Facebook und andere Spione

War es einst eine ganz fatale Situation, hat man als Mann den Jahres- oder Hochzeitstag vergessen, kann Dir das in der modernen Welt nicht mehr passieren.

So bekamen meine Frau und ich seitens Facebook Glückwünsche zu unserem Jubiläum. Sogar eine Diashow war beigefügt, die unseren gemeinsamen Weg durch die Jahre zeigte. Hier musste ich schmunzeln, denn das Werk war nach nur einem Bild beendet. Natürlich habe ich mit meiner Gattin viel mehr erlebt, doch ich gehöre noch zu der Gattung Mensch, die ihre privaten Erfahrungen ungern im Netz veröffentlichen.

Ich stelle mir gerade die Photostory vor, wenn ich vom Zeitpunkt der Einrichtung meines Facebook-Accounts bis heute, alle meine Aufnahmen gepostet hätte. Vermutlich würde Facebook diese Vorführung mit folgenden Worten beschreiben:

„Wir gratulieren Ihnen und nun nehmen Sie sich einmal mindestens einen Tag Zeit, für eine Zeitreise mit uns durch Ihr Wirken!.…“

Doch nicht nur Facebook gratuliert mir, wie auch diverse andere Firmen.

Eigentlich wäre ich derzeit in Kur. Ist es wirklich Zufall, dass ich gerade jetzt wieder verstärkt Potenzmittel angepriesen bekomme oder Ratgeber, wie man angeblich jede Frau flach legen kann? Multiple Orgasmen bei einer Frau auslösen, so leicht wie das Öffnen einer Flasche Bier mit einem Einwegfeuerzeug?

Ich habe wirklich Angst vor dem Moment, wo ich nach einem Rundum-Check beim Arzt meinen Mailaccount öffne und mir dort Tipps für wasserdichte Testamente oder Grabutensilien angeboten werden.

Für meinen Hausarzt würde das sicherlich einfacher, mir die traurige Nachricht vom Ergebnis zu unterbreiten.:

„Wie Sie sicherlich schon. über das Internet erfahren haben, gibt es eine gute Nachricht, Herr Bönsch: Sie müssen keine aufwendigen Behandlungen durchleben. Bitte beachten Sie auch nachfolgende Hinweise.

75% der Personen mit gleicher Diagnose beurteilten das Buch „Den Tod als Chance!“ mit sehr gut.

117 Angehörige gaben dem Bestattungsinstitut „Na endlich“ eine Durchnittsbewertung von 4,7 Sterne (von maximal 5)

Bitte liken Sie uns auf Facebook, wenn dieser Service für Sie hilfreich war!“

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It´s no bug – it´s a feature

Wenn man Auswertungen in den Medien brachte, wie viele Menschen Passworte, wie 12345 oder Hallo123 benutzen, dachte ich immer: „Wie machen die das? Stellen die eine Person in eine Fußgängerzone, die auf die Menschen zugehen und nach dem Kennwort fragen? Gibt es da womöglich eine Art Glückspiel, bei dem man das Kennwort per SMS weiterleitet und dafür 10.000 Euro gewinnen kann?“

Es geht viel leichter!

Einfach mal eine(n) Facebook-Mitarbeiter*in anrufen und dort freundlich anfragen. Die Person wirft dann mal schnell einen Blick in die Datenbanken und kann sofort sehen, wie viele Personen in Facebook sich beispielweise mit Schalke04 anmelden.

Spaß beiseite: natürlich macht das ein anständiger Mensch nicht. Weder dort anrufen, noch die Informationen preisgeben. Aber theoretisch wäre es machbar, denn rund 200.000 Mitarbeiter*innen könn(t)en die Kennworte in Klarsicht betrachten.

Wieso also kryptische Passworte verwenden, wie: MOfs1954iHMugzd5%deat ?

