Suche nach dem G-Punkt

Seit Jahren führen wir Diskussionen über flächendeckendes Internet und ich muss beispielsweise nur wenige Kilometer in den Taunus fahren, um zu erkennen: hier deckt nichts die Fläche! Halte ich mir Smartphones mit Sim-Karten von T-Mobile, Vodafone und O2/ePlus bereit, kann ich die Areale der weißen Flecke halbwegs klein halten, doch sie sind definitiv vorhanden und bequem ist das Ganze nicht.

Daher finde ich den Ansatz gut, so wie in Frankreich längst üblich, bei der Vergabe von neuen 5G-Frequenzen nicht den höchsten Preis erzielen zu wollen. Es gilt die Provider in die Pflicht zu nehmen, dass flächendeckend, flächendeckend bedeutet. Wenn ich mir einen Eimer kaufe möchte ich auch nicht, dass er nur fast dicht ist.

Insofern lässt es mich kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen, dass es Politiker gibt, die den Druck auf die Provider bei der Vergabe der 5G-Lizenzen schon wieder senken wollen. Das sind die Volksvertreter, die sich selbst nicht in den Gegenden aufhalten, wo Anwohner sich schon über eine 2000er-DSL-Verbindung freuen würde.

Natürlich sind 5G-Geschwindigkeiten derzeit so wichtig, wie DSL Mitte der 90er. Doch wenn wir in ein paar Jahren mit unseren autonom gesteuerten E-Fahrzeugen durch die Gegend fahren, müssen wir befürchten, dass es (bleiben wir bei unserem Beispiel) im Taunus nur noch zu Fuß weitergeht.

Fatal, wenn uns profilierungsbedürftige Politiker der Chance berauben, auch dort Service zu bieten, wo der finanzielle Einsatz sich nicht rechnet.

Auf der anderen Seite: wieso sollen denn die Menschen Internet haben, die ohnehin bald keiner mehr besuchen kann, weil die Mobilität mit der Funkverbindung endet? Selbst schuld, wer da lebt wo selbst ein Eremit sich einsam fühlt.

 

 

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Helmut Heinrich Waldemar Schmidt

Als ich Politiker noch für Helden hielt, die sich für das Wohlergehen des Volkes aufopfern – also von Politik keinerlei Ahnung hatte – konnte ich immer wieder einen Satz über Helmut Schmidt hören:

„Ein toller Politiker, nur in der falschen Partei!“

Solche Aussagen aus gegnerischen Lagern sind sicherlich der beste Beweis, wie gut dieser Mann war. Sollte er jedoch tatsächlich seit 1945 in der falschen Partei gewesen sein, wäre das ein Indiz für extreme Sturheit seinerseits.

Ebenso kontrovers diskutiert wird seine Sucht des Rauchens. Die einen halten ihn für einen Rebell, weil er sich um Verbote nicht scherte und die Tabakindustrie als gutes Beispiel dafür, dass man selbst als Kettenraucher durchaus alt werden kann. Andere hielten Helmut Schmidt für ein schlechtes Vorbild und dickköpfig.

Ich sehe es so:

Wenn ich gerne Rase, in einer Verbotszone mit überhöhter Geschwindigkeit erwischt werde und mit dem Argument: „Ich fahre gerne schnell – Ihr könnt mich mal!“ von der Streife den Strafzettel erlassen bekomme, dann würde ich diesen Satz sagen und weiterhin mit Volldampf fahren.

Er war kein Rebell, weil er in TV-Sendungen geraucht hat oder bei Besuchen im Bundestag. Die anderen sind die Pfeifen, weil sie nicht das Rückgrat hatten zu sagen: „Dann eben nicht, Herr Schmidt – und tschüss!“

Auch ein Satz aus meiner Kindheit, der sich eingeprägt hat: „Wer nicht hören will, muss fühlen!“

Helmut Schmidt war ein toller Raucher – nur im falschen Umfeld. Vielleicht hätte er ohne Qualm sogar den Johannes Heesters an Lebensjahren übertrumpft und wer weiß, was aus uns geworden wäre, mit ihm in der „richtigen“ Partei!

😉

Vorschlags-Unwesen

Wie würden Sie das finden: Sie spenden 100 Euro an eine humanitäre Hilfsorganisation und das Geld wandert stattdessen in den Ausbau von alternativen Energien?

