Frühstücksreise

Vermutlich liegt es an der unmittelbaren Nähe zur Nordsee, dass ich hier in Ostfriesland an die Weiten der Meere denken musste und Lust auf ein amerikanisches Frühstück bekam.

Dieses Bedürfnis sollte mir John Mitchell mit einer Schoko-Erdnussbutter befriedigen.

Der Gechmack überraschte mich weit weniger, wie die Produkionsinformationen.

Hergestellt wurde der Brotaufstrich sehr weit östlich der USA – in Griechenland. Die Verpackung, eine Kunststoffdose, kam sicherlich woanders her. Ich vermute, aus Asien

Die Erdnüsse stammten aus Argentinien – zumindest also Südamerika. Ob diese dort auch entkernt wurden oder erst einmal in ein anderes Land verfrachtet wurden, entzieht sich meiner Kenntnis. Die Schokolade wurde irgendwo in der europäischen Union produziert, der Kakao selbst stammte vermutlich aus Ostafrika und der sicherlich hohe Anteil an Zucker… Ich habe keine Ahnung.

John Mitchell wiederum war nur der Name der Vertriebsfirma und deren Sitz überraschender Weise in den Niederlanden. John van der Mitchell wäre als Firmenname schon geeigneter gewesen, eignet sich jedoch mehr für einen Käsehandel, wie für einen Pseudo-American-Food-Vertrieb.

Letztendlich landete dann alles in Deutschland und dort in meinem Magen.

Wer nun denkt: „Das war’s dann also!“, den muss ich enttäuschen. Das Produkt landete auf einem Aufbackbrötchen, welches in den neuen Bundesländern produziert worden ist. Laut meinem Kenntnisstand stammt der Weizen aus Rumänien bzw. einem ähnlichen osteuropäischen Land. Der Rest der Zutaten, wie die Hefe: unbekannte Herkunft.

Dazu noch als Grundbelag die Butter, welche aus Milch von Kühen stammte, die auf irischen Weiden gegrast haben.

Schon irre, welche Verbindungen der Genuß eines solchen Frühstücksbrötchen hat. Da ist der Kaffee mit Milch noch nicht einmal berücksichtigt.

G’wählt is

Nach den Wahlen ist es üblich, dass die Parteien ihre (Miss)Erfolge loben. Mindestens eine Person reklamiert dann den Führungsauftrag durch die Wähler.

Zeit also, das diesmal aus einer anderen Sicht zu betrachten….

Ein Drittel aller Wähler*innen möchte keine der drei kandidierden Personen.

Nur ungefähr ein Viertel der wählenden Personen hat sich auf eine Person festgelegt. Wie viele davon das nur getan haben, um eine(n) anderen Politiker bzw. Politikerin nicht im Amt zu sehen, ist ungewiss.

Also Führungsaufträge sehen in meinen Augen anders aus.

Alle gute oder auch schlechten Dinge sind Drei

Boah…. bin ich aufgeregt.

Ich habe vor gut einer Woche meine Briewahlunterlagen erhalten, ausgefüllt und abgeschickt.

Jetzt werden ja stets vor den Wahlen irgendwelche Skandale aufgedeckt. Ist immer so auffällig: da kann ein Verkehrsminister mehr als eine halbe Milliarde Euro in den Sand setzen; er bleibt im Amt. Wehe aber, kurz vor den Wahlen wird entdeckt, dass jemand den Doktortitel erschwindelt hat oder das veröffentlichte Buch die Neuauflage eines Buches aus andere Feder ist. Da ist das Geschrei groß. Erinnert nicht nur an die Zeit im Kindergarten, ist es!

Doch zurück zu mir…

Was, wenn da vor den Wahlen mal was richtig spektakuläres aufgedeckt würde, also so richtig etwas aus den brodelnden Tiefen des Sumpfes?

Das wäre so, wie lange nach einer Hose gesucht, die teure genommen und hinterher erfahren, dass hier nur der Zwischenhändler einen Reibbach gemacht hat, die nähenden Kinder dagegen nicht.

Wahl-o(h)-Mat

Ich gehöre nicht zu den Stammwählern einer Partei. Ich nutze seit einigen Jahren Programme wie den Wahl-o-Mat zur Entscheidungsfindung.

Diese Jahr habe ich mit dem Wahl-Swiper begonnen und aus Neugierde einmal alle Parteien angekreuzt. Das Ergebnis war, gelinde gesagt, erstaunlich:

Die Namen der vier stimmigsten Parteien waren mir völlig unbekannt und Platz 5 würde ich unter keinen Umständen wählen. Mutiere ich etwa im Alter zu einem rechtsradikalen griesgrämigen Greis?

