Suche nach dem G-Punkt

Seit Jahren führen wir Diskussionen über flächendeckendes Internet und ich muss beispielsweise nur wenige Kilometer in den Taunus fahren, um zu erkennen: hier deckt nichts die Fläche! Halte ich mir Smartphones mit Sim-Karten von T-Mobile, Vodafone und O2/ePlus bereit, kann ich die Areale der weißen Flecke halbwegs klein halten, doch sie sind definitiv vorhanden und bequem ist das Ganze nicht.

Daher finde ich den Ansatz gut, so wie in Frankreich längst üblich, bei der Vergabe von neuen 5G-Frequenzen nicht den höchsten Preis erzielen zu wollen. Es gilt die Provider in die Pflicht zu nehmen, dass flächendeckend, flächendeckend bedeutet. Wenn ich mir einen Eimer kaufe möchte ich auch nicht, dass er nur fast dicht ist.

Insofern lässt es mich kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen, dass es Politiker gibt, die den Druck auf die Provider bei der Vergabe der 5G-Lizenzen schon wieder senken wollen. Das sind die Volksvertreter, die sich selbst nicht in den Gegenden aufhalten, wo Anwohner sich schon über eine 2000er-DSL-Verbindung freuen würde.

Natürlich sind 5G-Geschwindigkeiten derzeit so wichtig, wie DSL Mitte der 90er. Doch wenn wir in ein paar Jahren mit unseren autonom gesteuerten E-Fahrzeugen durch die Gegend fahren, müssen wir befürchten, dass es (bleiben wir bei unserem Beispiel) im Taunus nur noch zu Fuß weitergeht.

Fatal, wenn uns profilierungsbedürftige Politiker der Chance berauben, auch dort Service zu bieten, wo der finanzielle Einsatz sich nicht rechnet.

Auf der anderen Seite: wieso sollen denn die Menschen Internet haben, die ohnehin bald keiner mehr besuchen kann, weil die Mobilität mit der Funkverbindung endet? Selbst schuld, wer da lebt wo selbst ein Eremit sich einsam fühlt.

 

 

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Der Mensch ist nur vor Gott und nicht beim Mobilfunk gleich

Zugegeben, die Vodafone-Werbung ist schön gemacht, wo das junge Mädchen mit dem Tablet in der Schule steht und zu dem Papa Verbindung aufnimmt, der in irgendeiner Raumstation abhängt.

Da hat die Kleine wirklich großes Glück gehabt, dass sich der Vater irgendwo im Weltraum aufhält und nicht mit der Raumkapsel zum Beispiel im Wispertal (Taunus) gelandet ist. In diesem Fall hätte sie vergeblich auf Verbindung gewartet. Das Gleiche gilt auch für den Provider O2/ePlus, wo zumindest gebietsweise telefonieren möglich gewesen wäre (das ist eine Art skypen – nur ohne Bild) und selbst die Mutter der mobilen Telekommunikation, t-mobile, bietet hier Internet nur an gewissen Stellen an. Eine präzise Punktlandung mit dem Raumschiff wäre also zwingend nötig und dann Beamten-Mikado angesagt:

„Wer sich bewegt, verliert!“  (den Kontakt – Anm. d. Red.)

Klar, dass man in der Einsamkeit des Weltalls mit guter Netzverbindung ein wenig das Heimweh verliert. Wer im fast ebenso einsamen Wispertal haust, der ist schon daheim und falls mal wirklich ein Notfall eintreten sollte, so kompensiert sich der Zeitverlust bis zum Finden einer Funkzelle immer noch mit der schnelleren Anreise des Rettungsdienstes.

Selbst schuld, wer sich nicht bei Vodafone den Mobilfunk-Vertrag holt und mit LTE-Geschwindigkeit auf eine Raumstation schießen lässt.