Liebe Leserinnen und Leser,
ich entschuldige mich aufrichtig bei Euch, dass ich in der letzten Zeit nichts mehr von mir lesen lassen habe.
Ist natürlich ein Stück weit der Situation geschuldet, dass ich mir ein wenig komisch vorkomme, in so einer Zeit der Krisen auch noch Humor verbreiten zu wollen. Wirkt dann vielleicht ein wenig albern.
Doch da ich mittlerweile den Vorsitz unserer Gemeindevertretung übernommen habe, habe ich mir so ein richtig hungriges Freizeitfressmonster ins Haus geholt. Hier fehlt mir oft die Kraft, aus den extrem ernsthaften Themen und der Menge an Lernmaterial in den Bloggermodus umzuswitchen.
Tja und ich will nicht verhehlen, dass ich Euch (wirklich unbeabsichtigt) eine harte Konkurrenz herbeigerufen habe.
Im Grunde nur temporär, für den Zeitraum des Wahlkampfes, wollte ich mal bei Insta und TikTok aktiv werden, um mich bekannt zu machen, junge Menschen für Politik zu interessieren, damit diese möglichst auch zur Kommunalwahl gehen. Gleichzeitig wolle ich lernen, mit Shitstorm umgehen zu können. Vielleicht kennt Ihr das auch: Man macht etwas zwar aus einer Überzeugung heraus, glaubt aber nicht so wirklich daran. Im Grunde sind in den letzten Monaten extrem viele passiert, woran ich noch vor einem dreiviertel Jahr nicht im Geringsten gedacht hätte. Wen es interessiert, der kann sich die chronologische Abfolge mal ansehen, die jetzt folgt. Oder einfach den Absatz überspringen.
Sommer 2025: Ein Freund will eine Bürgerinitiative gründen, die scheitert aber aus diversen Gründen.
September 2025: ich gehe zu einem Stammtisch der Freien Wähler, zu den mich eine Dame aus der BI-Runde eingeladen hatte.
07.10.2025: Ich trete den Freien Wählern bei.
November 2025: Ein paar Parteispitzen treten spontan zurück. Wir stehen vor der Frage: Weiter oder aufhören? Wir entscheiden uns für weiter!
Winter 2025/2026 Ich arbeite aktiv an der Wahlwerbung, der Homepage-Präsentation, kandidiere und beginne mit Videoclips in den sozialen Medien.
15.03.2026: Mein Wahlergebnis ist ordentlich aber reicht nicht für ein direktes Mandat.
21.04.2026: Ich werde, als Nachrücker, nicht nur Mandatsträger, sondern auch zum Vorsitzenden des Gemeindeparlaments gewählt
Ich bin noch keinen 10 Monate politisch aktiv und dann solch ein politisches Ehrenamt mit derart viel Arbeit sowie Verantwortung. Alleine hier habe ich teilweise das Gefühl, dass jeden Moment der Wecker klingelt und ich aus einem Traum aufwache. Doch noch mehr verblüffen mich die sozialen Medien! Eine ständig wachsende Zahl an Followern und eine derart positive Resonanz, dass ich es nicht über das Herz gebracht hätte, da nach den Wahlen hinzuwerfen! Lasst es mich an TikTok konkret verdeutlichen, wo ich absolut frisch eingestiegen bin. Aktuell sieht meine Bilanz so aus:
# 648 Follower
# 1.587 Likes
# Dazu unzählige positive Kommentierungen denen bisher nur zwei kritische Statements gegenüberstehen
Gucken wird offenbar dem Lesen eindeutig vorgezogen. 😉
Doch da ich Euch auch sehr schätze, bekommt Ihr jetzt mal etwas vorab zu lesen, was ich als Video erst morgen posten werde:
Diese Hitzewelle ist nicht nur nervig, sie stellt auch ganz neue Herausforderungen.
Hat meine Waschmaschine eine Kühlfunktion, wenn ich – bei einer Raumtemperatur von 40 Grad – eine 30-Grad-Wäscheladung reinigen möchte?
Wenn nicht, wie viel Eiswürfel muss ich mit in die Waschmaschinentrommel geben?
