Das Wort zum Sonntag – oder: Die wollen doch nur spielen!

Die letzte Woche hat am Beispiel Clausnitz gezeigt, dass da extrem rassistische Auswüchse unter den Personen entstehen, die sich als das Volk bezeichnen.

Ich selbst bin auch nicht der Freund von: „Lasst mal alle rein und dann sehen wir weiter!“ – doch zu solch einer Art Volk möchte ich keinesfalls gehören, das sich derart unerzogen zeigt!

In meinen Augen ist es in der Tat eine Frage der Erziehung.

Wir leben in einer Zeit, in der Kinder von den Eltern entweder auf Karriere gedrillt werden und jeder Job unter Akademiker mit Niveau, nichts zählt. Getreu dem Motto: „Thorben-Hermann – wie willst du denn eines Tages über Elite-Partner eine Frau finden, wenn du nicht studiert hast?“.

Oder der Nachwuchs wird in einen Kokon der elterlichen sowie kindlichen Verantwortungslosigkeit gepackt. Zeigt sich der Wonneproppen beispielweise bei Hausaufgaben oder in der Schule lustlos, dann ist es nicht dieser etwa ein Faulpelz, sondern die Lehrer vermag den Stoff nicht interessant genug zu vermitteln. Kommt dann eine Arbeit mit einer 4- zurück, dann war der Stoff zu schwer oder der Nachhilfelehrer hat versagt.

Schuld tragen also nie die Eltern und erst recht nicht deren Erbgutträger: es sind stets die Anderen!

Daher treibt auch der Neid unter uns Deutschen zu extremen Auswüchsen, weil wir immer wieder damit konfrontiert werden, was die Anderen mehr oder schöner haben. Im Hadern sind wir besser als im Handeln, weil es auch bequemer ist.

Wir Wessis haben auf die Ossis geschimpft, weil die uns den Soli gebracht haben. Die Ossis haben auf die Wessis geschimpft, als die merkten, dass unsere West-Erfolge an Leistungen oder die Fähigkeiten zur Skrupellosigkeit verbunden sind.

Nach über 25 Jahren des Zeterns ist da irgendwie die Luft raus und da kommt der Flüchtling gerade wie gerufen. An ihm kann man den Frust über mangelnde Infrastruktur, Intelligenz oder Motivation prima auslassen.

Schon Mutti hatte gesagt: „Du siehst scheiße aus – aber schuld daran ist dein leiblicher Vater, der einst die Flucht vor der Verantwortung angetreten hat!“

Kein Wunder also, dass der Bub nun auch jemand treten will, der auf der Flucht ist.

„Das sind doch alles Kindheits-Traumata und dann lasst dem Jungen doch seinen Spaß, die Ausländer zu erschrecken und „Wir sind das Volk“-Parolen zu skandieren! Das wächst sich doch alles noch raus!“

Wohin Fremdenhass wachsen kann, das haben wir zwischen 1933 und 1945 erlebt – zumindest aus den Geschichtsbüchern. Aber das waren ja nicht wir – das waren ja andere!

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Gastfeindschaft

Springen wir einmal gut 25 Jahre zurück in die Vergangenheit und stellen uns folgende fiktive Situation vor….

Ich erzähle meiner Mutter , dass sich einen Freund bei uns aufnehmen möchte, weil es dem daheim dreckig geht.

Stellen wir uns weiter vor, ich hätte das soziale Gewissen meiner Mutter wecken können und sie hätte zugestimmt. Seine zwei Geschwister von ihm hätte sie sicherlich nicht mehr akzeptiert und wenn doch – spätestens dann wäre mein Vater explodiert, wenn ich unseren Gästen erlaubt hätte, die Wohnung umzugestalten – und möglichst auch noch den Speiseplan zu bestimmen.

Nach reichlich Zoff hätte die Drei ausziehen dürfen (müssen).

Was ich damit verdeutlichen will:

Es ist tragisch, dass es so viel Ungerechtigkeit und vor allem Elend auf dieser Welt gibt!

Natürlich sollte es unser soziales Gewissen wecken und im Rahmen der uns gegebenen Möglichkeiten zu Aktivität veranlassen – doch eben alles in Maßen!

Flüchtlinge aufnehmen: ja – allerdings mit „Fingerspitzen-Gefühl“!

Also bitte nur in solchen Mengen, dass man diese nicht in irgendwelche Lager einpferchen muss und den Tieren in der Landwirtschaft mehr Raum zur Verfügung steht, als diesen bedauernswerten Kreaturen.

Wenn ich das Elend der Nachbarschaft beseitigen will, sollte ich zudem sehen, dass ich nicht in den eigenen Räumlichkeiten Menschen verfallen lasse, denn sonst rufe ich all die Geister herbei, die gegenüber fremden Menschen eine Antipathie hegen.

Nehmen wir Frankreich:

Offen gesagt – wie blöde muss man sein, Menschen, die nicht einmal aus der EU stammen, ein Wahlrecht auf kommunaler Ebene einräumen zu wollen?

Das hat nichts mit Rassismus zu tun – doch da muss sich Präsident Hollande nicht wundern, wenn ein politischer Rechtsruck im Lande spürbar ist.

Der Mensch ist eben von seinem Naturell her ein Herden-Tier – der einer Gruppe zugehörig sein möchte – das Gefühl einer Heimat braucht und sich dadurch auch gegenüber anderen „Herden“ ein wenig abgrenzen möchte.

Wenn ich seinem „Zuhause“ eine Bahnhofshallen-Atmosphäre verpasse und er sich unwohl fühlt, dann ist das allerbester Nährboden für Fremdenfeindlichkeit.

Ich appelliere daher an dosierte Zuwanderung – und mit behutsamer Vergabe von Rechten!

So hält man die Rechtsradikalität klein – das Wohlbefinden der Einheimischen hoch – und schafft damit eine Voraussetzung für ein harmonisches Miteinander.

Es hat niemand etwas davon, wenn wir ein paar hunderttausend Leute mehr aufnehmen und diesen nur Feindschaft begegnet – die irgendwann eskaliert.

Dass eines Tages aus dem „Besucher“ mit seinen eingeschränkten Besucher-Rechten dann auch ein Staatsbürger werden kann – dagegen spricht nichts. Doch dazu ist eben Zeit und auch Integrationswillen nötig.