Reich an Kindern – arm an sonstigem

Wer Kinder hat, weiß es und wer keine sein Eigen nennt, der ahnt es:

Nachwuchs kostet reichlich Geld und Nerven.

Schon im Säuglingsalter geht es los. Man fühlt sich schlecht, Billigwindeln und Cremes an die Babyhaut zu lassen und die Breichen aus den Gläsern, müssen von glücklichen Karotten aus biologischem Anbau in Offenstallhaltung (Bodenhaltung erwünscht), lactosefrei, ohne Gluten und natürlich frei von genmanipulierten Gewächsen stammen.

Das alles hat natürlich seinen Preis.

Als Lohn erhält man dann irgendwann einen großgewachsenen Menschen, der sich in keiner Weise dankbar dafür zeigt und auch der Intellekt lässt einen manchmal die Frage aufkommen, ob das Beimischen einiger chemischer Substanzen der geistigen Entwicklung nicht gut getan hätte.

Wenn man dann noch den kinderlosen Nachbarn sieht, der mit seinem neuen Sportflitzer eindeutig mehr Spaß zu haben scheint, als man selbst mit seinem Nachwuchs, der einen ohnehin nur nervend oder peinlich findet, dann kann schon manchmal der unartige Gedanke aufkeimen, dass Kinderkriegen nicht die weiseste Entscheidung im eigenen Leben war.

Deshalb hätte ich es begrüßt, wenn heute durch das Bundessozialgericht die Entscheidung gefallen wäre, dass Eltern einen gewissen Ausgleich für ihre finanziellen, körperlichen sowie mentalen Aufwände erhalten.

Hätten wir keine Kinder in die Welt gesetzt, würde es Iphone & Co nicht geben. Uns Älteren hätte weiterhin ein Nokia-Handy gereicht, mal maximal eine SMS verschicken und dafür eine Woche den Akku nicht laden müssen. Heino bräuchte keine Werbung für billige LTE-Tarife machen und Hollister wäre weiterhin eine kleine Familienschneiderei.

Alternativ könnten alle zusammenlebenden Paare ein oder zwei Flüchtlinge aufnehmen. Das hätte den Vorteil, dass diese meist schon aus dem Gröbsten raus sind und viel fremder als pubertierender Nachwuchs können die einem auch nicht sein.

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Preisentwicklungen

Ich hatte gerade vor wenigen Tagen das Thema „Österreich“ in meinem Blog und dabei fällt mir noch eine andere Geschichte ein. Diese hat wieder einmal mit dem Thema Relativität zu tun.

Vor ein paar Tagen entdeckte meine Ehefrau einen Tagebucheintrag, wie wir vor knapp zwei Jahren nach Österreich gefahren sind und hinter der Grenze jubelten, als wir dort für extrem günstige 1,38 Euro den Liter Super (E5) tanken konnten. In Deutschland lag der Preis fast 20 Cent darüber.

Dank des aktuell gefallenen Spritpreises würde ich hier an einer Tanke vorbeifahren, wenn dort dieser Preis angeschlagen stünde, weil es teilweise auch schon für unter 1,30 Euro den Liter dieses Treibstoffs gibt.

Jetzt kann ich meinen Vater verstehen, der sich Ende der 60er-Jahre einmal aufregte, als der Preis für Normalbenzin die 60-Pfennig-Grenze überschritt. Für umgerechnet 30 Cent für dieses stinkende Nass, würde ich nachrechnen, ob ich nicht damit günstiger meinen Garten gießen kann, als mit Leitungswasser.

Hätte ich damals meinem Vater gesagt: „Irgendwann zahlst du umgerechnet 2,60 Mark für den Liter und freust dich, dass der Preis wieder so tief gesunken ist!“, wäre ich bestimmt mit einer Strafarbeit bedacht worden. Beispielsweise 50x (mit der Hand) schreiben: „Ich soll nicht so vorlaut sein und dummes Zeug reden!“

Betrug in kleinem Umfang

Da wir aktuell die Automobilmesse in Frankfurt haben und VW sogar die Flüchtlingswelle von Platz 1 der Top-Themen in der Presse verdrängen konnte, möchte ich in meinen Blog daran orientieren.

