Bär oder nicht Beere, das ist die Frage

Wenn wir einen Bärenhunger haben, aber Fleisch entbehren müssen, greifen wir zur Not auch auf Beeren zurück. Die Schwangere gebärt Kinder, obwohl dann eigentlich gekindert und nicht gebärt heißen müsste. Das entbehrt jeder Logik, wie auch Berlin eigentlich Bärlin heißen müsste.

Warum das kleine Bärtierchen so genannt wid, obwohl es weder von Größe noch von der Optik einem Braun- oder Eisbär gleicht, kann ich nicht nachvollziehen. Es ist zwar sehr klein, kann aber dafür in Hitze, Kälte und Radioaktivität überleben, wo es den klassischen Bären schon lange zerlegt hat.

Wir bergen Menschen in Not, auch in den Bergen. Im Puppentheater findet man den Kasper – aber nicht nur dort. Auch so sind manche Menschen gerne albern, nicht nur in Bern. Tante Bärbel ist es dafür nicht!

Es gibt also viele Begriffe, die nach Bär klingen, aber wenig mit Meister Petz zu tun haben. Doch jetzt kommt es dicke: auch bei den Beeren ist nicht alles Beer was glänzt!

Hätten Sie gewusst, dass der Kürbis zu der Gattung der Beeren gehört? Bananen, Orangen oder Datteln sind ebenfalls Beeren.

Dafür ist die Erdbeere keine solche und auch die Himbeere nicht. Erstere ist eine sogenannte Sammelnuss. Wer also Erdeeren verzehrt isst tatsächlich Nüsse. Die Cashewnüsse sind dagegen keine. Him- und Brombeere gehören, wie die Cashew zu den Steinfrüchten – Erstgenannte in die Kategorie Sammelsteinfrucht. Rhabarber wiederum gehört nicht zu den Beeren, Nüssen oder dergleichen. Sie wussten es bestimmt: so ein Rhabarberkuchen wird mit einem Knöterich-Gewächs belegt.

Also wenn Sie jetzt befürchten, dass Sie zu wenig Beeren verzehren (mal von der Beerenauslese am Weinstand abgesehen), so kann ich Sie beruhigen:

Essen Sie Paprika, Tomaten oder Auberginen und schon verzehren Sie wiederum Beeren. Selbst die Gurke ist eine Beere.

Noch Fragen an ich, den Stre-bär?

🤪🤯🤓

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Katzenjammer

Meine Frau ist für ein paar Tage verreist und natürlich hatte ich mir eine, zugegeben sehr maskuline, Liste der Dinge angefertigt, die ich in dieser Zeit tun wollte.

Nahrungsaufnahme: nur so weit nötig, was vorhanden ist und schnell zuzubereiten geht.

Flüssigkeiten: ausgiebig von den Getränken, die sonst nur ein Augenrollen bei der Partnerin erzeugen oder mich zwingen, mit ihr zu teilen.

Bewegung: noch ausgiebiger, mit dem Hund.

Ausruhen: am ausgiebigsten, mit dem Hund.

Filme ansehen: ultra mega pearl ausgiebig, mit dem Hund.

Wo?

Das alles auf dem Campingplatz und natürlich: mit Hund.

Doch das Event-Paket ist für die Katz geplant, weil ausgerechnet in dieser Woche ein Termin den anderen ablöst.

Nix da, mit exessiv Chillen in freier Natur!

In der Jugend dachte ich, das Schicksal sei nicht fair mit mir.

Jetzt, im Alter, ist mir klar: damals war es das schon, nur jetzt nicht mehr!

🤪

Zeit ist relativ

Gleich vorweg muss ich alle die Leser enttäuschen, die jetzt eine Dissertation a la Einstein erwarten.

Ich erinnere mich lediglich an zwei Geschehnisse, die mich (zumindest in gewisser Weise) amüsiert aber auch irritiert haben.

Vor einigen Jahren blickte ein junger Kollege vor mir auf das Display des Zeiterfassungs-Terminal unseres Arbeitgebers. Freudig rief er aus:

„Ich habe schon 24 Minuten Überstunden gemacht!“

Belustigt hatte mich weniger diese irre Menge an Zeitguthaben, sondern die Tatssache, dass für mich eine Stunde immer noch aus 60 Minuten besteht. Also waren es 24 Überminuten oder knapp eine halbe Überstunde.

Gestern fiel mir wieder dieses Erlebnis ein, denn ich befand mich in einer Art Zeitschleife. Bei dem Versuch eine Person mit therapeutischer Ausbildung zu erreichen, um nach einem eventuell freien Platz zu fragen, war ich mehrmals mit einer elektronischen Ansage verbunden, die dann folgende Informationen bekannt gab (natürlich in unterschiedlichen zeitlichen Varianten):

„Unsere Sprechstunden sind Montags und Donnerstags, zwischen 11:30 und 12:00 Uhr.“

Wenn man diese Aussage genau nimmt, und das tue ich, handelt es sich nicht um eine Sprechstunde sondern um ein paar wenige Sprechminuten.

