Not so happy birthday

Als ich jung war, habe ich einen ganz bestimmten Tag herbeigesehnt.

Nein, nicht den Anfang der Sommerferien und auch nicht das erste Mal Sex… obwohl… also irgendwie vielleicht schon, doch nicht so intensiv wie diesen anderen Tag.

Von welchem ich rede?

Den eigenen Geburtstag meine ich!

Schon Monate zuvor habe ich auf die Frage meines Alters kaufmännisch aufgerundet. „Fast 20!“ war meine Antwort, beispielsweise ab dem Tag meines 19ten Geburtstags. Und im spätestens im April jeden Jahres, habe ich mir das letzte Quartal bis zum neuen Alter geschenkt. Dabei das kleine Wörtchen „fast“ so leise ausgesprochen, dass es die ein oder andere Person überhaupt nicht vernehmen konnte.

Heute sehe meinen Geburtstag eher als Übel, welches mir deutlich zeigt, dass ich altere und nicht nur erheblich sondern auch schnell. Dabei wäre das nicht nötig, denn mein Körper beweist mir auch so schon jeden Tag aufs Neue, dass er bald ein Historien-Kennzeichen verdient hat. Bei einem Wagen würde ich mir überlegen, ob nicht ein Neukauf ratsam wäre, statt permanenten Reparaturen entgegen zu sehen. Beim Körper fällt diese Möglichkeit (derzeit) noch aus.

Erwischt habe ich mich am letzten Samstag, wo ich mich jemand nach dem Alter fragte und ich wahrheitsgemäß antwortete: „Fünfundfünfzig!“

Mir wäre es lieb, wenn zumindest für die nächsten rund 360 Tage diese Anfragen nicht mehr an mich gestellt werden. Ich habe eben ein zartes Gemüt – und dazu stehe ich mehr als zu meinem Alter!

😉

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Bio-Tod der Zukunft

Es wird gerade die Debatte geführt, dass wir Menschen dem Staat (für Rente und die Gesundheitskassen) zu alt werden.

Doch als ob das nicht schon ärgerlich genug wäre, dass wir Alten im Weg sind: Sterben ist ebenfalls keine Alternative, denn auch dafür ist kaum noch Platz!

Weil gerade in Ballungszentren die Friedhöfe aus allen Nähten platzen, werden jetzt neue Bestattungsverfahren entwickelt, gegen die selbst Urnengräber in Wänden, die den optischen Charme von Briefkastenanlagen in Hochhäusern versprühen, noch das Prädikat „üppig“ verdienen.

Zwei Beispiele will ich nun anbringen und wenn sich die im Netz herumsprechen sollten, werde ich bald viele „Follower“ von der Mafia für meinen Blog haben. Wohlgemerkt: die genannten Verfahren gibt es wirklich und sind kein schräges Fantasieprodukt von mir.

Die chemische Bestattung:

In einer Edelstahltrommel, unter Hitzeeinwirkung sowie Druck, wird der Leichnam in eine Kalilauge gelegt. Nach ca. 3 Stunden hat sich der Körper verflüssigt. Die pulvrigen Knochenreste passen in eine kleine Kapsel. Nicht lösliche Körperteile, wie künstliche Hüften und Implantate werden sortiert und weitgehend der Wiederaufbereitung unterzogen.

Die nachhaltige Bestattung:

In einem dreistöckigen Gebäude in Seattle (USA) sollen beim „Urban Death Projekt“ die Leichen kompostiert werden. Richtig gelesen: auf eine Schicht Holzspäne legt man eine tote Person – dann wieder eine Schicht Späne – dann wieder eine Leiche. Das wird sozusagen eine nekrophile Lasagne. 60 Grad Wärme – Luft und Kohlendioxid sollten dann den Menschen langsam verrotten lassen. In einem Sieb werden die nicht abbaubaren Teile aufgefangen – der Rest rutscht durch und irgendwann können sich die Angehörigen dann den Onkel Herbert abholen und als Biodünger um die Tomatenstöcke streuen. Endlich ist der ´mal zu was nutze, der alte Taugenichts! Hatte ohnehin immer nur Mist im Kopf.

Angeblich hat das Ganze in Testläufen schon gut funktioniert. Ich kann mir das nicht vorstellen, wie der Verwesungsprozess so schnell funktionieren soll, was mit den Faulgasen passiert und womit garantiert ist, dass der Haufen Biodünger in meinem Eimer tatsächlich vom „meinem“ Toten stammt?

Ich bin ohnehin schon als Organspender eingetragen und ich muss offen gestehen:  lieber lebe ich in Teile gestückelt in diversen Leibern weiter, als die Kartoffelerträge meiner Familie zu verbessern.

Es wird schon schwer mit Würde alt werden zu können und nicht in einem Heim oder einer Klinik dahin zu vegetieren – doch wenigstens den Tod möchte ich etwas stilvoller erwarten dürfen.

Never touch a sleeping system

Ich bin frustriert: bisher hieß es, dass ältere Menschen weniger Schlaf benötigen. Da ich ständig müde bin, dachte ich im Umkehrschluss, ein biologischer Jüngling zu sein.

Nun allerdings musste ich erfahren, dass dieser Wissensstand überholt ist. Senioren benötigen auch ihren Schlaf, allerdings verstärkt auch tagsüber, in Form eines Mittagsschlafes, um die verlorene Energie zu ersetzen.

Na klasse! Jetzt habe ich die Wahl, mich ohne mein „Mittags-Bubu“ durch den Tag zu quälen. Oder ich stehe dazu, dass mein Powernapping in der Mittagszeit, meinem fortgeschrittenen Alter geschuldet ist.

So oder so: ein Stück Lebensqualität geht mir nun verloren!

Es ist einfach nicht gut, zu viel zu wissen.