Haben Sie sich nicht auch schon gefragt, wie es sein kann, dass AddBlue den Schadstoffausstoß von Diesel vermindern kann? Hierbei handelt es sich um einen Harnstoff, der bei der Verbrennung dazugegeben wird. Das ist in etwas so, wie auf einen Hundehaufen zu pinkeln, damit der besser riecht.

Warum aber heißt der Stoff AddBlue (= füge blau hinzu), wo unser Pipi in der Regel eher gelblich gefärbt ist? (Bei gesunden Nieren und reichlich Biergenuss auf dem Oktoberfest ist es auch mal klar und wenn es rötliche Färbung annehmen sollte und Sie vorher nicht rote Beete gefuttert haben, dann wäre ein Arztbesuch sinnvoll!)

Dieses Phänomen hat mich seit jeher in der Werbung irritiert. Bei Slipeinlagen oder Windeln wird immer eine blaue Flüssigkeit aus einem Reagenzglas geschüttet und nie ein gelbliche. Ich bin mir sicher: wenn es eines Tages GeruchsTV geben sollte, dann dringt aus dem Fernseher eine frische Ozeanbrise durch die Membranen nach außen und hat daher keinerlei Ähnlichkeit, mit dem wie es regulär aus einem benutzten Flies riecht.

Auch wenn es sich in diesem Beispiel um Urin handelt: hier fängt der Beschiss schon an!

Indisches Herbst-Trachten-Fest

Sie sind definitiv ein wohlhabender Mann, wenn Sie auf dem Oktoberfest eine frische Maß Bier auf Ihre echte Lederhose kippen und dann entspannt äußern: „Upps – muss ich mir jetzt neu kaufen!“

Der Liter Hopfensaft schlägt nämlich mit mehr als 10 Euro zu Buche und eine echte Hirschlederhose aus bayrischer Herstellung kostet einen mehrfachen vierstelligen Betrag.

Die meisten männlichen Besucher des weltgrößten Volksfestes werden allerdings Trachtenhosen tragen, die den bayrischen Hirsch wie auch die lokalen Ledermanufaktur nicht interessieren. Da müssen in der Regel die preisgünstigeren Ziegen wie auch Inder her halten. Zu deren Bedingungen und dem Stundenlohn würde hier kein Deutscher arbeiten und selbst ein Großteil der Flüchtlinge wohl lieber in ein anderes europäisches Land einwandern.

In Indien scheint der Wert einer Ziege und eines Menschen nicht weit auseinander zu liegen, denn bei Beiden nimmt man grundsätzlich den Tod in Kauf. Mit einer Ausnahme: bei der Ziege geht es rasch!

Hier übertreibe ich leider ausnahmsweise einmal nicht.

In Stichproben werden die indischen Waren hier in Deutschland auf Schadstoffe geprüft, damit der Käufer bei seinen maximal 14 Tagen auf „der Wiesn“ nur mit Alkohol und beispielweise nicht mit dem gesundheitsschädlichen Chrom 6  in Berührung kommt. Dass das der indische Arbeiter tagtäglich und in viel höheren Dosen tut, ist hierbei zunächst unerheblich. Gerbstoffe, die bei der Lederproduktion eingesetzt werden ist eben nichts für Weicheier.

Damit also ein Besucher des Münchner Spektakels spaßig folkloristisch aussieht und das zu einem bezahlbaren Preis, setzen an anderer Stelle auf unserem Globus Menschen ihre Gesundheit aufs Spiel. Die tun das noch relativ gerne, da die Option Arbeitslosigkeit und Hungern noch unangenehmer ist.

Selbst wenn Ihnen der Besuch des Oktoberfestes zu teuer sein sollte und sie lieber für 10 Euro einen Kasten Oettinger Bier für daheim kaufen, so denken Sie bitte immer daran: Ihnen geht es verdammt gut auf dieser Welt!

