Merkwürdiges Phänomen zum Jahresende

Als ich gestern Nachmittag ins Freie ging, hatte ich ein kurioses Erlebnis:

War das Ozonloch gerissen?

Hatten Menschen bereits vorzeitig Silvesterraketen verschossen, die dem Himmel eine seltsame aber durchaus ansehnliche Verfärbung bescherten?

Hatte sich bei mir die weihnachtliche Völlerei auf den Verstand niedergeschlagen und mir die Sinne manipuliert.

Hatte ich womöglich an einem Geldschein geschnuppert und mir damit eine Portion Rest-Kokain von der Oberfläche reingezogen? (Angeblich soll ja ein beträchtlicher Teil unserer Papierwährung damit verunreinigt sein)
Vielleicht halten Sie mich für einen Spinner, doch es regnete gestern einmal nicht und ich sah hellblaue Flecke am Firmament!

Ich schwöre, dass ich es so erlebt habe!

Ja, ich hatte einst Bücher gelesen, in denen von weiße Winterlandschaften, bei strahlender Sonne mit blauem Himmel berichtet wurde, doch ich dachte, das seien Fantasieprodukte oder Berichte aus Alaska oder der Antarktis.

Ich muss unbedingt einen Psychologen kontaktieren und hoffentlich bekomme ich noch so zeitnah einen Termin, dass ich mich an dieses Erlebnis noch erinnern kann. Vielleicht kann er mir ein Medikament verabreichen, dass mir regelmäßig eine solche herrliche Erfahrung schenkt, blauen Himmel zu sehen.

Vorsorglich schnuppere ich auch nochmal an den paar Scheinen in meiner Brieftasche… blauer Himmel… das war so genial anzusehen… einfach der Hammer!

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Ein Tief auf uns (frei nach A. Bourani)

Endlich haben wir ein Tief namens Peter über Deutschland, das den April so launisch gestaltet, wie man ihm unterstellt und in der Realität häufig nicht angetroffen hat.

Du schaust aus dem Fenster und die Sonne scheint. Ein paar Minuten später verlässt Du das Gebäude und ein Graupelschauer empfängt Dich. Der ist im Endeffekt angenehmer als der Regen, der nach einer kurzen Phase des neuerlichen Aufklarens auf Dich einprasselt. Die Eiskügelchen sind an Deiner viel zu dünne Jacke wenigstens noch abgeperlt. Nun dringt die Nässe tief ein und lässt Deinen Körper frieren.

Natürlich hat Dich schon der Wetterbericht davor gewarnt, wie kalt und unbeständig es werden wird, doch mit Deinem unverbesserlichen Optimismus und dem Hang nach Frühling, hast Du schon kurz nach Weihnachten – nach Tagen des milden Klimas – die Wäsche saisonal ausgetauscht. Heimlich sehnst Du Dich nach den Tagen zurück, wo Du an den Adventswochenenden mit weit geöffneter Winterjacke über Märkte und durch die geöffneten Läden gelaufen bist. Nun friert es und die Geschäfte haben Sonntags wieder geschlossen.

Tief Peter ist halt ein ganzer Kerl und kein Weichei!

Wie gut, dass Du die Ganzjahresreifen auf Deinem Wagen gelassen hast, die man vor einiger Zeit noch Winterreifen nannte. Die Chance auf Schnee im Juni ist eben nur unwesentlich geringer als im Dezember.

Okay… eigentlich will ich lieber einen schönen Longdrink picheln, als die restlichen Glüchweinvorräte aufzubrauchen. Ehrlich gesagt nervt mich das aktuelle Wetter total – aber bei einem Tief mit so tollem Namen, da muss man einfach Gnade walten lassen, oder?

Alle Wetter

„Da haben wir den Salat!“, pflegten wir in unserer Kindheit zu sagen, wenn wir eine Situation erlebten, die mit Salat meist nichts zu tun hat. Vermutlich lag es daran, dass wir grundsätzlich diesen nicht mochten und wenn das Grünzeug dann vor uns stand, waren wir verpflichtet, dieses zu essen.

Diesmal haben wir auch den Salat – und die Einen finden ihn herrlich gesund und gut – und Andere eben bäh – in Form des Wetters.

Vor wenigen Tagen begann der kalendarische Frühling und das alles andere als frühlingshaft. Nun machen wir einen klimatischen Satz und erleben heute den ersten Frühsommertag.

Doch statt Jubel über dieses herrliche Wetter, höre ich aus allen Ecken Kritik.

Der März sei viel zu warm und damit ein Zeichen für die Klimaerwärmung, die gestoppt werden muss.

Seit Tagen ist es viel zu trocken und das ist nicht gut für die Natur.

Zu früh zu heiß!

Warum an einem Freitag und nicht am Samstag?

Geht dem Wetter dann die Puste aus, bis Ostern?

Hoffentlich bleibt es nicht so warm und trocken bis Ostern?

Welch eine Gezeter!

Da muss ich doch mal unseren Nachwuchs loben, welcher sich jetzt über Osterferien freut, um diese hinter verdunkelten Fenster in der virtuellen Welt zu verbringen. Da bleibt das Gemecker über das Wetter aus.

Es ist egal, ob wir die Finsternis des Kinderzimmers betreten und rufen:  „Draußen regnet es Hunde und Katzen!“ oder ob wir sagen: „Welch ein herrlich sonnige Tag heute!“ – die Antwort bleibt die Gleiche:

„Aha!“

Wenn uns das zu wenig erscheint und wir entgegnen: „Ist das alles was Du zu sagen hast?“,

dann ist nachfolgender Satz wahrscheinlich.

