FLOP – Frankfurts langzeitlich offene Projekte

Es hat mir Gänsehaut des Erschreckens erzeugt, als ich aus dem Medien von einem neuen Groß-Projekt erfuhr und das ausgerechnet in meiner Geburtsstadt Frankfurt am Main. Offenbar möchte man die namhaften Bau-Misserfolge nicht nur Berlin und Stuttgart beheimatet wissen.

Doch um was geht es konkret?

Die A661, die zum Teil durch Frankfurt führt, soll unter die Erde verlegt werden. Ich spreche nicht vom Riederwald-Tunnel, der ebenfalls gebaut und bis 2028 fertiggestellt werden soll, sondern von gut 2 Kilometer Einhausung der Stadtautobahn zwischen Friedberger- und Seckbacher Landstraße. Baukosten: beim Preisstand von 2014 waren 151 Millionen Euro veranschlagt worden. Aktuell rechnet man mit rund 250 Millionen zum Zeitpunkt der avisierten Fertigstellung in 2030.

Soweit die städtebauamtlichen Fantasien – kommen wir nun zu den vermutlich realistischeren Fiktionen meinerseits….

2030 wird mit dem Bau begonnen. Zunächst allerdings nur eine Schallschutzwandung in Höhe von 20 Millionen Euro. Diese Maßnahme war ursprünglich vorgesehen, weil durch die Öffnung des Riederwaldtunnels mehr Verkehr durch die Stadt fließen wird. Dieser Lärmschutz sollte allerdings durch den Bau des Stadtautobahneinhausung gespart werden. Nun muss eben doch die Wand her – die Abbaukosten in 10 bis 30 Jahren nicht mit hinzugerechnet.

Mit dem Baubeginn des eigentlichen Tunnels kann bald begonnen werden. Dieser hat sich verzögert, weil bei Testbohrungen nicht nur verseuchtes Erdreich entdeckt wurde und Blindgänger aus dem letzten Weltkrieg. Ein historischer Fund aus der Römerzeit machte eine Neuplanung mit großzügiger Umfahrung nötig. Dazu immer die gerichtlichen Auseinandersetzungen, weil die Einen den Lärm nicht mögen, die Nächsten den gemauerten Lärmschutz hässlich finden und wieder Andere einen Tunnel für zu teuer halten.

Die geplanten Kosten liegen mittlerweile bei 500 Millionen Euro. Skeptische (vielleicht aber auch realistische) Berechnungsmodelle veranschlagen bereits Baukosten von 800 bis 900 Millionen Euro. Gerade überlegt die Stadt, ob die Einrichtung von einer großen Zahl an Haltebuchten mit rund 100 Steckdosen sinnvoll sein könnten, um im Falle der zu erwartenden Staus den Elektrofahrzeugen das Nachladen zu ermöglichen. Die preisgünstige Alternative wären induktive Ladeschienen, doch hier haben wissenschaftliche Studien ergeben, dass zu langer Aufenthalt direkt auf bzw. unter diesen Ladequellen gesundheitsschädigend sein kann. Leider hat sich die Autoindustrie noch nicht dazu bereiterklärt, entsprechende Abschirmungen in die Wagen einzubauen. Das würde die Fahrzeuge schwerer machen und die Reichweite senken, ein viel zu wichtiges Kaufkriterium. Um die Märkte nicht zu beunruhigen, war seitens der Regierung zudem nur eine Empfehlung ausgesprochen worden.

Von mancher Stelle wird sogar laut darüber nachgedacht, doch wieder auf das umweltfreundliche Fahrzeug mit Benzinmotor umzusteigen. Zumal Energie durch den Mineralöl-Ausgleichs-Steuersatz von über 70% richtig teuer wurde. Und das, obwohl der Strom-Grundpreis wieder gesunken ist, nachdem die Energie-Engpässe durch Stromlieferungen aus den neuen Atomkraftwerken in Russland beseitigt werden konnten.

Jetzt hoffe ich nur, dass ich mich mit all den Prophezeiungen irre und nicht irgendwann als neuer Jules Verne in die Geschichte eingehe.

Werbeanzeigen

Pendeleien

Mit großer Sorge habe ich zur Kenntnis genommen, dass die Stadt Frankfurt die Fahrverbote für einzelne Fahrzeugtypen verhindern will, indem sie kostenfreie Parkplätze völlig streicht und so viele Straßen sperrt, dass alle solidarisch betroffenen Pendler froh wären, überhaupt mit 30 km/h durch die Stadt zu fahren. Die angedachte Geschwindigkeitsbegrenzung wird zur Zeit des Berufsverkehrs jedenfalls ein Traumtempo bleiben.

So hat man mir einen Job in Frankfurt-Ost angeboten, den ich zu aktuellen Verkehrsbedingungen in rund 40 Minuten mit dem Auto erreichen würde. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, bei 3x umsteigen, komme ich auf das Doppelte.

In der gleichen Zeit vermag ich aus Hochheim am Main nach Karlsruhe mit dem Kfz zur Arbeit fahren.

Hessen lacht

Was soll ich nach so einem Wochenende schreiben, als ein in Frankfurt geborener Hesse?

Die Eintracht hat gegen Dortmund gesiegt und erneut ist ein Hesse Formel 1 Weltmeister geworden.

🙂

Doch für die Leser, die schlechter Laune sind und Dinge lesen möchten, die zur Stimmung passen, habe ich natürlich auch noch ein paar Dinge parat:

Ja, Darmstadt hat verloren, bei „Deutschland tanzt“ wurde wir Hesse nur Vierte, das Wochenende war viel zu kurz, es ist viel zu lange dunkel, ich habe viel zu viel Zeit auf dem Weg zur Arbeit gebraucht und das nicht nur wegen Stau sondern auch wegen der vermaledeiten Eiskratzerei.

So… nun kann die neue Woche beginnen. Mal sehen, was sie uns erleben lassen wird.

Iron(wo)man in Frankfurt

Es ist bald wieder so weit: am 6. Juli startet der Ironman in Frankfurt und längst ist diese geschlechts-spezifische Bezeichnung nicht mehr korrekt, denn es gibt genügend Frauen, die ebenfalls daran teilnehmen.

3,8 Kilometer schwimmen – 180 Kilometer mit dem Fahrrad – und 42,2 Kilometer Laufen und das nicht entweder/oder sondern alles zusammen hintereinander.

Schwimmen, das bedeutet nicht etwa: knapp 4 Kilometer auf den Main hinunter treiben lassen – oder Radfahren: mit einem e-Bike radeln und der Marathon ist keine gemütliche Wanderung, sondern findet in einer Zeit statt, die ich mit dem Fahrrad brauchen würde.

Für mich persönlich immer ein Rätsel, wie man sich solchen Strapazen freiwillig unterwerfen kann. Nach einem Tag im Büro bin ich mental so penetriert worden, dass ich meinem Körper nicht auch noch Schmerzen zufügen möchte.

Mein Body setzt bereits reichlich Endorphine und andere Glücksbotenstoffe frei, wenn ich ihn zum Feierabend auf ein Sofa ablegen kann. Dazu brauche ich keine irren Anstrengungen – im Gegenteil!

Umso mehr erstaunt es mich, dass die wenigsten Geld für diese Plagerei bekommen, sondern auch noch Startgebühren zu zahlen bereit sind.

Ok – mit der Sportart „Couching“ lebe ich sicherlich nicht gesund – doch diese Mega-Belastungen sind meines Erachtens ebenfalls schädlich. Solche Hyper-Sportler leben vermutlich nicht länger als ich, es kommt ihnen nur so vor.