ICE – Ich Chille Einfach

Mehr als 27 Jahre ist es nun her, dass der erste ICE am 29.5.91 seinen Betrieb mit einer Sternfahrt aufgenommen hat.

Gefühlte 30 Preiserhöhungen später mag der Einsatz dieser Zuggattungen diverse Reisegeschwindigkeiten erhöht haben, allerdings musste der ICE dazu auch fahren oder über einen herkömmlichen Zug pünktlich erreicht werden. So habe ich in meiner Vergangenheit die ein oder andere Situation bei Dienstreisen erlebt, wo lediglich mein Puls Tempo 200 erreichte, während der Intercity Express – bleiben wir einmal beim Vergleich zwischen Tempo und Puls – den Einsatz eines Defibrillators ratsam machte.

Fast schon komisch klingt da die Ankündigung, dass die Sanierung des ICE-Schienennetzes wohl bis 2023 zu einer Erhöhung der Verspätungen führen wird. Doch im Grunde ist es doch heutzutage egal, ob man am Gleis, auf der Autobahn oder am Gateway eines Flughafens mit Zwangs-Entschleunigung konfrontiert wird.

Ich wünsche allen Fahrgästen gute Nerven und nur moderate Fahrpreiserhöhungen bis 2023!

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Nichts ist mehr wie es war

Es gibt Dinge, auf die kann man sich im Herbst eigentlich verlassen:

Die Tage werden kürzer, die Weihnachtswerbung penetriert einen immer mehr, das Wetter wird meist schlechter und kälter und die Bahn erhöht zum Fahrplanwechsel im Dezember die Preise.

Doch nun brandaktuelle Meldung: dieses Jahr sollen die Fahrpreise nicht erhöht werden!

Gut, noch ist nicht klar, ob das nur für den Fernverkehr gilt und der Pendler wieder zur Kasse gebeten wird. Doch im Moment klingt es so, als sei dieses Halten der Tarife über alle Bereiche gedacht.

Was heißt das konkret?

Können wir uns auf nichts mehr verlassen? Müssen wir jetzt auch mit einem milden oder eher einem besonders heftigen Winter rechnen? Will sich denn niemand bei der Bahn einen Sonderbonus zukommen lassen, für erfolgreich erhöhte Ticketpreise? Besteht sogar die Gefahr, dass bald mit gutem Service und Pünktlichkeit zu fairen Kosten zu rechnen ist?

Ich bin gespannt!

Die Bahn kommt (nicht)

Haben Sie auch die Werbung der Bahn gesehen, wo zu einem netten Text konträre Bilder eingeblendet werden, die Menschen schimpfend, genervt und vor allem reglos im Stau stehend zeigen. Am Ende des an sich gut gemachten Clips sieht man dann einen ICE vorbei rasen, von neidischen Blicken verfolgt. Darin sitzen gutgelaunte Fahrgäste, die sich freuen,  so schnell und komfortabel von A nach Bei zu kommen.

Im Laufe dieser Woche wird die Realtität diese Vision erneut zu einer Fiktion mutieren lassen.

In einem realistischen Film würde man verzweifelt wartende Menschen vor leeren Gleisen stehen sehen, die neidisch einen Blick auf PKW-Besitzer werfen, dir zwar langsam vorwärts kommen, jedoch es wenigstens tun.
Alles andere als gutgelaunte Fahrgäste lassen ihren Frust am Schalter ab und machen das Leben des Servicepersonals ebenfalls zur Hölle, weil sie nicht einmal unkomfortabel von A nach B kommen.

Die einen schimpfen auf die Lokführer, die mit solch rabiaten Mitteln sich den Wohlstand verbessern bzw. wahren wollen und mindestens die Gescholtenen sind sauer auf die Deutsche Bahn, die sich gegenüber den Forderungen derart vehement sperrt.

Ist nun das Holz zu hart oder die Axt zu stumpf?

Eines ist aber auch klar: der Bahnvorstand wird nicht nachgeben können, wo der Schaden wohl schon jetzt teurer ist, als die Erhöhungen zumindest für die nächsten zwei Jahre gekostet hätten und die Gewerkschaft kann nun auch nicht nachgeben. Zudem hätte sie damit tausende von Fahrgäste sinnlos leiden lassen.

Daher mein Vorschlag:
Sichert dem Bahnvorstand Ulrich Weber seine Performance-Vergütung auch für die nächsten 5 Jahre zu, selbst wenn den Forderungen der GDL entsprochen wird. Dann gebt ihm und den Lokführern jeweils 5 Prozent mehr Kohle und schon läuft der Laden wieder. Zumindest so lange, bis im Sommer bei Hitze die Klimaanlagen ausfallen, im Herbst die Stürme die Strecken zertören oder im Winter Schnee und Kälte die Gleise einfrieren lassen.

Oder  in zwei Jahren wieder gestreikt wird, weil nach zwei Fahrpreiserhöhungen nun auch wieder das Bahnpersonal mal was vom Kuchen der Einnahmensteigerung abbekommen möchte.

Bis dahin wünsche ich gute Fahrt – womit auch immer!

Großer Bahnhof

Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, wo man einem Bahnsteig stand und wartete, ob der Zug kommt und wenn ja, wann?

Dies Schalter waren mittlerweile verweist, wo man auf braunem Karton die Fahrkarte kaufen konnte oder einfach nur durch die Sprechluke eine Auskunft erhielt.

Nach einer Zeit der Stille bekamen viele Bahnhöfe Lautsprecher. Wenn dann 10 Minuten nach der eigentlich planmäßigen Abfahrt die unfreundlich klingende Stimme die ebenfalls unfreundliche Information bekannt gab, dass sich die Ankunft des Zuges um 20 Minuten verzögern würde, ging dann das Rätselraten los:

Bedeutete dies, dass man in 10 Minuten zusteigen kann, weil bereits 10 Minuten vergangen waren?

15 Minuten später ahnte man: die offiziell genannten 20 Minuten waren „in top“ und auch noch kaufmännisch abgerundet, wenn dann mit insgesamt 34 Minuten Verspätung die Bahn eintraf.

Stehe ich doch gestern in Mainz am Bahnhof und warte auf einen IC nach Köln. Als die Durchsage kommt, dass sich ein Inter City um zwei Stunden verspätet, wegen eines Notarzt-Einsatzes, merke ich die ersten Veränderungen zu damals.

Erstens entschuldigt man sich dafür und zweitens betraf es nicht meine Verbindung. Plötzlich bekomme ich einen Verspätungsalarm der Bahn per Mail auf mein Handy und ich ahne Schreckliches.

Da dieser Alarm mir mitteilt, dass ich 6 Minuten später als laut Plan angegeben in Aachen eintreffen werde, versuche ich immer wieder diese falsche Info zu aktualisieren. Denn mit 5 bis 10 Minuten Verspätung rechne ich generell. Das ist keines Alarms würdig.

Ich vermute das Problem beim Umsteigen in Köln, doch nichts passiert. Kurz vor Aachen fange ich an zu entspannen und bin nur 4 Minuten zu spät eingetroffen.

Die Bahn ist eben auch nicht mehr das was sie einmal war!

😉