Made in Germany

Einst war der Begriff „Made in Germany“ eine Art Qualitätssiegel. In der Gegenwart werde ich das Gefühl nicht los, dass aus der Made ein Wurm wurde, denn es steckt der Wurm in Deutschland.

Da gibt es die Parade-Bauten wie der Bahnhof in Stuttgart oder der Flughafen in Berlin, die nicht fertig werden wollen. Aktuell das Segelschulschiff „Gorch-Fock“ dessen Instandsetzung ein Vielfaches des Anschaffungspreises kosten soll. Das Schiff wurde übrigens im Jahr 1933 in nur 100 Tagen gebaut.

Im Jahr 2013 beschließt man, dass bis 2020 alle Ministerien auf papierlose Bearbeitung umgestellt werden. Sieben Jahre sollten genug Zeit dafür sein? Doch nicht einmal die Hälfte aller Ämter wird den Übergang zur E-Akte bis dahin geschafft haben. Das ist wie mit Weihnachten: es kommt einfach immer zu schnell und recht unverhofft.

Es geht auch kleiner – die marode Autobahnbrücke der A671 über den Main bei Hochheim: hier wurde bereits 2015 festgestellt, dass Ende 2019 auch das Ende der Nutzungsdauer erreicht sein wird. Statt rasch den Neubau anzugehen, wird nun erst einmal für viel Steuergeld eine Stabilisierung eingebaut, damit das Bauwerk bis zum Abriss in 2021 hält. Wobei man hier schon einräumt: „Es kann auch 2022 werden!“

2022 wird dann vermutlich eine nachträgliche Stabilisierung der Stabilisierung eingebaut werden, weil sich die Brückenbauarbeiten, im Zuge der Umstellung auf E-Aktenbearbeitung, noch um ein paar Jahr verschieben.

Ich könnte die Aufführungen noch beliebig fortsetzen, doch belassen wir es dabei.

Warten wir auf 2022 – ich habe da so meine Fantasien…

Man wird die Gorch Fock – nach weiteren Millionen Euro an Reparaturkosten-Investitionen – endgültig stilllegen. Dank einer logistischen Meisterleistung konnte das Schiff, zerlegt von einem asiatischen Unternehmen, zum BER transportiert werden. Der Wiederaufbau wird im Bereich der einst geplanten Runways erfolgen. Direkt neben einem Stück Tunnelröhre aus dem Schwabenland sowie einer ausgemusterten E-Akte-Server-Farm. Letztgenannte konnte nicht in Betrieb genommen werden, weil die Hardware bereits veraltet ist und für die letzten 70 Prozent an anstehender Umstellung, die bis zum Jahr 2015 geplant war, neues Equipment benötigt wird. Dadurch verzögert sich die vollständige Einführung der E-Akte voraussichtlich bis 2030.

Zurück zur Gorch Fock:

Wie es sich gehört, werden sich auf dem Stück Zeitgeschichte auch Toiletten für das dritte Geschlecht befinden. Getreu dem Motto: „Was muss, dass muss!“

 

 

Werbeanzeigen

Gestern durften wir sie wieder bewundern: die Triumphpose eines Cristiano Ronaldo, die mich immer an eine Person erinnert, die gerade einen feuchten Pups in die Unterwäsche gesetzt hat. Jetzt nur nicht Spuren in das Höschen setzen.

Auf jeden Fall würde es sich anbieten, dass er noch Werbung für Artikel gegen Blasenschwäche oder Durchfall macht.

Es gibt wenig Spitzensportler bei denen die Meinungen so arg auseinandergehen, wie bei der portugisischen Rasenprinzessin. Zwar rollen durchweg alle die Augen, wenn von ihm gesprochen wird, doch während es die meist weiblichen Fans aus wollüstig ambitionierter Freude tun, passiert es bei den Gegnern meist mit genervtem Hintergrund.

Am Sonntag werden wir ihn wieder betrachten können – gegen Deutschland oder gegen Frankreich und wer immer auch der Gegner sein wird: seine „Zulieferer“ (in anderen Mannschaften auch „Mitspieler“ genannt) werden hoffentlich so viel zu tun haben, dass für selbstgefälliges Posing kein Grund vorhanden ist. Obwohl sein Gemecker bei Faul oder misslungenem Zuspiel auch kaum schöner anzusehen sind.

Danach ist erst einmal Pause und dann Bundesliga – da darf ich mich wieder über die Bayern ärgern und mit der Eintracht bangen. Die kämpft zwar permanent um den Klassenerhalt, doch ein Gutes hat das Ganze:  Die Chance, dass sich die Frankfurter den Ronaldo einkaufen, ist eher gering. Für mehr als ihn würde das Budget nicht reichen und mit nur einem Spieler auf dem Platz, bietet das selbst bei einem Cristiano Ronaldo zu viel Raum für Kontermöglichkeiten und auf wen soll er schimpfen, wenn das Zuspiel gleich Null auf ihn ist.

Rückblick

Deutschland hat eine durchwachsene Woche hinter sich. Unsere Kanzlerin bekam keinen Friedensnobelpreis und kann sich daher nicht neben weiblichen Größen wie Malala Yousafzai oder Mutter Theresa einreihen. Verloren hat Angela Merkel nicht beim Quartett sondern gegen eines. Stimmt natürlich auch irgendwie: lieber MauMau oder Quartett, als Krieg spielen.

Beim Fußball gegen die Iren hat sich gezeigt, dass sich dieser Sport und Lotto sehr ähnlich sind: Durch einen höheren Einsatz erhöht sich zwar die Chance auf den Gewinn, doch es nützt nichts, wenn das Glück fehlt und man keinen Treffer hat. Auch gegen Georgien konnte man ein Phänomen erleben wie es solche in vielen Berufen gibt: man macht einen tollen Job, doch die Leistung wird nicht wirklich belohnt.