Natürlich kann man sich das Kennwort durch eine Eselsbrücke leicht merken: Meine Oma fährt seit 1954 im Hühnerstall Motorrad und gehört zu den 5% die es auch tun – aber die Tipperei ist schon sehr umständlich – liest sich zudem nicht schön in der Facebook-Datenbank.

Hacker wird zu einer aussterbenden Berufsgruppe mutieren, wie das Brecheisen oder der Dietrich seine Nützlichkeit verlieren würde, wenn alle Türen aufstehen.

Allen Nicht-Hackern wünsche ich ein schönes Wochenende – und wenn Ihr mal Euer Facebook-Kennwort vergessen habt. Einfach mal bei Zuckerbergs Leuten anrufen und nachfragen.

Schneller zum Doktor gelangen, als in einer Sprechstunde!

Wie kommt man bei einer renommierten Universität zu einem Doktortitel, obwohl man dort das Studium einst abgebrochen hat?

Man muss einfach etwas groß(un)artiges entwickeln wie Facebook und schon wird man zum Ehren-Doktor ernannt. Das kann dann sogar Harvard sein, vorausgesetzt man konnte es sich zuvor leisten, sich dort einzuschreiben.

Ich hätte auch die Schule abbrechen, dann ein Fußbuch schreiben und anschließend – als eine Art zuckerfreier Zuckerberg – eine Praxis eröffnen sollen. Wenn mich jemand nach meiner Qualifikation fragen würde, könnte ich sagen: „Ich bin zwar kein Arzt, aber ein ehrenhafter Doktor!“

Also Zulassungsberechtigung würde ich meinen vorzeitigen Schulbeendigungsnachweis vorlegen.

😉

So aber zeigt sich wieder einmal deutlich: Für die Erfolgreichen ist weiterer Erfolg nahezu unvermeidbar!

Von Wiener Schnitzel, Facebook & Co, Deutschland & USA und sichere Häfen

Ob die Rente sicher ist, das wissen wir nicht, doch auf Grund der hohen Scheidungsquoten wissen wir eines ganz bestimmt: die Ehe ist kein sicherer Hafen für Paare.

Seit dem Urteil des EuGH haben wir nun ebenfalls zur Kenntnis genommen, dass auch die USA kein sicherer Hafen ist. Vor allem nicht beim Thema „Datenschutz“.

An einem lebensnahen Beispiel will ich das Ganze einmal verdeutlichen:

In Facebook sehe ich das Bild eines Tellers mit einem Wiener Schnitzel darauf. Dieses wurde von Freunden gepostet, die das solche gerade verzehren wollen.

Nun fragt der gesunde Menschenverstand: „Was soll das?“ – Doch da dieser in Facebook generell sehr wenig Anwendungsmöglichkeit findet, schalte auch ich diese Denke aus und um meinen Freunden eine Freude zu machen, drücke ich den „gefällt mir“-Button.

Nun dürfen die Freunde darüber rätseln:  Gefällt ihm der Anblick dieses Schnitzels selbst oder der seiner knusprigen Panade? Gefällt ihm, dass wir etwas zu essen haben? Gefällt es ihm lediglich, dass wir zeigen, dass wir etwas zu essen haben? Gefällt es ihm, dass wir daran gefallen haben, der Welt zu zeigen, dass wir etwas zu essen haben und vor allem, was? Würde er den „ich esse lieber Spaghetti“-Button drücken, wenn es einen solchen gäbe?

Doch mit diesem Rätselraten stehen meine Freunde nicht alleine da. Denn während das Schnitzel selbst noch mehr oder weniger angefuttert auf dem Teller meiner Freunde liegt, gingen die Daten von dem Bild und mein Like zunächst nach Irland. Nicht etwa, weil in der Sauce sich irische Butter befindet, sondern weil die Steuern in Irland so günstig sind, dass es damit Sinn macht, den europäischen Facebook-Sitz in Irland zu haben. Nachdem also der deutsche Fiskus entsprechend beschissen wurde, können die Daten nach Amerika durchgereicht werden. Hier landen diese dann auf entsprechende Server, die Schnitzelfotos und andere Aufnahmen archivieren.

