It´s no bug – it´s a feature

Wenn man Auswertungen in den Medien brachte, wie viele Menschen Passworte, wie 12345 oder Hallo123 benutzen, dachte ich immer: „Wie machen die das? Stellen die eine Person in eine Fußgängerzone, die auf die Menschen zugehen und nach dem Kennwort fragen? Gibt es da womöglich eine Art Glückspiel, bei dem man das Kennwort per SMS weiterleitet und dafür 10.000 Euro gewinnen kann?“

Es geht viel leichter!

Einfach mal eine(n) Facebook-Mitarbeiter*in anrufen und dort freundlich anfragen. Die Person wirft dann mal schnell einen Blick in die Datenbanken und kann sofort sehen, wie viele Personen in Facebook sich beispielweise mit Schalke04 anmelden.

Spaß beiseite: natürlich macht das ein anständiger Mensch nicht. Weder dort anrufen, noch die Informationen preisgeben. Aber theoretisch wäre es machbar, denn rund 200.000 Mitarbeiter*innen könn(t)en die Kennworte in Klarsicht betrachten.

Wieso also kryptische Passworte verwenden, wie: MOfs1954iHMugzd5%deat ?

Natürlich kann man sich das Kennwort durch eine Eselsbrücke leicht merken: Meine Oma fährt seit 1954 im Hühnerstall Motorrad und gehört zu den 5% die es auch tun – aber die Tipperei ist schon sehr umständlich – liest sich zudem nicht schön in der Facebook-Datenbank.

Hacker wird zu einer aussterbenden Berufsgruppe mutieren, wie das Brecheisen oder der Dietrich seine Nützlichkeit verlieren würde, wenn alle Türen aufstehen.

Allen Nicht-Hackern wünsche ich ein schönes Wochenende – und wenn Ihr mal Euer Facebook-Kennwort vergessen habt. Einfach mal bei Zuckerbergs Leuten anrufen und nachfragen.

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Früh- und andere linge

Frühlingsanfang: endlich wieder die Zeit, wo man morgens viel zu dünn eingekleidet ist und am Mittag viel zu dick. Es ist die Phase, wo sich die Meteorlogen noch öfter mit den Prognosen für die nächsten Tage irren, als zu den restlichen Jahreszeiten. Auf der anderen Seite liegen die Wetterexperten mit der Aussage: „Heute strichweise Regen“ fast immer richtig.

Plötzlich reißt der Himmel auf und die Sonne scheint. Sie überlegen sich, dass das nun der beste Zeitpunkt ist, um einmal mit dem Hund Gassi zu gehen. Das Haus kaum verlassen, erwischen Sie den Ort „strichweise“ – denn es schüttet wie aus Eimern. Hastig geht es nach Hause zurück und während Sie sich und das geliebte Tier trocknen, strahlt von draußen die Sonne durch das Fenster.

Tierisch grotesk wird es auch für einen eventuell vorhandenen Wetterfrosch, weil dieser sich im Glas auf seiner Leiter einen Wolf läuft. Es fuchst das Tier, dass das Gehopse eigentlich für die Katz ist und morgen in seinen Froschschenkeln Muskelkater herrscht.

Die Triebe an Büschen und Bäumen erwachen zum Leben. Viele Menschen tun es den Pflanzen nach und geben sich den sogenannten Frühlingsgefühlen hin. Alle 11 Minuten verliebt sich (nicht immer nur) ein Single im Frühjahr. Bei Parship in dieser Zeit vermutlich noch öfter wie sonst. Wenn das dann nicht auf Gegenliebe stößt, gibt es auch reichlich Frühlingskörbe, die verteilt werden.

Die Zahl der Suizide geht zurück und das ist gut so, gerade auch in englischsprachigen Gebieten. Dort heißt der Frühling „spring“ – und das könnte die ein oder andere Person falsch verstehen, die sich mit dem Thema Ableben beschäftigt.

Also dann… genießen Sie die aufregendste Jahreszeit des Jahres, die nächste Woche wieder winterlich sein kann oder schon ein vorgezogener Sommer.

