Von Sturm und Stürminnnen

Sturm Friederike ist über Deutschland hinweg gerast und auch auf die Gefahr hin, dass man mich für frauenfeindlichen Typen hält: ich finde es passend, dass dieser Sturm einen weiblichen Namen trug!

Wieso ich das so sehe?

Meine Erfahrung als Autofahrer lehrte mich das, bei werktäglich 80 Kilometer Fahrt von und zur Arbeitsstätte. In meiner Jugend fuhren wir gerade mal auspubertierten Kerle, mit Adrenalin und Testosteron bis zum Anschlag bepackt, unsere Autos. Die Kisten waren Wunderwerke der Technik, denn es erstaunte oft, dass diese alten Mühlen überhaupt noch eine TÜV-Plakette erhalten hatten. Dann hieß es: fahren bis zum Limit. Mädels fuhren besonnener und schienen auch nicht so heiß auf den Führerschein zu sein.

Wenn mir heute ein Wagen fast schon im Auspuffrohr hängt, mich schneidet oder durch andere, schon leicht aggressiv anmutende (aber nicht anmutige) Manöver meine erhöhte Aufmerksamkeit fordert, dann sitzt meist eine junge Frau am Steuer.

Ich habe da so einen Verdacht: der frischgebackene Mann der Gegenwart will keinen Frauen mehr imponieren oder ist auf der Suche nach einer solchen. Erotik lässt sich virtuell verwirklichen und so eine Freundin, die will echte Treffen, die enorm viel Online-Zeit verpulvern. Wozu also durch einen Führerschein da was riskieren?

Es ist statistisch nachgewiesen, dass junge Männer wesentlich länger im Hotel Mama bleiben. Im beiderseitigen Idealfall: durch eine längere Schulbildung bedingt. Im einseitigen Idealfall: weil Hans überhaupt nicht mehr lernen will, was er bereits als Hänschen nicht gelernt hat. So lange der heimische Lieferheld auf ein rufendes „Mama“ oder „Papa“ reagiert und die elterlichen Services funktionieren, besteht kein Bedarf die Wohnung zu verlassen – erst recht nicht wegen eines Jobs.

Wäre Sturmtief „Friederike“ ein „Daniel“ oder „Tom“ gewesen, würden wir jetzt noch auf diesen Orkan warten. Vermutlich käme er erst nach diversen Aufforderungen der Wetterfrösche und mehr als ein chillig laues Lüftchen wäre daraus nicht geworden.

😉

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made in whatever

„Lass uns doch mal wieder zum Chinesen gehen!“

Wenn Sie demnächst diese Aufforderung erhalten, bedeutet das wohl nicht zwingend die Qual der Wahl, ob man mit Stäbchen oder mit regulärem Besteck seine asiatischen Köstlichkeiten zu sich nimmt.

Womöglich will nur jemand mit Ihnen Kleidung shoppen gehen.

So wie es nämlich aussieht, wird die renommierte Kette C&A an einen chinesischen Investor verhökert.

Aber was soll´s: ist ohnehin kaum noch ein größeres Unternehmen in deutscher Hand und wenn, dann lässt es meist im Ausland produzieren. So, wie wir für den Brückenbau Stahl aus Asien herankarren lassen, weil der günstiger ist, als das Pedant aus dem Ruhrpott. Da spart der eine Bereich dann beim Straßenbau das Geld, was man hinterher für die Werksschließungen wieder für die entlassenen Mitarbeiter benötigt. Aber dafür zuständig ist eine andere Person als Budgetverantwortliche. Ohne Milch und ohne Mädchen, gibt es eben keine solche Rechnung.

Aber natürlich exportieren wir auch weiterhin: unseren Müll in Drittländer!

Merkwürdiges Phänomen zum Jahresende

Als ich gestern Nachmittag ins Freie ging, hatte ich ein kurioses Erlebnis:

War das Ozonloch gerissen?

Hatten Menschen bereits vorzeitig Silvesterraketen verschossen, die dem Himmel eine seltsame aber durchaus ansehnliche Verfärbung bescherten?

Hatte sich bei mir die weihnachtliche Völlerei auf den Verstand niedergeschlagen und mir die Sinne manipuliert.

Hatte ich womöglich an einem Geldschein geschnuppert und mir damit eine Portion Rest-Kokain von der Oberfläche reingezogen? (Angeblich soll ja ein beträchtlicher Teil unserer Papierwährung damit verunreinigt sein)
Vielleicht halten Sie mich für einen Spinner, doch es regnete gestern einmal nicht und ich sah hellblaue Flecke am Firmament!

Ich schwöre, dass ich es so erlebt habe!

Ja, ich hatte einst Bücher gelesen, in denen von weiße Winterlandschaften, bei strahlender Sonne mit blauem Himmel berichtet wurde, doch ich dachte, das seien Fantasieprodukte oder Berichte aus Alaska oder der Antarktis.

Ich muss unbedingt einen Psychologen kontaktieren und hoffentlich bekomme ich noch so zeitnah einen Termin, dass ich mich an dieses Erlebnis noch erinnern kann. Vielleicht kann er mir ein Medikament verabreichen, dass mir regelmäßig eine solche herrliche Erfahrung schenkt, blauen Himmel zu sehen.

Vorsorglich schnuppere ich auch nochmal an den paar Scheinen in meiner Brieftasche… blauer Himmel… das war so genial anzusehen… einfach der Hammer!