Zugriff auf dieses Bild, haben dort auch Facebook und der amerikanische Geheimdienst. Der wird auf das Foto aufmerksam und fängt seinerseits zu prüfen an, ob sich in dem Bild nicht womöglich eine versteckte Botschaft befindet.

Zum Beispiel: „Wir treffen uns in Wien!“

Da ich zwischenzeitlich ein Bild gepostet habe, wo ich gerade den Rasen sprenge, ist auch klar, für was für eine Aktion. Dazu noch mein Kommentar darunter: „Lest meine Botschaft: alles war  Unglaublich Schnell Ausgetrocknet . Doch am 10. Oktober soll es wieder regnen!“

(Ich habe die verschlüsselten Informationen einmal zur besseren Kenntnisnahme unterstrichen und fett gedruckt. Was im Originaltext natürlich nicht der Fall war.)

Somit ahnt der Amerikaner: Da will jemand die Botschaft der USA in Wien am 10.10. sprengen!

Im Grunde wäre es in dieser Situation prima, wenn der amerikanische Geheimdienst die Daten durchsucht hat, doch vielleicht habe ich ja wirklich nur Rasen nass gemacht weil er trocken war und meine Freunde einfach nur Spaß daran, ihren Verzehr zu posten.

Dann wiederum wäre es natürlich blöde, wenn die USA meine Daten durchforstet haben, weil sie das eigentlich nicht sollen. Denn hier in Europa ist das Schnüffeln verboten. Gut, die Deutschen machen das auch, doch das ist wieder ein anderes Thema.

Kurzum: Das Abkommen „sicherer Hafen“, was vor 15 Jahren abgeschlossen wurde, weil man der Ansicht war, dass die Amerikaner es offiziell genauso ordentlich mit dem Datenschutz nehmen, wie wir Europäer, das gilt dann natürlich nicht mehr.

Was für Möglichkeiten bleibt dann Facebook?

Die lassen alle Daten auf Server in Europa statt in Amerika speichern und schicken dafür dann dort ein Team hin, um die Daten auszuschnüffeln.

Machbar, doch eine recht teure Lösung.

Andere Variante:

Jeder Facebook-User bekommt zur Wahl: Ausschluss aus Facebook oder Einwilligung, dass alle Daten in die USA fließen dürfen. Der Rest wie gehabt.

Nun raten Sie mal, was passieren wird?

„Eines Tages…“ – und andere Hürden

Gute Neuigkeit: mein erste Buch ist bei Amazon als eBook und in Kürze auch als klassisches Taschenbuch erhältlich.

http://www.amazon.de/Eines-Tages-andere-H%C3%BCrden-ebook/dp/B013RWL4YS/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1439456791&sr=8-1&keywords=Eines+Tages+und+andere+H%C3%BCrden

Schlechte Neuigkeit: im Gegensatz zu meinem Blog den ich seit 1-1/2 Jahren führe, gibt’s dieses humorvolle Werk über einen jungen Mann auf der Suche nach sich und der „Frau des Lebens“ nicht gratis.

Gute Neuigkeit: den kostenfreien Blog werde ich weiterhin führen!

Noch „gutere“ Neuigkeit: wer meinen Roman als klassisches Buch kauft und mir dieses vorlegt,  erhält eine Widmung, was mir – aus technischen Gründen –  bei einem eBook nicht möglich ist. Obwohl ich natürlich auch auf das Display eines eReaders mich verewigen könnte; am besten mit einem Filzstift mit permanenter Farbe.

🙂

Bitte nicht so lange zögern und einfach mal zuschlagen. Immer daran denken, dass ihr damit einem alten Mann behilflich seid, sein karges Leben aufzubessern. 😉

Leider kann der Kauf nicht als Spendenquittung steuerlich geltend gemacht werden. Ganz wichtig danach auch: auf Amazon positive Kritiken abgeben, denn ich möchte einen Wettbewerb gewinnen, der bis zum 15. September läuft und genau von solchen Dingen abhängig ist.

