Es muss nicht immer Google sein

Als ich am 29. Juli in Thüringen an einem Weg warte, sehe ich eine solche:

Trotz einer gewissen Allgemeinbildung wusste ich zwar, dass es sich bei dieser herrlich blau leuchtende Pflanze um keine Kornblume handelte, aber dass es eine Wegwarte ist, war mir nicht bekannt.

Natürlich hätte ich Google fragen können und wäre dann vermutlich für die nächsten Wochen permanent mit Werbung penetriert worden, welche Produkte ich kaufen kann, die irgendetwas wohltuendes mit Wegwarte beinhalten. So aber hat mein ICH im damaligen JETZT meinem Hirn lediglich den Auftrag gegeben: „Speicher diesen großartigen Moment, wie auch mit den Fingern ein Foto auf meinem Handy.“

Mehr als einen Monat später…

Da postet eine Person via WordPress erfreut das Bild einer Wegwarte. „Diese Gewächs kenne ich doch!“, denke ich und schaue genauer nach. Ja, diese Nicht-Kornblume nennt sich also Wegwarte und ich habe wieder, neben Tankwarte und Sternwarte, eine neue Form der Warterei kennengelernt.

Das wird auf jeden Fall eines meiner drei Glücksmomente sein, die ich vor meiner Nachtruhe im Erfolgstagebuch festhalten werde.

Es sind oft die kleinen Dinge, die Großartiges auslösen!

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Die Internationale Automobilausstellung Frankfurt und die Zukunft

Die IAA in Frankfurt hat begonnen und wer sich wundert, wieso es dort Stände von Apple und Google gibt: das ist erst der Anfang!

Genießen Sie noch die Zeit, wo die Messe eigenständig in Frankfurt stattfindet und nicht mit der Cebit in Hannover (weltweit größte Messe für Informationstechnologie) zusammengelegt wird. Nutzen Sie die Zeit, wo Sie sich entspannt vom Autohändler Ihres Vertrauens hofiert werden und sich einen Überblick über die Modellreihe der Marke verschaffen können. In ein paar Jahren müssen Sie wohl vor einem Applestore übernachten, wenn Sie das brandneue Modell „Icar 6s“ erwerben wollen. Nicht ganz so heftig ist der Andrang beim neuen Samsung Car „SC6 Edge“ – der nun die Displayinformationen auch auf den Seitenscheiben darstellen kann.

Es wird eines Tages nur noch Staus vor den Geschäften von Microsoft, Samsung und Apple geben, doch trotzdem werden Sie häufig unpünktlich in Ihrer Firma eintreffen. Weil Hacker beispielweise die Software ihres DroidVec (Android Vehicle) lahmgelegt haben, die Sicherheitspatche auf Ihrem WinCar noch nicht alle installiert wurden oder erst einmal Cios 9 (Car Ios von Apple) einzurichten ist.

Kanzlerin Merkel verspricht, dass auch in ländlichen Gebieten bald wieder Auto gefahren werden kann, nachdem die Mobilfunkanbieter eine flächendenkende Funkausstrahlung angekündigt hatten und daraufhin der Betrieb konventioneller Fahrzeuge gänzlich untersagt wurde.

Auf Ihren Fahrten werden im Display permanent Werbesequenzen eingeblendet. Bei Abschaltung dieser stoppt das Fahrzeug automatisch. Die Techniken sind so ausgereift, dass Google und Co. nicht nur wissen, wo Sie sich gerade befinden, sondern schon ahnen, wohin sie wollen. Dank PD (predicted driving) wird das vermutete Ziel bereits angefahren, bevor Sie es sich richtig bequem und Eingaben gemacht haben.

Automatisch lenkt Sie das Auto zwischendurch zu Burger King oder einem Rewe-Markt, wenn das Windows Betriebsystem einen derartigen Bedarf vermutet und Apple hat mit der Edeka-Gruppe sowie Mac Donalds ein entsprechendes Abkommen geschlossen, während die DroidVecs Discounter sowie Dönerbuden ansteuern.

Immer wieder finden sich auf den Straßen Anarchisten, die mit nostalgischen Fahrzeugen und manueller Lenkung die Straßen unsicher machen. Sie werden jedoch rasch geortet und – im wahrsten Sinne der Bezeichnung – aus dem Verkehr gezogen.

Und was macht Frankfurt, das nach dem Verlust der IAA als Messestadt nun auch für die anderen Veranstaltungen nicht mehr interessant ist?

Dort baut die FAG das angeblich dringend benötigte Terminal 4, von dem aus Fluggäste über Terminal 1 und 2 und 3 und vier sowie gefühlten 5 Kilometern Shoppingmalls zu der neuen Startbahn Süd gebracht werden. Hierbei handelt es sich um das stillgelegte Teilstück der A67, welches parallel zur A5 liegt. Da die elektronischen Piloten – im Gegensatz zu den herkömmlichen Autofahrern – tatsächlich Dinge wie Reißverschlußverfahren, Beschleunigung auf dem Beschleunigungsstreifen und Rechtsfahren, wenn es nicht zu überholen gibt, beherrschen, konnte diese Strecke dem Flugverkehr überlassen werden.

Wilkommen in der Zukunft!

Fleischbeschauung

Das alte Google wird in verschiedene Bereiche filetiert, die aber weiterhin alle in der gleichen Gefriertruhe liegen, die sich fortan Alphabet nennt. Natürlich passiert das Ganze zum Wohle aller und jede Sparte profitiert und vor allem der Anleger. Deshalb ist ja die künftige Alphabet-Aktie schon um 5 Prozent gestiegen. (Stand: kurz nach der Bekanntgabe)

Schon alleine das müsste uns misstrauisch werden lassen, denn wo Geier plötzlich aufgeregt kreisen, ist das Aas nicht weit.

Diese Zerlegung hat vor allem eines zur Folge: will plötzlich niemand mehr Nackenfleisch, dann schmeißt man dieses Teil aus der Truhe raus. Vom Rest ist ja noch genug da. Und interessiert sich niemand für den Kopf – so geht auch der in die Biotonne, was vorher nicht einfach möglich gewesen wäre. Die Truhe wird dadurch leerer, doch der Inhalt prozentual edler.

Als ich das letzte Mal Teil einer solchen Wildbret-Zerlegung war genau das der Fall. Erst wurde zerlegt, dann wurden wir als uninteressanter Brocken abgestoßen und so lange von einem Geier zum anderen gereicht, bis alle Knochen blank waren und diese achtlos verrotteten.

Also immer schön googeln, damit es in der Truhe bleibt!“

KI – Künstliche Intelligenz

Google hat für vermutete 500 Millionen Dollar eine Firma gekauft, die sich auf KI (=künstliche Intelligenz) spezialisiert hat – und damit Facebook einen dicken Fisch vor der Angel abgezogen.

Natürlich geschieht das alles nur zum Wohle der Menschheit bzw. Kunden.

Ich möchte mich zu diesem Thema einmal kurz fassen und hoffe, dass nicht schon jemand diesen Satz geäußert hat:

Lieber künstliche Intelligenz – als natürliche Dummheit!

(Sollte man uns jedoch künstlich dumm halten wollen, damit intelligent an uns viel verdient wird, wäre dieser Satz natürlich hinfällig.)