„Nein – mach bitte die Tür wieder zu, wenn Du jetzt das Zimmer verlässt!“

In Punkto ´Entspanntheit´ hat uns die heutige Jugend einiges voraus und nicht alles mitzukriegen, birgt durchaus seine Vorteile!

😉

Sturmfreie Bude

Wir Deutschen meckern schnell und gerne; vor allem über das Wetter:

Zu warm, zu kalt, zu nass, zu trocken, zu windig, stehende Luft, Schnee und Glatteis, kein Schnee usw….

Was uns Tiefs wie Egon und Co. in dieser Woche an Wetterlagen liefern, ist das allerdings wirklich das Prädikat: `Scheißwetter`  wert und ein Mensch muss schon eine eigenartige Mentalität besitzen, wenn er denkt: „Toll – so mag ich das!“

Selbst mein Hund möchte bei diesem Wetter nicht vor die Tür geschickt werden. Widerwillig lässt er sich durch Schneematsch zu seinem Kacka-Plätzchen zerren, während ihm und mir der Wind den Schneeregen auf den Körper prasseln lässt. Kaum ist das Geschäft erledigt schaut er mich an als wolle er mir sagen: „Kannst Du nicht alleine Gassi gehen? Wieso muss ich da immer mit?“

Er denkt mir aus der Seele!

Auch Freunde von Couch-potatoing sowie Liebhaber von Kuschelmomenten bei Kerzenlicht, haben es derzeit schwer. Selbst der Ikea-100er-Pack Teelichter ist irgendwann aufgebraucht und die Nahrungsmittel ebenfalls. Natürlich kann man sich das alles durch Lieferdienste bringen lassen. Doch wollen sie dem durchnässten, durchfrorenen sowie unterbezahlten Paketlieferer in die traurigen Augen blicken, beim Empfang der Ware? Wer da hart bleibt, ist sicherlich auch nur ergebnisorientierter Romantiker. Sie wissen was ich meine?

Und mal Hand auf´s Herz: wenn ich beim Rewe die Kerzen bestellt habe sowie das Feuerzeug, bei Lieferheld das Essen und den Wein, bei Eis.de Liebesspielzeug und Kondome – da ist einiges los an der heimischen Haustür und es wird nicht nur kalt durch den Flur; die Romantik geht rasch verloren.

Gutes Wetter ist alternativlos!

Kommen Sie gut durch das Tief Egon!

Würde nun gerne mit dem Satz kommen: „Kann nur besser werden!“

Doch das hatte ich vor einer halben Woche auch schon gedacht – und mich geirrt.

 

Die drei Jahreszeiten

Wenn ich in meiner Jugend ein älteres Pärchen turtelnd spazieren gehen sah, dann dachte ich mir:

„Wenn ich mal alt bin, möchte ich auch so einen zweiten Frühling erleben!“

Nun bin ich in dem Alter, wo ich für die Rentenversicherungsanstalt viel zu jung und für die Arbeitgeber viel zu alt bin, doch wenn ich mir das Wetter da draußen ansehe, dann kann ich gut und gerne auf diese Jahreszeit und auch einen zweiten Frühling verzichten.

Da fühle ich mich in meinem zeitweilig stürmischen aber milden Herbst des Lebens doch wesentlich wohler.

Ich sehe auch schon die Zeit kommen, wo man einen Terrorist festnimmt und bei der Frage, wie er so kalt und unfreundlich sein kann, antwortet der Psychologe erklärend:

„Er steht unter Frühlingsgefühlen!“

Unplanwirtschaft

Kein Aprilscherz: in vielen Gebieten wurden die Winterdienste bereits eingestellt, weil sich Petrus – so die Planung – bereits bis Ostern genug ausgetobt haben sollte. Blöde nur, wenn der das ganz anders sieht und nun nochmal in den Kasseler Bergen und anderswo das nachholt, was er an Weihnachten versäumt hat.

Vielleicht sollte dieser Streu- und Räum-Service das ganze Jahr existieren und mit dualen Funktionen ausgestattet sein. Die eine Hälfte der Fahrzeuge ausgestattet mit Laubbläser, Straßenreiniger und Wassertank und die andere Hälfte mit Schneeschaufel sowie Streusalzbehälter.

Das Ganze nennt sich dann Klimadienst – die Leute werden fest eingestellt und tun dann genau das, was das Wetter von ihnen abverlangt und nicht jenes, was laut Planungsbeschluss gerade an klimatischen Zuständen vorhanden sein sollte.

Schönwetter auf Bestellung

Sie denken, dass für den Tod und das Wetter alle Menschen gleich sind?

Irrtum!

Zumindest, wenn Sie in Frankreich leben und wohlhabend sind!

Sollten Sie da beispielweise eine Hochzeit planen für die Sie schönes Wetter wünschen und gleichzeitig ist es für Sie nicht wichtig, dass die Gesamtkosten der Feierlichkeit um schlappe 140.000 Euro steigen, dann bekommen Sie gutes Wetter auf Bestellung.

24 Stunden vor der Veranstaltung „impft“ eine Firma alle umliegenden Wolken mit Silberjodid. Das Zeug soll ungefährlich für uns Menschen sein, aber immerhin so unangenehm für die Feuchtigkeit in den Wolken, dass die sich ausregnen. Dadurch findet dann die Feierlichkeit bei Sonnenschein und im Trockenen statt.

Da empfehle ich eine günstigere Vorgehensweise für Ihren Event:

Halten Sie den im Rahmen von ca. 5000 Euro für die Veranstaltung.

Feiern Sie gegebenenfalls drei Wochen lang  ununterbrochen jeden Tag.

Selbst wenn es erst am letzten Tag Sonnenschein geben sollte, so haben Sie immer noch knapp 40.000 Euro gespart, konnten tolle Bilder knipsen und viele Leute für mehrere Wochen erfreuen.