Music is the key

Eigentlich wollte ich als Nächstes in Kapitel 4 über eine Dame schreiben, die ich über ihr Dasein hinaus bewundere.

Das dachte ich im alten JETZT. Im jetzt JETZT habe ich es mir anders überlegt.

Zwischendurch gibt es jetzt erst einmal etwas ganz anderes: zwei Songs aus den 80ern, die mich persönlich sehr berühren.

Die Interpreten mögen mir verzeihen, dass ich damit vermutlich die Copyrights verletze. Aber watt mutt dat mutt! 💖

Ach so: aus technischen Gründen sind es MP4-Dateien. Einfach in mp3 umbenennen.

Boulevard – Rainy day in London – Komplett!

Jack Wagner – All I need

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NachdenklICHes – Part three

In meinen ersten beiden Teilen habe ich davon erzählt, dass unser ICH nur JETZT kann. Es bedient sich lediglich aus dem Archiv vergangener Erfahrungen und versucht damit, rein spekulativ, die Zukunft zu strukturieren. In diesem Abschnitt geht nun darum, wo sich dieses ICH in seinem JETZT befindet.

„Bitte zeigen Sie mir Ihr ICH!“

Nach dieser Aufforderung von mir ziehen Sie sich splitternackt aus. Vielleicht stehen Sie dabei auch vor einem Spiegel, in dem Sie Ihren Körper mit einem mehr oder weniger kritischen Blick betrachten.

„Das bin ich!“, antworten Sie mir.

Natürlich ist dieses Szenario rein fiktiv, denn könnte ich wirklich mit dieser Frage eine Person dazu bewegen, sich vor mir auszuziehen, wäre ich vermutlich lieber mit realen Erfahrungen beschäftigt, als Ihnen darüber in der Theorie zu schreiben. 😉

Doch zurück zum Thema….

Sie würden sich bestimmt nicht ausziehen, doch vermutlich auf Ihren Körper deuten.

Viele wissenschaftliche Studien wurden getätigt. Man weiß mittlerweile wo im Hirn welche Art von Daten gespeichert werden und sogar was, ist bereits ansatzweise ermittelbar. So hat man in irgendeinem Institut dessen Namen mir entfallen ist, den Probanden Bilder vorgelegt und dann die Hirnströme mit Scannern ausgewertet. Was dann als Bilddatei durch den Computer errechnet wurde, hatte schon in groben Formen das wiedergegeben, was man den Personen vorgelegt hat. Kein Wunder also, dass viele Menschen davon ausgehen, dass in unserer Verarbeitungszentrale auch unser ICH vorhanden ist. Doch bisher konnte weder dort noch an einer anderen Stelle ein ICH entdeckt werden.

Es gab Kulturen, die schrieben dem Herz den Sitz unseres ICH zu. Ein kleiner Kreis vermutet sogar, dass unser ICH im Darm beheimatet sei. Immerhin stammt dieser aus den gleichen Stammzellen wie das Hirn und sendet im Schnitt 9x so viele Informationen an das Hirn, wie es von dort empfängt. Wer hat denn nun das Sagen von den Beiden und steckt in dem vulgären Satz: „Jetzt bin ICH im Arsch!“ mehr Wahrheit als wir denken?

Wenn die Wissenschaft, trotz modernster Technik, bis heute nicht in der Lage ist ein ICH in einem Körper zu lokalisieren, wieso glauben wir fest daran, dass sich unser ICH in unserem Körper befindet?

Weil wir mit diesem Körper wahrnehmen und diesen steuern!

Tun wir das wirklich?

Wir nehmen durch die zwei Öffnungen im Schädel die Lichtfrequenzen wahr, die von einem Gegenstand reflektiert werden. Ob mein ICH eine blaue Farbe in der gleichen Tönung wahrnimmt wie Sie ist fraglich. Nachweislich unterschiedlich wird es bei anderen Spezies. So nimmt ein Hund oder ein Insekt die Außenwelt anders wahr wie wir. Wenn Ihr ICH beispielsweise UV-Licht sehen möchte, kann es sich noch so anstrengen, es funktioniert nicht. Wenn Sie in der Dämmerung plötzlich alles grau sehen, so liegt es nicht daran, dass ihr ICH nicht farbig sehen will. Es vermag es nicht, denn irgendwann hat die Evolution gesagt: „Der homo erectus braucht Nachts keine Farbe, denn weniger ist mehr!“ In der Tat: wir könnten Nachts ein sich anschleichendes Raubtier viel schlechter erkennen, sieht man einmal von einem schwarzen Panther ab.