Sicherlich weniger gut!

Wären Sie bereit maximal 1 Prozent einer Gehaltserhöhung abzutreten, um dafür qualitativ bessere Straßen zu erhalten?

Sicherlich ja!

Falls Sie meine Fragen nicht verstehen, will ich das jetzt klären:

Durch Kfz- und Mineralölsteuer fließen jährlich zwischen 70 und 80 Milliarden Euro in die Staatskasse. Hierbei sind Einnahmen durch Mehrwertsteuer (bei Autokauf, Reparaturen, Inspektionen etc.) nicht berücksichtigt.

Ungefähr ein Viertel von diesen Einnahmen wird allerdings nur zweckgebunden für das Straßennetz eingesetzt. Der Rest fließt in andere Töpfe des Staates.

Von einer Person die wir gewählt haben damit sie uns Bürger vertritt, würde ich folgende Forderungen erwarten:

* 30 Milliarden in den Ausbau und die Sanierung!

* 10 Milliarden Rücklagen!

* Halbierung der Steuern die das Automobil betreffen!

Dafür können die Steuern dort angehoben werden, wohin bisher das Geld hin fließt!

Dadurch bekommen wir mehr Überblick, für was denn dieses Geld (bisher ca. 60 Milliarden Euro im Jahr) verbraucht bzw. verschwendet wird!

Es ist schon dreist, wenn ein Politiker (der sich gerade erst eine Gehaltserhöhung von rund 10000 Euro jährlich eingesteckt hat) nun die Einmalabgabe von jährlich 100 Euro je Bürger vorschlägt, um damit das marode Straßennetz zu sanieren.

Für ihn bedeutet das mal gerade 1 Prozent seiner Gehaltsanhebung und vermutlich werden die Politiker noch von dieser Zahlung befreit. Ein Bürger mit Mindestlohn darf für diesen Jahresbetrag knapp 2 Tage arbeiten gehen.

Schlimm ist allerdings nicht nur dass wir Volksvertreter im Amt haben, die sich mit solchen Vorschlägen profilieren wollen – sondern viel schlimmer ist: wir haben diese gewählt!

Sind wir ein Volk der Dummwähler, die Dummschwätzer im Amt lieben – oder sind wir lediglich (um es mit einem Lieblings-Wort unserer Kanzlerin zu sagen): alternativlos?

Zum Abschluß nun auch mal von mir einen Verbesserungsvorschlag von mir:

Ich bin dafür, den Kühen die Harnwege stillzulegen. Wenn diese Tiere Körperflüssigkeiten abbauen wollen, dann sollen sie einfach mehr Milch produzieren.

Blöd für so eine Kuh – aber ich bin ja keine!

Politisches Informations-Zeitalter

Wir Bürger werfen den Politikern oftmals vor, schlecht informiert zu sein und nun das:

Kaum wird in der Öffentlichkeit bekannt, dass der Herr Sesbatian Edathy wohl unschöne Dinge getan hat, winken die Herren Hans-Peter Friedrich, Sigmar Gabriel, Thomas Oppermann und Ernst-Walter Steinmeier gelangweilt ab:
„Wissen wir schon längst – wir wollten nur die Ermittlungen nicht behindern!“

Der Klaus Wowereit, der wusste auch seit 2002, dass der Andre Schmitz wohl unkonventionelle Steuervorteile in Anspruch nimmt. Vermutlich hat der ebenfalls die Ermittlungen nicht behindern wollen – oder eben den Herrn Schmitz nicht bei seinem Tun.

Mir persönlich waren auch Anfang 2013 Informationen zugespielt worden, dass beim neuen Flughafen in Berlin schon lange bekannt war, dass der a) viel teurer werden wird als geplant und b) er besser nicht eröffnet wird, weil er dann eigentlich schon zu klein sei.

Davon hört man aber auch nichts… sicherlich, weil man da die Ermittlungen nicht behindern will.

Also sollten mal wieder Politiker erstaunt wirken bei irgendeiner Veröffentlichung, dann lasst Euch nicht täuschen: die tun nur so!

Wenn der Junior demnächst eine schlechte Schul-Note von einem Test verheimlicht und im Moment des Entdeckens argumentiert: „Ich wollte Euch bei den Ermittlungen nicht behindern!“. ich denke, dann hat er wirklich das Zeug Politiker zu werden.