Wenn das „echte“ Taschenbuch bei Amazon erhältlich ist, werde ich mich natürlich sofort melden und den Link dazu mitteilen.

Um abschließend Michael Jackson zu zitieren: „I love you all!“

Public Birthday

Meine Frau nahm mir die freudige Illusion: ich sei nicht der Grund gewesen, dass an meinem Geburtstag das Hochheimer Weinfest begann.

Doch als wir an meinem Geburtstagabend über das selbige Fest liefen, erlebte ich trotzdem etwas sehr ungewöhnliches: immer wieder winkten mir bekannte Gesichter zu und gratulierten zu meinem Jubeltag.

Wieder war es meine Angetraute, die mich aufklärte: „Das sind keine Freiweingesichter, die sich deinen Geburtstag über Monate gemerkt haben – die wissen das aus Facebook!“

Also vielen Dank, liebes Facebook, dass du dafür gesorgt hast, dass mein Geburtstag bekannt war und ich mich für eine kurze Zeit richtig wichtig fühlen durfte! Danke auch an die, die sich diese Info aus Facebook gemerkt und mir gratuliert haben!

Ich danke auch der Stadt Hochheim! Meine Frau irrt hier sicherlich, denn Hochheim ist in Facebook also wissen die auch, wann ich Geburtstag habe und ich bin mir sicher, dass das Fest mir zuliebe veranstaltet wurde. Man ist nur zu schüchtern, dazu zu stehen!

😉

Wer kennt wen – kennt bald niemand mehr

Nun ist es also so weit: Wer-kennt-wen schließt die Pforten zum Ende dieses Monats!

Wer sich nun fragt, was dieses WKW ist, dem sei gesagt:

„Wer-kennt-wen“ nutzte ich intensiv zu einer Zeit, wo man bei dem Wort “Facebook“ fragend geschaut hätte, was das denn sein soll.

Eigentlich war es gut aufgebaut: schlicht vom Design – dafür schnell und nicht so neugierig wie Facebook. Es war ebenfalls kostenlos und dabei sogar frei von Werbung!

Leider ging es diesem Produkt genauso wie damals den Videosystemen Betamax und Video2000. Die waren auch besser als VHS – und doch, nach massiver Verteilung trat das Herdentrieb-Phänomen auf und selbst die Menschen, die bereits die anderen Band-Systeme nutzten, sprangen um.

So war eben WKW auch nicht international und verspielt genug, um sich gegen Facebook behaupten zu können.

Den Todesstoß mit langsamer Verendung erhielt Wer-kennt-wen, als es von „RTL interactive“ übernommen wurde. Das Produkt nun irgendwie Facebook angleichen zu wollen und durch Werbung damit Kohle zu machen, das musste schief gehen. Damit wurde auch die Klientel vergrault, die eben genau das an WKW liebte: die fehlende Anbieter-Penetranz!

Man wirft den Asiaten vor, dass Sie viele Produkte kopieren würden. Das mag so sein, jedoch mit dem entscheidenden Unterschied: Sie kopieren das Gute und verbessern es entweder oder beseitigen die Defizite.

Lieber ein schräges Original sein – als eine reine Kopie!

So war das Ende von WKW also absehbar.

Tut mir trotzdem leid, wenngleich ich auch nur noch sporadisch mich dort zeigte.

Wie geht es nun weiter?

Wie mit den VHS-Kassetten!

Davon spricht auch niemand mehr und in ein paar Jahren wird es irgendein weltweites Kommunikationsprogramm geben (sponsored by NSA?) das sich womöglich PeopleSpy nennt und dann kann ich berichten, dass das der Nachfolger von Facebook wurde, welches wiederum Wer-kennt-wenn in Deutschland abgelöst hatte.

WKW – rest in peace