Kurzum: unser ICH ist darauf angewiesen was ihm die Augen an Informationen über das Hirn liefert. Gleiches gilt für das Gehör.

Ebenfalls trägt die Sensorik einen großen Teil dazu bei, dass wir unser ICH in unserem Körper verorten. Denn wenn ich Sie kneife, melden die Nervenenden Ihrem Hirn, dass der Typ, den das Auge Ihnen zeigt, sie eben gekniffen hat und dass das so und so arg weh getan hat. Das Hirn dann wiederum petzt (hessisch für: verraten) Ihrem ICH, die Informationen darüber.

Menschen die der Mediation mächtig sind besitzen die Fähigkeiten, diese Informationen des Verarbeitungszentrum zu unterbinden. Daher empfinden sie dann beispielsweise keinen Schmerz. Nicht etwa, weil dieser nicht stattfindet, sondern weil das Hirn mit diesem Problem alleine gelassen wird. Es kann sich bei Ihrem ICH nicht ausheulen.

Insofern ist jedem Menschen mit Schmerzen angeraten, sich hier in fachmannische Obhut zu begeben. Wohlgemerkt: wenden Sie sich an Personen, die das Thema Meditation beherrschen und nicht nur damit Geld verdienen wollen! Das kann so manchen Griff zu einem Medikament ersparen, wenn Sie erst einmal in den Techniken firm sind.

Kennen Sie den Film Avatar? Vielleicht liegt ja Ihr ICH auch nur in irgendeinem bequemen Gefäß und ist lediglich verbunden mit Ihrem Körper, um darüber das Leben wahrzunehmen, so wie wir es kennen?

Es ist sogar noch krasser: unser ICH erhält sogar Informationen, die es so nicht angefordert hat, weil die Daten nicht real oder eine wilde Mischung aus Vergangenem sind. Wenn wir nämlich träumen!

Falls ich Sie bis dahin immer noch nicht überzeugen konnte, dass Ihr Körper nur dem Zweck der Wahrnehmung dient und nicht gesagt ist, dass sich Ihr ICH wirklich darin befindet, noch zwei Beispiele:

Wenn Sie mit dem Auto fahren und sich Ihr ICH von A nach B bewegt, würden Sie behaupten: „ICH bin ein Auto!“?

Nein – Sie nutzen das Fahrzeug lediglich.

Das Hirn ist wie die Hauptplatine eines Computers. Diese nimmt Daten auf, berechnet und speichert kurz im RAM oder permanent auf Festplatte. Über die Grafikkarte erfolgt die Anzeige des Ergebnisses und das Netzteil versorgt alles mit Energie. Doch sitzt auch der Anwender in dem Gehäuse? Wenn Sie vor Ihrem Handy sitzen und es bedienen, es mehr oder weniger macht was Sie wollen, würden Sie sagen: „ICH bin das Handy!“?

Letztendlich aber ist es eigentlich vollkommen egal, ob Ihr ICH in Ihrem Körper sitzt oder nicht, denn lassen Sie uns noch einmal am Ende meines heutigen Blogeintrages einen nüchternen Blick darauf werfen…

Unser Körper besteht nach der Geburt zu 90 Prozent aus Wasser und vertrocknet dann in seiner Lebenszeit auf bis nur noch 70 Prozent runter. Selbst der attraktivste Body ist eigentlich eine ziemlich glibberige Angelegenheit.

Von dem verbleibenden Rest bestehen gut 2 Kilo aus Mikroben und anderen Fremdlingen und das auch nur in gesundem Zustand unseres Körpers. Im Übrigen sind die meisten Bakterien und Pilze für unser Überleben sogar wichtig.

Lassen Sie uns einmal nachrechnen:

Nimmt man eine 70-Kilo-Person an und zieht einmal 75 Prozent Flüssigkeit ab, verbleiben 14 Kilo. Rechnet man ca. 2 Kilo für Mikroben ab (nebenbei bemerkt: so ein Körper hat ca. 30 Billionen Körperzellen und ca 39 Billionen Zellen anderer „Bewohner“) und ein Kilo für Verdauungsreste verbleiben 11 Kilo von Ihrem Body übrig. Eine Trockenmasse, aus der noch die Fettzellen herauszurechnen wären, die in unhydriertem Zustand ca. 20 Kilo ausmachen.

