App-solut unsinnig

Wer meinen Blog etwas länger verfolgt, weiß: ich bin kein Freund von Statistiken oder Produkten, die irgendetwas auswerten bzw. vergleichen, ohne erkennbare Berechnungsgrundlage. Wie gut, dass mir jetzt eine Anwendung hilft, meine Richtigkeits-Zweifel einmal als berechtigt nachzuweisen.

So findet man im Internet einen Pendler-Rechner.

Dort gibt eine Person den Wohnort und den Arbeitsort an und ratz-fatz erscheint das Ergebnis, wie lange man als Pendler mit dem Auto unterwegs ist und wie lange mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Dazu werden die Kosten in Relation gesetzt.

Habe ich natürlich sofort ausprobiert.

Mit dem Auto benötige ich zwischen 10 und 15 Minuten von der Haustür bis zum Arbeitsplatz. Nutze ich den RMV sind es zwischen 45 und 63 Minuten. Wohlgemerkt: das sind reale Werte – ohne Stau und mit keinerlei Bahnverspätungen/Zugausfälle. Wegen dieser 1 bis 2 Stunden eines Mehr an täglicher Freizeit, gönne ich mir den Luxus der höheren Fahrtkosten.

Laut dem Pendler-Rechner benötige ich mit der Bahn 24 und mit dem Auto 34 Minuten. Vermutlich geht dieses Programm davon aus, dass ich am Startbahnhof wohne und am Zielbahnhof arbeite. Nur so ist die Zeit nachvollziehbar. Beim Kfz, wird vermutlich tiefste Innenstadt mit Parkplatzsuche einkalkuliert.

Sorry Leute, aber Programme, deren Wahrheitsgehalt noch unter dem der Tageshoroskope in den Unterhaltungsmedien liegt, sollten mit dem Warnhinweis versehen werden: „Jede Ähnlichkeit des Ergebnisses mit echten Werten, wäre rein zufällig!“

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Pendeleien

Mit großer Sorge habe ich zur Kenntnis genommen, dass die Stadt Frankfurt die Fahrverbote für einzelne Fahrzeugtypen verhindern will, indem sie kostenfreie Parkplätze völlig streicht und so viele Straßen sperrt, dass alle solidarisch betroffenen Pendler froh wären, überhaupt mit 30 km/h durch die Stadt zu fahren. Die angedachte Geschwindigkeitsbegrenzung wird zur Zeit des Berufsverkehrs jedenfalls ein Traumtempo bleiben.

So hat man mir einen Job in Frankfurt-Ost angeboten, den ich zu aktuellen Verkehrsbedingungen in rund 40 Minuten mit dem Auto erreichen würde. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, bei 3x umsteigen, komme ich auf das Doppelte.

In der gleichen Zeit vermag ich aus Hochheim am Main nach Karlsruhe mit dem Kfz zur Arbeit fahren.