Mast- und Schotbruch

Ich bin offenbar viel zu schlicht gestrickt, um die Welt der Marktwirtschaft zu verstehen.

Ich würde die ca. 800.000 erforderlichen Sendemasten für das neue 5G in staatliche Hand nehmen. Alle Mobilfunkbetreiber können diese nutzen, müssen aber je Kunde einen monatlichen Betrag bezahlen, der auch die Instandhaltungskosten abdeckt.

Vorteil für den Kunden: die anvisierte Abdeckung von 98% wäre wirklich in realistischer Reichweite und vor allem auch dann, wenn man nicht von jedem Anbieter eine SIM-Karte bzw. Telefon im Einsatz hat, weil in Region X nur Anbieter Y erreichbar ist und im Gebiet Z wieder ein anderer Mobilfunkanbieter. Selbst wenn dann in ein paar Jahren 6G das absolute Muss sein wird um Internetinhalte zu empfangen, so stünden bereits knapp eine Million Maste dafür zur Verfügung.

So aber wird erst einmal Kasse mit der Frequenzversteigerung gemacht und sollten alle vier Bewerber Frequenzen ersteigern und weiterhin ihr eigenes Süppchen kochen, müssten theoretisch 3,2 Millionen Sendeeinrichtungen installiert werden. Auf diese flächendeckende Bestrahlung wird weder der Bürger, noch der Mobilfunkbetreiber Lust verspüren.

Dass 5G ein ähnliches Schicksal wie 3G (UMTS) erleiden wird, ist damit ein sehr realistisches Szenario.

Vielleicht lassen sich auch Tiere in Freilandhaltung als Sender-Träger nutzen. Die Bezeichnung: „Fleisch aus Mast-Tier-Haltung“ bekäme eine völlig neue Bedeutung.

Wenn ich mit 5G geh!

Kennen Sie ein Szenario, wo keiner so will oder darf wie er möchte und ob das ganze Sinn macht, ohnehin in Frage steht, weil das Ganze zu viel Power kostet sowie nicht tief genug geht? Nein – ich meine nicht Ihres oder mein Liebesleben.

Demnächst soll es ein neues High-Speed-Internet geben. Die 5te Generation der mobilen Datenübertragung: G5

* Benötigt werden Smartphones mit ordentlich Rechenleistung und großer Akkukapazität, weil die Berechnung sowie Sende- und Empfangsleistung sehr ressourcenhungrig ist.

* Einer der aktuell wichtigsten Hardware-Lieferanten, Huawei, soll jedoch diese Bauteile nicht stellen, wenn es nach den Wünschen der USA geht.

* Da die die Reichweite sehr gering ist, müsste nach jedem Kilometer ein neuer Sendemast stehen, um eine flächendeckende Nutzung gewährleisten zu können. Diesen Aufwand wollen die Provider natürlich nicht leisten und schon wehren sich die ersten Personen aus der Bevölkerung, die in unmittelbarer Nähe kein hässlichen Mastenwald mit der zu erwartenden Strahlenbelastung wünschen. Dazwischen müssten ja auch noch irgendwie die Betonpfeiler der Windparks aufgestellt werden. Schon alleine, um die energiehungrigen neu Smartphonegeneration zu versorgen. Spätestens jetzt melden sich auch die Umweltschützer zu Wort.

Prima an diesem gesamten Konstrukt: jeder kann es auf den anderen schieben, warum irgendetwas nicht funktioniert.

Natürlich wird mein nächstes Handy ein teures High-End-Gerät mit G5-Unterstützung werden, dass ich mindestens zweimal am Tag kabellos laden muss. Es verschafft mir sicherlich ein gutes Gefühl zu wissen, dass ich mit Reaktionszeiten von 1ms, in real-time zu agieren vermag. Was das für eine Echtzeit-Anwendung sein kann, ist unerheblich, weil es ohne Netz ohnehin nicht funktioniert.

Verrückt?  –  Nein – Innovation!