Also wenn man es genau nimmt bleibt nicht mehr viel Platz für so ein ICH!

Hinzu kommt: ständig erneuert sich Ihr Körper. Keine Zelle existiert länger als 10 Jahre in unserem Wahrnehmungsorgan. Das heißt aber auch: wenn Ihr Körper ihr ICH ist, wer war es dann vor 10 Jahren? Erneuert sich das ICH ebenfalls zyklisch?

Aber selbst wenn man alles außer Acht lässt, dass Sie heute ein Mensch darstellen, den es vor 10 Jahren nicht gab und eigentlich eine wässrige Masse sind in der sich eklig viele Mikroben befinden: legen Sie sich doch einmal unter ein riesiges Mikroskop. Irgendwann können Sie eine einzelne Zelle sehen, wenn Sie weiter vergrößern werden nur noch Atome sichtbar. Die wiederum bestehen aus einer Hülle und einem Kern. Die Hülle besteht aus negativ geladenen Elektronen und der Kern aus positiv geladenen Protonen sowie elektrisch neutralen Neutronen.

Das heißt: was noch an unserem Körper UNS ist, besteht aus Energie – in verschiedenen Anordnungen.

Mein Fazit für diesen Blog und es würde mich freuen, wenn Sie mir beipflichten:

Wir nehmen unseren Körper viel zu wichtig, denn im Grunde bietet er wenig Inhalt für seine Größe. Wir haben sogar Möglichkeiten, uns von seinen Aktivitäten zeitweilig zu distanzieren, durch das Werkzeug Meditation.

Selbst wenn wir eines Tages unser Wahrnehmungsorgan verlieren, so bleibt die Energie daraus bestehen. Die Mikroben leben weiter und aus der freigeworden Energie wird vielleicht ein Baum, ein Körperteil eines anderen Menschen oder Tieres. Unser ICH bleibt daher auf jeden Fall unsterblich. Denn es ist auch nur Energie, die lediglich ihrer Wahrnehmungsmöglichkeiten beraubt wurde.

Ist das nicht ein schöner Gedanke, dass unser ICH weiter existiert, wir eben nur nicht wissen, wie?

Mich lässt dieser Gedanke jedenfalls etwas entspannter mit meinen Körper umgehen, der aktuell beginnt, seine altersbedingten Macken zu bekommen.

Auch dieses Phänomen lässt sich leicht mit einem Beispiel erklären:

Nehmen Sie ein Blatt mit einem Bild darauf und legen Sie dieses in einen Kopierer. Die Kopie wird dann dem Original sehr ähnlich sein. Nehmen Sie nun die Kopie und machen davon eine Kopie und diesen Vorgang wiederholen Sie immer wieder. Irgendwann wird eine frisch angefertigte Kopie vom Original extrem abweichen und kaum noch leserlich sein. Je weniger wir unseren Körper pflegen, ist das wie bei einer verstaubten Glasplatte der Belichtungseinheit oder als ob wir die Vorlage stark verknittern: die Kopien werden schneller schlechter. Manchmal hilft aber selbst die beste Pflege nicht und so ein Kopierer „spinnt“ einfach so. Mit etwas Glück kann noch eine Reparatur vorgenommen werden. Manchmal leider auch nicht mehr und dann heißt es bei Gerät wie Körper: Ein Ersatzteil ist meist schwer zu bekommen!

Damit ist mein eigentliches Werk beendet. Es wird dennoch ein kurzes Kapitel IV geben. Dieses möchte ich einer bereits verstorbenen Person widmen, die ich um ihren Lebensweg nicht beneidet habe, aber für die Art der Meisterung, bewundert.

NachdenlICHes – Part Two

Im ersten Teil meiner Ausführung berichtete ich davon, dass unser ICH im JETZT lebt und selbst wenn ich in meinem JETZT schreibe, Sie in Ihrem JETZT lesen, dann greift unser jeweiliges ICH auf die in der Vergangenheit gespeicherten Daten des Gehirns zu. Selbst Kommunikation läuft im JETZT mit Erlerntem von Einst ab.

Wir können die Vergangenheit zwar nicht direkt ändern, aber unseren Zugriff auf die Erfahrungen manipulieren. So ist wissenschaftlich nachgewiesen worden, dass uns Momente des Glücks wesentlich kürzer in Freude versetzen, negative Erlebnisse uns jedoch über lange Zeit in Verärgerung oder Trauer halten. Das mag für die Evolution einst wichtig gewesen sein. Wenn einem der Säbelzahn-Tiger die Beute weggeschnappt hat, war Verärgerung neue Motivation, um wieder zu jagen und diesmal noch vorsichtiger zu sein. In der heutigen Welt sind negative Einstellungen eher kontraproduktiv und wenn sie zu oft statt finden, sogar schädlich für die Gesundheit.