Bei der Formel 1 gab es das Ausfallen der Deutschen, sofern sie den Vornamen Nico trugen. Wie gut, dass die Mutter vom Vettel einen Sebastian wollte. Oder war der Vater Schuld? Damit wurde ein deutscher Fahrer Zweiter und ein deutscher Motor Erster. Hoffen wir mal, dass Mercedes nicht vom gleichen Hersteller seine Software bekommt, wie VW und dadurch die Zulassung verliert.

Mal sehen, was uns Deutschen die neue Woche bringt, außer Nachtfrost?

Feigheit und andere Erkenntnisse

Vielleicht wundert sich der ein oder andere Leser meines Blogs, wieso ich noch nichts zum alles beherrschenden Thema „Flüchtlinge“ gesagt habe.

„Hat er keine Meinung dazu oder ist er zu feige diese zu vertreten?“

Doch, ich habe eine Meinung und ja, ich bin zu feige!

Das Thema ist einfach zu brisant, um es überzeichnet darzustellen, ohne in irgendeine Ecke gedrückt zu werden.

Über Etwas möchte ich nun allerdings berichten, dass mir aufgefallen ist und was mich an so manche längere Beziehung erinnert:

Der Partner ist da und im Grunde fällt einem häufig nur noch auf, womit er/sie unangenehm auffällt. Doch wenn plötzlich andere Interessenten auftauchen, sieht man auf Einmal wieder die schönen Eigenschaften.

So scheinen sich derzeit viele Bürger Deutschlands bewusst zu werden, wie gut es uns hier geht.

Und ob wir nun Milliarden verschwenden, für Drohnen die nicht fliegen, Gewehre die nicht schießen oder Flughäfen, die nichts taugen: dann doch lieber in humanitäre Hilfe, für die Flüchtlinge!

Martin und die Saftpresse

Wenn der große sowie starke Martin aus meiner Schulklasse nett zu mir war, so geschah das stets aus einem Grund: ich sollte für ihn irgendeine Aufgabe durchführen, auf die er keine Lust hatte. Beispielsweise einen Gegenstand aus dem Morast eines Tümpels zu holen, der ihm da hinein gefallen war.

Eine klassische Win-Win-Situation: Martin bekam was er wollte und ich keine Prügel.

Wenn nun der große Martin namens USA dem kleinen Peter namens Deutschland freundlich das Handelsabkommen TTIP schmackhaft machen möchte, so bekomme ich deswegen ein mulmiges Gefühl, ohne Details kennen zu müssen.

Gewinner wird es natürlich geben, doch das hauptsächlich bei den Großkonzernen und die sitzen meist in Amerika oder klingen zwar Deutsch, werden aber von Amerikanern geführt (wie Merck in Darmstadt oder Opel durch GM).

TTIP wird sicherlich kommen, weil es einige Reiche noch Reicher machen wird und bei den weniger begüterten Menschen die Hoffnung weckt, dass hier mehr Wohlstand auch für sie entsteht.

Doch auch hier verweise ich auf eine natürliche Gegebenheit hin:

Echter Fruchtsaft schmeckt natürlich lecker, doch um ihn zu bekommen, braucht es einer Presse und irgendjemand muss die Rolle des Obstes übernehmen.

Gefährliche Siege

 Hurra, die Deutschen sind bei der Fußball-WM weiter!

Natürlich freut es mich grundsätzlich, dass wir es in die KO-Runden geschafft haben, doch besonders deswegen, weil ich nun endlich wieder Fan-Artikel tragen/nutzen darf und richtig jubeln, sofern es Grund zum jubeln gibt.

Zwei der Gruppenspiele erlebte ich nämlich in Österreich und man sollte meinen, dass man uns dort wohlgesonnen ist. Zum einen bringen wir Geld ins Land und zum anderen verbindet uns doch die Nachbarschaft und die Sprache.

Ok – die Sprache verliert von Jahr zur Jahr ihre Ähnlichkeit.

Doch aus welchen Gründen auch immer freuen sich die Leute aus Austria mehr, wenn irgendein Land von einem fernen Kontinent gewinnt (wo man weder Österreich kennt – noch diese vorher von dem Land gehört haben) als wir Deutschen.

Um die Einheimischen also nicht zu provozieren, heißt das vor und nach einem Spiel: möglichst gleichgültig wirken – und selbst wenn die Deutsche Mannschaft mit drei Toren Differenz gewinnen sollte, dann sagen, dass es doch ein sehr glücklicher sowie knapper Sieg der Truppe war.

Morgen, also Montag, darf ich nun nach Herzenslust jubeln und hoffe, dass es Grund dafür gibt. 

 

Au weia – wir haben gesiegt!

Ja, ich beziehe mich auf das Spiel Deutschland gegen Portugal, das „unsere Jungs“ mit 4:0 gewonnen haben und nein, ich bin kein Anhänger der portugisischen Mannschaft!

Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass unsere Politiker immer wieder unangenehme Gesetze durchgedrückt haben, während Fußball-Deutschland sich achtlos im Freudentaumel befand.

Also gefror mit nach jedem Tor der deutschen Manschaft das Blut in den Adern, wenn ich Angela Merkel eingeblendet sah, wie sie auf ihre unnachahmliche Art die Hände rhythmisch zusammenführte.

Die zuckende Flachraute der Kanzlerin – im Volksmund als Klatschen bekannt!

Schauen wir also, ob und wann wir ausscheiden – und das Gleiche können wir bei unseren Volksvertretern tun.