Kann ich vorübergehend meine Mietzahlung reduzieren, wenn in meinem Mietvertrag von einer Kaltmiete die Rede ist und meine Bude sich aktuell extrem aufheizt?
Ist Niedrigtemperaturgaren derzeit auch ohne Backofen, nur im Freien, möglich?
Bin ich ein schlechter Mensch, wenn ich Pflanzen im Wert von weit über tausend Euro bewässere, die ich diese sowie letztes Jahr mühselig an unserem Hanggrundstück gepflanzt habe?
So – nun kommt gut durch die heiße Zeit!
XXL-Grüße
vom Bönschi
Der Storch, der Hans, der Nachbar und ich – andere
Schon in sehr jungen Jahren war ich skeptisch im Umgang mit meiner Umwelt.
So wurde meine Mutter schwanger und mir erzählte man, der Storch hätte ein Schwesterchen gebracht und in den Bauch meiner Mutter gelegt. In Frankfurt? In der Innenstadt? In einer Gegend völlig ungeeignet für Storchenpopulation? Ich wusste bereits, durch Kinderbücher, wie groß ein Storch war und warum sollte er meine Schwester in den engen Bauch meiner Mutter legen, wenn es in seinem Storchennest viel bequemer gewesen wäre? Für mich war das Thema klar – meine Schwester kam anderweitig da in den Bauch rein. Abgehakt!
Nikolausabend, mittlerweile auf dem Land lebend, und der Nikolaus kam und klang wie der Nachbar. Auf Anfrage bei meinen Eltern wurde mir erzählt, dass ich mich geirrt habe. Gut, das habe ich mal so stehen lassen.
Ein Jahr später, wieder dieser Nikolaus, der klang wie der Nachbar von schräg gegenüber. Er sah auch ein wenig so aus und was er alles von mir wußte, das konnte der echte Nikolaus nicht ahnen. Das war eindeutig Insiderwissen. Als er ging, rannte ich ins Kinderzimmer und schaute aus dem Fenster und in der Tat: der Nikolaus lief schnurstracks beim Nachbarn ins Haus rein. Damit war das Thema für mich durch. Ich spielte aber weiter mit, denn meine kleine Schwester gruselte sich so herrlich vor dem Fake-Nikolaus.
Tja und dann erfahre ich, Jahrzehnte später, dass offenbar die Welt um mich herum weiterhin veräppelt wird.
2020 – Erste Krise – die Ölmultis fahren Rekordgewinne ein, obwohl sie das dementiert hatten.
2022 – Der Ukrainekrieg beginnt – die Preise für Gas und Öl gehen durch die Decke. Wieder waschen sich die Ölmultis die Hände in Unschuld. Man beobachtet seitens Kartellamt, aber Gucken senkt keine Einnahmen und 2023 wird für das Vorjahr eine Gewinnverdopplung bekanntgegeben.
Spätestens jetzt wäre ich raus gewesen. Doch 2026 – täglich grüßt das Murmeltier – es gibt wieder einen Tankrabatt, wieder wird der angeblich voll weitergegeben, das Kartellamt guckt wieder, wir ärgern uns wieder und nächstes Jahr werden wir wieder die Bilanzen aus 2026 mit Rekordgewinnen sehen.
Und was ist bei der nächsten Krise oder wenn diese jetzt länger anhält? Man könnte sich da mal seitens Ölmkonzerne mal was Neues einfallen lassen. „Die Erhöhungen hat der Storch gebracht oder der Nikolaus, oder der Nachbar, der sich als Nikolaus verkleidet.“ Das wäre zumindest kinderfreundlicher und das Kartellamt, das nennen wir um in Hans. Da gab es doch mal einen der so hieß und immer in die Luft geguckt hat. Auf jeden Fall klingt es lustiger.
Und wenn dann ein Politiker sagt: „Die Ölmultis verarschen die Bürger. da brat mir doch einer einen Storch!“, dann wäre das doch schon einmal ein guter Ansatz, die Ölstörche anzugehen, die uns ein Ei nach dem anderen ins Nest setzen, nicht in den Bauch.