Mit Erleichterung nahm ich zur Kenntnis, dass die erste große Partei auf Platz 7 folgte und dieses die SPD war. Also bin ich doch kein Nazi oder wenn, dann ein „Weicher“ mit linken Tendenzen.

Als endlich der Wahl-o-Mat freigeschaltet wurde, sollte der mein schlechtes Gewissen retten, doch das Ergebnis wich nur marginal ab.

Letztendlich habe ich dann bei meiner Briefwahl aus dem Bauch heraus entschieden, verbunden mit dem Gefühl der Gewissheit: selbst wenn diese unbekannte, jedoch ideale Partei, die 5 Prozent Hürde meistern würde und dann auch noch eine Koalition gelänge: von den Übereinstimmungen und Vorhaben bliebe nicht mehr viel übrig.

Ich kann also mit gutem Gewissen auch falsch wählen! 🤭

Qual der Wahl

Welch eine Enttäuschung: statt am letzten Sonntagabend Herzkino beim ZDF zu sehen, gab es anstelle eine weitere Wahlkampfsendung.

Zwar wurde da genauso gestritten und gehasst, wie bei den Pilcher- oder Danella-Filmen, doch bei diesen weiß man eben gleich zu Beginn, wer mit wem zusammen kommt und nach 90 Minuten haben das Gute und die Liebe gewonnen.

Beim Triell fehlten jedoch Panorama, Inhalte und wer dann am Schluss mit wem politisch kopuliert, wird sich zeigen. Da siegt keineswegs das Gefühl, sondern der Wunsch nach Macht.

Schildbürger

Nur noch wenige Tage, dann ist es endlich wieder geschafft: nach und nach verschwinden die Wahlplakate aus den Städten und Gemeinden.

Mich persönlich irritiert diese Art der Werbekampagne. Auf jedem Poster steht ein knackiger Spruch und je nach Partei stelle ich mir die Frage: “Warum habt Ihr bisher nichts davon umgesetzt?“ oder „Wer nicht regiert, kann viel versprechen!“

Nach ein paar Metern im Ort hat dann jede Partei ihr Statement plakativ abgeben, doch statt Erleichterung erfolgt die Erkenntnis: es geht von vorne los und je nach Größe der Stadt, befinde ich mich in einem visuellen Hamsterrad.

Mich irritiert das!

Hält man mich für so dement, dass ich permanent penetriert werden muss?

Glaubt man seitens der Parteien, dass ich meine Wahl abhängig davon mache, wer den tollsten Spruch hat oder den ich am häufigsten lesen durfte?

Ich wäre für ein Plakatierungsverbot, um damit Geld zu sparen und die Umwelt sowie meine Augen zu schonen.

Mächtig geladen

„Schatz, kannst Du Mal Dein E-Auto von der Ladesäule nehmen? Ich muss unbedingt mein Handy aufladen. Der Akku ist leer!“

Dieses Beispiel ist natürlich fiktiv. Das Ganze kann auch anders herum passieren: das Handy hängt am Lader und die Aufladung des Autoakkus ist nötig.

Die EU hat vor einigen Jahren die Begrenzung der Leistung bei Staubsaugern auf 1200 Watt durchgeführt. Das neue Flaggschiff-Smartphone von Xiaomi soll mit bis zu 120 Watt geladen werden können.

Es dürfte also nur eine Frage der Zeit sein, bis wir mehr „Saft“ für den Handylader benötigen, wie für unseren Föhn oder den Staubsauger.

Aber mal Hand auf’s Herz: Wie oft saugen wir und wie häufig ist das Handy im Einsatz? 🤭

ABC der Medien

In einer Zeit, in der wir im Alphabet bei den Medien kaum noch über die ersten drei Buchstaben hinauskommen:

A – Afghanistan

B – Bundestagswahl

C – Corona

da möchte ich einmal mit einem Rätsel für Abwechslung sorgen. Schaut Euch das nachfolgende Bild an, das in bester Qualität eingescannt wurde, und beantwortet dann zwei Fragen….

Um was handelt es sich hierbei?

Was soll dabei letztendlich herauskommen?

Bitte erst probieren und dann die Antworten mit der Auflösung, folgend, vergleichen.

Antwort 1: ein Bauplan

Antwort 2: eine Kommode

Antwort 3: eine Kommode mit 3 Türen und einer Schublade.

Zu gewinnen gibt es nichts, wer jedoch sogar die dritte Frage richtig beantworten konnte, kann sich mit dem Prädikat “Superschlauberger“ schmücken.

