Abel All bald weg

Ich stelle immer wieder fest, dass ich in viel zu kleinen Schubladen denke. So hätte ich den Herrn Adel Al Saleh spontan für einen indischen Rosenverkäufer gehalten, aber er ist ein in Amerika geborener Manager und das ist dann auch der einzige Aha-Effekt, den ich erzielen konnte, denn (das sind meine leidvollen Erfahrungen aus der Vergangenheit) grundsätzlich liegt es diesem Typus Mensch, „Fucking Stellenabbau“ zu betreiben.

So wie wir an Produkten gerne „made in germany“ lesen, ist das „made in america“

Herr Al Saleh ist Chef der Telekom-Tochterfirma „t-systems“ und er hat nun angekündigt, dass er bis zu 5600 Mitarbeiter des besagten Unternehmens abbauen will, um durch die daraus entstehenden Ersparnisse preislich konkurrenzfähige Services anbieten zu können.

Für mich klingt das so:

Damit t-systems mehr Serviceleistung bieten kann, will er mehr Stellen abbauen, die den Service erbringen könnten. Getreu dem Motto: „Nur ein schlechter Service ist ein Günstiger!“

Ich muss mal prüfen, ob ich amerikanische Vorfahren habe, denn ich hätte da einen Vorschlag: „Kein Service mit keinem Personal ist doch die preiswerteste Option, die man an als Dienstleister anbieten kann!“

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BASF = Blöde Argumente Stellenabbau Feinzureden

Stellen Sie sich vor, Sie betreten ihren Lieblings-Discounter und staunen:

Bei Obst steht lediglich eine Steige Äpfel. Das Gemüse repräsentiert sich aus ein paar Säcken Kartoffeln und an der Fleischtheke machen sie zwei Kringel Fleischwurst ausfindig.

Auch sonst ist die Anzahl der Produkte auf ein Minimum reduziert.

Über der Kasse hängt dann ein Schild, das Ihre Fragen beantwortet:

„Wir haben reduziert, für bessere Kundenfreundlichkeit!“

Anderes fiktives Beispiel:

Sie kommen mit Ihrem Smartphone nicht mehr ins Netz und rufen die Servicehotline Ihres Mobilfunkbetreibers an. Dort werden Sie mit der Durchsage begrüßt:

„Bitte haben Sie durchaus zwei bis drei Stunden Geduld, bis Sie bedient werden. Wir haben unseren Service umstrukturiert. Die Hälfte des Personals wird abgebaut und im Ausland in der Entwicklung an. Alles zum Wohle unserer Kundschaft, damit Probleme schon im Ursprung vermieden werden!“

Die Beispiele klingen verrückt?

Nichts anderes ist es, wenn beispielsweise aktuell die BASF ankündigt, rund 400 Stellen abzubauen, um kundenfreundlicher zu werden. Wieso? Weil dann im Werk mehr Parkplätze für Kunden sowie Gäste zur Verfügung gestellt werden können?

Da würde mich der ehrliche Satz erfreuen:

„Unser Kunde ist der hungrige Aktionär – und damit dieser satt und freundlich bleibt, müssen wir beim Personal die Gürtel enger schnallen!“

Stattdessen immer wieder diese Phrasen über Kundenfreundlichkeit oder Wettbewerbsfähigkeit, als wären wir Bürger blöde genug, diesem Geschwätz Glauben zu schenken.

PS:

Wer die Erwähnung von VW vermisst, so hier ein knappes Statement von mir:

Mit Schummeln zum Erfolg – und Boni-Zahlungen

Mit US-Klagen in die Krise – und Boni-Zahlungen

Mit Stellenabbau wohin auch immer – und sicherlich Boni-Zahlungen

Das nenne ich deutsche Beharrlichkeit!

Einfacher & Effizienter – Übersetzt: Personalabbau & Verkauf

Immer wieder interessant: da fährt ein Unternehmen Jahrzehnte lang Gewinne ein und diese scheinbar häufig nicht auf saubere Art und Weise und plötzlich das: größere Verluste in diesem Jahr und das vor allem wegen Rückstellungen für diverse Rechtsstreitigkeiten.

Nun will man bei der Deutschen Bank bis 2018 gut 3,8 Milliarden Euro einsparen und dabei – laut dem Vorstand – „Einfacher und effizienter werden!“

Vielleicht sollte man es einfach mal mit „ehrlicher“ versuchen! Sozusagen kleinere Brötchen backen, doch mit echtem Mehl.

Allerdings da unterscheiden sich die Vorstände nicht von Kindern: wenn diese getrickst haben und das Ganze entdeckt wird, dann schiebt man die Schandtat auf jemand anderen. „Der Torben ist schuld!“ Klar ist er das, denn er hat getan, was ihm der Marc-André aufgetragen hat.

Zurück zu unserem Bank-Sorgenkind:

Einfacher und effizienter wäre auch die Maßnahmen-Formulierung „Schließungen und Entlassungen“ gewesen.

6000 Stellen sollen weltweit abgebaut werden und 20.000 weitere durch Veräußerung schwinden. Rund 25 Prozent der Mitarbeiter verschwinden und natürlich alles total fair und blablabla!

Richtig hart trifft es jedoch die Anleger der deutschen Bank, die zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren auf die Auszahlung einer Dividende verzichten müssen und das soll auch noch so in 2017 sein.

Welch ein Elend!

Übrigens:

Den Erträgen vor Steuern von 2010 bis 2014 in Höhe von:  53,534 Milliarden Euro, stehen bisher 5,741 Milliarden an Verlusten aus 2008 Gegenüber. Da sollte doch eigentlich genug Geld im Säckel sein, um die Verluste aus 2015 lässig zu stemmen, ohne gleich „Einfacher und Effizienter“ werden zu müssen.

Nun gut, dann warten wir eben bis 2018. Bis dahin werden wieder die üblichen Gewinne eingefahren und natürlich wird dann die Deutsche Bank die Stellen alle wieder anbauen.