Das Ende ist nah! (oder auch nicht)

Ich weiß nicht wie in Ihrer Jugend familiäre Konflikte behandelt wurden, doch in meiner Kindheit war es so: konnten sich meine Schwester und ich nicht einigen, wer mit einem Gegenstand spielen durfte, gaben uns die Eltern eine Frist. War das Gezeter bis dahin nicht verklungen und wir hatten einen Konsens gefunden, wurde uns das Objekt der Begierlichkeit abgenommen.

Dieses konsequente Verhalten würde mir das jetzt, im Falle des Brexit, auch von Europa wünschen. Zwei Jahre erfolglose Rangelei auf der Insel, die mir das Gefühl vermitteln, dass es nicht mehr um das Wohl des Volkes sondern nur um Selbstverwirklichung der Politiker geht, sind doch genug.

Jetzt wird es Zeit, dass Mutter Europa zum zeternden Kind England sagt: „Du wolltest gehen – dann mach es endlich. Aber von uns gibt es kein Taschengeld mehr und beim Auszug helfen wir auch nicht!“

Natürlich wird das die Märkte erschüttern, wie einst die Aufgabe D-Mark oder die Einführung des Mindestlohns. 😉

Vielleicht wird es sogar das ein oder andere Unternehmen sensibilisieren, doch nicht alle Produktionen ins Ausland zu verlegen, nur weil es ein paar Euro Betriebskosten spart. Und wir Konsumenten erleben womöglich wieder, wie sich die Aufregung steigert, wenn wir mehrere Wochen auf ein bestelltes Produkt „made in england“ warten. Der Mini wird sich wieder englischer anfühlen und nicht nur wie ein auf der Insel gebauter BMW, wenn er ein Jahr nach der Bestellung beim glücklichen deutschen Käufer eintrifft.

Miss-Wahlen

Als Heranwachsender habe ich die Werte verabscheut, die mir meine Eltern mit mehr oder weniger autoritären Methoden eingetrichtert haben. Dann war ich stolz, solche Werte mein Eigen nennen zu können. Wieder ein paar Jahrzehnte später, frage ich mich: „Üb´ immer Treu und Redlichkeit!“ – ist das nicht der Schlüssel zu meinen vielen erfolgreichen Misserfolgen in meinem Leben?

Wo man hinsieht, ob Politiker, Unternehmen, deren Führungskräfte und das bis in die tieferen Ebenen hinein: überall wird kräftig beschissen!

Natürlich ist Betrug moralisch verwerflich, doch lässt es sich bestimmt gut damit leben, wenn man das Ganze aus einer großen Villa, einer Jacht, einem Jet oder einfach nur aus einer Nobel-Karosse heraus tun kann. Sollte das schlechte Gewissen einem was ins Ohr flüstern, dreht man einfach mal die High-End-Hifi-Stereoanlage etwas lauter und schon hört man es nicht mehr.

Offenbar leben Betrug, Bereicherung und Erfolg in engem Kontakt miteinander. Sozusagen die Dreifaltigkeit des Reichtums!

Also wenn ich in einer Disziplin erfolgreich sein könnte, dann wäre es bei Miss-Wahlen. Ob nun Miss-Lungen, Miss-Verstanden oder Miss-Erfolg: ich könnte vermutlich die Krone ergattern.

😉

ABC – Ali B. Chaos

Auch auf die Gefahr hin, dass mir manche Menschen meine Ansicht übelnehmen oder mir rechtes Gedankengut vorwerfen, muss ich mich doch einmal ernst über ein Thema auslassen.

Wir leben in einem Land, in dem Prävention eindeutig nur eine untergeordnete Rolle spielt!