Der Lohn ist dem Spargel sein Feind
Die Spargelbauer befürchten, dass der Spargel in diesem Jahr zum Ladenhüter wird, weil zu teuer. Schuld daran sei der Mindestlohn und deswegen bittet das spargelproduzierende Gewerbe um Ausnahmeregelung bezüglich Mindestlohn. Ansonsten würde der eingeflogene tibetanische Stangenspargel konkurrenzlos günstig sein.
Ich befürchte ohnehin, dass die Bauern dieses Jahr selbst zur Ernte schreiten müssen, denn ob die üblichen Kolonnen aus den Ostblockstaaten sich überhaupt auf den Weg machen, selbst bei Mindestlohn, bei den aktuellen Spritpreisen, das wage ich zu bezweifeln. Und bis diese Leute e-Vans mit Langstrecken-Akku fahren können, wird wohl noch eine Weile dauern.
Ich hätte da zwei Alternativorschläge.
Macht es doch wie bei Blumen oder Erdbeeren: Spargel zum Selbststechen!
Oder stellt die Erntehelfer ehrenamtlich ein. Eine kleine Vergütung kommt da bei weitem nicht an den Mindestlohn ran. Wenn es deutsche Arbeiter*innen sind, können die sogar eine Ehrenamtpauschale von 960 Euro steuerlich geltend machen.
So what? 😜
Einfach mal positiv sehen
Wie ich vor rund 14 Jahren meinen Blog startete, da wollte ich meine alltäglichen Erlebnisse und Erfahrungen auf satirisch überzeichnete Weise festhalten. Ziel war es, Euch ein wenig zu belustigen und womöglich, das ein oder andere Mal, auch ein zustimmendes Kopfnicken zu erzeugen. „Der alltägliche Wahnsinn!“, lautete der Untertitel.
Ich hätte nicht im Traum daran gedacht, dass sich der Wahnsinn des Alltags einmal so hochschaukeln würde, dass ich nicht mehr in der Lage sein würde, aktuelle Themen noch überzeichnen zu können, dass sie sich lustig lesen lassen. Im Grunde müsste ich anfangen, alles zu unterzeichnen.
Wenn ich mein Girokonto ins Minus bringe, dann ist das ein Überziehungskredit. Wenn der Staat sich Geld leiht, ist es ein „Sondervermögen“. Klingt zwar netter, sind aber auch nur Schulden!
Wenn sich die Aktionäre von Rüstungskonzernen das fette Grinsen nicht mehr unterdrücken können, dann liegt das an den unzähligen „Spezialoperationen“, die weltweit durchgeführt werden. Klingt zwar netter, ist aber nur Krieg!
Wenn Autokonzerne, wie Volkswagen, Alarm schlagen und massiven Stellenabbau planen, weil der Gewinn von 12,4 Milliarden (2024) auf 6,9 Milliarden (2025) eingebrochen ist, sich im Vorstand aber trotzdem noch 2 Millionen an Boni-Zahlungen (pro Person) gönnt, dann ist das eine dramatische Entwicklung für die Mitarbeiter*innen. „Besorgniserregend“ für die Aktionäre. Klingt netter, ist aber nur die unersättliche Gier!
Wenn Ölkonzerne die zu erwartenden Lieferengpässe zu nutzen, um so richtig einen Reibbach zu machen, statt einfach mal die Gewinnmarge zu senken, um in der schwierigen Zeit, den Konsumenten die Belastungen zu drosseln, dann ist das erwartbar und traurig zugleich. Wenn ein Barrel Nordseeöl „Brent“ nunmehr über 100 Dollar kostet (Seit wann muss denn das Öl von da oben durch die Meeresenge von Hormus?), dann weiß man, wer vom Krieg profitiert. Das ist erwartbar und traurig zugleich. Man nennt dies „freie Marktwirtschaft“, die sich nach Angebot und Nachfrage richtet. Klingt netter, ist aber nur Gewinne machen, auf Kosten anderer!
Wo also soll ich denn da noch was überzeichnen?
Was ist denn da lustig darstellbar?