Abgesehen davon musste ich mir alle Gesprächszeiten notieren und wie gut, dass es auf dem Handy den Kalender mit Alarm-Funktion gibt. Ohne diese elektronische Hilfe wäre ich gezwungen, jeden Tag die Liste zu checken, ob Jemand Sprechminuten hat und wenn ja wann?

Irgendwie erinnerte mich das Ganze auch an diese Votings im TV. Da kann man, gegen Gebühr, für irgendwas abstimmen und wenn man im richtigen Moment anruft, kommt man eine Runde weiter und hat dann die Chance auf einen Gewinn.

Ich hatte gestern weniger Glück. Einmal kam ich durch. War total überrascht, dass es sich um eine echte Person und keine Absage handelte. Dachte zunächst, ich hättee mich verwählt. Die Info, dass es für die nächsten Monate keine freien Plätze mehr gäbe, ich aber auf die Warteliste für die Warteliste kommen könne, die verdeutlichte dann: ich war richtig und auch nicht bei „Verstehen Sie Spaß?“

Zahlreiche Urlaubsüberraschungen

Zurück aus dem kurzen Urlaub, gibt es doch zwei überraschende Erkenntnisse für mich.

Punkt 1: Dass ich im heimischen Rudel nicht wirklich das Alphatier bin, das habe ich schon seit langem geahnt. Doch in den letzten Tagen ist mir klar geworden, dass ich mittlerweile ganz unten angelangt bin.

So war es noch vor einem Jahr üblich, dass der Hund an Urlaubsorten außerhalb vom Schlafzimmer lag und ich konnte Nachts nach Belieben das Fenster aufmachen, so weit es meiner Frau eben genehm war.

Mittlerweile darf unser Haustier bei auswärtigen Aufenthalten im gleichen Zimmer wie wir übernachten. Das Fenster blieb weitgehend geschlossen, damit der Hund nicht friert. Dass ich dabei schwitzen musste: ein ignorierbares Einzelschicksal! 🤪🥴

Ebenfalls interessant und damit Punkt 2: Vor Jahren habe ich unserem Haustier antrainiert, dass es ein Leckerli gibt, wenn wir durch irgendwelche Gatter auf dem Weg durchgehen müssen. Klingt vielleicht schräg, aber ich wusste so: während ich damit beschäftigt bin das Gatter zu öffnen, durchzugehen und wieder zu schließen, würde der Hund nicht abhauen sondern artig darauf warten, dass es eine Belohnung gibt. Das hat in der Tat auch sehr gut funktioniert.

Jetzt waren wir schon lange nicht mehr in Urlaub oder zumindest nicht auf Wegen, die mit Gattern für die Viehhaltung versehen sind. Wir gehen als durch so ein massives Holztor durch und ich wundere mich, dass unser Hund sich hingesetzt hatte und auf etwas wartete. Es dauerte eine Weile bis bei mir der Groschen fiel und ich mich an das erinnerte, was ich meinem Hund einst gelernt hatte. Also irgendwie beachtlich, vielleicht auch schon bedenklich für mich, dass sich so ein Tier das besser gemerkt hat wie meinereiner.

🤭🙉

Alles im Wandel

Als junger Bub erzählte man mir vom Christkind und dem Nikolaus. Ich glaubte fest daran, bis ich eines Tages unseren Nachbarn erwischte, wie er aus dem Kostüm schlüpfte.

Ich wusste, dass Störche die Kinder bringen und war erstaunt, wie selten man diese Vogelgattung sah, im Verhältnis zu den vielen Neugeborenen. Auch hier wurde ich behutsam, über Biene und Blüte an den wahren Prozess der Kindeszeugung herangeführt.

Dann war ich volljährig und dachte, dass all die gelernten Dinge nun endgültig und damit fix seien. Ich wusste zwischenzeitlich auch, dass Eltern alles andere als unfehlbar sind.

Doch es ging weiter damit. Um nur ein Beispiel zu nennen: Pluto, einen Stern den ich besonders liebte, weil er wie der Zeichentrick-Hund neben Goofy hieß, dem wurde der Titel Planet aberkannt. Das war eine Frühform der Ausgrenzung, weil er eben kleiner und damit anders als die anderen Planeten war.

Gerade erlebe ich wieder so einen Moment, wo altes Wissen seinen Wert zu verlieren scheint. So dachte ich bisher, dass Schreiben, Lesen, Kreuzworträtsel lösen und Sudoku spielen das Hirn fit hält. Mein Blog sozusagen meiner eigenen und auch Ihrer geistigen Wellness dient. Doch nun schocken mich schottische Wissenschaftler mit ihren Erkenntnissen.

Es ist völlig egal ob wir uns im reiferen Alter geistig besonders anstrengen! Der Verlust der Merkfähigkeit sinkt nahezu gleich schnell, wie auch die Menge, die wie vergessen. Einen einzigen Vorteil habe die Menschen, die schon immer etwas mehr gelernt haben und wissen: es dauert etwas länger bis der Kopf leer ist, weil einfach mehr drin ist.

