als Zweirad-Edition!

Kommen wir nun zu einer weiteren neuen Gattung, die in Deutschland bald offiziell auf den Straßen, Wegen und in den Kliniken Einzug halten wird: den e-Roller-Nutzer.

Klar, dass sich die Industrie auch die jüngeren Generationen mit neuen Fahrzeugen holen will, denen ein e-Bike uncool ist und darin einen Senioren-Transporter sehen. Zielgruppe sind demnach junge Stadtbewohner, die weder Fahrrad noch Auto nutzen wollen/können, denen Laufen zu weit bzw. anstrengend ist und die öffentlichen Verkehrsmittel zu langsam sind. Wie cool ist das denn, wenn man sich die letzten 300 Meter von der S-Bahnstation bis zum Arbeitsplatz mit dem e-Roller durch Autostaus fortbewegt? Wenn ein Radweg tatsächlich vorhanden sein sollte, wird der nicht genutzt, denn wer will sich schon von Rentern auf e-Bikes überholen lassen? Bietet doch die kompakte Bauweise ungeahnte Möglichkeiten, sich einen Kick auf dem Asphalt zu holen, den so mancher Autofahrer nun auch zu spüren bekommt, muss er nun zusätzlich zu den wilden Radlern mit noch wilderen Roller-Maniacs rechnen. Ebenso werden Schüler es begrüßen, statt in Mutters SUV, nun selbständig zur Schule zu rollen. Anleitungen zum Überwinden der 20-km/h-Begrenzung werden sicherlich, zeitgleich mit der Einführung der Roller, in den Internet-Foren zu finden sein.

Sie merken es, liebe Leserin und Leser, es entwickeln sich durchaus auch wieder völlig neue Gattungen in der industriellen Welt. Wie gut deren Überlebenschancen sind, wird sich in der Zukunft zeigen. Das Fehlen einer Helmpflicht ist zumindest schon einmal ein erster Schritt, die Zahl der Toten gegenüber der, der Schwerverletzten, zu erhöhen. Mit schweren Hirnschäden ist weniger zu rechnen, denn wer sich mit dem elektrischen Roller auf den Straßen der Innenstädte bewegt, hat eindeutig keines bzw. sehr wenig davon.

Es dront Ärger von oben

Stellt Euch mal eine Zukunft vor, in der wir Dronen zum Reisen nutzen und diese nicht nur ein Statussymbol für ein paar Superreiche sein werden.

Sollten diese surrenden Fluggeräte manuell zu steuern sein, werden sich fast alle auf der mittleren Flugbahn tummeln und nicht nur links und rechts kann überholt werden, sondern auch von oben und unten. Personen, die schon mit der zweidimensionalen Autobahnauffahrt Probleme hatten, werden sich mit zusätzlichen Dimension noch schwerer als bisher tun.

Mini-Zeppeline mit aufgedruckten Verkehrszeichen machen den Flug zum Super-G in den Wolken. Beispielsweise der Frankfurter Flughafen wird häufig seinen Flugbetrieb einstellen müssen, weil immer wieder Dronisten in Eile sind und nicht um das Sperrgebiet herum fliegen wollen.

Wird das Ganze System autonom via Mobilfunk-Verbindung gesteuert, muss der ambitionierte Flieger wohl in andere europäische Länder reisen, um mehr als nur Stadtrundflüge vornehmen zu können, mangels Mobilfunkabdeckung. Es empfiehlt sich zudem die Daten-Flat für 500 Euro monatlich (ohne Drohne), um nicht schon in der Mitte eines Monats flugunfähig zu sein, weil das Datenvolumen aufgebraucht wurde.

Die Mobilfunkanbieter versprechen Besserung mit dem neuen 6G-Netz, sofern nach der Ersteigerung der Frequenzen noch Geld für den Bau der Sendemaste bleibt. Diese sollen im Abstand von 500 Meter zueinander stehen und es ermöglichen, dass man seinen Flugweg live streamt während man gleichzeitig einen Film in Ultra-64K-HD Qualität sehen kann. Zumindest sind Bildschirme in Entwicklung, die diesen neuen Standard einmal unterstützen werden, wenn dann 128K-HD zwischenzeitlich in Serie geht.

Natürlich regen sich Naturschützer über den neuen Mastenwald auf und skandieren reißerisch: „Mastmensch-Haltung!“

Obwohl sich die Geräte dort an den Pfeilern, durch einen angeflanschten Rotor, selbst mit Strom aus Windkraft versorgen. Als Speicher dienen hier ausgediente Akkus aus E-Autos. Neben der tollen Öko-Bilanz wird seitens Betreiber darauf hingewiesen, dass durch die häufige Nutzung einer Drohne, das optische Defizit reduziert werden kann, indem man einfach nicht nach unten schaut. Außerdem wurde, für jeden errichteten Mast ein Baum im Regenwald in Südamerika gepflanzt. Die erhöhte Strahlenbelastung lässt sich durch Protect-Ware (Unterwäsche mit eingewebtem Strahlungsschutz) minimieren. Gesichtshauben aus den gleichen Materialien gibt es auch zu kaufen. Diese haben jedoch noch keine staatliche Zulassung, weil sie die Gesichtserkennung erschweren. Das Tragen fällt vorerst noch unter das Vermummungsverbot.

Letztendlich kann die Industrie die Umweltbedenken der Naturschützer nicht nachvollziehen. Ist doch gerade in Deutschland gewährleistet, dass 6G niemals wirklich flächendeckend installiert sein wird. Insofern würden immer noch mindestens 30 Prozent unseres Landes mastenfrei bleiben.

Noch interessanter wird die kommerzielle Dronen-Nutzung. Schon jetzt benötigt ein einsitziges Fluggerät den Parkplatz von mindestens 4 PKW. Wenn unser Fahrzeug-Hersteller erst einmal ins Dronen-Business eingestiegen sind, wird es nicht lange dauern, bis die ersten mehrsitzigen Nobeldronen im SUV-Format durch die Lüfte fliegen und mit 5 dieser Geräte ein herkömmlicher Supermarkt-Parkplatz bereits voll belegt ist. Vor Schulen werden sich Luftschlangen bilden, wenn Mütter in ihren Van-Drohnen die Zöglinge zum Unterricht abliefern wollen.

Gottlob wird der Einsatz der Dronen wohl eines bleiben: ein Fluggerät für die reiche Oberschicht!