Weil ich Probleme mit den Knien hatte und nicht wieder unters Messer wollte, habe ich eine Chiropratikerin aufgesucht. Einige Behandlungen und hunderte von Euros später, war ich die Beschwerden los. Also habe ich mal bescheiden bei meiner Gesundheitskasse wegen einer Beteiligung angefragt. Sinngemäß bekam ich zur Antwort: „OP hätten wir bezahlt – aber das nicht, auch wenn´s geholfen hat!“

Ähnlich beim PSA-Test: der half zu erkennen, dass meine Prostata-Vergrößerung nicht auf Krebs zurückzuführen ist. Da hat offenbar das Universum meinen Wunsch falsch verstanden, dass da „untenrum“ ruhig alles etwas größer sein dürfte. 😉

Es wird Sie nicht überraschen, dass ich seitens Kasse eine Beteiligung an den Kosten abgelehnt bekam, obwohl die sich jetzt entspannt zurücklehnen können. Denn die künftigen Mittelchen, die helfen sollen, dass es das Universum nicht besonders gut mit mir meint, die zahle ich auch selbst. Übrigens – der Urologe meinte: „Prima, dass Sie den PSA-Test gemacht haben, damit sind wir auf der sicheren Seite, dass soweit alles okay ist.“

Warum ich das alles erzähle, obwohl Sie meine Prostata und meine Knie eher uninteressant finden?

Ähnlich handeln wir in Deutschland auch bei Straftätern. Um nicht versehentlich einen Menschen falsch zu richten, gehen wir derart behutsam und auch nachlässig mit den Verdachtspersonen um, dass immer wieder – garantiert unschuldige – Menschen in irgendeiner Form darunter leiden. Ich stelle mir immer die Frage der Verhältnismäßigkeit. Gerade auch wegen des aktuellen Falles „Ali B“ hier aus Wiesbaden-Erbenheim, mit einem mir unverständlichen Werdegang:

10/2015 Einreise in Deutschland in Erstaufnahmeeinrichtung Gießen

04/2016 Umsiedlung Flüchtlingsunterkunft Wiesbaden-Erbenheim

10/2016 Jetzt erst wird Asyl beantragt

12/2016 Erstaunlich rasch erfolgt die Ablehnung und noch rascher der Einspruch

Während des laufenden Verfahrens kann Ali B. in Deutschland bleiben

Das war´s dann auch gewesen und wer nun denkt: „Hätten die Gerichte nicht schneller reagieren können?“

Selbst wenn Sie hätten: es herrscht Abschiebstopp – und damit ist es völlig egal, ob ein Gericht entscheidet, dass abgeschoben werden kann.

Kein Witz – und wirkt im ersten Moment belustigend, wie wir Deutschen die Steine vor uns abstellen, die wir eben gerade vom Weg hochgehoben haben.

Das juristische Unvermögen mag auch Ali B. erkannt haben, denn ab 2017 legt er los. Die vorgeworfenen Verbrechen sind: Raub, Bedrohung, Körperverletzung an diversen Personen, Vergewaltigung einer 11-jährigen sowie Vergewaltigung und Mord der 14-jährigen Susanna.

Das ist das, was mich wütend macht: 2016 hätte man das Problem durch konsequente Abschiebung beheben können, doch zum Schutze der Rechte von Ali B. wurden extrem viele Menschen danach in Mitleidenschaft gebracht. Zudem wird er nun, auf Kosten der Steuerzahler, einsitzen.

Das Ganze hat keinen rassistischen Hintergrund, denn genauso übel finde ich es, wenn beispielweise ein deutscher Sexualstraftäter entlassen wird, weil ein Gutachten ihn als ungefährlich ausweist und anschließend weitere Straftaten folgen. Würde man die Psychologen in Haftung für ihre falschen Bewertungen nehmen, gäbe es kaum noch Entlassungen. Schade vielleicht für die ein oder andere Person, die sich sexuell nun im Griff hat und unnötig Schutzverwahrung kommt – aber eine große Wohltat für eine größere Schar Menschen, denen eine Tätlichkeit durch Rückfall erspart bleibt.

Bin gespannt, ob es bei Ali B. wieder zu einem juristischen Possenspiel kommt. Vielleicht kann er nicht verurteilt werden, weil er noch kein deutscher Staatsbürger ist und sich eigentlich im Abschiebemodus befand? Vielleicht gibt es noch eine Freilassung vor der Urteilsverkündung, weil keine Fluchtgefahr besteht?