Es ist demnach von Vorteil, wenn ich mein ICH dahingehend beeinflusse, dass es nicht dauernd durch die „dunklen Zonen“ des Hirns streift. Denn wenn ich dort nach Unrat suche, werde ich welchen finden. Mein persönliches Bestreben jedenfalls ist es, fortan mehr Augenmerk auf die angenehmen Seiten aus meinem Erfahrungsarchiv zu legen. Ich führe seit ein paar Tagen wieder ein Erfolgstagebuch. Hier schreibe ich jeden Abend, vor dem Einschlafen, zwei bis maximal drei Dinge rein, die an dem jeweiligen Tag gut gelaufen sind. So vermutlich heute, dass ich stolz bin, den zweiten Teil dieses Themen-Zirkels veröffentlicht zu haben.

Was dadurch passiert? Mein ICH schläft mit einem wesentlich positiveren Gefühl ein, als wenn ich mir denke: „Das war ein mieser Tag, heute. Morgen der, der wird kaum besser werden!“

Wir haben also schon Einfluss darauf, wie wir mit unserer eigentlich nicht veränderbaren Vergangenheit umgehen und mit etwas Nachsicht für die gemachten Fehler und etwas weniger Hadern über schlechte Erlebnisse, wird unser JETZT für das ICH angenehmer und kann positiver die nächsten „JETZTs“ angehen.

Damit sind wir beim Thema Zukunft angelangt.

Wir Menschen planen gerne, besonders Urlaube und unsere private sowie berufliche Entwicklung. Es wirkt fast schon paradox, dass wir uns erneut aus der gespeicherten Vergangenheit für unsere Zukunftspläne bedienen. Suchen wir ein bestimmtes Reiseziel aus, weil wir unser ICH sich spontan dafür entschieden hat? Nein, weil wir gehört haben, dass es uns dort gefällt oder weil wir den Ort kennen. Selbst wenn wir in ein Reisebüro reingehen, einen Katalog blättern und uns scheinbar spontan für ein freies Ziel entscheiden, so hat das unser ICH nicht spontan getan. In Millisekunden klappert es im Hirn Areale ab und checkt in den dortigen Archiven, ob die Destination passt oder nicht. Dann fällt das ICH, nicht wirklich spontan und auch nicht wirklich unvoreingenommen, seine „spontane“ Entscheidung.

Hat das ICH damit die Zukunft im Griff? Nein, denn diese Buchung ist lediglich eine Absichtserklärung und der Urlaubsantritt funktioniert nur, wenn alles so glatt verläuft, wie es sich unser ICH erhofft.

Wie wenig Einfluss wir auf die Zukunft haben, verdeutliche ich nun in zwei weiteren Beispielen:

Was machen Sie nächsten Montag um 11:37 Uhr?

Wenn Sie berufstätig sind und keinen Urlaub haben, werden Sie nun ungefähr denken: „Jetzt habe ich ich entlarvt! Ich sitze an meinem Arbeitsplatz um diese Zeit!“

Sorry, aber den Triumph muss ich Ihnen nehmen, denn so pauschal wollte ich es von Ihnen nicht wissen. Zum einen nehmen Sie lediglich an, dass Sie zu der Zeit im Büro sind. Sollten Sie erkranken, Ihnen etwas zustoßen oder sonst irgendeine Katastrophe passieren, wird sich Ihr ICH sicherlich nicht am Arbeitsplatz aufhalten. Außerdem wollte ich von Ihnen wissen, was Sie um 11:37 Uhr machen werden. Also was denken Sie gerade, was tun Sie gerade und was fühlt Ihr ICH in diesem Moment?

Selbst wenn ich Ihnen die Frage stelle: „Was denken Sie in 5 Minuten und 42 Sekunden?“, können Sie mir diese nicht beantworten. Ihr ICH hat jenes JETZT noch nicht erreicht und über das Hirn besteht nur Zugriff auf vergangene Erlebnisse.

Damit ist bewiesen: Ihr ICH hat keinen Zugriff auf die Zukunft! Es kann planen und rudimentär über das Archiv im Hirn vielleicht Vorahnungen basteln aber mehr nicht!

