Rüstiger Renter: Hessen

Ich war schon überrascht als ich erfuhr, dass Hessen erst 70 Jahre alt wird.

Der Vorteil allerdings bei einem Bundeslandjubiläum gegenüber eines Menschen: das zeigt sich nicht beleidigt, wenn man es wesentlich älter schätzt!

Neben entsprechenden Festivitäten werden wir in den nächsten Tagen mit reichlich Statistiken über mein heimatliches Bundesland eingedeckt.

Teilweise decken sich diese mit meinen Erfahrungen, wenn ich einen Streifzug durch Lokale oder Tanzclubs unternehme. Früher waren dort stets zu viel alte Besucher und heute treibt sich für mein Empfinden nur noch Jungvolk darin herum.

So eben zeigt sich bei den Analysen:  der Durchschnitts-Hesse 43,7 Jahre alt und damit wesentlich jünger als ich. Er ist vermutlich auch größer, wohlhabender, intelligenter und besser aussehend als ich.

Keine Ahnung warum, doch ich kann solche Statistiken überhaupt nicht leiden. Wenn ich unter oder über den Werten liege, dann frage ich mich: „Warum liege ich außerhalb?“ und wenn ich mich genau innerhalb des Ergebnisses befinde, dann denke ich enttäuscht: „Ich bin also nur hessisches Mittelmaß!“

Doch da es nicht um mich geht, sondern um den Geburtstag eines Bundeslandes, zurück zum Thema:

„Happy Birthday, liebes Hessen, zum Siebzigsten!“

(Laut Statistik hast Du nun noch 8 Jahre und 10 Monate Zeit, dieses Dasein auszukosten. Solltest Du allerdings doch weiblicher Natur sein, dann  gibt es noch knapp 5 Jahre on top.)

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Hessen lacht

Was soll ich nach so einem Wochenende schreiben, als ein in Frankfurt geborener Hesse?

Die Eintracht hat gegen Dortmund gesiegt und erneut ist ein Hesse Formel 1 Weltmeister geworden.

🙂

Doch für die Leser, die schlechter Laune sind und Dinge lesen möchten, die zur Stimmung passen, habe ich natürlich auch noch ein paar Dinge parat:

Ja, Darmstadt hat verloren, bei „Deutschland tanzt“ wurde wir Hesse nur Vierte, das Wochenende war viel zu kurz, es ist viel zu lange dunkel, ich habe viel zu viel Zeit auf dem Weg zur Arbeit gebraucht und das nicht nur wegen Stau sondern auch wegen der vermaledeiten Eiskratzerei.

So… nun kann die neue Woche beginnen. Mal sehen, was sie uns erleben lassen wird.

Ferienzeiten

In Hessen haben die Herbstferien begonnen und wir mit dem Wetter Glück: es ist tatsächlich sehr herbstlich eingestellt und nicht spätsommerlich, was letztendlich noch den Eindruck verstärken würde, dass doch die hessischen Kids eben erst aus den Sommerferien gekommen sind.

Dabei liegen wir Älteren mit solch einem Eindruck gar nicht so falsch: die hessische Langzeit-Freizeit für Jugendliche & Pädagogen (die sich natürlich die sechs Wochen auf die kommenden 1-1/2 Monate vorbereiteten)  sind tatsächlich erst vor 6 Wochen zu Ende gegangen und da üblicherweise die erste Woche nach der Freizeit zunächst einmal locker beginnt und die letzte Woche vor den (Herbst-)Ferien dann meist auch schon das Gas wieder herausgenommen wird, bleiben maximal 25 echte Schultage übrig.

Auf der anderen Seite können die hessischen 14-tägigen Herbstferien auch nicht viel später angesetzt werden, weil ja in etwas mehr als 7 Wochen dann auch schon wieder die Weihnachtsferien sind. Also auch nur rund 30 echte Schultage dazwischen liegen.

