Deutschland – Wunderland

Es gibt so Dinge, an die hat man sich mittlerweile gewöhnt:

Dass der Berliner Flughafen nicht fertig wird und richtig teuer ist!

Dass Stuttgart 21 vermutlich (20)24 heißen sollte und dann sehen wir weiter!

Dass Deutschland auch ohne Regierung funktioniert – vielleicht sogar besser als mit einer Neuen!

Dass dieser Winter kein echter Winter ist!

Und nun das: nach richtig kalten Tagen, zeigt sich selbst im Rhein-Main-Gebiet eine weiße Pracht, die weihnachtliche Gefühle in der Fastenzeit aufkommen lässt.

Justin Bieber, der seit vielen Monaten in der T-Mobile-Werbung durch eine verschneite Winterlandschaft tänzelt – endlich ist dort das Optik stimmig mit der Außenwelt. Da hat sich doch diese hartnäckige und zugleich penetrante Bewerbung des Fernsehzuschauers gelohnt.

Irgendwie verspüre ich Lust auf Stollen, Vanillekipferl und Glühwein, aber zum einen soll man ja in der Fastenzeit entbehren und es ist noch etwas zu früh, bis Mon Cherie wieder aus den Regalen fliegt und dafür Weihnachtsnaschereien ausliegen. Da müssen wir uns wohl noch 6 Monate gedulden.

Aber wie weiß…?

Wir leben in einer Welt der ständigen Veränderungen und auch die Leckereien werden womöglich Gender-neutral:

Den Weihnachtshasen an Ostern und den Ostermann in der Weihnachtszeit – wer wenn nicht wir?

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Oster Eierei

Okay, der Martin Schulz wollte kein Amt unter Führung von Angela Merkel übernehmen. Aber warum jetzt die Entrüstung, dass er es sich anders überlegt hat und wohl dem Sigmar Gabriel den Posten wegnehmen möchte?

Zeigt nicht das in aller Deutlichkeit, dass er ein reinrassiger Politiker ist, der sich an die Devise hält:

„Was schert mich mein Geschwätz von gestern?“

Wer hält schon ein, was er/sie vor den Wahlen versprochen hat und warum sollten Zusagen, nach einem Volkentscheid, anders behandelt werden?

Welche Wahl hatte Schulz denn nach der Wahl?

Eine Groko ablehnen und Prügel zu kassieren, wie der Kollege aus der FDP?

Dann doch lieber Schelte beziehen und das in einem bequemen Stuhl eines Ministers!

Am Ende eines Tages ist sich eben doch jeder selbst der Nächste.

Ein JuSo kann da noch befreit meckern, denn dem geht es derzeit um Wählerstimmen und (noch) nicht um Posten in einer Regierung.

Für mich, als Bürger, macht es die nächste Wahl recht einfach, denn es ist wie beim Kauf gekochter Ostereier.

Egal welche Farbe das Ei hat, dass ich zu verspeisen gedenke: es schmeckt eines wie das andere!

Stau Staunen meinerseits

Laut Statistik standen Autofahrer in Frankfurt im Jahre 2017 insgesamt 37 Stunden im Stau.

Wie genial wenig ist das denn?

Ich fahre nach Darmstadt zur Arbeit und mich kostet nur die Ein- und Ausfahrt jeden Tag mindestens 30 Minuten mehr, als bei freier Fahrt nötig wäre. In der Woche also 2,5 Stunden – ergibt bei 40 Arbeitswochen im Jahr rund 100 Stunden Stau, alleine innerhalb Darmstadts!

Dagegen wirkt Frankfurt wie ein Ort an dem es flutscht.  😉

Keine Ahnung, was die Statistiker da alles mit reingerechnet haben, dass es für Frankfurt so prima aussieht. Sind da auch die Autobesitzer mit eingerechnet, die zwar ein Auto haben, aber mit der Bahn zur Arbeit fahren und dadurch 0 Stunden im Jahr im Auto im Stau stehen?

Sind die Werte vielleicht versehentlich nur für die reine Parkplatzsuche genommen worden?