Lassen Sie mich noch ein letztes Beispiel bringen, bevor ich zum Fazit dieses Beitrages komme. Eine unschöne Erfahrung aus meiner nahen Vergangenheit.

Ein Bekannter fährt am Vormittag mit seinem Mofa in die Stadt, um dort Besorgungen zu machen. Auf dem Weg dahin verunglückt er tödlich. Mit einem Schlag ist sein Wahrnehmungsobjekt (hierzu beschäftige ich mich im nächsten Kapitel) außer Betrieb. Alle Planungen für die nähere und weitere Zukunft ist dahin. Doch nicht nur das: die ICH’s der Familie, Freunde und des gesamten Umfelds sind davon betroffen und hierdurch, wenn auch nicht so intensiv, dahinter stehende Kontakte. Für viele ändert sich dadurch die Zukunft und auch die Bewertung dieser. Man nehme nur die Ehegattin als Beispiel.

Was will ich Ihnen nun als Fazit auf den Weg geben?

Unser ICH kann nur JETZT und deshalb empfiehlt es sich für jeden von uns, dieses wesentlich intensiver und auch positiver wahrzunehmen!

Was immer uns Kummer oder Sorgen bereitet: schlimm genug, dass es das tut. Doch wozu im JETZT die Lebensqualität herabsetzen? Sollten uns berufliche Sorgen quälen, so what! JETZT kann mein ICH das nicht ändern und was passieren wird, wird sich zeigen. Gleiches gilt bei Erkrankungen und seien diese noch so schwer. „Warum ich?“, ist die unsinnigste Frage die Sie sich stellen können. Sie werden darauf keine Antwort bekommen. Doch ein kleiner Trost: Der geringste Anteil an ICH’s auf diesem Planeten lebt wirklich vollkommen sorgenfrei und wird nicht durch irgendwelche Probleme heimgesucht. Wenn der Mensch etwas beherrscht, dann ein Problem für besonders immens zu bewerten, bis ein noch größeres Problem auftritt und die alte Problematik plötzlich ihre Wichtigkeit verliert.

Ein Dementi bringe ich allerdings selbst ein: sollte das Leben einen Menschen an den Punkt bringen, wo Schmerzen nur noch auf chemischem Weg in halbwegs erträgliche Grenzen gehalten werden können, muss jedes ICH das Recht haben, selbst zu bestimmen, wann es seinem Wahrnehmungsgerät, dem Körper, ein Ende setzen möchte!

Das Thema Körper wird dann mein vermutlich letztes Kapitel werden. Zumindest plant das mein ICH und mal sehen ob es das JETZT geben wird, wo ich damit beginne.

NachdenklICHes – Part One

Was bin ich?

Nein, es geht mir nicht um heiteres Beruferaten, wie man einst in einer TV-Show, und das in Schwarzweiß, mit Robert Lembke zu sehen bekam. Die nächsten drei, vielleicht sogar vier Werke meines Blogs möchte ich mich ernsthaft mit einem äußerst interessanten Thema, so finde ich, beschäftigen. Mir haben jedenfalls die neuen Erkenntnisse, ein völlig anderes Bild zu meiner Person verschafft und ich versuche nun, so einfach und knapp es geht, davon zu berichten.

„ICH existiert nur im Jetzt!“

Während Sie diesen merkwürdig klingenden Satz lesen, befinden Sie sich in der Gegenwart. Ich, zum Zeitpunkt wo ich den Text geschrieben habe, befand ICH mich in meiner Gegenwart, für Sie nun bereits eine Weile verstrichen. Bereits jetzt aber ist für uns Beide dieser Satz nur noch Vergangenheit. Entweder hat Ihr ICH diesen bereits vergessen oder hält ihn für so wichtig, dass Sie dafür im Hirn, mittles Elektrizität, Synapsen mit einer Erinnerung daran belegen. Selbst wenn ihr ICH oben den Satz ein zweites Mal liest, bekommt die Zeile ein zweites Jetzt, um danach erneut Vergangenheit zu werden.

Wem das alles zu kompliziert ist und auf Beweise verzichten kann, dem sei einfach gesagt: Unser ICH befindet sich immer im JETZT – es kann weder in die Zukunft noch in die Vergangenheit wandern!