Aber Ihr habt recht – auch wenn ich schon Peter in meinem Namen habe, sollte ich nicht dauernd als Miese-Peter auftreten und auch mal die positiven Seiten sehen:
Es entstehen neue Arbeitsplätze in der Rüstungsbranche.
Die Bundeswehr wird modernisiert und es gibt für jeden Soldaten oder Soldatin eine neue Bekleidungs-Ausstattung. Bei einem Set-Preis von 32.000 Euro wird das bestimmt qualitativ hochwertige Markenware sein. Dann laufen unsere Rekrut*innen vermutlich mit Nike-Emblem oder Adidas-Streifen auf den Klamotten herum.
Der Vorstandschef von VW bekam 2025 auch ein geringeres Gehalt, von nur 7,42 Millionen, statt 10,35 Millionen aus dem Vorjahr. Gut, dass da wenigstens noch 2 Millionen Euro an Boni on top kommen, denn sonst würde es finanziell ganz schön eng. Ist aber auch ein irrsinniger Job. Investierst Du als Vorstand in Entwicklung, sinken Deine Gewinne und Deine Einnahmen schrumpfen. Tut man nichts dergleichen, läuft es erst einmal gut, bis es eben nicht mehr gut läuft – dann aber später. Insofern machen die Konzernchefs das alle richtig.
Und wer es richtig macht, kann auch heute noch reich werden. Wir haben weltweit nun 400 Milliadär*innen mehr und damit 3428 Superreiche! (Quelle: tagesschau.de)
Falls jemand von Euch dazu gehört, die meinen Blog lesen, dann Glückwunsch! Habt Ihr dann eventuell einen verantwortungslosen Job für mich, wo ich viel Geld verdienen kann, egal ob ich was richtig mache oder falsch? Muss nicht Vorstand oder Politiker sein, aber vermutlich sowas in der Richtung wird’s wohl werden. 😉
Nachruf für Faydi
Einen Menschen zu verlieren, den man schätzt oder liebt, ist hart. Noch schlimmer ist es, wenn es sich um ein eigenes Kind handelt oder diese Person ein Teil Deines Lebens war.
Doch auch der Verlust eines Haustieres kann eine ungemein heftige Trauer auslösen, wie mir bestimmt viele Tierhalter bestätigen werden. Je länger dieses Wesen dein Leben beeinflusst hat und je tiefer man das Geschenk der Zuneigung für den/die Begleiter’in erfahren durfte, umso schlimmer ist der Moment des Abschieds und der folgenden, sehr schmerzhaften, Leere.
Das ist dann der Zahltag!
Und der Verstand kann einem noch so deutlich mitteilen, dass man dankbar sein sollte, für all die schönen Momente und die Trauer nur unsere Zuneigung widerspiegelt. Doch das Herz hat dafür kein Ohr.
Ich bin dankbar für die Zeit, die wir mit unserem Hund „Faydi“ erleben konnten. Einst, im Alter von ca. 3 Jahren, von einer Tötungsstation in Spanien gerettet, haben wir ihm – und er, uns – 14 tolle gemeinsame Jahre geschenkt.
Nach einem Schlaganfall heute, haben wir den alten Kerl, auf Anraten des Tierarztes, „erlöst“ und trotzdem kriege ich diesen peinigenden Gedanken nicht los, ihn im Stich gelassen zu haben.
Und wieder einmal scheint sich zu beweisen: Der Tod ist für die Gestorbenen Fakt – doch für die Überlebenden eine Qual.
Das Leben ist ein Dschungel
Es gibt wohl kein Format im deutschen Fernsehen, das so polarisiert, wie das Dschungelcamp. Die Einen sehen es und sind teilweise peinlich berührt, das zu gesehen. Die Anderen finden diese Show einfach nur grenzwertig. Wie so oft im Leben, haben beide Seiten recht.
Dieses Jahr war die Sendung besonders kontrovers, durch die Teilnahme von Gil Ofarim. Mich fasziniert dabei die Reaktion im Camp und wohl auch beim gemeinen Volk. Permanent wurde gefordert, dass er seine Taten erklären und sich entschuldigen soll.
„Wieso – weshalb – warum?“, um mal einen Abschnitt aus dem Titelsong der Kindersendung Rappelkiste zu verwenden.