Alle Jahre wieder

Die Festtage sind vorbei und damit auch mal wieder die Zeit, wo wir von den TV-Sendern unaufhörlich mit Weihnachtsmännern in der Werbung behelligt werden. Die unzähligen Clips von Parfums weichen und lassen wieder Platz für die wild gestikulierende Wäscheexpertin/Schauspielerin Amy Sedaris, damit sie -gefühlt unstopable- von ihrem Produkt schwärmen kann. Auch die Kinder Pinguis werden langsam wieder mit den anderen Ferrero-Produkten über den Bildschirm wackeln.

Doch am meisten wird es mich freuen, wenn endlich die Telekom aufhört, uns derart heftig mit Werbung zu penetrieren. Fand ich das am Anfang noch ganz witzig, wenn Justin Bieber um ein junges Mädel tänzelte, wurde mir nach der zwanzigsten Wiederholung an einem Tag einiges klar:

  1. Ich war schon wieder mehr als 2 Stunden vor der Glotze
  2. Ich würde ganz sicherlich nicht einen teuren Magenta-Tarif buchen, um damit die Telekom zu motivieren, noch mehr Geld aus dem Gewinnen in die Werbung zu pulvern. Wir werden also keine „Friends“!
  3. Ich bin noch nicht senil – mein Kurzzeitgedächtnis funktioniert noch gut

Mal sehen, was uns demnächst in der Osterwerbung erwartet.

Doch bis dahin erst einmal ein schönes Restjahr 2017!

Dönerwetter

Ich bin kein Freund von Nahrungsmitteln, bei denen ich nicht weiß, wie oft die sich schon um sich selbst gedreht haben, egal ob es sich um  Gyros vom Spieß, Grillhähnchen oder auch Döner handelt.

Dass sich in diesen Produkten (teils auch lebende) Stoffe befinden können, mehr als uns lieb ist, davon bin ich ausgegangen.

Insofern war ich fast überrascht, dass man in Dönerfleisch lediglich Phosphat entdeckt hat. Der Verzehr mag ungesund für uns Menschen sein, doch sicherlich auch für so kleine Krabbeltierchen, wie Bakterien und Viren. Schon fast wieder ein Grund, doch ohne Bedenken zuzugreifen.

Aber nun das: in Niedersachsen ist wohl eine Dönerbude explodiert und dabei wurden sieben Menschen verletzt!

Bei all der Tragik, was heißt denn das für mich persönlich?

Ist im Döner womöglich durch das Phosphat ein explosives Gemisch entstanden?

Wird die Gefahr einer Sprengung durch Verwendung von Knobisauce eher verringert oder erhöht sie sich signifikant?

Waren es gerade die herumfliegenden Dönerfleischbrocken, die die Druckwelle reduziert haben und damit schlimmeres verhinderten?

Sollte man fortan Dönerbuden weit umgehen, wenn sich da mehr als 5 Personen im Laden befinden? Womöglich hat das Kraut die Verdauung angeregt und durch Menschenhintern erzeugte  Abwinde sind zu einem brisanten Gas-/Luftgemisch mutiert?

Oder ist alles nur ein dummer Zufall und jemand wollte eigentlich nur auf die neue moderne Art Bargeld am Automaten nebenan im Vorraum einer Bank abheben und hat lediglich den Eingang verwechselt?

Ich gehe auf Nummer sicher und lasse mir mal lieber heute eine Pizza bringen!

Ein Adventsgedicht

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.

Der Weihnachtsmarkt in dieser Nacht, wird von Security bewacht
Sie sollen uns vor Schützen schützen, die Waffen gerne hier benützen.
Oder in solch Menschenmengen, einfach eine Bombe sprengen.

Beton den Einlass heut“ erschwert, damit niemand in die Menschen fährt
und so ein Irrer in der Nacht, den Markt zu einem Drive-in macht.
Darum ist alle den zu danken, die uns schützen vor solch Kranken.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.

Männer im täglichen Einsatz

Wenn die Jahreszeit gekommen ist, wo es nur noch räumlich aber nicht klimatisch einen Unterschied zwischen ´in einem Kühlschrank´ und ´vor einer Wohnungstür´ gibt, dann ist der Moment gekommen, wo ich unseren Kühlschrank abtaue.

Die Getränke und Nahrungsmittel kommen ins Freie, während ich mich an die harte Männerarbeit mache. Natürlich gibt es Ratschläge, wie: eine Schüssel mit heißem Wasser in das Gerät stellen oder einfach nur mit viel Geduld abwarten. Doch alles das führt zu dem gleichen Ergebnis – einer riesigen Sauerei!

Also bewaffne ich mit mich stets Hammer und Schraubenzieher als Meiselersatz, um die eisigen Verkrustungen abzuschlagen. Das hat so was männliches und ursprüngliches! 1000mal besser, als hinterher mit dem Schrubber alles trockenlegen zu müssen.

Diesmal war die Eisschicht besonders dick und daher meine Anstrengungen besonders hoch, bevor ich stolz meiner Frau verkünden konnte:

„Schatz, der Kühlschrank ist enteist – und er wird auch nie wieder vereisen!“

Ich war ein wenig abrutscht mit meine Werkzeug und hatte in FCKW-Dämpfen geduscht. Doch statt sich um meine Gesundheit Sorgen zu machen oder sich über die Anschaffung eines neuen Kühlschranks zu freuen, erntete ich nur ein verständnisloses Kopfschütteln.

„Das macht man doch auch nicht mit Werkzeugen!“, musste ich mir anhören.

Kein: „Wie schön, dass der Raum nicht unter Wasser steht!“ oder „Geht es Dir gut, Liebling?“

Mann hat es nicht leicht!

😉