Dass Sie diesen Text lesen können, liegt daran: Sie haben es gelernt! Irgendwo in Ihrem Hirn wurde von Ihrem ICH abgespeichert, welchen Sinn und welches Aussehen jedes Wort hat. Das Gleiche gilt für das Schreiben. So besteht unsere Persönlichkeit im Grunde nur aus Gelerntem, was wir im Schrank namens Gehirn ablegen. Das ICH bedient sich lediglich daraus. Unser Hirn ist nur der Speicher der Informationen. Wo genau das ICH zu finden ist, konnte die Wissenschaft bis heute nicht ermitteln und wird es meines Erachtens nicht, weil es keine Materie besitzt.

Wenn wir uns irgendwo persönlich vorstellen, bedienen wir uns der gespeicherten Geschichten, damit das Gegenüber einen Anhaltspunkt hat: „Mein Name ist Peter, ich bin seit wenigen Tagen 58 Jahre alt, verheiratet und habe zwei eigene Kinder und einen angeheirateten Sohn!“

Wieso heiße ich Peter? Weil meine Eltern mir diesen Namen gaben und mich so lange damit benannten, bis meinem ICH klar war, dass ich damit gemeint bin und auf Stefan beispielsweise nicht reagieren brauche. Auch alle anderen Daten stammen aus Erfahrungswerten die Irgendwo in meinem Gehirn gespeichert sind und meinem ICH eine erkennbare Persönlichkeit und mir Orientierung geben.

So verliert der Mensch durch Demenz nicht sein ICH, sondern nur die Informationen aus den Erinnerungen des Hirns.

Bis jetzt also ist klar: Unser ICH existiert nur im Jetzt und wenn wir etwas tun, sind es Erinnerungen die wir abrufen.

Ein Beispiel noch, bevor wir uns der Zukunft zuwenden.

Wenn wir in unseren Breitengraden in der Dunkelheit einen länglichen Gegenstand in der Dunkelheit auf dem Boden liegen sehen, wird es uns nicht gleich in Angst versetzen. Halten wir uns dagegen in einem Gebiet auf, wo es giftige Schlangen gibt, werden wir panisch reagieren. Geht dann das Licht an und wir sehen lediglich ein Seil am Boden, entspannen wir. Die Situation ist gleich geblieben aber wir bewerten sie anders, aus unseren Erfahrungen, die im Hirn gespeichert sind und auf die unser ICH zugreift. Eine Schlange kann gefährlich für unser Leben sein, ein Seil wohl kaum, zumindest so lange es nicht um unseren Hals gebunden wurde.

Erstes Fazit: Unser ICH bedient sich im Jetzt dem Gelernten aus der Vergangenheit. Eine akute Angst entsteht daher durch den Zugriff auf alte gespeicherte Daten oder weil wir etwas in der Zukunft befürchten. In meinem nächsten Blog werde ich Ihnen interessante Ansätze zum Thema ZUKUNFT mitteilen, bevor wir uns im dritten Teil dem KÖRPER widmen.

Tierisch anstrengend – Teil 2

Es ist 5:30 Uhr am Morgen. In der Dämmerung ist die Umgebung nur schemenhaft erkennbar. Wie jeden Tag um diese Zeit schreitet majestätisch ein Rentier aus dem Gehölz. Dieses Mal ist es ein besonders hochwertiges Exemplar: Ohne Gluten, natriumarm und frei von Zusatzstoffen wie Geschmacksverstärkern betritt es die Lichtung. Ein Wolf lauert unweit des Rens auf seine Chance und das Raubtier kann sich seines Erfolges gewiss sein, denn nun passiert wie durch Zauberhand folgendes:

Das Rentier verstirbt und kaum dass der Tod eingetreten ist zerfällt es in eine breiige Masse, von der genau 90 Gramm für den Verzehr verbleiben. Kurz darauf ist der Wolf satt. Zumindest ansatzweise, denn „satt“ gibt es als Gefühl nicht bei dieser Gattung.

Mittags findet unser Wolf, ebenfalls immer um die gleiche Zeit herum, einen kleinen Imbiss und Abends dann, gegen 22 Uhr, ist es beispielsweise ein Karnickel, das aus dem Gehölz hoppelt. Es hat noch Möhren und Kartoffeln in sich, eh es verstirbt und in eine 90-Gramm-Menge Wolfsfutter mit Jelly zerfällt.

So ungefähr müsste die Evolution reversiv verlaufen sein, nimmt man als Beispiel unseren Hund.

