Wie tief ist nicht nur MH370 gesunken

Nun sind sie also leer, die Batterien in der Blackbox und waren nicht wie erhofft, Duracel-Longlife-Zellen – wo der Hase in der Werbung noch wesentlich länger auf die Marschtrommel schlagen kann.

Dabei hat die Box schon länger gefiept als erwartet – aber irgendwie war dann das entsprechende Material zu Ortung ziemlich spät an der Örtlichkeit.

Für mich als Laie auch nicht nachvollziehbar, wieso trotz des Signales das Suchareal so groß geblieben sein soll. Ich war und bin so der naiven Ansicht: „Signal entdecken – anpeilen – und dank hochmoderner Technik dann auf wenige Meter abgrenzen!“

Nun kann man mir ja versuchen zu erklären, dass das unter Wasser halt schwierig ist – aber dann frage ich mich: „Viele Flugrouten führen über Ozeane und wieso setzt man da Techniken ein, die so unpräzise zu lokalisieren sind?“

Apropos Techniken:             

Bekanntlich ist in dem Suchgebiet das Meer zwischen 4500 und 5000 Meter tief – und dann schleift man für sicherlich recht hohe Transportkosten das unbemannte U-Boot „Blue Fin 21“ dort hin, das eine maximale Tauchtiefe von 4500 Metern erreicht.

Was hat man sich erhofft?

Dass das Flugzeugwrack noch nicht so tief gesunken ist oder vielleicht auf einer Anhebung liegt?

Der Clou: das wurde uns Anfang der Woche in den Medien vollmundig als „neue Hoffnung“ verkündet.

Das ist so als würde die Feuerwehr versuchen, mit einer 2,50 Leiter eine Katze vom 5 Meter hohen Dach zu retten.

Da hätten Sie sich mal den Regisseur James Cameron kommen lassen sollen. Der war schon 2012 mit seiner „Deepsea Challenger“ 3 Stunden in fast 11 Kilometern Tiefe unterwegs gewesen.

So hat mich der Abbruch der Aktion (ohne Ergebnis, versteht sich) nicht gewundert.

Offen gestanden: im Falle „Flug MH370“ würde es mich am meisten wundern, wenn mich nichts mehr wundert.

 

Hier noch eine Karte, wo gesucht wurde und aktuell noch so getan wird als ob gesucht würde:

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Bei dir piept´s wohl!

Nein, ich werde mich nicht darüber auslassen, wie man knapp einen Monat brauchen kann, um eine durchaus nicht kleine Boeing 777 zu finden. Habe ich doch selbst erst vor wenigen Tagen wieder einmal in einem Supermarkt lange nach meinen Einkaufswagen gesucht.

Allerdings steigen in Hollywoodstreifen immer sofort Flieger auf, wenn Aliens im Anflug auf die Erde sind und da bekommt man schon den offensichtlich falschen Eindruck, dass der Luftraum ziemlich gut überwacht wird.

Dank der neuen Erkenntnisse empfehle ich Außerirdischen im asiatischen Raum zu landen, wenn sie die Eroberung der Menschheit ruhig angehen wollen.

Doch zurück zur MH370 bzw. deren Überresten:

Seit dem Wochenende hören Spezialgeräte nun ein Piepen im Meer und das auf der Frequenz 37,5 MHz auf der eigentlich nur die Blackboxen senden dürfen. Erstaunlich, wie vorsichtig man jetzt mit dem Umgang von News ist, denn nun werden sofort die Erwartungen gedämpft. Es könne durchaus sein, dass da auch irgendein anderes Gerät auf illegaler Frequenz sendet.

Am besten wartet man noch ein paar Tage und wenn dann nichts mehr piepst, weil der Akku der Blackbox leer ist, dann hat man wenigstens Gewissheit: sie war´s!

Auch das ist so kurios wie in einem „Von-der-Stange“-Krimi: kurz bevor alles zu spät ist, tut sich doch noch eine Option auf, den Fall zu lösen.

Jetzt können wir nur hoffen, dass die Akkus die angegebene Mindestlaufzeit tatsächlich übertreffen und nicht vielleicht No-name-Energiezellen-Plagiate aus fernöstlicher Herkunft es gerade still werden lassen, wenn das entsprechende Tauch-Equipment beigeschafft wurde.

Sollte die Bergung dann tatsächlich stattfinden und erfolgreich sein, würde es mich nicht wundern, wenn dann die nächste Panne auftritt: die Blackbox war nicht dicht – oder wurde beim öffnen beschädigt – oder beim Übertragen tritt ein Fehler auf (siehe Bild):

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Modernes Informationszeitalter

Als kauzig werdender älterer Herr, habe ich mich immer gerne über die jüngeren Menschen aufgeregt und deren Unart, über eine Kurznachricht Partnerschaften zu beenden.

In meiner Jugend hatten wir noch Stil (und kein Smartphone):

Wenn wir Schluss machen wollten, dann haben wir uns einfach nicht mehr gemeldet oder am heimische Telefon verleugnen lassen.

Sah es anfänglich so aus, als wollten sich die Verantwortlichen in Malaysia an diesen alten Ehrencodex halten und durch Informationsmangel die Angehörigen von Flug MH370 behutsam auf den Verlust aufmerksam machen, hatte man nun doch auf eine jugendlichere Informationstechnik umgestellt.

Ein Teil der Angehörigen wurde mit einer ABM (Ableben-Benachrichtigungs-Message) über den telefonischen Short Message Dienst in Kenntnis gesetzt.

Vermutlich im asiatischen Stil:

„Da wir mittlerweile davon ausgehen können, dass MH370 keine konventionelle Landemöglichkeit genutzt hat – ist Zeit genug vergangen, dass keine Überlebende mit Langzeitschäden zu befürchten sind!“

Betrachtet man den ganzen Verlauf, kann ich die Angehörigen versehen, deren Trauer nun zu Wut mutiert.

Würde mich auch nicht wundern, wenn in den nächsten Tagen ein Komitee aus Malaysia bei unserem BKA vorstellig wird:

„Wenn wir den Flugschreiber gefunden haben könnt ihr uns sagen, wie wir ihn oder die Daten darauf in den Shredder kriegen? “