Hat man die Erhebung in zwei Wochen der hessischen Sommerferien vorgenommen und dann auf das Jahr hochgerechnet?

Ich muss unbedingt sehen, dass ich wieder in Frankfurt zu arbeiten beginne!

🙂

E-Sex

Ich kann mich noch gut an die Zeit meiner Sturm- und vor allem Drangphase erinnern. Stand damals keine geeignete Frau zur Verfügung, um den Drang nach körperlicher Vereinigung zu befriedigen, war es nicht leicht, die Hilfsmittel für die Selbstversorgung zu ergattern.

Bestellte ich Ware bei Beate Uhse, so konnte die Verpackung noch so anonym sein: der Postbote grinste feist bei der Übergabe des Paketes aus Flensburg an mich.

Die Alternative: eine Fahrt in die Großstadt – und hier mit der Option, sich entweder mit einem mulmigen Gefühl durch das jeweilige Schmuddelviertel zu bewegen oder – mit fast gleichwertigem Unbehagen – vor einem Erotikshop in der Fußgängerzone herumzubummeln. Es ging darum, den richtigen Moment abzuwarten, wo möglichst wenig Menschen mitbekommen würden, welchen Shop man gerade zu besuchen gedachte.

Doch eines war auch klar: wenn man auf eine bekannte Person in der großen Stadt stoßen würde, dann war das genau jetzt einer der Momente, oder – noch wahrscheinlicher – beim Verlassen des Erotikladens. Doch selbst wenn das ausnahmsweise mal anonym funktionierte: der Heimweg wurde zum Spießrutenlauf.

Jeder halbwegs gebildeten Person war klar, dass dieser neutrale braune Beutel den ich bei mir trug, gefüllt sein musste mit sexuellen Stimulationsmitteln. Genauso gut hätte ich mir einen Zettel auf die Stirn kleben können, mit der Aufschrift: „Ich bin Single – ich mache es mir selbst!“

Warum ich das erzähle?

Vibratoren und Geräte deren Funktionsweise sich aus der Form mir nicht sofort erschließt, die werden heute ständig im TV beworben. Selbstbefriedigung ist keine notgedrungene Alternative mehr. Liefert einem Eis.de ein Paket, so weiß der Bote, dass es sich zwar um ein Genussmittel handelt, jedoch nicht zum Verzehr geeignet ist. Doch es wird kein Grinsen mehr erzeugen und es beweist auch nicht, dass ich Empfänger Single bin. Vielleicht will ich einfach nur die Elektronik die Vorarbeit an meiner Partnerin durchführen lassen, bevor ich dann dazu stoße!

So erleben wir wieder eine neue Epoche der sexuellen Entwicklung.

  1. Phase vor noch 100 Jahren: bekam die Frau einen Orgasmus, war das rein zufällig
  2. Phase vor ca. 50 Jahren: bekam die Frau keinen Orgasmus, lag es nicht am Mann
  3. Phase vor ca. 10 Jahren: bekam die Frau keinen Orgasmus, lag es am Mann
  4. Neuzeitliche Phase: bekommt die Frau keinen Orgasmus, hat sie nicht die geeigneten Hilfsmittel

So war vor 100 Jahren jede Person selbst für ihre Befriedigung verantwortlich und ist es – dank moderner Technik – heutzutage wieder erneut.

 

 

Kinder vs. Vorstände

Wenn meine Schwester oder ich einst etwas angestellt hatten, gab natürlich keiner von uns beiden zu, etwas angestellt zu haben. Das führte allerdings dazu, dass wir Kinder stets beide von den Eltern bestraft wurden.

Nicht gerade clever von uns und besonders bitter für die jeweils unschuldige Person. Doch wir lebten in einer wahren Solidargemeinschaft. Geteiltes Leid war nicht halbes Leid – jedoch ein gemeinsames.

