Moderne Fahrzeuge

Ist die Autowerbung heutzutage nicht kurios?

Da kriegen wir suggeriert, dass wir für einen läppischen monatlichen Betrag ein neues Auto nutzen können und für den Gebrauchten gibt es obendrein noch so viel Geld, dass davon ein Urlaub auf den Malediven drin ist oder eine neue Anbauküche.

Richtig interessant ist, wie die Neufahrzeuge beworben werden:

Da geht es nicht mehr um Sicherheit und Ökonomie, sondern darum, dass mir eine Frauenstimme meinen Nachrichten-Eingang vorliest und meine Mutter – wenn ich sie denn in dem neuen Wagen mitnehmen würde – lautstark antwortet, ich wäre ausgeruht genug für sexuelle Aktivitäten.

Die Durchblutung fördernd sind dann auch Massagesitze, wobei ich persönlich befürchte: wenn das Auto zum Wellnesstempel mutiert, mit Massage, Dampfbad und Spa-Anwendungen, dann wird noch mehr auf den Straßen dahin-geschlummert.

Mal ein fiktives krasses Beispiel:

„Dieter, du fährst in falscher Richtung auf die Autobahn auf!“

„Dann sollen die anderen wenden, Doris! Ich kann momentan nicht, denn ich habe gerade Fango.“

Oder das neue Feature, das  in der Mittelklasse beworben wird: WLAN

Klar, damit habe ich die Chance, dass der Nachwuchs auch mal eine Fahrt im Auto mitmacht, die nicht nur die 400 Meter bis zur Schule führt. Da kann man dann nach Österreich fahren, die Kids dabei ununterbrochen surfen und als Eltern müssen wir uns keine Gedanken um Roaming-Gebühren und Verbindungsqualität machen (obwohl unsere Nachbarn ohnehin eine bessere Mobilfunkabdeckung haben, als wir in Deutschland).

Auch das Buchen einer Pension ohne Internetanschluss bleibt folgenlos und der Nachwuchs einfach im neuen Fahrzeug sitzen. Wenn unsere Wonneproppen Berge sehen wollen, dann können sie das problemlos über Google Maps. Das Essen kann gebracht werden und dank der ausklappbaren Gaming-Tables (die nun als Esstisch missbraucht werden) ist auf angenehme Weise für das leibliche Wohl gesorgt.

Wenn es dann nach dem Urlaub heißt: „Und wo warst du in den Ferien?“ folgt die Antwort: „Moment, muss ich mal google fragen!“

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