Sauber manipuliert

Es wird permanent betrogen! Das fängt in der Tierwelt an und hört beim ältesten Gewerbe der Welt auf. Hier wird in der Regel etwas reingesteckt und das was die Gegenseite an Lust darstellt, deckt sich meist nicht mit dem, was real im Kopf der Prostituierten passiert. Warum sollte es bei VW und Audi also anders laufen?

Findige Mitarbeiter haben eine Software entwickelt und in Fahrzeugen installiert, die erkennt, wenn ein Prüfer sein Messgerät einstöpselt und dann liefert es genau jene Resultate, die gewünscht werden. Damit könnte theoretisch auch ein alter, mit Schiffsdiesel betriebener Motor auf einem Kutter gemessen werden und der kriegt nach der Auswertung eine grüne Umweltplakette.

Blöde, dass das die Amis (rechtzeitig zur IAA) entdeckt haben und nun bis zu 16 Milliarden Dollar Schadenersatz drohen. Das minimiert natürlich die Gewinne, die sicherlich über 20 Milliarden liegen dürften, beim Verkauf des Patentes.

Man stelle sich nur die Verdienstmöglichkeiten vor:

Auf einer Waage wird nicht mehr das reale Gewicht sondern das gewünschte angezeigt. Prima, für die die abnehmen wollen und genauso toll für die, die etwas verkaufen möchten. Da zeigt es ein Kilo Trauben an, obwohl nur 880 Gramm aufgelegt wurden. Der Liter Milch besteht nur noch aus 910 Milliliter, doch das Messgerät zeigt genau einen Liter an und auf Wunsch auch jede beliebige Verpackungsgröße. Vorbei die Zeit, wo man kostspielig unterschiedlich dimensionierte Einheiten produzieren musste. Oder bei der Alkoholkontrolle: Sie wollen maximal 0,3 Promille im Blut haben? – Sie bekommen es, dank dem Messgerät von VW.

Selbst ich werde meinen Blog mit VolkswagenSoft auswerten lassen, denn die bisherige Zahl der Besucher ist mir zu gering. Ich gehe davon aus, dass ich mit VoWaSo die Millionen-Klicks-am-Tag-Grenze überschreite.

Das sind eben moderne Zeiten und es heißt nicht mehr wysiwyg (what you see is what you get) sondern wywiwys (what you want is what you see).

Ich kann mir dann auch schon den neuen selbstfahrenden Golf gut vorstellen:

Man steigt in Frankfurt ein, gibt ein Ziel ein (beispielweise Köln) und startet. Aus dem MP3-Player kommen Motorengeräusche. Nach 10 Minuten hören wir die Meldung „Sie sind am Ziel angekommen!“ – Nach dem Aussteigen befinden wir uns immer noch vor dem Römer, doch die Analyse ergibt, dass der Dom nicht weit ist und es sich um den Kölner handeln soll. Wir laufen nach Sachsenhausen, trinken ein Glas Äppler, und Messungen bescheinigen uns, dass wir einem Geschmacksirrtum erliegen. Es handelt sich eindeutig um ein Glas mit Kölsch, der Hopfen ist nur aus rein biologischem Anbau und hat deshalb so einen apfelig-säuerlichen Nachgeschmack.

Sie sehen: Silicon Valley war gestern – Wolfsburg & Ingolstadt is the future !

Grenz-wertig

Freunde nostalgischer Erlebnisse und Erinnerungen, empfehle ich aktuell zu einer Reise nach Österreich und dann vor allem zurück.

Endlich wieder Warten an den Grenzübergängen und wenn der Zöllner das Fahrzeug mustert, aufgeregt hoffen, dass er die zu viel eingekauften Flaschen mit 80-prozentigem Rum nicht entdeckt. Fehlt eigentlich nur noch, dass sie für den Einkauf an einer Wechselstube Schillinge eintauschen mussten.

Wem das noch nicht genug an Erlebnis ist: leihen Sie sich aus der Nachbarschaft einen Transporter mit ost-europäischen Kennzeichen aus, fahren Sie mal kurz nach Kufstein, trinken eine Tasse „Verlängerten“ und dann geht es zurück nach Deutschland. Während die Kleinwagenfahrer gelangweilt durchgewunken werden, stehen Sie mit Ihrem Fahrzeug im Mittelpunkt des Interesses.