Hätte man uns Kinder damals in eine Art Vorstandsfunktion erhoben, mit einem Taschengeld in astronomischer Höhe, wären wir zu einer vierstufigen Handlungsweise gezwungen gewesen:

  1. Stufe: Die Verurteilung des Tatgeschehens
  2. Stufe: Der Erklärung, nichts von den üblen Vorgängen gewusst zu haben
  3. Stufe: Die Bereitschaft verkünden, alles für eine lückenlose Aufklärung zu unternehmen
  4. Stufe: Hinrichtung des Hamsters, Wellensittich, Katze, Hund oder des Nachbarjungen – was/wer immer sich auch anbietet, zur Schaffung einer besseren Stimmungslage geopfert zu werden.

Doch weil wir im Kleinkindalter noch kein BWL studiert hatten und keinen Vorstandsposten in unserer familiären Gemeinschaft innehielten, mussten wir für alles selbst geradestehen, was wir anstellten. Nicht einmal eine Bonuszahlung haben wir erhalten.

Da soll noch einer sagen, dass die Kindheit eine schöne Zeit sei!

 

Extreme Urlaubing

Bungee-Springen ist was für Weicheier – ebenso Freeclimbing!

Wer einen richtigen Adrenalinschub erfahren will, geht heutzutage anders vor:

Buchung eines Urlaubs – in Deutschland und für besonders risikofreudige Menschen: in den ersten oder den letzten drei Monaten eines Jahres!

Ein Aufenthalt an der Nord-/Ostsee oder in den Bergen kann da zur persönlichen Grenzerfahrung werden; Stürme, Überschwemmungen, Schneechaos – alles ist denkbar.

Milde Temperaturen, wie wir sie beispielweise jetzt die ganze Zeit hatten und nach denen sich so mancher Sommerurlauber in Deutschland im Monat August sehnt, sind ebenso zu möglich, wie zweistellige Minusgrade. Eine Reise im März kann dann zu einem Winter- oder auch Sommerurlaub mutieren. Wenn da überhaupt etwas kalkulierbar ist, dann das: packe keine gefütterten Klamotten ein und es wird garantiert schweinekalt. Das Wort Reizklima bekommt eine völlig neue Bedeutung, wenn man genervt feststellt: „Ich bin völlig falsch ausgestattet!“

Wem das alles noch zu wenig „risky“ ist, dem empfehle ich zusätzlich die Reise mit der Bahn oder dem Flugzeug – ohne irgendwelche Erstattungsgarantien. Das muss ein Zittern nicht unbedingt vom Wetter her resultieren und eher nervlich sein.

Es kommen eben nur die Harten in den (deutschen) Garten!

Ei der daus

Da zahle ich extra mehr für ein Bio-Ei und gebe mich da dem guten Gefühl hin, dass es sich um das hochwertige Legewerk von zumindest nicht unglücklich lebenden Hühnern ist und nun das:

Laut Bioverordnung dürfen maximal 3000 Hühner in einem Areal leben. Klingt eigentlich auch schon recht viel, aber wenn die genügend Platz hätten, was soll´s?

Leider wird der Platz nicht geregelt und baut man alle 3000 Chicken eine Abtrennung dazwischen, können da mehr als 30.000 von ihnen Wing an Wing leben. Ob dann die Futterversorgung noch Bio ist bezweifle ich und ob sich Huhn Nummer 24021 -rechts und links eingequetscht von Huhn 24020 sowie 24022- besser fühlt, als eine der tierischen Brutmaschinen in normalen Legebatterien? Ganz sicherlich nicht!

Ich werde dagegen angehen, indem ich fortan meine Eier nur noch beim Bauern hole, der diese hoffentlich von eigenen Hühnern bezieht. Doch leider kommt Ei auch in unzähligen anderen Produkten vor – und da reicht es nicht, vom Eierlikör auf Baileys umzusteigen. Keine Ahnung, wie ich das kontrollieren kann.

Doch immer wieder fällt mir auf: egal, was für Gesetze eingeführt werden – sei es bei der Leiharbeit, bei den Abgaswerten für Fahrzeuge oder auch bei einem Ei – diese sind so lasch formuliert, dass sich immer wieder Wege finden lässt, diese Verbindlichkeiten lässig zu umgehen.