Wenn Snickers nicht mehr reichen

Da ich bei meinem künftigen Arbeitgeber verstärkt mit Excel arbeiten muss und das ein wenig vom kostenfreien Pendant in LibreOffice abweicht, habe ich eine legale MS-Office-Version erworben.

Zunächst hieß es mehr als 2.000 MB herunter zu laden. Knackig für ein Office-Produkt.
Dann das Image auf DVD brennen und danach installieren.
Nach vermeintlich erfolgreicher Installation dann die telefonische Aktivierung.
Nachdem ich eine irre lange Produktnummer auf den Tasten des Telefons eingeben hatte, durfte ich einen ebenso langen Code auf dem Computer eintippen.

Nach insgesamt gut einer Stunde (download/installation/registrierung) war es dann so weit: der erste Start nach erfolgreichem Abschluss.
Ein paar Fragen noch von Microsoft und dann ging es los…
… mit dem Hinweis, dass noch weitere Teile des Produktes gestreamt werden müssten und ich noch etwas Geduld haben solle.

Nach ca. 30 Minuten hielt ich diese für ausreichend strapaziert und sah nach: der Download stand bei 78 Prozent,  mit dem Hinweis weder die Internetverbindung zu unterbrechen und keinesfalls neu den Rechner zu starten. Als nach einer weiteren halben Stunde immer noch 78 Prozent angezeigt wurden, wurde ich nervös und das mit Recht.

Word ließ sich starten, doch kam immer wieder eine Fehlermeldung hoch und Office brach ab. Also schaltete ich Firewall und Virenscanner ab – ohne Erfolg.

Die Recherche beim Microsoft-Support ergab: neu starten, obwohl ich das nicht sollte, Virenscanner und Firewall deinstallieren sowie Freepdf. Das alles folgsam ausgeführt und natürlich hat es nichts gebracht, außer eine weitere verlorene Stunde.

Nun habe ich Mikrosoft FixIt eingesetzt. Das Programm hat ein Problem gefunden und mir Office deinstalliert.

Kein Witz! Ich habe sogar eine Erfolgsmeldung erhalten.

Sie haben ein Problem mit Office? Wenn Sie die Software deinstallieren, ist es behoben.

Das kann nur Microsoft!

Seit dem Start meiner Office-Installation sind nun fast drei Stunden vergangen und ich beginne nun von vorne. Würde mich jetzt nicht wundern, wenn ich erneut registrieren soll und ich die Meldung erhalte, dass die Lizenz bereits aufgebraucht wurde.

Morgen schreibe ich dann wohl wieder mit LibreOffice, denn noch mehr Zeit zu investieren und vielleicht noch die unverschämt teure Hotline zu kontaktieren – dazu habe ich keine Lust.

Also dann, auf zum letzten Versuch! Will in einer Stunde Feierabend machen, denn so viel Snickers kann ich mir nicht leisten, wie das heute gedauert hat.

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Ein völlig offensichtlich nicht intelligentes Konzept

Sie lassen ein Haus durch die Firma Macrohard bauen. Nach unzähligen Nachbesserungen übernehmen Sie das Gebäude und nach weiteren fast 300 Mängelbehebungen bekommen Sie mitgeteilt:

„Wir empfehlen Ihnen einen Neubau von uns zu erwerben, da wir für den maroden alten Bau nur noch bis maximal 2020 Instandsetzungsarbeiten leisten werden!“

Natürlich gibt es ist das neue Gebäude zu einem reduzierten Preis und ebenso natürlich ist es mangelbehaftet – doch prima, die Gewährleistung ist länger für die erforderlichen Nachbesserungen auf die Sie angewiesen sind.

Die unschön gekachelte Außenfassade, kann man selbst mit Hilfsmitteln wieder entfernen.

Und weil das Ganze so herrlich unangenehm ist, nehmen Sie Sie sich vor, den Bau einer Tiefgarage von dem gleichen Unternehmen durchführen zu lassen – damit Bauart und die Fehler wenigstens von gleicher Herkunft sind.

Sie meinen, dass so was nicht passieren kann?

Bei Ihnen und beim Hausbau vermutlich nicht – aber bei Firmen und beim Betriebssystem Windows schon!

So wursteln Unternehmen jahrelang mit Unzulässigkeiten von Microsoft Windows herum und offiziell – wegen eines einheitlichen „Look & Feel“ (und vermutlich ein paar Ersparnissen auf dem Papier) – wird ernsthaft in Erwägung gezogen, dieses Flickwerk von einem Betriebssystem auch fortan auf den Smartphones der Mitarbeiter einzusetzen.

Stimmt – ist schon ein Mehrwert, wenn ich Office auf ein Smartphone zwänge und dann 10 Prozent von den 5 Prozent der Features nutzen kann, die ich am Firmenrechner verwende!

Hand auf´s Herz:

Ich baue mir doch auch keine Badewanne in mein Kfz ein, nur damit ich mich dort wie zu Hause fühlen kann!

Ein Kabarettist meinte einmal:

„Drücke deine Nase fest auf eine heiße Herdplatte – dann kannst du riechen wie blöd du bist!“

Dieser Selbsttest ist natürlich zum Scheitern ausgelegt, wenn der Softwareriese Nasenklammern gratis verteilt.

Sie denken: „Wahnsinn!“ ?

Ich auch!