Um es einmal trivialer darzustellen: aus einer 3-Liter-Gießkanne fließt die gleiche Menge Wasser raus wie aus einer mit 10 Litern. Nachfüllen geht bei beiden nicht und nachschütten funktioniert wohl auch nicht, will man den Wissenschaftlern Glauben schenken.

Also freue ich mich, so lange ich Sie noch mit solchen Blogeinträgen „benetzen“ kann und Glückwunsch: obwohl mein Humor manchmal schon recht trocken wirkt, sind Sie noch geistig feucht genug, ihn als solches anzunehmen. Lassen Sie uns also die Zeit genießen, die wir noch in geistig hellem Zustand verbringen können. Lesen Sie meine Texte nicht zum Gehirn-Jogging, sondern einfach weil es Spaß macht.

Selters ist auch nur Wasser

Gleich vorweg der Hinweis: es werden in diesem Beitrag einige Produkte und deren Markennamen genannt. Da ich von keinem der Hersteller oder den dahinterstehenden Konzern finanzielle Unterstützung erhalte, ist das nicht als Werbung anzusehen sondern ergibt sich einfach aus dem Kontext der Geschichte, die ich berichten werde.

Letztes Wochenende war ich mit meiner Frau in Selters an der Lahn. Also dort, wo das bekannte Mineralwasser herkommt (wie auch diverse andere Wässerchen, aus umliegenden Quellen).

Das erinnerte mich an ein Erlebnis aus meiner Jugend.

Da meine Eltern sparsam waren, gab es einst bei uns nur Glasflaschenware, die wir in einem Supermarkt in der Nähe kauften. Die Zutaten darin: Wasser und Kohlensäure, vielleicht auch noch Spuren von irgendwelchen Minrralien. Das aber war dann rein zufällig.

Wie gerne fuhr ich mit der Familie zur Verwandtschaft, bestand dort doch die Chance „Wasser mit Geschmack“ zu bekommen. Das war dann meist Sprudel mit Orangen- oder Zitronengeschmack. Bluna oder Fanta, ein kulinarischer Höhepunkt, gab es nur in Gaststätten.

So fragte mich eines Tages mein Großvater: „Bub, was magst Du denn trinken?“

Ich antwortete höflich mit der Gegenfrage: „Was hast Du denn da, Opa?“

„Einiges!“, meinte er und fügte bei: „Magst Du ein Selters?“

Das klang gut. Ich sagte ja und staunte nicht schlecht, als kurz darauf ein Glas mit schnödem Mineralwasser vor mir stand. Opa bemerkte wohl meinen enttäuschten Blick und meinte mit wohlwollendem Unterton: „Das ist sogar echtes Selterswasser!“

So lernte ich, das Selters ein Wasser war und kurz darauf auch den Umstand, dass man in meinem familiären Umfeld bald jede Form von Sprudelwasser den Titel „Selters“ gab. So, wie die Frage nach einem Papiertaschentuch lautete: „Hast Du Mal ein Tempo für mich?“

Einmal jedoch lernte ich ein Selters mit Geschmack kennen. Diese war allerdings nicht fruchtig, sondern eklig bitter. Lag wohl daran, dass man dieses Aroma mit einer Tablette selbst machen konnte. Es nannte sich Alka-Selters und war gegen Kopfschmerzen. Es sollte wieder eine Weile vergehen, bis ich meinen Irrtum bemerkte. Das Zeug hieß Alka-Seltzer.

So befand ich mich also letztes Wochenende in dem Ort, an dem Kindheitserinnerungen verknüpft waren. Diesmal sollten bessere Erinnerungen folgen. Statt nämlich Wasser auf einem Fest in Weinheim, tranken wir reichlich Wein in Selters und trotz des hohen Konsums benötigen wir am nächsten Tag kein Alka-Dingsbums oder eine andere Kopfschmerztablette.

Ich rate übrigens davon ab, noch in ein paar Jahren ein Mineralwasser aus der Selters-Gegend zu kaufen. Ist mir echt peinlich, aber als ich mit dem Hund eine größere Tour unternommen habe, musste ich dringend Pipi machen und das tat ich dann auch ins Gebüsch. Leider waren meine Recherchen erfolglos, wie lange es braucht, bis mein persönliches „Mineralwasser“ durch das Gestein in der Tiefe angelangt ist, wo abgepumpt und anschließend abgefüllt wird. Bis dahin dürfte es allerdings weitgehend gereinigt sein.

Aber einfach vorsorglich, um ihnen geschmacklichen Frust vorzuenthalten, so wie ich ihn einst bei meinem Opa hatte: Trinken Sie bitte ab dem Jahr 2025 kein Wasser mehr aus den Selters-Quellen. 👻

Wunder der Natur

Ich hatte schon immer wieder Mal von dem Gerücht gehört, dass sich manche Likörsorten auf natürliche Weise herstellen lassen und nicht nur durch herkömmliche Destillation bzw. Brennerei.

Hier nun der Beweis und ein klares Indiz für die Klimaerwärmung, dass mittlerweile auch im Süden Europas heimische Kräuterschnapse in unseren Breitengraden wachsen können. Habe nämlich durch Zufall den seltenen Strauch mit italienischen Wurzeln entdeckt: den ficus ramazzoti