NachdenklICHes – Part One

Was bin ich?

Nein, es geht mir nicht um heiteres Beruferaten, wie man einst in einer TV-Show, und das in Schwarzweiß, mit Robert Lembke zu sehen bekam. Die nächsten drei, vielleicht sogar vier Werke meines Blogs möchte ich mich ernsthaft mit einem äußerst interessanten Thema, so finde ich, beschäftigen. Mir haben jedenfalls die neuen Erkenntnisse, ein völlig anderes Bild zu meiner Person verschafft und ich versuche nun, so einfach und knapp es geht, davon zu berichten.

„ICH existiert nur im Jetzt!“

Während Sie diesen merkwürdig klingenden Satz lesen, befinden Sie sich in der Gegenwart. Ich, zum Zeitpunkt wo ich den Text geschrieben habe, befand ICH mich in meiner Gegenwart, für Sie nun bereits eine Weile verstrichen. Bereits jetzt aber ist für uns Beide dieser Satz nur noch Vergangenheit. Entweder hat Ihr ICH diesen bereits vergessen oder hält ihn für so wichtig, dass Sie dafür im Hirn, mittles Elektrizität, Synapsen mit einer Erinnerung daran belegen. Selbst wenn ihr ICH oben den Satz ein zweites Mal liest, bekommt die Zeile ein zweites Jetzt, um danach erneut Vergangenheit zu werden.

Wem das alles zu kompliziert ist und auf Beweise verzichten kann, dem sei einfach gesagt: Unser ICH befindet sich immer im JETZT – es kann weder in die Zukunft noch in die Vergangenheit wandern!

Dass Sie diesen Text lesen können, liegt daran: Sie haben es gelernt! Irgendwo in Ihrem Hirn wurde von Ihrem ICH abgespeichert, welchen Sinn und welches Aussehen jedes Wort hat. Das Gleiche gilt für das Schreiben. So besteht unsere Persönlichkeit im Grunde nur aus Gelerntem, was wir im Schrank namens Gehirn ablegen. Das ICH bedient sich lediglich daraus. Unser Hirn ist nur der Speicher der Informationen. Wo genau das ICH zu finden ist, konnte die Wissenschaft bis heute nicht ermitteln und wird es meines Erachtens nicht, weil es keine Materie besitzt.

Wenn wir uns irgendwo persönlich vorstellen, bedienen wir uns der gespeicherten Geschichten, damit das Gegenüber einen Anhaltspunkt hat: „Mein Name ist Peter, ich bin seit wenigen Tagen 58 Jahre alt, verheiratet und habe zwei eigene Kinder und einen angeheirateten Sohn!“

Wieso heiße ich Peter? Weil meine Eltern mir diesen Namen gaben und mich so lange damit benannten, bis meinem ICH klar war, dass ich damit gemeint bin und auf Stefan beispielsweise nicht reagieren brauche. Auch alle anderen Daten stammen aus Erfahrungswerten die Irgendwo in meinem Gehirn gespeichert sind und meinem ICH eine erkennbare Persönlichkeit und mir Orientierung geben.

So verliert der Mensch durch Demenz nicht sein ICH, sondern nur die Informationen aus den Erinnerungen des Hirns.

Bis jetzt also ist klar: Unser ICH existiert nur im Jetzt und wenn wir etwas tun, sind es Erinnerungen die wir abrufen.

Ein Beispiel noch, bevor wir uns der Zukunft zuwenden.

Wenn wir in unseren Breitengraden in der Dunkelheit einen länglichen Gegenstand in der Dunkelheit auf dem Boden liegen sehen, wird es uns nicht gleich in Angst versetzen. Halten wir uns dagegen in einem Gebiet auf, wo es giftige Schlangen gibt, werden wir panisch reagieren. Geht dann das Licht an und wir sehen lediglich ein Seil am Boden, entspannen wir. Die Situation ist gleich geblieben aber wir bewerten sie anders, aus unseren Erfahrungen, die im Hirn gespeichert sind und auf die unser ICH zugreift. Eine Schlange kann gefährlich für unser Leben sein, ein Seil wohl kaum, zumindest so lange es nicht um unseren Hals gebunden wurde.

Erstes Fazit: Unser ICH bedient sich im Jetzt dem Gelernten aus der Vergangenheit. Eine akute Angst entsteht daher durch den Zugriff auf alte gespeicherte Daten oder weil wir etwas in der Zukunft befürchten. In meinem nächsten Blog werde ich Ihnen interessante Ansätze zum Thema ZUKUNFT mitteilen, bevor wir uns im dritten Teil dem KÖRPER widmen.

Von Superweibern und Supermännern

Ein Radiosender behandelte gerade das Thema, warum sogenannte Superweiber – schön, klug, erfolgreich – so oft alleine bleiben.

Wieder steht die Meinung im Raume, dass wir Männer es nicht ertragen können, wenn eine Frau gleichgestellt oder erfolgreicher ist.

In meinen Augen ein Klischee!

Gut – es mag solche Typen geben – doch einige Dinge werden dabei außer Acht gelassen.

Erfolgreiche Frauen mussten meist mehr für diesen Erfolg kämpfen. Mit dem Herz einer Amazone, lässt sich dann Partnerschaft nicht so einfach führen, deren erfolgreiches Bestehen Toleranz sowie Anpassung voraussetzt.

Anders ausgedrückt: bei einer dominanten Frau fühlt sich ein Mann genauso unwohl, wie eine unterdrückte Frau gegenüber einem Alpha-Männchen.

Instinktiv sucht das Weibchen also nach einem ebenbürtigen oder sogar höher gestellten Partner. Denn auch mal Fallenlassen und keine Führungspersönlichkeit zu zeigen, ist wichtig für den seelischen Ausgleich.

Hier dezimiert eine Frau sich natürlich selbst und vor allem gravierend ihre Auswahl-Möglichkeiten.

Ebenso ein Kriterium: differierende Aufenthaltsorte!

Eine kluge, schöne sowie erfolgreiche Frau trifft man in der Regel selten in eher schlichten Lokalitäten und den finanziell nicht so gut dotierten Mann kaum in Schickeria-Örtlichkeiten.

Wieder ist die Chance gering, dass sich klassenübergreifend eine Paarung bildet.

Besser haben es da Männer, die so stark von sich selbst überzeugt sind, dass sie

a) nur für die aller-schönsten Weibchen eine Paarungsbereitschaft zeigen

und

b) auch notfalls über die (finanziellen) Verhältnisse leben – um eben an die Edel-Fräulein heranzukommen.

Unter den Typen hat dann SIE freie Auswahl und wundert sich anschließend, dass alle Männer gleich (blöde) Machos sind und mehr Schein als Sein dahinter steckt.

Anders ausgedrückt: den coolen tiefergelegten BWW-Fahrer mit Goldkettchen wird man eher selten auch am Herd kochend vorfinden, bevor er sich danach mit ihr über die menschliche Psyche oder die neuesten Möbeltrends von IKEA unterhält.

Der feinsinnige Herr jedoch wird viel zu viel Bammel haben, um sich Chancen bei einer so schönen sowie erfolgreichen Frau auszumalen, der scheinbar die Herren-Welt zu Füßen liegt.