Nicht, dass noch einige Eltern auf die Idee kommen, die Zeit zwischen Herbst- und Weihnachtsferien als Brückentage zu gestalten und die Kinder komplett aus dem Unterricht herausnehmen.

Mer san auch wer

Wir Hessen haben es nicht einfach: auf unseren vierfachen Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel gab es lange Zeit die bayrische Antwort in Form eines Papstes Benedikt.

Der ist bekanntlich freiwillig zurückgetreten – unser Heppenheimer Rennfahrer dümpelt eher unfreiwillig im Ranking weit hinten und fernab einer erneuten WM-Hoffnung.

Ärgerlich, dass da der Freistaat immer noch mit den Kickern vom FC Bayern München ein weiteres Ass zücken kann – und wenn die Jungs zwar diesmal nicht das Triple geschafft haben: die Meisterschaft und der DFB-Pokal sind auch schon was.

Doch jetzt können wir Hessen uns erneut stolz und mit erhobenem Haupt präsentieren: wir haben wieder einen Landsmann im Weltall – genauer gesagt: Alexander Gerst befindet sich nun auf der internatinonalen Raumstation ISS.

Pünktlich zum Start der 5ten Jahreszeit (11.11.2014) wird er erst wieder zurück erwartet.

Für das nächste halbe Jahr können also die Bayuwaren ausrufen: „Mia san mia!“ – doch wir Hessen können kontern:

„Na wenn schon – Mia san aber da oben!“

Krim´s Kram

Alle Welt – vor allem die europäische – blickt besorgt auf die Ukraine.

Die Krim ist schon „an den Russen“ verloren gegangen – und nun scheint es dem Osten auch so zu gehen.

Uns Deutschen kommt das bekannt vor – haben wir doch auch einst unseren Osten verloren – allerdings natürlich weniger freiwillig.

Wir sind Menschen und obwohl wir uns von unseren tierischen Wurzeln distanzieren möchten, agieren wir oft tierisch bestialischer gegenünber unseren Artgenossen als fast alle anderen Lebewesen auf diesem Erdball.

Insofern ist nichts wirklich sicher und beständig.

Ein Beispielszenario gefällig?

Morgen könnte es schon passieren, dass sich der Saarländer an die Zeit zurückerinnert, wo sein Bundesland zu Frankreich gehörte.

Das kommt dem französische Präsident Francois Hollande zu Ohren und nach den miesen Wahlergebnissen vor wenigen Wochen wäre so ein Land-Zugewinn ein Prestige-Zuwachs.

Also werden die Saarländer Rebellen mit Waffen und anderen „Goodies“ made in france unterstützt.

Einige Wochen später beginnt der Eklat – Die Rathäuser von Saarbrücken und Homburg werden von Rebellen besetzt – Angela Merkel lässt Panzer vor die Stadttore auffahren – und französische Fregatten ankern demonstrativ und zum Schutze der Sympathisanten in der Saarschleife.

Nun wird auch Luxembourg nervös und man beginnt Gespräche mit Angela Merkel zu führen, zu welchen Konditionen ein Beitritt zu Deutschland erfolgen könnte. Natürlich lässt man sich ebenfalls ein Gegenangebot von Frankreich erstellen.

Da die Ämter wegen der Kindergeld-Ausweitung an Saisonarbeiter total überlastet sind, wird die deutsche Offerte nicht fristgerecht ausgearbeitet. Luxembourg verbündet sich mit den Franzosen.

Die Amerikaner haben dagegen dem deutschen Freund bzw. der Freundin „Angie“ Hilfe zugesichert.

Um ein Exempel zu statuieren legt ein Bomber vermeindlich die Stadt Homburg in Schutt und Asche.

Erst Wochen später fällt auf: „Upps – there was a regular fucking Bad in front of that fucking Homburg!“

Man hatte den Auftrag “Just bomb the bad Homburg!” leider falsch gelesen und Bad Homburg als Target ausgewählt.

Nun erklären die Hessen den Ami´s den Krieg.

Stopp – alles nur wilde Fantasie!

Oder?