Probieren Sie es aus!

Die Internationale Automobilausstellung Frankfurt und die Zukunft

Die IAA in Frankfurt hat begonnen und wer sich wundert, wieso es dort Stände von Apple und Google gibt: das ist erst der Anfang!

Genießen Sie noch die Zeit, wo die Messe eigenständig in Frankfurt stattfindet und nicht mit der Cebit in Hannover (weltweit größte Messe für Informationstechnologie) zusammengelegt wird. Nutzen Sie die Zeit, wo Sie sich entspannt vom Autohändler Ihres Vertrauens hofiert werden und sich einen Überblick über die Modellreihe der Marke verschaffen können. In ein paar Jahren müssen Sie wohl vor einem Applestore übernachten, wenn Sie das brandneue Modell „Icar 6s“ erwerben wollen. Nicht ganz so heftig ist der Andrang beim neuen Samsung Car „SC6 Edge“ – der nun die Displayinformationen auch auf den Seitenscheiben darstellen kann.

Es wird eines Tages nur noch Staus vor den Geschäften von Microsoft, Samsung und Apple geben, doch trotzdem werden Sie häufig unpünktlich in Ihrer Firma eintreffen. Weil Hacker beispielweise die Software ihres DroidVec (Android Vehicle) lahmgelegt haben, die Sicherheitspatche auf Ihrem WinCar noch nicht alle installiert wurden oder erst einmal Cios 9 (Car Ios von Apple) einzurichten ist.

Kanzlerin Merkel verspricht, dass auch in ländlichen Gebieten bald wieder Auto gefahren werden kann, nachdem die Mobilfunkanbieter eine flächendenkende Funkausstrahlung angekündigt hatten und daraufhin der Betrieb konventioneller Fahrzeuge gänzlich untersagt wurde.

Auf Ihren Fahrten werden im Display permanent Werbesequenzen eingeblendet. Bei Abschaltung dieser stoppt das Fahrzeug automatisch. Die Techniken sind so ausgereift, dass Google und Co. nicht nur wissen, wo Sie sich gerade befinden, sondern schon ahnen, wohin sie wollen. Dank PD (predicted driving) wird das vermutete Ziel bereits angefahren, bevor Sie es sich richtig bequem und Eingaben gemacht haben.

Automatisch lenkt Sie das Auto zwischendurch zu Burger King oder einem Rewe-Markt, wenn das Windows Betriebsystem einen derartigen Bedarf vermutet und Apple hat mit der Edeka-Gruppe sowie Mac Donalds ein entsprechendes Abkommen geschlossen, während die DroidVecs Discounter sowie Dönerbuden ansteuern.

Immer wieder finden sich auf den Straßen Anarchisten, die mit nostalgischen Fahrzeugen und manueller Lenkung die Straßen unsicher machen. Sie werden jedoch rasch geortet und – im wahrsten Sinne der Bezeichnung – aus dem Verkehr gezogen.

Und was macht Frankfurt, das nach dem Verlust der IAA als Messestadt nun auch für die anderen Veranstaltungen nicht mehr interessant ist?

Dort baut die FAG das angeblich dringend benötigte Terminal 4, von dem aus Fluggäste über Terminal 1 und 2 und 3 und vier sowie gefühlten 5 Kilometern Shoppingmalls zu der neuen Startbahn Süd gebracht werden. Hierbei handelt es sich um das stillgelegte Teilstück der A67, welches parallel zur A5 liegt. Da die elektronischen Piloten – im Gegensatz zu den herkömmlichen Autofahrern – tatsächlich Dinge wie Reißverschlußverfahren, Beschleunigung auf dem Beschleunigungsstreifen und Rechtsfahren, wenn es nicht zu überholen gibt, beherrschen, konnte diese Strecke dem Flugverkehr überlassen werden.

Wilkommen in der Zukunft!