Das Land der Überraschten

Ich habe das Zeug zum Politiker oder Amtsinhaber, denn ich bin immer wieder überrascht.

Da werden Expertisen sowie Gutachten für Projekte erstellt und dann überraschen die Bauzeiten und Mängel.  Prominentes Beispiel: der Flughafen BER.

Es gibt Ämter für Katastrophenschutz, doch wenn dann eine solche passiert, ist man überrascht.

Es wurden Gutachten erstellt, dass 10 Prozent unserer Brücken extrem marode sind. Das nimmt man zur Kenntnis und wenn irgendwann das erste Bauwerk einstürzt, wird seitens Politik Bestürzung aber auch Überraschung bekundet.

Vor einer Woche hieß es: Deutschland spendet vom (verschmähten) Impfstoff Astrazeneca ein größeres Kontingent unter anderem an Afghanistan. Schon das überraschte mich. Würden die Taliban wirklich das Vakzin an impfwillige Männer und auch Frauen weiterleiten? Eher unwahrscheinlich! Zumindest bestand die Option, dass sich die Rebellen geschützt in den Kampf begeben konnten.

Wenige Tage später sind unsere Politiker und Ämter völlig überrascht: die Taliban haben offensichtlich keine Gutachten erstellen lassen, wie man wo was angreift oder Ämter eingerichtet, die sich mit der neuen politischen Situation auseinandersetzen sollen. Die legen einfach los und erobern Afghanistan und das während des Wahlkampfs.

Und was machen wir Deutschen, statt uns einfach nur zu schämen? Die verantwortlichen Stellen weisen sich gegenseitig die Schuld zu. Würde mich nicht wundern, wenn das zu weiteren Schuld-Gutachten und der Einrichtung eines neuen Amtes zur künftig besseren Versagen-Koordination führt.

Kurz ausgedrückt: ich bin froh das alle diese Ämter sowie Amtsträger nicht bei der Feuerwehr arbeiten, denn sonst hätte ich Angst vor einem Brand. Das Löschfahrzeug wäre vermutlich nicht betankt und selbst wenn, könnte es nur ohne Löschmittel ausrücken, weil das Gutachten noch in Arbeit wäre, ob und wie viel davon benötigt wird. Letztendlich hat niemand damit gerechnet, dass ein Feuer ausbricht und das so schnell. Mein Haus fackelt derweil ab, doch ich kann beruhigt sein. Es wird ein Gutachten geben, was man hätte besser machen können. Das landet dann bei einem Amt für die Aufbewahrung von Brandgutachten.

Doch was soll das Gejammer? Der DAX legt derzeit einen Rekord nach dem anderen hin. Der nächste Börsencrash ist nur noch eine Frage der Zeit. Also lasst uns schnell die Leute wählen, die sich dann betroffen und überrascht zeigen werden

Das deutsche Schnell

Wir sehen es am BER, Stuttgart 21 oder einfach solchen Baustellen wie die Salzbachtalbrücke der A66 bei Wiesbaden: Schnell geht anders!

Jetzt soll „umgehend“ ein SMS-Warnsystem für bzw. Katastrophen auf den Weg gebracht werden.

Zur Kenntnis: seit 30 Jahren gibt es diese Technik schon, sie wird in vielen Ländern schon erfolgreich eingesetzt und eigentlich wäre Deutschland sogar verpflichtet, aufgrund einer EU-Resolution, dieses sogenannte Cell-Broadcasting bereits eingerichtet zu haben. Offenbar gab es jedoch bisher vertragliche Schlupflöcher, wieso die Forderung nicht umgesetzt werden musste.

Wer nun denkt: „Prima, dann werden wir für die Herbststürme dieses Jahres dieses Feature haben!“, der wird enttäuscht. Wir sind in Deutschland! In schätzungsweise 1 bis 1-1/2 Jahren könnte mit der Einführung gerechnet werden und für die Menschen, die lieber schätzen wie rechnen: das wird nicht vor 2023, und somit diverse Unwetter später, erst in Betrieb gehen.

Man müsse zunächst einmal mit den Providern reden, dann Konzepte erstellen, den Datenschutz und andere rechtliche Dinge prüfen. Würde mich nicht wundern, wenn die Vereinigung deutscher Bestatter Klage erhebt, weil man massive Einnahmeausfälle befürchtet. Womöglich ist auch noch beim Verfassungsgericht zu klären, ob überhaupt unaufgefordert gewarnt werden darf und sich nicht manch Bürger*in in der Freiheit eingeschränkt fühlt. Nach dem Impfwilligen bedarf es nun des Informierwilligen.

Klingt alles schräg und ist es auch!