Zu unserer Verteidigung: Unser Rüde hat einen sensiblen Magen und um ihn vor Problemen zu schützen, hat sich diese Art der zyklischen Nahrungsaufnahme als effektiv erwiesen. Wir haben es sogar mit Barfen versucht, was so ursprünglich für Hunde sein soll. Faydi saß vor den Fleischbrocken und sah uns an, als wolle er sagen: „Macht wenigstens Tatar daraus, damit es essbar wird!“

Wir sind natürlich gleich zum Tierarzt gefahren, denn wenn die Vorfahren unseres Lieblings Tiere gerissen haben, sollte doch so ein Stück rohes Fleisch kein Problem für unseren Nachwolf sein.

„Die Zähne sind vollkommen in Ordnung bei Ihrem Hund. Das ist ein spanischer Streuner. Die fressen lieber weiches Futter!“, war die eindeutige Diagnose des Spezialisten.

Für einen kurzen Moment spürte ich Verärgerung aus Unverständnis. Ich erinnerte mich an meine Kindheit, wo gegessen wurde was auf den Tisch kam. Wieso war ich damals kein spanischer Streuner und wenn doch, wieso hätte es meine Eltern von der erzieherischen Linie nicht abweichen lassen? Fair scheint diese Welt nicht zu sein!

Doch meine Frau und ich sind eben keine Hardliner und so passten wir die Nahrung den Wünschen sowie Bedürfnissen unseres Haustiers an.

Ja, ich kann die Kommentare schon hören, dass wir unseren Hund verweichlichen und wir vergessen, dass unser Mitbewohner vom Wolf abstammt!

Aber mal Hand aufs Herz:

Weder die Affen noch unsere frühen Vorfahren haben einst zum Frühstück Müsli gegessen oder ein Brot mit Nuss-Nougat-Creme. Ging unser Urahne zum Türken, dann gab es dort vielleicht Tod oder Folter, aber bestimmt keinen Döner. Ob „pulled pork“ einst auf der Speisekarte zu finden war? Eher unwahrscheinlich und „veggie“ war das, was man an Büschen, Bäumen oder Wiesen fand und nicht in Kunststoff eingeschweißt in einem steinzeitlichen Supermarkt.

Die Zeiten ändern sich und ich gehe Mal stark davon aus, dass die wenigsten Personen meiner Leser noch einen Schnuller für sich nutzen, obwohl das Teil einst nicht wegzudenken war. Selbst über solch einen kurzen Zeitraum verändern wir eben unser Verhalten.

So, ich muss jetzt Schluss machen. Ich werde meinem Spätwolf sein Mittags-Leckerli reichen!

Ihnen ein schönes Wochenende und viel Spaß dabei, ob Sie sich nun selbst oder wen auch immer mit Nahrung versorgen!

Tierisch anstrengend

Um einen mehr oder weniger shittigen Storm im Vorfeld zu verhindern, erlauben Sie mir die nachfolgenden Hinweise: Ich bin kein Rassist und mag Spanier (sehen wir Mal von dem einen Typen ab, der mir in der Grundschule einst mehrfach die Mädchen ausgespannt hat, weil er so einen südländischen Charme besaß)!

Ich liebe auch Tiere, so lange es keine Mäuse sind, die mir alle möglichen Gegenstände auf dem Campingplatz beschädigen und dafür kleine schwarze Geschenke in Reiskorngröße hinterlassen, verbunden mit einer unangenehmen Duftnote.

Ich bin auch entsetzt über das Insektensterben. Lediglich bei Zecken sowie Pferdbremsen leiste ich sehr gerne aktive Sterbehilfe.

Während meiner Zeit in der Reha-Klinik war ich viel wandern und habe mich darauf gefreut, nach meiner Rückkehr den Hund zu schnappen und mit diesem weite Strecken durch den Taunus zu laufen. Ein Teil davon wurde wahr: ich wandere – nur nicht so weit und auch nicht zu den Zeiten wo mir nach Wanderung der Sinn strebt.

Schuld daran ist mein Hund, der von einer spanischen Tötungsstation gerettet wurde. Mag sein, dass ich hier ein Vorurteil habe, aber der beste Freund des Menschen gibt sich keinerlei Mühe, diese Schubladen-Denke meinerseits zu unterbinden.

Faydi liegt am liebsten in der Sonne und macht Siesta, so wie ich es von einem Spanier her auch erwarte. Er lässt Frauenaugen glänzen, wenn sie ihn sehen. Auch das entspricht dem Klischee bzw. meinen Erfahrungen aus der Schulzeit. Diesen Überschuss an Motivationsmangel legt er allerdings auch bei zu kaltem, wolkigem oder regnerischem Wetter an den Tag.

