Senioren-Triatlon

Es gibt bekanntlich die weit verbreitete Meinung, dass reifere Menschen in eine Lethargie aus Langweile verfallen. Wiederum andere Personen in weniger fortgeschrittenem Alter amüsieren sich darüber, dass gerade Rentner wenig Zeit haben. Klar, dieser Personenkreis hat nicht mehr die Möglichkeit, Mal einfach einen Tag Urlaub zu nehmen oder Zeitguthaben für einen Gleittag zu nutzen.

Alles Quatsch, denn ein Senior bzw. eine Seniorin kennt keinen Leerlauf, denn man ist sportlich unterwegs.

So nehme ich beispielsweise am Montag bei einem Triathlon teil:

Vormittag geht’s nach Mainz zu einem Date mit einem Sozialberater. Mittags dann zwei Stunden lang Untersuchungen bei einem Gefäß-Spezialisten in Rüsselsheim. Um 17 Uhr erwartet mich dann in Hochheim der Urologe und der wird mir, nach dem nunmehr dritten Check in diesem Jahr, wohl eine OP empfehlen.

Einzig einen gravierenden Unterschied gibt es zu einer regulär tätigen Person: ich werde um meine Aktivitäten beneidet, denn Termine sind Mangelware. Ich überlege schon, ob ich einen Termin für ein Hirn-MRT zu vereinbaren. Im Moment geht es mir (mal das Gedankliche ausgeklammert) rechr gut unter der Schädeldecke, doch wer weiß: vielleicht bin ich nächstes Jahr froh, ihn zu haben. Wenn nicht, kann ich diesen über eBay versteigern.

Da fällt mir ein: die nächste vorsorgliche Darmspiegelung steht an. Hier muss ich unbedingt einen Termin vereinbaren. Ist zwar erst im Sommer 2021 fällig, aber nicht, dass die Praxis jetzt schon ausgebucht ist.

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Tipp zum Entschleunigen

Ihnen ist die Welt zu hektisch und die Zeit rast förmlich vorbei?

Dann habe ich einen Ratschlag für Sie, der preiswert und recht einfach umzusetzen ist.

Gehen Sie an einem Montagmorgen zum Hausarzt, wenn gerade Hochzeit für grippale Infekte herrscht!

Ich habe es gestern getan und die mehr als vier Stunden Wartezeit im gleichnamigen Zimmer, waren nicht nur neuer persönlicher Rekord; sie kamen mir noch wesentlich länger vor.

Eine gefühlte Unendlichkeit wurde ich von unzähligen Menschen angehustet und ein paarmal war ich nahe daran zu gehen, verbunden mit der Überlegung, die paar Jahre die mir noch verbleiben, lieber krank daheim als krank in einem Wartezimmer zu verbringen.

Dann war es wie beim ersten Sex: man wartet jahrelang darauf und plötzlich geht ist es ganz schnell vorbei.

Nun habe ich Angst, dass ich mich angesteckt habe und am nächsten Montag wieder zum Arzt muss. Diesmal als einer von denen, die andere Patienten anhusten. So hat dann dieser Februar, mit seinen 28 Tagen, doch die gefühlte gleiche Länge wie der folgende März.