Wenn ich Herrn Müller aus der Hausnummer 13 eine Backpfeife verpasse, wieso soll ich mich bei Herrn Schmidt in der Nummer 19 entschuldigen?
Die Krakeeler und Forderer wurden vom Publikum abgestraft. Gil wurde Dschungelkönig.
Die Rechnung ohne die Rechnung gemacht
Gestern lag ein dicker Umschlag von meinem Energieversorger im Briefkasten. Ich kriege da gleich immer hohen Puls, denn in der Regel heißt es: Nachzahlung und Erhöhung des Abschlags!
In der Tat war es eine Rechnung – 4 Seiten auf drei Papierbögen verteilt, doch der Betrag erleichterte und irritierte mich zugleich.
0,00 Euro
Normaler hefte ich übliche Nachforderungen mit einer Portion Resignation ab. Reicht schon, dass ich die Rechnung begleichen muss, will aber dafür nicht auch noch meine Zeit verschwenden. Doch diesmal war ich neugierig: Wieso hatte ich eine Null-Rechnung erhalten?
Noch irritierter war ich nach Abschluss des Checks.
Es ging um die Jahresabrechnung meines 600-Watt-Balkonkraftwerkes.
1. Ich muss keine Gebühr für den Strom zahlen, den ich selbst produziert habe. (Das ist aber nett!)
2. Ich kriege auch kein Geld, weil ich keinen Strom ins öffentliche Netz eingeführt habe. Was nicht weiter verwunderlich ist, denn zum einen habe ich einen derartigen Einspeisungsvertrag nicht abgeschlossen und zum anderen wurde vorletztes Jahr ein neuer Zähler eingebaut, der es verhindert, dass eventuell überschüssige Stromproduktion ins Netz fließt. Denn wenn die Sonne scheint, dann kommt das Netz rasch an den Punkt, wo man nicht wohin weiß mit all der Energie, die da in die Hauptleitungen gepumpt wird. Doch jetzt hatte ich es noch einmal schwarz auf weiß:
Kein Geld für Strom, den ich nicht geliefert habe weil ich ihn nicht liefern konnte!
Sorry Leute – doch bei solch irren Maßnahmen, da sage ich mir: Fangt erst einmal da an aufzuräumen, bevor Ihr das Wort „Digitalisierung“ überhaupt in den Mund nehmt!
Winter-Wundern-Land
Natürlich ist es aktuell herrlich, sofern man Fan von Wintersportarten ist: Man kann hier direkt von der Haustür eine Loipe ziehen.
Aber ist Euch bewusst, welche Pein ich erleide, als Besitzer einer Gasheizung?
Immer, wenn ich den Keller gehe und ich höre wie der Brenner anspringt, dann zucke ich verängstigt zusammen und mein Puls geht rapide nach oben. Mir wird bewusst, dass ich gerade wieder ein Vermögen verbrenne und natürlich ist es mir peinlich, dass ich mit jedem Kubikmeter Gasverbrauch zwar einen Gasanbieter erfreue, aber nicht die Umwelt. Meine Rente ist so gering, dass ich sogar einen großen Zuschuss zur Umrüstung der Heizanlage bekommen würde. Blöde nur: meine Rente ist so gering, dass ich nur bei 100%-Kostenübernahme durch den Staat, mir den Umbau leisten könnte. Früher bekam ich wenigstens leicht Kredite, denn ich war jung und hatte einen festen Job. Jetzt bin ich zu alt für eine Lebensversicherung und die Rente ist nicht sicher genug, um einen guten Kreditzins zu erhalten. Klingt paradox: aber nur wer Kohle hat, kann ökologisch heizen!
