O´zapft is – auch von Frankfurt am Main

Ich stamme noch aus einer Zeit, wenn man den Wetterbericht eines anderen Landes wissen wollte, musste man die Zeitung erwerben, die kostenpflichtige Auskunft anrufen oder Jemand aus dem jeweiligen Land. Allgemeinwissen hatte man in seinem Kopf gespeichert und war es nicht dort, dann konnte das 24-bändige Lexikon weiterhelfen. Fand man dort nicht das Gesuchte, blieb die Frage ungeklärt, jedoch das Leben ging weiter.

Insofern sehe ich es als absolut bequeme Bereicherung an, aus dem Internet mir Informationen zu ziehen. Ich muss und will nicht Alexa, Siri, Cortana, Google (und wie die sonst noch alle heißen) fragen, was ich wissen möchte und unzählige Prüfprogramme im Hintergrund checken zeitgleich, was ich – außer dieser Information – sonst noch brauchen könnte.

Mit wilden Gesten im Auto oder vor dem Fernseher herumzufuchteln, weil es minimal bequemer ist, als einen Knopf zu drehen oder auf die Fernbedienung zu drücken, das ist ebenfalls nichts, was ich als Bereicherung definiere.

Klar, wenn ich durch ein Mikrofon Google nach Schüttelbrot frage, möchte der Schüttelbrotverkäufer davon wissen und Südtirol mir vielleicht auch eine Reise schmackhaft machen und klar ist auch: es sind Kameras im Einsatz, um meine Bewegungen zu interpretieren.

Dass diese Informationen natürlich auch die CIA interessiert, dass entsetzt nun viele, dabei ist es die logische Konsequenz. Wenn ich schwimmen gehe, ist ja auch die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Badehose nass wird, sofern ich eine solche trage.

Und mal Hand aufs Herz: ist es wirklich so dramatisch, wenn auch die Geheimdienste wissen, dass ich an Schüttelbrot interessiert bin? Ist das ein toller Anblick für die Mitarbeiter der Agency, wenn die mich vor meinem Fernseher sitzen sehen, wie ich mit gelangweilten Gesten durch das noch langweiligere Programm zappe? Ein paar Beobachter mehr und die mit dem entscheidenden Vorteil: man will mir nichts verkaufen!