Warum auch immer: Eichhörnchen rennt er gerne hinterher. Doch so häufig wie ich sie brauchen würde, finde ich sie nicht in den Taunus-Wäldern. Die Tiere dafür zu züchten, erscheint mir zu aufwendig und auch wenig artgerecht.

Einfacher wäre es, eine Betonplatte hinter mir her zu ziehen, weil die einen nicht so vorwurfsvoll aus braunem Augen ansieht.

Kurzum: schon nach wenigen Minuten und noch wenigeren Metern vom Campingplatz entfermt, gebe ich entnervt auf. Als ob das nicht genug sei, gibt es dafür ein Nachtprogramm. Keine Ahnung wer die fernen Vorfahren meines Hundes waren, doch Wölfe waren es garantiert nicht. Grundsätzlich begrüße ich diese smarte Mentalität, doch nicht in Bezug auf seine Verdauung.

Doch davon und meinen nächtlichen Aktivitäten, da berichte ich Morgen. Heute versuche ich erst einmal den fehlenden Schlaf der letzten Nacht nachzuholen. Wie gut, dass ich hier ein Haustier habe, dass mich versteht.

🥴🤪

Der moderne Goldesel

Wieder einmal ist mir danach, eine Geschichte zu erzählen, die auf wahren Begebenheiten beruht.

Es war einmal vor langer Zeit…

… wenn Menschen fleißig waren konnten sie viel Geld verdienen und bekamen dafür sogar unbefristete Arbeitsverträge. Wer damals nicht zu viel Geld benötigte, Der/Die brachte das Geld zu einer Bank bzw. Sparkasse oder einer Versicherung. Diese Institute waren darüber sehr froh, denn mit dem Geld der Sparer konnten sie große Projekte finanzieren oder Geld einfach nur verleihen. Der Sparer bekam viel Geld als Belohnung für seine Sparsamkeit und der Kreditnehmer musste satte Schuldzinsen zahlen, denn die Verleiher wollten natürlich auch etwas verdienen. Einen Kredit aufzunehmen lohnte sich einst daher nur im dringenden Fällen, beispielweise beim Bau eines Hauses.

So lebten Sparer und Kreditnehmer einträchtig mit den Geldinstituten zusammen.

Inzwischen holen sich die Banken nicht mehr mühselig Geld von Sparern. Das geht viel einfacher, bei der EZB. Da die Europäische Zentralbank für das Leihen nicht einmal mehr Geld verlangt, ist das nicht nur extrem praktisch sondern auch günstig. Günstig sind dadurch auch die Kredite und es gibt kaum noch etwas, was nicht auf Pump gekauft werden kann.

Was passiert, wenn ein Kunde den Kredit nicht mehr zurückzahlen kann, möchten Sie wissen? Dann wir eben ein Kredit für den Kredit aufgenommen und wenn irgendwann nichts mehr geht, dann ist das auch nicht schlimm. Die Banken wenden sich dann erneut an die EZB und aus einem Rettungsfond werden die Verbindlichkeiten beglichen.

Jetzt gibt es immer noch so bornierte Menschen, die mehr Geld einnehmen als ausgeben und die ihre Überschüsse nicht auf dem Aktienmarkt einbringen wollen.

Damit diese unangenehmen Sparer endgültig damit aufhören, die Banken mit ihrem Geld zu behelligen, werden diese in Bälde mit einem Strafzins belegt. Denn Geld anzunehmen und Tresore zu führen, in denen man das Bargeld einlagert, das kostet. Zeit also, dass der Sparer diesen Aufwand selbst trägt.

Was erwartet uns in naher Zukunft?

Kriminelle werden wieder häufig in den Wohnungen sogenannte Sparstrümpfe mit Bargeld entdecken. Doch wozu diese mitnehmen? Auf ein teures Sparbuch legen? Damit in den Supermarkt oder zum Aktienhändler gehen?

Vermutlich stehen dort bereits Warntafeln mit der Aufschrift: „Wir nehmen kein Bargeld und keine Kreditkarten mehr an. Zahlung erfolgt durch Abschluss eines Kredits. Der Aufwand hierfür beträgt nur wenige Sekunden!“

Schufa-Mitarbeiter und Einbrecher sind eindeutig Jobs ohne Zukunftsperspektiven.