Und als ob das des Elends nicht genug ist, da muss ich lesen, dass die Gasspeicher nur noch zu ca. 30 Prozent gefüllt sind. Anfang des Jahres waren es noch weit über 50 Prozent und sollte der Winter sich entscheiden, gekommen zu sein, um zu bleiben, dann sind spätestens Mitte März die Vorräte aufgebraucht und ich bin Teil der Misere. Klar, da gibt es die Menschen, die für die einst zu geringe Befüllung zuständig waren und argumentieren: „Na so weit wird es nicht kommen!“
Wirklich beruhigen tut mich das nicht. Das sind meist solche Leute, die sich eine Wärmepumpe haben leisten können und entspannt einem möglichen Irrtum entgegengehen. Ich sehe schon im März die Nachrichten, die nur mit Reportagen gefüllt sind, von armen Menschen in der Ukraine, die ohne Heizung leben müssen und ebenfalls wir hier in Deutschland. Wir brauchen nicht einmal einen Aggressor, um in eine solche Notlage zu geraten. Da reichen ein paar sparsame Entscheidungsträger*innen! Tja und wie teuer wir dann den Brennstoff einkaufen müssen, wenn die Lieferanten wissen, wie bitter nötig wir das Gas habe, kann man sich auch schon ausmalen.
Für alle die Menschen, die mit Öl oder bereits umweltfreundlich heizen: Solltet Ihr genug Geld parat haben, dann habe ich einen Tipp für Euch.
Investiert in Aktien von Heizlüfterfabriken!
Könnte sein, dass da die Nachfrage im nächsten Monat gewaltig nach oben geht!
Deutschland ist in der Tat ein Winter-Wunderland, denn offenbar scheint es viele zu wundern, dass im Winter durchaus die Chance besteht, dass es zu einem Winter kommt!
Drum plane wer sichnewig bindet
Auch wenn der Winter dieses Jahr ausnahmsweise zäh und lästig wie Fußpilz ist, so wird irgendwann das Frühjahr starten. Mit dem Frühling entstehen häufig die gleichnamigen Gefühle. Deswegen wird sich zu dieser Jahreszeit auch so gerne vermählt.
Kleiner Tipp für Heiratswillige: Beantragt vorsorglich gleich die Scheidung mit!
Ich will Euch die Hochzeitsabsicht keinesfalls vermiesen, doch es macht wirklich Sinn.
Die Ehe in Deutschland hält im Schnitt 14,7 Jahre. Ich habe diesen Wert vor wenigen Tagen überschritten (kein Witz) und mit jedem vergehenden Monat, muss ja nun eine andere Ehe eher geschieden werden, um den Mittelwert zu wahren.
Gefühlt liegt die Bearbeitungsdauer von gerichtlich erforderlichen Maßnahmen bei weit über zehn Jahren. Wer also heiratet und zeitgleich die Auflösung beantragt, erspart sich womöglich unnötige Wartezeiten. Und wenn der Scheidungstermin angesetzt wurde und die Ehe noch gut funktioniert, kann man immer noch die Vertagung beantragen.
Nächstes Mal werden wir berechnen, wann man – anhand der aktuellen Lebenserwartung – den Erbschein gerichtlich beantragen sollte, damit die Erben, möglichst zeitnah zum statistisch anberaumten Ableben, das Erbe antreten können. Und wer dann eine Prolongation beantragt, ist ja nachweislich noch lebendig.
🤣
Born to be unwild
Kultkomiker Gerd Knebel ist ja leider verstorben, der lange Zeit, als Teil von dem Duo Badesalz, viele Menschen zum Lachen gebracht hat.
Anlässlich dieser traurigen Nachricht wurden 4 Folgen der Serie „Och Joh!“ ausgestrahlt, die zu Beginn der 90er gedreht wurden.
Mein Eindruck, nachdem ich mir diese Folgen erneut angesehen habe:
Was waren wir doch damals für unbedarfte Menschen!!!
Da wurden Worte wie „Neger“ in den Mund genommen. Randgruppen veräppelt – aber auch so moderne Themen, wie Mietwucher, parodiert.
Obwohl ich diese Sendung geliebt habe und auch bei Flatsch und Badesalz auf den Konzerten mehrmals war, bin ich kein Rassist geworden.
Och Joh!
Also ich bin wirklich gegen Hetze, Rassismus und Gewalt – doch es hat mich schon irgendwie traurig gemacht, wie sehr wir uns mittlerweile in ein verbales Korsett legen (müssen).
Aus heutiger Sicht waren nicht die 50er und 60er wild, sondern auch die 80er und 90er.